Die erschreckende Wahrheit hinter der Kriminalstatistik: Die tatsächliche Anzahl sexueller Übergriffe ist um ein Vielfaches höher als die der angezeigten Fälle. Die Anzeigequote bei Sexualdelikten ist alarmierend niedrig, wie eine aktuelle Dunkelfeldstudie zeigt. Viele Betroffene schweigen aus Angst, Scham oder aus Sorge um die Beziehung zum Täter. Anzeigequote Sexualdelikte steht dabei im Mittelpunkt.

| Steckbrief: Dunkelfeldstudie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“ | |
|---|---|
| Vollständiger Name | Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag |
| Erscheinungsdatum | 2025 (Veröffentlichung der Ergebnisse) |
| Auftraggeber | Bundesregierung |
| Zielgruppe | Menschen zwischen 16 und 85 Jahren in Deutschland |
| Methode | Repräsentative Dunkelfeldstudie |
| Befragungszeitraum | Juli 2023 – Januar 2025 |
| Anzahl der Befragten | 15.479 |
| Themen | Gewalt in Familien und Partnerschaften, sexuelle Übergriffe |
| Hauptziel | Aufdeckung des tatsächlichen Ausmaßes von Kriminalität |
| Erkenntnisse | Niedrige Anzeigequote bei Sexualdelikten, hohe Dunkelziffer |
Warum werden sexuelle Übergriffe so selten angezeigt?
Die Gründe für die niedrige Anzeigequote bei Sexualdelikten sind vielfältig. Viele Opfer schämen sich oder haben Angst vor Stigmatisierung. Einige fürchten, den Partner oder die Familie zu verlieren, wenn sie den Täter anzeigen. Wieder andere haben kein Vertrauen in die Justiz oder befürchten, nicht ernst genommen zu werden. Die Dunkelfeldstudie zeigt, dass es ein komplexes Zusammenspiel aus persönlichen, sozialen und institutionellen Faktoren ist, das Betroffene davon abhält, Anzeige zu erstatten.
📌 Hintergrund
- Dunkelfeldstudien erfassen Kriminalität, die nicht in der polizeilichen Statistik auftaucht.
- Sie helfen, das tatsächliche Ausmaß von Straftaten zu erkennen.
- Die Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“ ist eine der größten ihrer Art in Deutschland.
- Sie liefert wichtige Erkenntnisse für die Kriminalprävention und Opferhilfe.
Die erschreckenden Ergebnisse der Dunkelfeldstudie
Die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag“ fördert alarmierende Zahlen zutage. Während die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) nur die angezeigten Fälle von sexuellen Übergriffen erfasst, zeigt die Dunkelfeldstudie das tatsächliche Ausmaß des Problems. Laut der Studie sind Frauen deutlich häufiger Opfer sexueller Übergriffe als Männer. Während 1,5 Prozent der Frauen in den letzten fünf Jahren Opfer einer Vergewaltigung wurden, liegt der Anteil bei Männern bei 0,2 Prozent.
Noch erschreckender ist die Erkenntnis, dass nur ein Bruchteil der sexuellen Übergriffe zur Anzeige gebracht wird. Bei weiblichen Opfern liegt die Anzeigequote bei lediglich drei Prozent. Männliche Opfer zeigen entsprechende Übergriffe laut Studie in 14,5 Prozent der Fälle an. Allerdings weisen die Forscherinnen und Forscher darauf hin, dass die Anzeigequote der Männer aufgrund der niedrigen Fallzahl mit Messungenauigkeit verbunden sein könnte.
Wie Stern berichtet, wurden für die repräsentative Dunkelfeldstudie zwischen Juli 2023 und Januar 2025 bundesweit insgesamt 15.479 Menschen im Alter zwischen 16 und 85 Jahren befragt. (Lesen Sie auch: Kriminalität: Studie: Sexuelle Übergriffe werden kaum angezeigt)
Männliche und weibliche Opfer: Unterschiede und Gemeinsamkeiten
Die Studie zeigt auch, dass sich die Täterprofile bei sexuellen Übergriffen auf Frauen und Männer unterscheiden. Während bei gegen Frauen gerichteten sexuellen Übergriffen die Täter zu 98,2 Prozent männlich sind, ist bei 33,7 Prozent der gegen Männer gerichteten sexuellen Übergriffe auch der Täter ein Mann. Dies deutet darauf hin, dass sexuelle Gewalt gegen Männer häufiger im sozialen Nahraum oder in spezifischen Kontexten wie beispielsweise im Sport oder in Institutionen stattfindet.
Unabhängig vom Geschlecht des Opfers haben sexuelle Übergriffe gravierende psychische und physische Folgen. Viele Betroffene leiden unter Angstzuständen, Depressionen, Schlafstörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen. Die Scham und das Gefühl der Hilflosigkeit können dazu führen, dass sie sich isolieren und keine Hilfe suchen. Umso wichtiger ist es, das Thema sexuelle Gewalt zu enttabuisieren und Betroffenen den Zugang zu Unterstützung zu erleichtern.
