Mindelheim: Wo brennt es denn?

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Das dürften sich am heutigen Donnerstag viele Mindelheimer gefragt haben.

Wenn mal die ganze Feuerwehr in Mindelheim ausrückt, ist meistens was Großes angesagt. So auch an diesem Abend, nur war es kein Einsatz, sondern die alljährliche Hauptübung der Mindelheimer Wehr. Starten sollte diese eigentlich um 19.30 Uhr bei der Firma Kleiner im Mindelheimer Norden. Allerdings wurde die ganze Vorbereitung auf die Übung jäh ausgebremst, als ein echter Einsatz die Wehrmänner forderte. So mussten die Kameraden zuerst einen in Brand geratenen Mähdrescher in Kammlach löschen, bevor sie zur Übung abfuhren. Mit etwa 15 Minuten Verspätung hieß es dann „Übungsalarm für die Feuerwehr Mindelheim“

Umfangreiches Szenario fordert

Als Übungsszenario wurde ein LKW Brand mit übergriff auf die Lagerhalle angenommen und ein dadurch resultierender Unfall mit einem Gabelstapler auf dem Gelände. Ein LKW war nach einer Liefertour aus unbekannter Ursache in Brand geraten und dieser griff auf die danebenstehenden Fahrzeuge über. Durch die enorme Hitzeentwicklung entzündete sich in der Lagerhalle dann bereits kommissioniertes Material und setzte diese ebenfalls in Brand. Bei dem Brand wurden zwei Mitarbeiter eingeschlossen und mussten durch die Feuerwehrleute gerettet werden. Durch Rauch behindert, übersah ein Staplerfahrer auf dem Gelände ein Fahrzeug und spießte dieses mit den Ladegabeln regelrecht auf. Der darin befindliche Fahrer, in diesem Fall eine Puppe, wurde in Zusammenarbeit mit dem roten Kreuz dann ebenfalls aus seinem Fahrzeug befreit.

Routine in der Hilfeleistung

Das die Männer sich immer wieder auf solche Situationen vorbereiten in ihren Übungsabenden, das konnte man heute wieder feststellen. Selbst Kreisbrandrat Alexander Möbus fand keine Kritikpunkte, die er hätte bemängeln müssen. So wurde in kürzester Zeit eine Wasserversorgung für die Drehleiter und den Innenangriff bereitgestellt und in Betrieb genommen, der Löschangriff auf die brennenden LKW gestartet und zeitgleich die Halle mit Wasserwerfern und mehreren Schläuchen in Angriff genommen. Warum man soviel Wasser förderte, erfuhren die Wehrmänner ebenfalls am Schluss. So wurde mit einer Zeitweilligen Spitzenmenge von über 3000 Litern Wasser pro Minute das Ringleitungssystem und der Brunnen der Firma Kleiner getestet. Diese Prüfung bestand das System mit Bravour und erfüllte somit locker die Anforderungen in der Brandbekämpfung im Industriebereich.

Unfall, kein Problem

Selbst der angenommene Unfall stellte die Männer vor keine großen Herausforderungen. Professionell und ohne Hektik wurde der Unfall abgearbeitet. Durch die Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz wurde zuerst die Lage sondiert und dann in gemeinsamer Aktion der verunfallte Fahrer rasch aus seinem Fahrzeug befreit. Besonders gelobt wurde durch den hier anwesenden Beobachter, Kreisbrandinspektor Wolfgang Heimpel, dass man sich auch um den Fahrer des Gabelstaplers gekümmert hat. Ursprünglich war vorgesehen, dass dieser verwirrt an der Unfallstelle umherlaufen sollte. Das wurde aber quasi durch die Betreuung unterbunden. Somit wurde nicht nur der Fahrer, sondern auch der Gabelstaplerfahrer durch den Rettungsdienst abtransportiert.

Kritik am geschehen

Bei der anschließenden Manöverkritik durch die anwesenden Beobachter konnte keine größere Kritik genannt werden. Lediglich bemängelt wurde die ungünstige Lage der Verletzten Sammelstelle und der des Einsatzleitfahrzeuges. Die Sammelstelle befand sich in einer ungünstigen Position und hätte im Ernstfall eine Verlegung, durch drehenden Wind und den damit verbundenen Rauch unnötig erschwert. Ebenfalls bemängelt wurde die Position des Leitstandes, auch wenn es für die dort arbeitenden Männer diesmal ganz praktisch war durch die Hitze. Dieser befand sich im dauerberegneten Zustand. Der Wind wehte andauernd eine feinen Sprühnebel zu den Männern rüber, was die Arbeit etwas erschwerte. Dies wurde aber alles als Hinweis für die Zukunft genannt und man solle das im Einsatzgeschehen bedenken.

Ein kleines Dankeschön von Kleiner

Geschäftsführer Olaf Mages dankte nochmals in einer kleinen Rede allen Beteiligten Wehrmännern, der Jugendfeuerwehr und dem Roten Kreuz für Ihren Einsatz an diesem Abend. Er und sein Kollege Dr. Bernd-Michael Brunck verfolgten selbst das Spektakel auf dem Gelände. Als kleines Dankeschön überreichte er an Kommandant Stephan Jäckle eine kleine Spende für die Feuerwehr. So verabschiedete auch Bürgermeister Dr. Stephan Winter die Kammeraden in ihre Sommerpause und wünschte ihnen nach diesem erfolgreichen Abend eine schöne und ruhige Auszeit

Fotos: © Krivacek

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