Shopping Sucht ist eine Verhaltensstörung, bei der Betroffene einen unkontrollierbaren Drang verspüren, einzukaufen, selbst wenn sie es sich finanziell nicht leisten können oder die gekauften Artikel nicht benötigen. Dieser Zwang kann zu erheblichen finanziellen Problemen, Beziehungsproblemen und psychischem Leid führen.

Das ist passiert
- Zişan ignorierte lange Zeit ihren Kontostand.
- Sie gab monatlich bis zu 2000 Euro für Shopping aus.
- Ihr Konto wies schließlich ein Minus von 12.000 Euro auf.
- Zişan erkannte die Notwendigkeit, ihre Shopping-Sucht zu bekämpfen.
Shopping Sucht: Zişans Weg aus der Schuldenfalle
Zişan führte lange Zeit ein Leben, in dem der Konsum eine zentrale Rolle spielte. Sie ignorierte ihren Kontostand und gab monatlich Summen von bis zu 2000 Euro für Kleidung, Schuhe und Accessoires aus. Dieser unkontrollierte Konsum führte dazu, dass ihr Konto schließlich ein Minus von 12.000 Euro aufwies. Für Zişan war dies ein Schockmoment, der ihr die Augen öffnete und sie dazu zwang, die Notbremse zu ziehen. Wie Stern berichtet, begann damit ihr Weg aus der Shopping-Sucht und der damit verbundenen Schuldenfalle.
Was sind die Ursachen für eine Shopping-Sucht?
Die Ursachen für eine Kaufsucht sind vielfältig. Oftmals liegen psychische Faktoren wie Stress, Einsamkeit, geringes Selbstwertgefühl oder Depressionen zugrunde. Der Kaufrausch wird dann als eine Art Kompensation oder als Versuch gesehen, positive Gefühle zu erzeugen. Auch gesellschaftliche Einflüsse, wie beispielsweise die ständige Verfügbarkeit von Konsumgütern und die Werbung, können eine Rolle spielen.
Ein weiterer Faktor kann die sogenannte „Fear of Missing Out“ (FOMO) sein, also die Angst, etwas zu verpassen, wenn man nicht die neuesten Trends mitmacht oder bestimmte Produkte besitzt. Diese Angst kann besonders in sozialen Medien verstärkt werden, wo Menschen ständig mit idealisierten Bildern und Konsumgütern konfrontiert werden.
Shopping-Sucht wird oft als eine Verhaltenssucht betrachtet, ähnlich wie Spielsucht oder Internetsucht. Sie ist durch einen Kontrollverlust über das eigene Konsumverhalten gekennzeichnet. (Lesen Sie auch: Toxische Beziehung: Wenn Liebe zur Zerstörerischen Sucht…)
Der Teufelskreis des Konsums
Für Zişan begann ein Teufelskreis. Die Freude über die neuen Errungenschaften war nur von kurzer Dauer. Schnell stellte sich ein Gefühl der Leere ein, das sie erneut mit Käufen zu füllen versuchte. Dieser Kreislauf führte nicht nur zu finanziellen Problemen, sondern auch zu einem wachsenden Gefühl der Scham und des Kontrollverlusts.
Die ständige Beschäftigung mit dem Konsum nahm immer mehr Raum in ihrem Leben ein. Sie verbrachte Stunden in Online-Shops, verglich Preise und suchte nach den neuesten Trends. Freunde und Familie bemerkten die Veränderung und äußerten ihre Besorgnis, doch Zişan blockte ab und spielte das Problem herunter.
Die finanziellen Konsequenzen ihrer Shopping-Sucht wurden immer gravierender. Rechnungen blieben unbezahlt, Mahnungen stapelten sich und schließlich drohte die Zahlungsunfähigkeit. Der Schuldenberg von 12.000 Euro war für Zişan ein Weckruf, der sie dazu brachte, ihr Verhalten zu hinterfragen und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Wie Zişan ihre Shopping-Sucht überwand
Der erste Schritt zur Besserung war für Zişan die Erkenntnis, dass sie ein Problem hat. Sie suchte das Gespräch mit einer Schuldnerberatung und informierte sich über Therapieangebote für Kaufsüchtige. Die Schuldnerberatung half ihr, einen Überblick über ihre finanzielle Situation zu bekommen und einen Plan zur Schuldenregulierung zu erstellen. Ein wichtiger Bestandteil dieses Plans war die Erstellung eines Haushaltsplans, der es ihr ermöglichte, ihre Ausgaben zu kontrollieren und zu reduzieren.
Parallel dazu begann Zişan eine Therapie, in der sie sich mit den Ursachen ihrer Shopping-Sucht auseinandersetzte. Sie lernte, ihre Emotionen besser zu verstehen und alternative Strategien zu entwickeln, um mit Stress und negativen Gefühlen umzugehen. Ein wichtiger Teil der Therapie war auch die Auseinandersetzung mit ihrem Selbstwertgefühl und die Entwicklung eines gesunden Selbstbildes. (Lesen Sie auch: Wettervorhersage Polarwirbel: -Split: Droht Deutschland)
Zusätzlich zur Therapie suchte Zişan Unterstützung in einer Selbsthilfegruppe für Kaufsüchtige. Der Austausch mit anderen Betroffenen half ihr, sich nicht allein zu fühlen und von den Erfahrungen anderer zu lernen. Sie fand in der Gruppe ein unterstützendes Netzwerk, das ihr Mut machte und ihr half, ihren Weg aus der Sucht zu gehen.
