Heimserie gerissen: Indians unterliegen Lindau mit 1:4 – Tenschert bleibt bis Saisonende

Memmingen (dan). In der Bayerischen Eishockey-Liga (BEL) ist die imposante Heimserie des ECDC Memmingen gerissen: Zum Auftakt der Meisterrunde verloren die Indians zum ersten Mal nach zehn Heimsiegen wieder ein Spiel am Hühnerberg. Gegen den EV Lindau hieß es am Ende 1:4. Vor knapp 2.500 Zuschauern konnten die Rot-Weißen dabei nicht an die guten Heim-Leistungen der letzten Wochen anknüpfen. Weiter geht es bereits am Sonntag um 17.30 Uhr mit dem „Rückspiel“ in Lindau. Nach der Partie wurde bekannt, dass Werner Tenschert die Mannschaft weiterhin bis zum Saisonende als Trainer betreuen wird.

ECDC Indians können gegen Lindau keinen Erfolg feiern. Foto: ECDC / Philipp Hampp

ECDC Indians können gegen Lindau keinen Erfolg feiern. Foto: ECDC / Philipp Hampp

Schon vor dem Spiel standen die Vorzeichen schlecht für die Indianer: Viele Spieler waren unter der Woche krank und konnten kaum am Training teilnehmen, dazu musste der ECDC auf die Verletzten Martin Hoffmann, Marc Stotz und auch Torhüter Martin Niemz verzichten. Dennoch ging man selbstbewusst ins Duell mit dem BEL-Meister, hatte man doch diesen Gegner kurz vor Weihnachten in einem begeisterten Spiel am Hühnerberg noch geschlagen. In der ersten Minuten entwickelte sich vor 2.474 Zuschauern ein offenes Spiel mit konzentrierten Abwehrreihen, die zunächst wenig zuließen. Glück hatte nach acht Minuten der ansonsten bärenstarke Gästetorhüter Mayer, als ihm ein Schuss durchrutschte und nur Zentimeter neben den Torpfosten trudelte. Statt einer ECDC-Führung gab es kurz darauf eine Strafe gegen Indians-Kontingentspieler Ville Eskelinen, und das beste Überzahlteam der Liga ging an die Arbeit. Fast hatten die Indianer die Unterzahl bereits schadlos überstanden, da kam ein Querpass vor den Kasten von Goalie Alex Reichelmeir, Philipp Haug hielt den Schläger rein – das 1:0 für die Gäste nach 10 Minuten. Memmingen geschockt und nur 48 Sekunden später mit einem kapitalen Abwehrfehler, der dem EVL den Doppelschlag durch Pfeiffer zum 0:2 ermöglichte (11.). Viel ging nun nicht mehr bei den Indians, erst Patrick Weigant gab nach 16 Minuten wieder ein Lebenszeichen der Hausherren ab.

In der Drittelpause richtete Trainer Werner Tenschert lautstarke Worte ans Team, doch außer einer Chance durch Antti Miettinen gleich nach Wiederbeginn blieb der EVL auch im zweiten Drittel das spielbestimmende Team. Technisch stark und gedankenschnell trugen die Islanders immer wieder ihre Angriffe vor und wurden mit dem 3:0 durch Pfeiffer (23.) belohnt. Als drei Minuten später Babic den vierten Lindauer Treffer markierte, war die frühe Vorentscheidung gefallen. Lindau nutzte die Memminger Abwehrfehler gnadenlos aus, die GEFRO-Indians fanden an diesem Abend einfach nicht zu ihrem gewohnten Spiel. Nun ging es darum, Schlimmeres zu verhindern – und wenigstens das gelang dem ECDC mit einem beherzten Schlussdrittel.

Hier agierten die Hausherren von Beginn an deutlich verbessert und führten sich selbst vor Augen, dass mit einer mutigen und läuferisch anspruchsvollen Leistung auch diesem Gegner Paroli geboten werden kann. Mit einem platzierten Schuss von der blauen Linie ließ Martin Jainz nach 46 Minuten die vielen Indians-Fans erstmalig jubeln. Und der ECDC blieb am Drücker, kam nun plötzlich zu einer Reihe Großchancen. Doch leider wurden beste Gelegenheiten vergeben, wie zwei Minuten später, als ein Indians-Stürmer das leere Tor verfehlte. Nach 51 Minuten setzte Coach Tenschert in Überzahl bereits früh alles auf eine Karte und nahm Torhüter Reichelmeir zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis. Die Memminger drückten, doch Josef Mayer im EVL-Tor war nicht zu überwinden. Und so stand am Ende ein verdienter Gästesieg und die Erkenntnis, dass die Mannschaft zwei Drittel lang nicht ihr gewohntes Leistungsvermögen abrufen konnte. Entsprechend sauer zeigte sich Trainer Tenschert nach der Partie: „Gratulation an Lindau zum verdienten Erfolg. Wir haben heute viel zu viele unerklärliche Fehler gemacht, um so ein Spiel zu gewinnen. Das müssen wir schnellstens abstellen, um in der Meisterrunde bestehen zu können.“ Eine Aufgabe, die in den kommenden Wochen auf das Memminger Eishockey-Urgestein zukommt. Nach der Partie gab Obmann Sven Müller bekannt, dass Tenschert das Team bis Saisonende als Nachfolger von Alexander Wedl an der Bande betreuen wird. Interims-Spielertrainer Jan Benda bleibt sein „verlängerter Arm“ auf dem Eis. Nächste Aufgabe für die beiden ist bereits am Sonntag die zweite Partie gegen Lindau, die ab 17.30 Uhr am Bodensee steigen wird. Das nächste Heimspiel am Hühnerberg findet dann am kommenden Freitag, 22.01., um 20 Uhr gegen den EV Moosburg statt. Dann soll die nächste Heimserie für die vielen Indians-Fans gestartet werden.

ECDC Memmingen : EV Lindau 1:4 (0:2/0:2/1:0)

Tore: 0:1 (10.) Haug (Mlynek/Cech; 5-4), 0:2 (11.) Pfeiffer (A. Katjuschenko/J. Katjuschenko), 0:3 (23.) Pfeiffer (A. Katjuschenko), 0:4 (26.) Babic (5-4), 1:4 (46.) Jainz (Eskelinen/Zimmermann)

Strafminuten: Memmingen 14 – Lindau 12

Schiedsrichter: Wargitsch (Regensburg) – Zuschauer: 2.474

ECDC Memmingen: Reichelmeir (Specht) – Benda (C), Folk, Vit, Tenschert, Jainz – Pfalzer, Rott, Weigant, Miettinen, Kraus, Sikora, Dolezal, Eskelinen, Zimmermann, Kouba, Krafczyk.

EV Lindau: Mayer (Reisinger) – Haug, Leiprecht, Seifert, Sekula, Fuchs (C), Sing – Kirsch, Paul, Cech, Babic, A. Katjuschenko, J. Katjuschenko, Pfeiffer, Sekera, Mikesz, Mlynek.

 

Fotos © 2016 Johannes Grau:

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