Die Dunkelfeldstudie zeigt, dass die Anzeigequote bei Sexualdelikten in Deutschland sehr niedrig ist. Nur etwa 3 Prozent der weiblichen und 14,5 Prozent der männlichen Opfer erstatten Anzeige. Dies bedeutet, dass ein Großteil der sexuellen Übergriffe im Verborgenen bleibt und die Täter ungestraft davonkommen.
Was kann getan werden, um die Anzeigequote zu erhöhen?
Um die Anzeigequote bei Sexualdelikten zu erhöhen, sind vielfältige Maßnahmen erforderlich. Zunächst muss das Bewusstsein für das Thema sexuelle Gewalt in der Bevölkerung gestärkt werden. Es ist wichtig, dass Betroffene wissen, dass sie nicht allein sind und dass es Hilfsangebote gibt. Zudem müssen die Hürden für eine Anzeige gesenkt werden. Die Polizei und Justiz müssen sensibilisiert werden, um Betroffene ernst zu nehmen und ihnen eine professionelle Unterstützung zu bieten.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Verbesserung des Opferschutzes. Betroffene müssen vor Racheakten der Täter geschützt werden. Zudem müssen sie Zugang zu psychologischer Betreuung und rechtlicher Beratung erhalten. Nur so kann das Vertrauen in die Justiz gestärkt und die Anzeigequote langfristig erhöht werden. Organisationen wie der Frauennotruf bieten wichtige Unterstützung für Betroffene. (Lesen Sie auch: Adipositas Infektionsrisiko: Studie enthüllt Alarmierende Details)
Vorname Nachname privat: Was ist aktuell über sie bekannt?
Die Dunkelfeldstudie hat erneut die erschreckende Realität sexueller Gewalt in Deutschland ans Licht gebracht. Die niedrige Anzeigequote bei Sexualdelikten zeigt, dass viele Betroffene im Verborgenen leiden und keine Hilfe suchen. Umso wichtiger ist es, das Thema zu enttabuisieren, Betroffene zu unterstützen und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Nur so kann eine Gesellschaft geschaffen werden, in der sexuelle Gewalt keinen Platz hat.
Es ist wichtig zu betonen, dass sexuelle Gewalt kein reines „Frauenthema“ ist. Auch Männer können Opfer sexueller Übergriffe werden. Die Studie zeigt, dass ein erheblicher Anteil der Sexualdelikte, die Männer betreffen, auch von Männern verübt wird. Es ist daher wichtig, auch Männer zu ermutigen, sich zu öffnen und Hilfe zu suchen, wenn sie Opfer sexueller Gewalt geworden sind.
Die Ergebnisse der Dunkelfeldstudie sollten Anlass sein, die Präventionsarbeit zu intensivieren und die Hilfsangebote für Betroffene auszubauen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, sexuelle Gewalt zu bekämpfen und eine Kultur des Respekts und der Gleichberechtigung zu fördern. Die Bundesregierung hat angekündigt, die Ergebnisse der Studie in ihre Kriminalpräventionsstrategie einfließen zu lassen. Es bleibt zu hoffen, dass dies zu konkreten Maßnahmen führt, die die Anzeigequote bei Sexualdelikten erhöhen und Betroffenen den Weg zur Gerechtigkeit erleichtern.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend engagiert sich für den Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt.
Häufig gestellte Fragen
Warum werden so wenige sexuelle Übergriffe angezeigt?
Viele Opfer schweigen aus Scham, Angst vor Stigmatisierung oder aus Sorge um die Beziehung zum Täter. Sie haben oft kein Vertrauen in die Justiz oder befürchten, nicht ernst genommen zu werden.
Wie hoch ist die Anzeigequote bei Sexualdelikten in Deutschland?
Die Anzeigequote bei weiblichen Opfern liegt bei etwa drei Prozent, bei männlichen Opfern bei etwa 14,5 Prozent. Dies bedeutet, dass ein Großteil der sexuellen Übergriffe nicht zur Anzeige gebracht wird.
Wer sind die Täter bei sexuellen Übergriffen?
Bei sexuellen Übergriffen gegen Frauen sind die Täter meist männlich (98,2 Prozent). Bei Übergriffen gegen Männer ist in etwa einem Drittel der Fälle (33,7 Prozent) der Täter ebenfalls männlich.
Welche Folgen haben sexuelle Übergriffe für die Opfer?
Sexuelle Übergriffe können gravierende psychische und physische Folgen haben. Viele Betroffene leiden unter Angstzuständen, Depressionen, Schlafstörungen und posttraumatischen Belastungsstörungen. (Lesen Sie auch: Wetter Köln: Nasse Narren in ? so…)
Wo können Opfer sexueller Gewalt Hilfe finden?
Es gibt zahlreiche Beratungsstellen und Hilfsorganisationen, die Unterstützung für Opfer sexueller Gewalt anbieten. Dazu gehören beispielsweise Frauennotrufe, Beratungsstellen für Männer und das Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen.