Stern berichtet, dass Zişan heute schuldenfrei ist und ein ausgeglichenes Leben führt. Sie hat gelernt, ihre Konsumbedürfnisse zu kontrollieren und ihre Emotionen auf gesunde Weise zu regulieren.
Tipps zur Vermeidung und Bewältigung von Kaufsucht
Es gibt verschiedene Strategien, die helfen können, einer Shopping-Sucht vorzubeugen oder sie zu bewältigen. Hier sind einige Tipps:
- Bewusstsein schaffen: Reflektieren Sie Ihr eigenes Konsumverhalten und fragen Sie sich, warum Sie bestimmte Dinge kaufen.
- Haushaltsplan erstellen: Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben und legen Sie ein Budget fest.
- Kreditkarten vermeiden: Bezahlen Sie möglichst bar oder mit EC-Karte, um den Überblick über Ihre Ausgaben zu behalten.
- Einkaufsfallen meiden: Vermeiden Sie unnötige Besuche in Einkaufszentren oder Online-Shops.
- Alternativen suchen: Finden Sie alternative Aktivitäten, die Ihnen Freude bereiten und von dem Konsum ablenken.
- Professionelle Hilfe suchen: Scheuen Sie sich nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie das Gefühl haben, die Kontrolle über Ihr Konsumverhalten zu verlieren. Anlaufstellen sind beispielsweise Schuldnerberatungen oder Therapeuten, die auf Verhaltenssüchte spezialisiert sind. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet Informationen und Anlaufstellen zum Thema Sucht hier.
Kaufsucht ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen kann. Es ist wichtig, frühzeitig Hilfe zu suchen, um die negativen Folgen zu minimieren.
Es ist wichtig zu betonen, dass die Überwindung einer Shopping-Sucht ein langer und schwieriger Prozess sein kann. Es erfordert Mut, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, sich mit den eigenen Problemen auseinanderzusetzen. Mit professioneller Hilfe und der Unterstützung von Familie und Freunden ist es jedoch möglich, den Teufelskreis des Konsums zu durchbrechen und ein erfülltes Leben ohne Shopping-Sucht zu führen. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) bietet auf ihrer Webseite Informationen und Unterstützung für Betroffene und Angehörige an.

Wie geht es weiter?
Zişans Geschichte zeigt, dass es möglich ist, aus der Shopping-Sucht auszubrechen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Es erfordert jedoch Mut, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, sich professionelle Hilfe zu suchen. Die Auseinandersetzung mit den Ursachen der Sucht und die Entwicklung alternativer Strategien zur Emotionsregulation sind entscheidende Schritte auf dem Weg zur Genesung. Betroffene sollten sich nicht scheuen, Hilfe anzunehmen und sich ein unterstützendes Netzwerk aufzubauen. Nur so kann der Teufelskreis des unkontrollierten Konsums durchbrochen und ein finanziell stabiles und psychisch gesundes Leben erreicht werden. Informationen zum Thema Schuldenprävention bietet die Verbraucherzentrale hier.
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Häufig gestellte Fragen
Was genau versteht man unter einer Shopping Sucht?
Eine Shopping-Sucht, auch bekannt als Kaufsucht oder Oniomanie, ist eine Verhaltensstörung, die durch einen unkontrollierbaren Drang zum Kaufen gekennzeichnet ist. Betroffene verspüren ein starkes Verlangen, einzukaufen, selbst wenn sie die Artikel nicht benötigen oder sich die Ausgaben nicht leisten können.
Welche psychologischen Faktoren können eine Shopping Sucht begünstigen?
Psychologische Faktoren wie geringes Selbstwertgefühl, Stress, Einsamkeit, Depressionen oder Angstzustände können eine Shopping-Sucht begünstigen. Der Kaufakt wird dann als eine Art Kompensation oder als Versuch gesehen, positive Gefühle zu erzeugen und negative Emotionen zu unterdrücken.
Wie kann man feststellen, ob man an einer Shopping Sucht leidet?
Anzeichen für eine Shopping-Sucht können sein: Häufiges und impulsives Kaufen, das Gefühl, die Kontrolle über das eigene Konsumverhalten zu verlieren, das Verheimlichen von Käufen vor anderen, finanzielle Probleme aufgrund von unkontrollierten Ausgaben und ein starkes Verlangen nach dem Kaufakt. (Lesen Sie auch: Gewalt im Zug: Zugbegleiter tot: „Der Verlust…)
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einer Shopping Sucht?
Die Behandlung einer Shopping-Sucht umfasst in der Regel eine Kombination aus Therapie, Schuldnerberatung und Selbsthilfegruppen. In der Therapie werden die Ursachen der Sucht bearbeitet und alternative Strategien zur Emotionsregulation erlernt. Die Schuldnerberatung hilft, die finanzielle Situation zu stabilisieren.
Was können Angehörige tun, um eine Person mit Shopping Sucht zu unterstützen?
Angehörige können Betroffene unterstützen, indem sie ihnen zuhören, Verständnis zeigen und sie ermutigen, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Es ist wichtig, keine Vorwürfe zu machen oder zu moralisieren, sondern stattdessen eine unterstützende und akzeptierende Haltung einzunehmen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Auseinandersetzung mit der eigenen Shopping Sucht ein wichtiger Schritt ist, um ein selbstbestimmtes und finanziell gesundes Leben zu führen. Durch professionelle Hilfe und die Entwicklung gesunder Bewältigungsstrategien kann der Kreislauf des unkontrollierten Konsums durchbrochen werden.
