Ein ungewöhnliches Naturschauspiel ereignet sich derzeit in Florida: Leguane, die normalerweise in den Baumkronen des Sunshine State anzutreffen sind, stürzen reihenweise zu Boden. Die Ursache ist eine Kältewelle, die den wechselwarmen Echsen schwer zu schaffen macht und zu einem bizarren, aber vorhersehbaren Phänomen führt.

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- Kältestarre bei wechselwarmen Echsen: Ein Überlebenskampf
- Der Grüne Leguan: Eine invasive Art mit Folgen
- Bekämpfung der Leguan-Plage: Eine umstrittene Strategie
- Auswirkungen der Kälte auf andere wechselwarme Tiere
- Die Zukunft der Leguane in Florida: Ein Balanceakt
- Weiterführende Informationen
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Ungewöhnliche Kälte lässt Leguane in Florida von Bäumen fallen.
- Wechselwarme Echsen erstarren bei Temperaturen unter 10 Grad Celsius.
- Behörden nutzten die Situation, um die Population der invasiven Art zu reduzieren.
- Grüne Leguane gelten als Schädlinge für das Ökosystem und die Infrastruktur.
Kältestarre bei wechselwarmen Echsen: Ein Überlebenskampf
Leguane sind wechselwarme Echsen, was bedeutet, dass ihre Körpertemperatur von der Umgebungstemperatur abhängt. Im Gegensatz zu Säugetieren und Vögeln, die ihre Körpertemperatur selbst regulieren können, sind wechselwarme Tiere auf externe Wärmequellen angewiesen, um ihre Stoffwechselprozesse aufrechtzuerhalten. Wenn die Temperaturen sinken, verlangsamen sich diese Prozesse, was zu einer Art Kältestarre führen kann. Bei Temperaturen unter etwa 10 Grad Celsius fallen die Leguane in einen Zustand, der dem Winterschlaf ähnelt, obwohl es sich nicht um eine echte Hibernation handelt. Ihre Muskeln versteifen sich, und sie verlieren den Halt, was dazu führt, dass sie von den Bäumen fallen.
Obwohl dieser Zustand beängstigend aussehen mag, ist er in der Regel nicht tödlich. Sobald die Temperaturen wieder steigen, erwachen die Leguane aus ihrer Kältestarre und setzen ihr Leben fort. Allerdings birgt der Sturz selbst Risiken, und die Echsen sind in diesem Zustand auch anfälliger für Raubtiere. (Lesen Sie auch: Bundespolizeidirektion München: Polizeieinsatz im Regionalzug – 29-Jährige…)
Der Grüne Leguan: Eine invasive Art mit Folgen
Der Grüne Leguan (Iguana iguana) ist in Florida keine heimische Art. Er wurde vermutlich in den 1960er Jahren durch den Tierhandel eingeschleppt und hat sich seitdem rasant vermehrt. Die Population wird mittlerweile auf über eine Million Tiere geschätzt. Als invasive Art stellt der Grüne Leguan eine Bedrohung für das lokale Ökosystem dar. Er konkurriert mit einheimischen Arten um Ressourcen, frisst einheimische Pflanzen und kann sogar Schäden an der Infrastruktur verursachen.
Die Leguane graben Löcher in den Boden, die Fundamente von Häusern und Gehwege untergraben können. Sie fressen auch Zierpflanzen und landwirtschaftliche Kulturen, was zu wirtschaftlichen Schäden führt. Darüber hinaus können sie Krankheiten übertragen und stellen somit auch ein potenzielles Gesundheitsrisiko dar.
Der Grüne Leguan ist nicht die einzige invasive Echsenart in Florida. Auch andere Arten wie der Braune Anolis und der Tegu-Leguan stellen eine Bedrohung für das Ökosystem dar. (Lesen Sie auch: Umwelt und Rohstoffe: BMW kooperiert mit Lidl-Schwester…)
Bekämpfung der Leguan-Plage: Eine umstrittene Strategie
Angesichts der Schäden, die der Grüne Leguan verursacht, haben die Behörden in Florida verschiedene Maßnahmen zur Bekämpfung der Population ergriffen. Dazu gehören die Jagd, die Fallenstellung und die Entfernung von Nestern. Die Kältewelle bietet nun eine zusätzliche Gelegenheit, die Anzahl der wechselwarmen Echsen zu reduzieren. Die Florida Fish and Wildlife Conservation Commission (FWC) rief die Bevölkerung dazu auf, die erstarrten Leguane einzusammeln und an bestimmten Standorten abzugeben. Dort wurden sie dann von Fachleuten „auf humane Weise“ getötet oder an lizenzierte Tierhändler außerhalb des Bundesstaates weitergegeben. Innerhalb von zwei Tagen wurden so über 5.000 Leguane eingesammelt.
