Was bedeutet die aktuelle Eis-Warnung?
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt am 24. Januar 2026 vor extremem Glatteis in über 25 Landkreisen in NRW und Niedersachsen. Gefrierender Regen sorgt für spiegelglatte Straßen – regional gilt Warnstufe Rot mit „Gefahr für Leib und Leben“. Schulen bleiben geschlossen, der ÖPNV ist eingestellt.
Das Wichtigste in Kürze
• Warnstufe Rot: Westlich von Bremen akute Lebensgefahr durch gefrierenden Regen
• 3 Tote auf A44: Massenkarambolage bei Paderborn mit 18 Unfällen
• Schulausfall: Osnabrück, Vechta, Emsland, Grafschaft Bentheim betroffen
• Hunderte Unfälle: Polizei nennt Lage „katastrophal“ und „brandgefährlich“
• Temperaturen: Bis zu -8 Grad in der Nacht, strenger Frost bis Sonntag
• Neuschnee: Bis zu 30 cm Schnee ab Montag möglich
Eis-Warnung für weite Teile Deutschlands: Am 24. Januar 2026 sorgt gefrierender Regen für extreme Glätte im Nordwesten. Der Deutsche Wetterdienst hat für über 25 Landkreise in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen amtliche Warnungen herausgegeben. In mehreren Regionen gilt Warnstufe Rot – die zweithöchste Alarmstufe mit „Gefahr für Leib und Leben“.
Die dramatische Wetterlage hat bereits Menschenleben gefordert. Bei einer Massenkarambolage auf der A44 bei Paderborn starben in der Nacht zu Freitag drei Menschen. Mindestens elf weitere wurden verletzt. Die Polizei registrierte allein auf diesem Autobahnabschnitt 18 Unfälle innerhalb weniger Stunden.
Meteorologen warnen: Die Gefahr ist noch nicht vorbei. Am Wochenende sinken die Temperaturen weiter, bis Montag können regional bis zu 30 Zentimeter Neuschnee fallen. Die aktuelle Wetterlage erinnert an historische Wintereinbrüche wie 1978/79.
Welche Landkreise sind von der Eis-Warnung betroffen?
Der DWD hat für zahlreiche Regionen im Nordwesten amtliche Warnungen ausgesprochen. Die gefährlichste Zone liegt westlich der Weser – hier gilt teilweise Unwetterwarnung Stufe Rot.
| Bundesland | Betroffene Landkreise | Warnstufe |
|---|---|---|
| Niedersachsen | Emsland, Grafschaft Bentheim, Vechta, Osnabrück, Oldenburg, Nienburg, Holzminden, Göttingen, Schaumburg, Region Hannover, Ostfriesland | ROT / Orange |
| NRW | Münsterland, Ostwestfalen, Paderborn, Siegerland, Hochsauerland | Orange / Rot |
| Bayern | Teile Oberfrankens, Oberpfalz | Orange |
| Sachsen | Erzgebirge, Vogtland | Orange |
| Thüringen | Thüringer Wald | Orange |
Tödliche Unfallserie auf der A44 bei Paderborn
Die schlimmsten Auswirkungen der Eis-Warnung zeigte sich auf der Autobahn 44 in Nordrhein-Westfalen. Gegen 1:30 Uhr in der Nacht zu Freitag kam es zwischen den Anschlussstellen Marsberg und Lichtenau zu einer verheerenden Unfallserie.
Ein Lastwagen kollidierte mit einem Sattelaufleger, der mit Papier beladen war. Der Aufleger geriet in Brand, der LKW-Fahrer konnte nicht mehr gerettet werden. In beiden Fahrtrichtungen ereigneten sich 17 weitere Unfälle – insgesamt kamen drei Menschen ums Leben, mindestens elf wurden verletzt.
Die Polizei Bielefeld sperrte die A44 zwischen Marsberg und Lichtenau vollständig. Wann die Strecke wieder freigegeben wird, ist derzeit nicht absehbar. Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache dauern an.
Schulausfall in Niedersachsen: Diese Kreise sind betroffen
Aufgrund der extremen Glätte haben mehrere Landkreise den Schulunterricht abgesagt. Die Behörden begründeten die Entscheidung damit, dass ein sicherer Schülertransport nicht gewährleistet werden kann.
• Stadt Osnabrück: Alle allgemeinbildenden Schulen geschlossen
• Landkreis Osnabrück: Präsenzunterricht entfällt
• Landkreis Vechta: Schulen bleiben zu
• Landkreis Emsland: Kein Unterricht
• Grafschaft Bentheim: Alle Schulen geschlossen, Distanzunterricht an Berufsschulen
Hinweis: Betreuung für Schüler, die dennoch erscheinen, ist gesichert.
Die Stadtwerke Osnabrück haben den Linienverkehr „weitestgehend eingestellt“. Auch der Nordhorner Tierpark blieb geschlossen. Die Polizei appelliert an alle Bürger, zu Hause zu bleiben und auf unnötige Fahrten zu verzichten.

Polizei warnt: Lage ist „katastrophal“ und „brandgefährlich“
Die Einsatzkräfte in Niedersachsen sind im Dauereinsatz. Seit den frühen Morgenstunden registrierte die Polizei vom Teutoburger Wald bis zu den Ostfriesischen Inseln mehrere hundert Unfälle.
