Riskante Fahrt durch halb Europa endet in Elchingen auf Parkplatz

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Am 29.08.2019 gegen 04:15 Uhr hörten zwei Busfahrer eines bosnischen Busunternehmens bei einem kurzen Zwischenstopp auf der BAB 8 auf dem Parkplatz Oberelchingen Hilfeschreie – nach einer Überprüfung krochen zwei 23 und 30 Jahre alte Männer unter dem Bus hervor.

Der Reisebus wurde von den beiden 52- und 59-jährigen Busfahrern abwechselnd von Tuzla in Bosnien durch Kroatien, Slowenien, Österreich und schließlich Deutschland gelenkt. Bei einem kurzen Halt an der BAB 8 auf dem Parkplatz Oberelchingen hörten die beiden Fahrer im Freien Hilferufe aus dem Bereich der hinteren Achsen des Busses und begaben sich mit Hilfe einer Taschenlampe auf Ursachensuche.
Es kletterten schließlich zwei Männer algerischer Staatsangehörigkeit aus einem bauartbedingt vorhandenen Hohlraum oberhalb der beiden Hinterachsen hervor. Dort hatten sie auch ein Brett aus Unterlage, je einen Schlafsack und etwas Reiseproviant untergebracht.

Zu diesem Zeitpunkt war der Bus mit nur kurzen Pausen bereits 16,5 Stunden von Bosnien aus unterwegs. Die beiden illegalen Passagiere konnten an die hinzugerufenen Beamten der Autobahnpolizeistation Günzburg übergeben werden.
Da der Verdacht bestand, dass die beiden Busfahrer an der Schleusung der algerischen Männer beteiligt waren, wurden diese zunächst vorläufig festgenommen. Dieser Verdacht bestätigte sich nach einer genauen Inspektion des Busses und des nur von außen zugänglichen Hohlraums sowie nach einer Befragung der Fahrer jedoch nicht, sodass sie wieder entlassen wurden. Die anderen Fahrgäste des Busses konnte ihre Reise bereits vorher mit einem bereitgestellten Ersatzbus fortsetzen.

Bei der Befragung der beiden Algerier ergab sich, dass sie tatsächlich zu Beginn der Reise in Tuzla in den Bus geklettert waren. Aufgrund der Hitze und der Abgase wollten sie nun nach 16,5 Stunden den Bus verlassen und riefen um Hilfe, damit sie nicht vor Weiterfahrt des Busses von den Zwillingsreifen überrollt würden.
Sie stiegen zwar rußgeschwärzt und geschwächt aus ihrem Versteck, konnten aber nach einer kurzen ambulanten Behandlung durch den hinzugerufenen Rettungsdienst vor Ort unverletzt entlassen werden. Sie wurden aufgrund eines gestellten Asylantrages einer Erstaufnahmeeinrichtung zugeführt.
Als Ziel für die weite und riskante Reise, die sie angetreten hatten, gaben beide Belgien an. Die Ehefrau eines der Männer lebe dort, sie wollten nun ebenfalls nach Belgien, um dort Asyl zu beantragen.
Die beteiligten Polizeibeamten sprachen von großem Glück, dass die beiden Männer ihre Reise bis dato unbeschadet überstanden hatten.

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