Unterallgäu: Die Polizei fotografiert zurück

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ArchivbildEin alltägliches Bild mittlerweile auf den Straßen, ein Unfall passiert und die Handys werden gezückt um Fotos und Filmaufnahmen zu machen.

Doch damit soll in Zukunft Schluss sein, denn der Polizei ist das schon lange ein Dorn im Auge. Handygaffer die ungeniert Fotos und Filmaufnahmen machen und diese dann später ins Netz stellen. In Zukunft werden die Beamten selbst tätig bei solchen Fällen und Fotografieren die Fahrzeuge oder notieren sich die Nummern der Gaffer. Diese müssen dann mit erheblichen Strafen rechnen. Ein Kavaliersdelikt ist das ganz und gar nicht.

Nicht nur, das die Handybenutzung während der Fahrt absolut verboten ist, auch zum Filmen oder Fotografieren, werden andere Gesetze damit verletzt. Zu den 60 € Geldbuße samt einem Punkt in Flensburg für die Handynutzung am Steuer werden die Persönlichkeitsrechte der Unfallopfer verletzt. Unter Umständen machen sie sich sogar selbst wegen Nötigung oder unterlassener Hilfeleistung strafbar und könnten dafür sogar ins Gefängnis kommen.

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Nicht zuletzt gefährden sie beim Fotografieren sich selbst und andere, denn häufig ist die Neugier und Sensationslust so groß, dass sämtliche Sicherheitsmaßnahmen vergessen werden und die Rettungskräfte dadurch in Gefahr gebracht werden könnten. Was die Gaffer erwarten könnte, wäre ein ganzes Sammelsurium an Strafen:

Nötigung im Straßenverkehr:
Nötigung im Straßenverkehr nach § 240 StGB
Das Strafmaß bei Nötigung im Straßenverkehr ist in der Regel eine Geld- oder Freiheitstrafe von bis zu 3 Jahren, in besonders schweren Fällen bis zu 5 Jahren. Hinzu kommen 5 Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von bis zu 3 Monaten. Im Falle einer Verurteilung verliert man auch den Versicherungsschutz der Rechtschutzversicherung und muss Anwalts- und Gerichtskosten selbst tragen.

Unterlassene Hilfeleistung:
Unterlassene Hilfeleistung nach § 323c StGB
Wer bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not nicht Hilfe leistet, obwohl dies erforderlich und ihm den Umständen nach zuzumuten, insbesondere ohne erhebliche eigene Gefahr und ohne Verletzung anderer wichtiger Pflichten möglich ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

Verletzung der Persönlichkeitsrechte:
Verletzung der Persönlichkeitsrechte nach § 201a StGB
Eine Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch eine Bildaufnahme, die eine Hilflosigkeit einer anderen Person zur Schau stellt, unbefugt herstellt oder überträgt und dadurch den höchstpersönlichen Lebensbereich der abgebildeten Person verletzt, kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft werden.

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Gerade letzteres ist besonders schlimm anzusehen. Man selbst wünscht sich nie in der Situation zu sein, aber ist man dann so erfreut, wenn man selbst zum Star der Gaffer wird? Man sollte sich selbst mal vor Augen führen, was wäre wenn man selbst in der Situation ist. Was die wenigsten auch begreifen, wenn man auf der Autobahn Gaffend vorbeifährt, gefährdet man sich selbst und alle anderen. Die Aufmerksamkeit auf den Verkehr sinkt und man ist selbst ein potenzieller Kandidat für Unfälle. Und dann der Versicherung erklären zu müssen, das man als Gaffer einen Unfall verursacht hat, dürfte etwas schwierig sein und man dürfte selbst auf dem Schaden sitzen bleiben.

Anmerkung der Redaktion:
Wir Berichten immer wieder selbst von Unfallstellen und sind immer wieder selbst in Gefahr, von solchen Gaffern über den Haufen gefahren zu werden. Trotz unserer auffälligen Kleidung und entsprechender Verhaltensweise, sind wir selbst in Gefahr.

Im Gegensatz zu den Gaffern wissen wir aber, was wir dürfen und was nicht. Wir warten ab, bis die Rettungsmaßnahmen abgeschlossen sind denn nicht das Retten ist wichtig, sondern das drum herum. Die Retter haben oft einen schweren Job und da brauchen Sie uns bestimmt nicht im Nacken. Bitte seid selbst so vernünftig und fahrt an der Unfallstelle zügig vorbei, in den Medien könnt ihr schneller was erfahren als ihr denkt.

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