Türkheim: 450 Tonnen gehen auf die Reise

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Am vergangenen Dienstagabend war es soweit, ein Transformator wurde aus dem Umspannwerk Irsingen zum Türkheimer Bahnhof transportiert.

Schon die Aufmaße des Fahrzeugs waren beeindruckend. Über 60 m Länge wies der gesamte Verband, der aus zwei LKW und dem dazugehörigen Spezialtransport Anhänger auf. In einer sogenannten Kesselbrücke wurde der Transformator, der selbst 270 Tonnen auf die Wage brachte, zum Transport eingehängt. Mit allem benötigten Gerätschaften brachte das Fahrzeug dann 450 Tonnen auf die Waage. Schon Monate im Voraus planten die Transportspezialisten der Firma Daher den Transport auf der Strecke. So gab es einige Besonderheiten, die es bei dem Transport zu beachten gab. Nicht nur die Ortsdurchfahrt in Irsingen galt es zu meistern, auch der Weg über die Autobahn war eine Herausforderung für die Planer. Da die Brücke über die Autobahn die Last nicht tragen konnte, musste eine Alternative gesucht werden.

Diese bestand dann aus einer Überquerung der Autobahn, doch dafür musste diese für 30 Minuten gesperrt werden und auf einem Stück die Mittelleitplanke entfernt werden. Schon allein diese Querung zog eine riesige Aktion mit sich, von Genehmigungen bis hin zur Beauftragung der Firmen zur Sperrung der Straße und dem Ausbau der Leitplanken. Auch musste danach wieder alles in den Ursprünglichen Zustand versetzt werden, um die Sicherheit wieder zu Gewährleisten. Doch pünktlich zum geplanten Start stand alles fest und die notwendigen Papiere lagen dann vor. Somit konnte sich dann der Verband pünktlich um 22.00 Uhr in Bewegung setzen. Begleitet von drei Begleitfahrzeugen und drei Streifenwagen der Bad Wörishofer Polizei leuchtete der Zug-Schubverband schon von weitem.

Die erste Strecke ging zuerst über ein Stück Feldweg Richtung Irsingen, aber schon die ersten Kurven waren eine Herausforderung, diese wurde aber durch die Fahrer gemeistert. Eine große Hilfe dabei waren die Lenkbaren Achsen des Fahrzeugs, die von zwei zusätzlichen Mitarbeiten per Fernbedienung gesteuert wurden. Das erste größere Hindernis wartete jedoch in Irsingen selbst. Dort eingefahren mussten die Zugmaschinen, jede 600 PS stark und 35 Tonnen schwer, abgehängt und umgedreht wieder angehängt werden. Dadurch tauschten die Fahrzeuge ihre Funktion, aus dem ziehenden wurde der schiebende. Aber in wenigen Minuten war auch dieses Hindernis gemeistert und weiter ging es Richtung Autobahn. Dank der guten Planung wurde auch diese in der vorgegebenen Zeit überquert aber auch hier wartete schon die nächste Engstelle.

Arbeiter bauten am Kreisverkehr der Türkheimer Ausfahrt Schilder ab, die dem Transport im Weg standen. Dieser fuhr dann zuerst Richtung Mc Donalds in die Einfahrt ein. Dort wiederholte sich nochmals die Aktion mit dem Fahrzeugwechsel. Und wenige Minuten später ging es zum letzten Stück Richtung Bahnhof. Dort gab es aber nochmals ein Hindernis, das die Mannschaft vor ein Problem stellte. Die Unterführung war nur etwas höher als das Fahrzeug selbst. Doch durch ein Absenken des Trafos konnte man dann genügen Luft nach oben verschaffen, um auch dieses Hindernis problemlos meistern zu können. Somit konnte im vorgegebenen Zeitraum der Transport sein Ziel erreichen und für seine weitere Reise vorbereitet werden.

Die LEW, der Vorbesitzer des Trafos benötigte diesen nicht mehr am Standort Irsingen, da dort seit einiger Zeit umbauarbeiten laufen, um das Netz Fit für die Zukunft zu machen. Eine Verschrottung kam für den 13 Jahre alten Trafo eigentlich nicht in Frage. Ein österreichischer Versorger kaufte diesen dann, um Ihn in sein Verteilnetz einzufügen. So wurde dann ein erneuter Transport geplant. Den Weitertransport in das Alpenland übernehmen dann die Spezialisten der Firma Felbermayr BauTrans, die in Türkheim den Trafo auf einen Speziellen Bahnwagon umladen und am kommenden Samstag auf die Reise schicken. Eine lustige Anekdote war an diesem Abend auch, das ein Teil der Fahrer und Begleiter bereits 2006 an der Lieferung des Trafos nach Irsingen beteiligt waren. Jedoch ein Besonderes hatte das ganze, so waren alle Mitarbeite deutlich älter, doch ein Fahrer fiel aus dem Rahmen, dieser war mit 29 Jahren einer der jüngsten im Team und dennoch einer mit der meisten Verantwortung. Er fuhr eine der Zugmaschinen des Transportverbands.

Fotos: © Jarchow / Krivacek

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