„Die Lage ist katastrophal“, sagte ein Sprecher der Polizei Vechta. Sein Kollege in Osnabrück beschrieb die Situation als „brandgefährlich“ und appellierte: „Wenn es irgend möglich ist, sollte man zu Hause bleiben.“ Selbst Lastwagen stünden quer auf den Straßen.
Besonders tückisch: Das Blitzeis entsteht, wenn Regen auf gefrorene Böden trifft. Innerhalb weniger Minuten können selbst gestreute Straßen wieder unpassierbar werden. Die größte Gefahr besteht auf Brücken, schattigen Abschnitten und Nebenstraßen.
Wetter-Prognose: So geht es am Wochenende weiter
Die winterlichen Bedingungen halten an. Der DWD erwartet am Samstag weitere Niederschläge, die im Norden als gefrierender Regen fallen können. Regional sind Unwetter möglich.
| Zeitraum | Wetterlage | Temperatur |
|---|---|---|
| Sa. 24.01. tagsüber | Gefrierender Regen im NW, Schnee möglich | -2 bis +2°C |
| Nacht zu Sonntag | Dauerfrost, Reifglätte, leichter Schneefall | -3 bis -8°C |
| So. 25.01. | Schneegriesel, überfrierende Nässe | -1 bis -4°C |
| Mo.-Mi. | Kräftiger Schneefall, bis 30 cm möglich | -2 bis -6°C |
Meteorologe Dominik Jung warnt zusätzlich vor zugefrorenen Gewässern: „In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt glitzern kleine Seen idyllisch – aber die Eisdecke ist meist ungleichmäßig und nicht freigegeben.“ Ohne amtliche Freigabe sollte kein Eis betreten werden.
ADAC-Tipps: So fahren Sie sicher bei Glatteis
Der ADAC rät bei der aktuellen Wetterlage zu besonderer Vorsicht. Wenn möglich, sollte das Auto stehen bleiben.
✓ Unnötige Fahrten vermeiden – bei Blitzeis Auto stehen lassen
✓ Geschwindigkeit anpassen – deutlich langsamer als erlaubt fahren
✓ Abstand verdoppeln – Bremsweg auf Eis bis zu 10x länger
✓ Brücken meiden – kühlen schneller aus, oft zuerst glatt
✓ Vollgetankt fahren – falls Stau oder Sperrung droht
✓ Notfallausrüstung mitnehmen – Decken, warme Getränke, Ladekabel
Häufige Fragen zur Eis-Warnung
Was bedeutet Warnstufe Rot beim DWD?
Warnstufe Rot ist die zweithöchste Warnstufe des Deutschen Wetterdienstes. Sie bedeutet „Gefahr für Leib und Leben“ durch extreme Wetterbedingungen wie der Eis-Warnung. Bei gefrierendem Regen empfiehlt der DWD, den Aufenthalt im Freien zu vermeiden und auf Fahrten im Straßenverkehr nach Möglichkeit zu verzichten.
Wie entsteht Blitzeis?
Blitzeis entsteht, wenn unterkühlter Regen auf eine gefrorene Oberfläche trifft und sofort gefriert. Dies geschieht, wenn milde feuchte Luft über kalten Boden strömt. Das Tückische: Die Eisschicht bildet sich innerhalb von Sekunden und ist kaum erkennbar. Selbst gestreute Straßen können schnell wieder spiegelglatt werden.
In welchen Landkreisen fällt die Schule aus?
Am 24. Januar 2026 fällt der Unterricht in folgenden Regionen aus: Stadt und Landkreis Osnabrück, Landkreis Vechta, Landkreis Emsland und Grafschaft Bentheim. Die Betreuung für Schüler, die dennoch erscheinen, ist gesichert. Berufsbildende Schulen stellen teilweise auf Distanzunterricht um.
Wie lange dauert die Eis-Warnung an?
Der DWD erwartet bis mindestens Sonntagabend winterliche Bedingungen mit Glätte durch überfrierende Nässe und Schnee. Ab Montag kann es regional bis zu 30 Zentimeter Neuschnee geben. Eine Entspannung ist frühestens Ende der Woche in Sicht, wenn die Temperaturen leicht steigen.
Wo finde ich aktuelle Wetterwarnungen?
Aktuelle Warnungen veröffentlicht der Deutsche Wetterdienst auf seiner Website dwd.de und in der WarnWetter-App. Auch die Unwetterzentrale (unwetterzentrale.de) bietet detaillierte Informationen. Lokale Behörden und Landkreise informieren über ihre Websites und Social-Media-Kanäle über Schulschließungen und Einschränkungen.
Fazit: Eis-Warnung ernst nehmen – Fahrten vermeiden
Die aktuelle Eis-Warnung des DWD ist keine Übertreibung. Drei Todesopfer und hunderte Unfälle in nur einer Nacht zeigen die reale Gefahr. Wer nicht zwingend fahren muss, sollte das Auto stehen lassen. Die winterlichen Bedingungen halten mindestens bis Sonntag an, ab Montag droht zusätzlich starker Schneefall.
Autofahrer sollten die aktuellen Warnungen des DWD regelmäßig prüfen. Bei Warnstufe Rot gilt: Fahrten vermeiden, Notfallausrüstung bereithalten und auf Durchsagen der Behörden achten. Die Sicherheit geht vor – kein Termin ist wichtiger als das eigene Leben.
Autor: Wetterredaktion | Letzte Aktualisierung: 24. Januar 2026, 08:00 Uhr