Diese Strategie ist jedoch umstritten. Tierschutzorganisationen kritisieren die Tötung der Leguane und fordern stattdessen humanere Methoden der Populationskontrolle. Sie argumentieren, dass die Leguane nicht für ihre Existenz in Florida verantwortlich sind und dass die Bekämpfung der Population nur ein Symptom, nicht aber die Ursache des Problems behebt. Ihrer Meinung nach sollte der Fokus stattdessen auf der Prävention weiterer Einschleppungen invasiver Arten liegen.
Auswirkungen der Kälte auf andere wechselwarme Tiere
Nicht nur Leguane sind von den kalten Temperaturen betroffen. Auch andere wechselwarme Tiere wie Schlangen, Schildkröten und Krokodile können unter der Kälte leiden. Einige Arten graben sich in den Boden ein oder suchen andere geschützte Orte auf, um der Kälte zu entkommen. Andere, wie die Manatis (Seekühe), suchen wärmere Gewässer auf, beispielsweise die Abwärme von Kraftwerken. Die Auswirkungen der Kälte auf die Tierwelt Floridas sind komplex und können langfristige Folgen haben. (Lesen Sie auch: Nach 25 Jahren – Das Münchner Hofbräuhaus…)
| Aspekt | Details | Bewertung |
|---|---|---|
| Auswirkungen auf Leguane | Kältestarre, Sturz von Bäumen, erhöhte Anfälligkeit für Raubtiere | ⭐⭐⭐⭐ |
| Auswirkungen auf Schlangen | Verlangsamung des Stoffwechsels, Suche nach Unterschlupf | ⭐⭐⭐ |
| Auswirkungen auf Schildkröten | Vergraben im Boden, reduzierte Aktivität | ⭐⭐⭐ |
| Auswirkungen auf Krokodile | Verlangsamung des Stoffwechsels, Suche nach wärmeren Gewässern | ⭐⭐ |
| Auswirkungen auf Manatis | Suche nach warmen Gewässern, potenzielle Kälteerkrankungen | ⭐⭐⭐⭐⭐ |
Die Zukunft der Leguane in Florida: Ein Balanceakt
Die Bekämpfung der Leguan-Population in Florida ist ein komplexes und fortlaufendes Problem. Die Behörden stehen vor der Herausforderung, die Schäden durch die invasive Art zu minimieren, ohne dabei unnötiges Leid zu verursachen. Es ist unwahrscheinlich, dass die Leguane jemals vollständig aus Florida verschwinden werden, aber durch eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen kann ihre Population möglicherweise auf ein verträglicheres Niveau reduziert werden. Die Kältewelle mag zwar eine ungewöhnliche Gelegenheit zur Populationskontrolle bieten, aber sie ist keine langfristige Lösung. Es bedarf einer nachhaltigen Strategie, um die Auswirkungen der wechselwarmen Echsen auf das Ökosystem und die Wirtschaft Floridas zu minimieren.

Weiterführende Informationen
Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir folgende vertrauenswürdige Quellen:
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum fallen Leguane von den Bäumen?
Leguane sind wechselwarme Tiere. Bei niedrigen Temperaturen verlangsamt sich ihr Stoffwechsel, was zu einer Kältestarre führt. Dadurch verlieren sie den Halt und fallen von den Bäumen.
Sind die Leguane tot, wenn sie am Boden liegen?
Nein, in der Regel sind die Leguane nur erstarrt. Sobald die Temperaturen wieder steigen, erwachen sie aus ihrer Kältestarre. (Lesen Sie auch: POL-S: Einbrecher unterwegs – Zeugen gesucht)
Sind Grüne Leguane gefährlich für Menschen?
Grüne Leguane sind im Allgemeinen nicht aggressiv gegenüber Menschen. Sie können jedoch beißen oder kratzen, wenn sie sich bedroht fühlen.
Warum gelten Grüne Leguane als Schädlinge?
Grüne Leguane sind eine invasive Art, die einheimische Pflanzenarten bedrohen, Schäden an der Infrastruktur verursachen und Krankheiten übertragen können.
Was kann man tun, um zu helfen?
Wenn Sie in Florida leben, können Sie dazu beitragen, die Leguan-Population zu kontrollieren, indem Sie Ihren Garten leguansicher machen, Nester entfernen und die Behörden über Sichtungen informieren.
Fazit
Die fallenden Leguane in Florida sind ein eindringliches Beispiel für die Auswirkungen des Klimas auf die Tierwelt und die Herausforderungen, die mit invasiven Arten verbunden sind. Während die Kältewelle eine vorübergehende Erleichterung im Kampf gegen die Leguan-Plage bieten mag, ist eine langfristige und nachhaltige Strategie erforderlich, um das ökologische Gleichgewicht in Florida zu erhalten. Die wechselwarmen Echsen sind ein Teil des Problems, aber die Lösung erfordert ein umfassendes Verständnis der komplexen Zusammenhänge in der Natur und ein verantwortungsvolles Handeln des Menschen.
