Die Welle der Unzufriedenheit mit der Werbeeinblendung bei Prime Video wächst: Über 200.000 Anmeldungen für eine Sammelklage gegen Prime Video sind bei Verbraucherschützern eingegangen, die sich gegen die Einführung von Werbung ohne gleichzeitige Preissenkung richten. Parallel dazu laufen weitere juristische Schritte gegen die Praxis des Streaming-Anbieters. Sammelklage Prime Video steht dabei im Mittelpunkt.

Wie funktioniert die Sammelklage gegen Prime Video?
Die Sammelklage gegen Prime Video zielt darauf ab, die Rechtmäßigkeit der nachträglichen Einführung von Werbung für bestehende Abonnements zu überprüfen. Nutzer, die sich durch die Werbeeinblendungen ohne Preissenkung benachteiligt fühlen, schließen sich zusammen, um gemeinsam ihre Ansprüche geltend zu machen. Ziel ist es, eine Entschädigung oder eine Änderung der Geschäftspraktiken von Amazon zu erreichen.
Zusammenfassung
- Über 200.000 Anmeldungen für Sammelklage gegen Prime Video.
- Kritik an Werbung ohne Preissenkung.
- Weitere Verfahren laufen parallel.
- Verbraucherschützer unterstützen die Kläger.
Verbraucherzentrale startet Sammelklage gegen Prime Video wegen Werbung
Die Verbraucherzentrale plant eine Sammelklage gegen Amazon Prime Video, nachdem tausende Nutzer sich über die eingeführte Werbung beschwert haben. Die Verbraucherschützer argumentieren, dass die nachträgliche Einführung von Werbung in ein bestehendes Abonnement ohne eine entsprechende Preissenkung eine unzulässige Vertragsänderung darstellt. Wie Heise berichtet, haben sich bereits über 200.000 Interessenten für die Sammelklage registriert.
Die Verbraucherzentrale sieht in der Vorgehensweise von Amazon eine Verletzung des Verbraucherrechts. Kunden, die ein werbefreies Abonnement abgeschlossen haben, würden nun ohne ihre Zustimmung mit Werbung konfrontiert. Dies sei besonders ärgerlich, da der Preis für das Abonnement nicht gesenkt wurde. Die Verbraucherzentrale fordert Amazon auf, die Werbung entweder abzuschaffen oder den Preis für das Abonnement zu reduzieren. (Lesen Sie auch: YouTube Music Lyrics Paywall: Songtexte Bald nur…)
Weitere juristische Schritte gegen Amazon Prime Video
Neben der geplanten Sammelklage gibt es auch weitere juristische Schritte gegen Amazon Prime Video. Einige Anwälte haben bereits individuelle Klagen im Namen von Nutzern eingereicht. Diese Klagen basieren auf ähnlichen Argumenten wie die Sammelklage: Die nachträgliche Einführung von Werbung sei eine unzulässige Vertragsänderung. Es bleibt abzuwarten, wie die Gerichte in diesen Fällen entscheiden werden.
Die Kläger argumentieren, dass Amazon mit der Einführung von Werbung gegen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) verstoßen habe. In den AGB sei festgelegt, dass Änderungen der Vertragsbedingungen nur mit Zustimmung der Nutzer vorgenommen werden dürfen. Die Einführung von Werbung ohne Zustimmung der Nutzer sei daher nicht zulässig.
Es ist wichtig zu beachten, dass eine Sammelklage in Deutschland bestimmten Regeln unterliegt. Nur Verbraucherzentralen oder qualifizierte Einrichtungen können eine solche Klage einreichen. Einzelne Nutzer können sich jedoch der Sammelklage anschließen und ihre Ansprüche geltend machen.
Reaktion von Amazon auf die Kritik
Amazon hat auf die Kritik an der Einführung von Werbung in Prime Video reagiert. Das Unternehmen argumentiert, dass die Werbung notwendig sei, um weiterhin in hochwertige Inhalte investieren zu können. Amazon betont, dass die Werbung nur in begrenztem Umfang gezeigt werde und dass Nutzer die Möglichkeit hätten, ein werbefreies Abonnement abzuschließen – gegen einen Aufpreis von 2,99 Euro pro Monat. (Lesen Sie auch: Michaela May zu Gast im NDR: Ein…)
Diese Argumentation überzeugt jedoch nicht alle Nutzer. Viele sind der Meinung, dass Amazon bereits genügend Einnahmen aus dem Prime-Abonnement generiere und dass die Einführung von Werbung eine zusätzliche Belastung für die Kunden darstelle. Die Möglichkeit, ein werbefreies Abonnement abzuschließen, sehen viele Nutzer als eine unfaire Masche, um zusätzliche Einnahmen zu generieren.
Auswirkungen auf andere Streaming-Dienste
Die Auseinandersetzung um die Werbung in Prime Video könnte Auswirkungen auf andere Streaming-Dienste haben. Viele Nutzer fragen sich, ob auch andere Anbieter in Zukunft Werbung einführen werden. Die Entscheidung der Gerichte in den laufenden Verfahren könnte wegweisend für die gesamte Streaming-Branche sein.
Einige Experten gehen davon aus, dass die Streaming-Dienste in Zukunft verstärkt auf Werbung setzen werden, um ihre Einnahmen zu steigern. Dies sei notwendig, um die hohen Kosten für die Produktion und den Erwerb von Inhalten zu decken. Ob die Nutzer diese Entwicklung akzeptieren werden, bleibt jedoch abzuwarten. Die Konkurrenz unter den Streaming-Anbietern ist groß. Sollte ein Anbieter zu weit gehen, könnten die Nutzer zu einem anderen Dienst wechseln. Laut dem Statistischen Bundesamt nutzen 70 % der deutschen Haushalte Streamingdienste.
Amazon führt Werbung in Prime Video ein, ohne den Preis für das Abonnement zu senken. (Lesen Sie auch: Netflix Synchronsprecher Vertrag: Gutachten Sieht Rechtsbruch)

Viele Nutzer beschweren sich über die Werbung und fordern eine Preissenkung.
Die Verbraucherzentrale plant eine Sammelklage gegen Amazon Prime Video.
Bis Mai haben sich über 200.000 Interessenten für die Sammelklage registriert.
Die Einführung von Werbung in Prime Video und die damit verbundene Kritik zeigen, wie wichtig Transparenz und faire Vertragsbedingungen im Streaming-Geschäft sind. Die laufenden Verfahren werden zeigen, ob Amazon mit seiner Vorgehensweise rechtlich durchkommt oder ob das Unternehmen Zugeständnisse machen muss. Die Entscheidung wird nicht nur für Prime Video, sondern für die gesamte Streaming-Branche von Bedeutung sein. Die Verbraucherzentrale Bundesverband bietet auf ihrer Webseite Informationen zum Thema Verbraucherrechte. (Lesen Sie auch: RTL+ auf Erfolgskurs: Streamingdienst verzeichnet)
