Der rasante Wandel von Meereis und Ökosystemen im antarktischen Weddellmeer stellt eine der größten Herausforderungen für die Klimaforschung dar. Um die Ursachen und Auswirkungen dieses Wandels besser zu verstehen, startet das Forschungsschiff Polarstern eine neue Expedition in die Antarktis. Ziel ist es, umfassende Daten zu sammeln und die komplexen Wechselwirkungen zwischen Meereis, Ozean und Atmosphäre zu analysieren.

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Analyse-Ergebnis
- Der Rückgang des Meereises im Weddellmeer hat weitreichende Folgen für das globale Klima.
- Die Expedition „Polarstern Antarktis“ soll die Ursachen des Meereisrückgangs und seine Auswirkungen auf das Ökosystem untersuchen.
- Internationale Zusammenarbeit ist entscheidend, um die komplexen Prozesse in der Antarktis zu verstehen.
- Die gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Klimamodelle zu verbessern und fundierte Entscheidungen für den Klimaschutz zu treffen.
Warum ist das Weddellmeer für das globale Klima so wichtig?
Das Weddellmeer, gelegen zwischen der Antarktischen Halbinsel und der Ostantarktis, spielt eine Schlüsselrolle im globalen Klima- und Ozeansystem. Hier bildet sich ein Großteil des antarktischen Bodenwassers, das sich in die Tiefen der Ozeane ausbreitet und die globale Zirkulation beeinflusst. Veränderungen im Weddellmeer können somit weitreichende Auswirkungen auf das Weltklima haben.
Die Expedition „Summer Weddell Sea Outflow Study“ (SWOS)
Die Expedition trägt den Titel „Summer Weddell Sea Outflow Study“ (SWOS) und wird vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven geleitet. Wie Stern berichtet, startet die „Polarstern“ im chilenischen Punta Arenas. Unter der Leitung von Christian Haas vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, wird ein internationales Forschungsteam bis Anfang April den nordwestlichen Teil des Weddellmeeres untersuchen. Der Fokus liegt auf den Ursachen des starken Rückgangs der sommerlichen Meereisausdehnung in den letzten Jahren und den Auswirkungen auf das Ökosystem.
Die Forscher planen umfassende Beobachtungen, die vom Meeresboden bis in die Atmosphäre reichen. Dabei sollen die Wechselwirkungen zwischen Meereis, Schelfeis und Ozean sowie deren Auswirkungen auf Hydrographie, Nährstoffhaushalt und Kohlenstoffflüsse analysiert werden. Auch die regionale Meereisdickenverteilung, Schneeeigenschaften, Wassermassencharakterisierung und Austauschprozesse zwischen dem flachen Schelf und Tiefseebecken stehen im Fokus der Untersuchungen. (Lesen Sie auch: Sturmtief Marta: Südeuropa im Unwetter-Alarmzustand?)
In den vergangenen Jahren ist die sommerliche Meereisausdehnung im Weddellmeer stark zurückgegangen, vermutlich durch wärmeres Oberflächenwasser. Die genauen Ursachen und Auswirkungen dieses Rückgangs sind jedoch noch nicht vollständig geklärt.
Moderne Messtechnik im Einsatz
Für die Expedition kommen sowohl moderne als auch klassische Messsysteme zum Einsatz. Hubschrauber werden zur Vermessung der Meereisdicke eingesetzt, während verschiedene Schleppnetze und Bodenbeprobungs- und -beobachtungsgeräte die Beschaffenheit des Meeresbodens und die Zusammensetzung der Wassermassen untersuchen sollen. Diese umfassenden Datenerhebungen sind entscheidend, um ein detailliertes Bild der aktuellen Situation im Weddellmeer zu erhalten.
Die Rolle des Weddellmeeres im globalen Klimasystem
Das Weddellmeer ist ein Schlüsselgebiet für das globale Klima- und Ozeansystem, da es eine wichtige Rolle bei der Bildung von Tiefenwasser spielt. Kaltes, salzhaltiges Wasser sinkt hier ab und trägt zur globalen Zirkulation bei. Veränderungen in diesem Prozess können erhebliche Auswirkungen auf das Klima weltweit haben. Die Ozeanographie-Abteilung des AWI forscht seit Jahren an diesen Prozessen.
