Die Dunkelfeldstudie LeSuBiA des BKA zeigt, dass weniger als zehn Prozent der Gewalterfahrungen in Deutschland zur Anzeige gebracht werden. Die Diskrepanz zwischen tatsächlicher Gewaltbetroffenheit und angezeigten Fällen wirft Fragen nach den Ursachen und Konsequenzen dieser Untererfassung auf.

Kernpunkte
- Frauen, junge Menschen, Personen mit Migrationshintergrund und queere Menschen sind besonders häufig von Gewalt betroffen.
- Weniger als 10% der Gewalterfahrungen werden angezeigt.
- Scham, Angst vor Stigmatisierung und mangelndes Vertrauen in Behörden sind mögliche Gründe für die niedrige Anzeigequote.
- Eine Verbesserung der Unterstützung für Betroffene und eine Sensibilisierung der Bevölkerung sind notwendig.
Warum werden so wenige Gewalterfahrungen angezeigt?
Die geringe Anzeigequote bei Gewalterfahrungen hat vielfältige Ursachen. Scham, Angst vor Stigmatisierung, ökonomische Abhängigkeit vom Täter und mangelndes Vertrauen in die Justiz spielen eine Rolle. Viele Betroffene sehen von einer Anzeige ab, weil sie befürchten, nicht ernst genommen zu werden oder negative Konsequenzen für sich selbst zu riskieren. Laut einer Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) aus dem Jahr 2021 gaben 68% der befragten Gewaltopfer an, keine Anzeige erstattet zu haben, weil sie die Tat als nicht schwerwiegend genug einstuften. Die Studie des KFN beleuchtet detailliert die Gründe für die Nichtanzeige von Gewaltdelikten.
Wer ist besonders von Gewalt betroffen?
Die BKA Gewaltstudie zeigt, dass bestimmte Bevölkerungsgruppen einem höheren Gewaltrisiko ausgesetzt sind. Frauen sind überproportional häufig Opfer von sexualisierter Gewalt und पार्टnergewalt. Junge Menschen sind häufiger von Körperverletzungen und Bedrohungen betroffen als ältere. Auch Personen mit Migrationshintergrund und Angehörige der queeren Community erleben häufiger Diskriminierung und Gewalt. So zeigt eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, dass queere Menschen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung einem deutlich höheren Risiko von Hasskriminalität ausgesetzt sind. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes bietet Informationen und Unterstützung für Betroffene von Diskriminierung und Gewalt.
Welche Rolle spielt das Dunkelfeld?
Das Dunkelfeld bezeichnet den Bereich von Straftaten, der nicht in der polizeilichen Kriminalstatistik erfasst wird, weil er nicht angezeigt oder anderweitig bekannt wird. Die bka gewaltstudie LeSuBiA trägt dazu bei, das Dunkelfeld im Bereich der Gewalt besser auszuleuchten. Durch Befragungen von Bürgerinnen und Bürgern werden Gewalterfahrungen erfasst, die sonst nicht ans Licht kämen. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass das Dunkelfeld im Bereich der Gewalt erheblich ist und die offizielle Kriminalstatistik nur einen Teil der Realität abbildet. Die Diskrepanz zwischen Hell- und Dunkelfeld ist ein Indikator für das Ausmaß der Untererfassung von Gewalt. (Lesen Sie auch: Werkzeugdiebstahl Aichelberg: Täter Erbeuten Werkzeuge!)
Die LeSuBiA-Studie des BKA ist eine von mehreren Dunkelfeldstudien in Deutschland. Sie ergänzt die polizeiliche Kriminalstatistik und liefert wichtige Erkenntnisse über das tatsächliche Ausmaß von Gewalt in der Bevölkerung.
Wie kann die Anzeigequote erhöht werden?
Um die Anzeigequote zu erhöhen, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich. Dazu gehören der Ausbau von Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen für Betroffene, die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Gewalt und die Stärkung des Vertrauens in die Justiz. Es ist wichtig, dass Betroffene ermutigt werden, Gewalterfahrungen anzuzeigen und dass sie dabei die notwendige Unterstützung erhalten. Die Einrichtung von niedrigschwelligen Beratungsangeboten und die Schulung von Polizei und Justiz im Umgang mit Gewaltopfern können dazu beitragen, die Anzeigequote zu erhöhen. Das Bundeskriminalamt arbeitet an Strategien zur Verbesserung der Erfassung und Bekämpfung von Gewalt.
Ausblick: Was bedeutet das für die Zukunft?
Die Ergebnisse der bka gewaltstudie LeSuBiA machen deutlich, dass Gewalt in Deutschland ein weiterhin relevantes Problem darstellt. Die niedrige Anzeigequote zeigt, dass es noch viel zu tun gibt, um Betroffene zu erreichen und ihnen den Weg zur Anzeige zu erleichtern. Eine kontinuierliche Forschung im Bereich der Gewaltkriminalität und die Entwicklung von wirksamen Präventionsmaßnahmen sind notwendig, um das Ausmaß von Gewalt in der Gesellschaft zu reduzieren. Die gewonnenen Erkenntnisse müssen in konkrete Maßnahmen zur Verbesserung des Opferschutzes und der Strafverfolgung einfließen.
Ursprünglich berichtet von: Presseportal (Lesen Sie auch: Tesla Brand in Offenburg: Feuerwehr im Einsatz…)
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Ziel der BKA Gewaltstudie LeSuBiA?
Das Ziel der Studie ist es, das Dunkelfeld im Bereich der Gewalt in Deutschland besser zu erfassen. Durch Befragungen von Bürgerinnen und Bürgern sollen Gewalterfahrungen ans Licht gebracht werden, die nicht zur Anzeige gebracht wurden.

Welche Personengruppen sind besonders häufig von Gewalt betroffen?
Frauen, junge Menschen, Personen mit Migrationshintergrund und Angehörige der queeren Community sind laut der Studie besonders häufig von Gewalt betroffen. Diese Gruppen sind einem erhöhten Risiko von Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. (Lesen Sie auch: Rosenmontag Böblingen: Polizei setzt Drohne zur Sicherheit)
Warum werden so wenige Gewalterfahrungen angezeigt?
Die Gründe für die niedrige Anzeigequote sind vielfältig. Scham, Angst vor Stigmatisierung, ökonomische Abhängigkeit vom Täter und mangelndes Vertrauen in die Justiz spielen eine Rolle. Viele Betroffene befürchten negative Konsequenzen.
Was kann getan werden, um die Anzeigequote zu erhöhen?
Der Ausbau von Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen, die Sensibilisierung der Bevölkerung und die Stärkung des Vertrauens in die Justiz sind wichtige Maßnahmen. Betroffene müssen ermutigt werden, Gewalterfahrungen anzuzeigen.
Welche Rolle spielt das Bundeskriminalamt bei der Bekämpfung von Gewalt?
Das Bundeskriminalamt arbeitet an Strategien zur Verbesserung der Erfassung und Bekämpfung von Gewalt. Es führt Studien durch, entwickelt Präventionsmaßnahmen und unterstützt die Strafverfolgungsbehörden bei der Aufklärung von Gewaltdelikten.
Die bka gewaltstudie LeSuBiA liefert wichtige Erkenntnisse über das Ausmaß und die Ursachen von Gewalt in Deutschland. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, den Opferschutz zu verbessern und die Prävention von Gewalt zu verstärken. (Lesen Sie auch: Wildunfall Eberbach: Fahrerflucht und Folgeunfall am Morgen)
