Tierheim Beckstetten: Abgeordneter und Presse ausgesperrt

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Vorstand Mitscherling entscheidet willkürlich über Anträge

Buchloe (pm-ext/son).  In einer beispiellosen Aktion wurde am Freitag Abend bei einer Mitgliederversammlung des Tierschutzvereins Kaufbeuren und Umgebung die Öffentlichkeit – darunter auch der Abgeordnete Bernhard Pohl sowie Mitglieder – ausgesperrt.

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Auch MdL Pohl wird Zutritt verwehrt

Eingeladen war zu einer „Vorbesprechung zur Mitgliederversammlung“, in der Einladung wurde darauf hingewiesen, dass nur Mitglieder Zutritt haben. In Paragraph 7 der Vereinssatzung heißt es allerdings, dass Mitgliederversammlungen öffentlich sind. Aus diesem Grund waren nicht nur drei Pressevertreter vor Ort anwesend, sondern auch Bernhard Pohl, der sich ein Bild von der Arbeit des Vereins machen wollte. Ebenfalls teilnehmen wollten zahlreiche zukünftige Mitglieder, deren Anträge teilweise seit September vergangenen Jahres nicht bearbeitet wurden. Auch Mariska Schöb, Schriftführerin des Vereins wurde der Zutritt verwehrt. Auf Nachfrage der Pressevertreter erklärte Manuela Mitscherling, Ehefrau des ersten Vorstandes, ihr Mann habe beschlossen, die Versammlung nicht-öffentlich zu machen. „Sie kommen her nicht rein, also lassen sie es (ihre Proteste, Anm. der Redaktion) stecken“, so ihr Kommentar.

Vorstand bringt Anwalt mit

Ihr Mann Stefan hatte seinen Anwalt zur Versammlung mitgebracht und war zu keiner Stellungnahme bereit. Pohl fand das Ganze „bemerkenswert“. Zwar könne dem Vorstand formal kein Vorwurf gemacht werden, da dieser das Hausrecht habe, „ich mache mir aber schon Gedanken, dass ich als Mitglied einer Kommune, die einen nicht unerheblichen Beitrag zahlt, nicht rein darf. Auch als Landtagsabgeordneter hätte ich mich für die Arbeit des Vereins, der sich ja auch aus Steuergeldern finanziert, interessiert.“

Emotionen vor der Tür kochen hoch

Während hinter verschlossenen Türen die zugelassenen Mitglieder tagten, kochten vor der Tür die Emotionen hoch. Es war von Mobbing gegenüber Angestellten des Tierheims beziehungsweise Ehrenamtlichen ebenso die Rede wie von schlechtem Führungsstil und Fehlern bei der Tieraufnahme und Tiervermittlung des Tierheims in Beckstetten und der Frage, warum Mitgliedsanträge nicht bearbeitet wurden. Schöb, die sich immer noch als Schriftführerin sieht, wurde von Stefan Mitscherling ihres Amtes enthoben und erhielt im Tierheim Hausverbot. Zumindest die Amtsenthebung hätte ihrer Meinung nach durch den Gesamtvorstand beschlossen werden müssen; auch diese Frage hätte sie gerne geklärt. Pohl betonte, dass es sich bei all diesen Fragen um Vereinsinterna handle und aktuell keine Möglichkeit bestünde, eine Klärung dieser Fragen zu erzwingen. Einigkeit bestand „vor der Tür“, dass der Schaden für den Verein immens sei und die Leidtragenden dabei die Tiere seien.

Vorstand tritt zurück

Wie aus internen Kreisen zu erfahren war, ging es während der fast vierstüdigen Versammlung hoch her. Auf die Frage, warum manche Mitglieder nicht aufgenommen wurden, sagte Mitscherling, er entscheide dies nach eigenem Ermessen. Wer seiner Meinung nach nicht dem Tierwohl entspreche, nehme er nicht auf. Nachdem Mitscherling viele der Antragsteller gar nicht persönlich kannte, stellt sich die Frage, warum diese tatsächlich nicht aufgenommen wurden. Möglicherweise hatte er Bedenken, dass seine Autorität durch einige Neuaufnahmen untergraben werden könnte. Der Druck auf ihn wurde im Laufe des Abends wohl doch zu groß, da er angeblich bei der Mitgliederversammlung im Juni zurück treten wird.

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