Die schwierigen Eisbedingungen machen die Erkundung des Weddellmeeres zu einer besonderen Herausforderung. Nur Forschungseisbrecher wie die „Polarstern“ können in diesem Gebiet operieren und die notwendigen Daten sammeln. Die Expedition ist daher von großer Bedeutung, um unser Verständnis des antarktischen Klimasystems zu verbessern. (Lesen Sie auch: Suchbild Husky: Findest Du den Hund in…)
Mögliche Auswirkungen des Meereisrückgangs
Der Rückgang des Meereises im Weddellmeer könnte weitreichende Folgen haben. Zum einen beeinflusst er die Albedo, also die Fähigkeit der Oberfläche, Sonnenlicht zu reflektieren. Weniger Eis bedeutet, dass mehr Sonnenlicht vom Ozean absorbiert wird, was zu einer weiteren Erwärmung führt. Zum anderen hat der Meereisrückgang Auswirkungen auf das Ökosystem, da er den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen verändert. Laut einer Studie der Fachzeitschrift Nature, könnte der Verlust des Meereises zu einer Verschiebung der Artenzusammensetzung im Weddellmeer führen.
Die „Polarstern“-Expedition soll dazu beitragen, diese komplexen Zusammenhänge besser zu verstehen und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Antarktis genauer zu quantifizieren. Die gewonnenen Erkenntnisse sind entscheidend, um Klimamodelle zu verbessern und fundierte Entscheidungen für den Klimaschutz zu treffen. Die Bundesregierung unterstützt solche Forschungsprojekte, um die Auswirkungen des Klimawandels besser zu verstehen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der Polarstern Antarktis Expedition?
Das Hauptziel der Expedition ist es, die Ursachen für den Rückgang des Meereises im Weddellmeer zu erforschen und die Auswirkungen auf das Ökosystem zu untersuchen. Die gewonnenen Daten sollen helfen, Klimamodelle zu verbessern.
Welche Messinstrumente werden bei der Polarstern Antarktis Expedition verwendet?
Es kommen moderne und klassische Messsysteme zum Einsatz, darunter Hubschrauber zur Vermessung der Meereisdicke, Schleppnetze und Geräte zur Bodenbeprobung und -beobachtung. Diese erfassen Daten vom Meeresboden bis in die Atmosphäre.
Warum ist das Weddellmeer so wichtig für das globale Klima?
Das Weddellmeer spielt eine Schlüsselrolle bei der Bildung von antarktischem Bodenwasser, das die globale Ozeanzirkulation beeinflusst. Veränderungen im Weddellmeer können daher weitreichende Auswirkungen auf das Weltklima haben.
Wer leitet die Polarstern Antarktis Expedition?
Christian Haas vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, leitet die aktuelle „Polarstern“ Expedition. Er ist Experte für Meereis und seine Auswirkungen auf das Klima. (Lesen Sie auch: Olympia Dorf: So Leben deutsche Athleten bei…)
Welche Folgen hat der Rückgang des Meereises in der Antarktis?
Der Meereisrückgang beeinflusst die Albedo, was zu einer stärkeren Erwärmung des Ozeans führt. Zudem verändert er den Lebensraum vieler Tiere und Pflanzen, was das gesamte Ökosystem beeinträchtigt.
Fazit
Die bevorstehende Expedition der „Polarstern“ in die Antarktis ist von entscheidender Bedeutung, um die komplexen Prozesse im Weddellmeer besser zu verstehen. Die gewonnenen Erkenntnisse werden dazu beitragen, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Antarktis genauer zu quantifizieren und fundierte Entscheidungen für den Klimaschutz zu treffen. Die Forschungsergebnisse der „Polarstern Antarktis“ Expedition werden zeigen, wie sich der Wandel in der Antarktis auf das globale Klima auswirkt und welche Maßnahmen erforderlich sind, um die schlimmsten Folgen abzumildern.
Dieser Artikel basiert auf einer Meldung von: Stern

