Senioren im Fokus | Falsche Polizeibeamte erneut mehrfach am Telefon aufgetreten

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POLIZEIPRÄSIDIUM SCHWABEN SÜD/WEST. Am gestrigen Dienstag wurden insgesamt 38 Fälle von sog. Falschen Polizeibeamten im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektionen Günzburg, Burgau, Illertissen, Weißenhorn, Neu-Ulm, Memmingen und Kempten bei der angezeigt. Senioren stehen dabei nach wie vor im Fokus der Betrüger.

Bereits am 06.10.2019 und 07.10.2019 kam es zu einzelne Anrufe von sog. Falschen Polizeibeamten in Lindau, Kammeltal, Memmingen und Neu-Ulm. Die Vorgehensweise ähnelt sich dabei regelmäßig. Ein falscher Polizeibeamter meldet sich am Telefon und täuscht vor, dass eine Einbrecherbande im Umkreis zur Wohnanschrift des Angerufenen festgenommen wurde. Dabei wären bei der Einbrecherbande Aufzeichnungen aufgefunden worden, die einen bevorstehenden Einbruch beim Angerufenen befürchten lassen. Der falsche Polizeibeamte versucht daraufhin, die angerufenen Senioren nach ihrem Vermögen auszufragen, welches angeblich in Gefahr sei. Die falschen Polizeibeamten drängen dabei die Senioren dazu ihr Vermögen, wie Geld, Schmuck oder Münzen an die falschen Polizeibeamten zu übergeben, um dieses „sicher“ zu verwahren, bis die vorgespielte Gefahr durch Einbrecherbanden beseitigt sei.

Die Betrüger missbrauchen dabei das Vertrauen der Angerufenen in die Polizei und schaffen es dabei auch noch durch eine technische Manipulation im Display der Angerufenen, die Nummer 110 oder der örtlichen Polizei anzeigen zu lassen. So untermauern sie ihre falsche Eigenschaft des Polizeibeamten und erhöhen die Glaubwürdigkeit immens. Dadurch gelingt es den Betrügern zum Teil viele tausend Euro, Schmuck, Münzen oder Goldbarren von den eingeschüchterten Senioren zu ergaunern. Zum Teil wird auch vorgespielt, dass die Wertgegenstände selbst auf der Bank nicht sicher seien und werden sodann von den Angerufenen abgeholt, um diese an die Betrüger weiter zu reichen. Die Betrüger verhalten sich äußerst professionell und sind sehr sprachgewandt.

Daher rät die Polizei:

  • Geben Sie am Telefon niemandem Auskunft über private und vermögende Verhältnisse
  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten
  • Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen. Legen Sie einfach auf und trennen dadurch die Verbindung
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Vermögensgegenstände an unbekannte Personen
  • Melden Sie den Anruf sofort der Polizei. Ganz wichtig: Wählen Sie hierzu die Nummer Ihrer örtlichen Dienststelle. Die Verbindung muss dabei zuvor aber zum Betrüger getrennt sein. Idealerweise nutzen Sie dazu einen anderen Apparat, vielleicht den Ihres Nachbarn oder ein Mobiltelefon. Haben Sie keine Angst anzurufen! Lieber einmal zu oft die Polizei informiert, als betrogen zu werden.
  • Informieren Sie Angehörige oder Nachbarn von dem Anruf und der Betrugsmasche

Glücklicherweise erkannten die Angerufenen in diesen Tagen alle die Betrugsmasche und beendeten das Telefonat. Es kam in keinem Fall zu einer Übergabe von Vermögen.

Seit Jahresbeginn kam es im gesamten Polizeipräsidium Schwaben Süd/West zu 876 angezeigten Fällen von Falschen Polizeibeamten bei denen es zu einem Vermögenschaden von knapp 190.000 Euro kam. Im Jahr 2018 wurden insgesamt 1.339 Fälle registriert, wobei ein Vermögensschaden in Höhe von 471.000 Euro entstand.

 

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