„Die Bestie“ – so martialisch nennen europäische Rüstungsfirmen ihr neues Projekt. Doch was verbirgt sich hinter diesem Namen? Die Antwort: Eine neuartige EU Luftabwehrrakete, die nicht nur Flugzeuge, sondern auch Bodenziele ins Visier nehmen kann. Das Besondere daran: Sie soll vollständig ohne US-amerikanische Technologie auskommen.

Europäische Rüstungsinitiative: Was steckt hinter „Beast“?
Hinter dem Akronym „BEAST“ verbirgt sich „Boosting European Advanced Missile System Technology“. Dieses ambitionierte Projekt, das von der EU mit 35 Millionen Euro gefördert wird, zielt darauf ab, ein Konzept für modulare Kurzstrecken-Luftabwehrraketen zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf einer vollständig europäischen Wertschöpfungskette – ohne jegliche Komponenten oder Programmcode aus den USA. Die beteiligten Firmen haben sich kürzlich in Brüssel zu einem Kick-off-Meeting getroffen, um die Weichen für die Entwicklung zu stellen. Der Einsatz der neuen Rakete ist ab 2030 geplant.
Länder-Kontext
- Österreich ist zwar nicht direkt an der Entwicklung von „Beast“ beteiligt, profitiert aber von einer stärkeren europäischen Verteidigungsindustrie.
- Die Beschaffung von militärischer Ausrüstung und Technologie erfolgt in Österreich durch das Bundesministerium für Landesverteidigung.
- Eine engere Zusammenarbeit europäischer Staaten im Rüstungsbereich könnte auch für Österreich Vorteile bei der Beschaffung und Wartung von Verteidigungssystemen bringen.
- Die Neutralität Österreichs ist bei solchen Projekten stets zu berücksichtigen.
Wie funktioniert die neue eu luftabwehrrakete?
„Beast“ soll ähnlich wie die Iris-T-Rakete funktionieren, jedoch modular aufgebaut sein. Das bedeutet, dass die einzelnen Bauteile der Rakete einfach und kostengünstig an bestimmte Aufgaben angepasst und zu einer spezialisierten Rakete zusammengefügt werden können. Eine Variante soll bei Kampfflugzeugen als Luft-Luft-Rakete dienen, die Boden-Luft-Variante wird zur Luftverteidigung vom Boden aus gestartet, und eine dritte Variante soll vom Flugzeug verschossen sogar Bodenziele bekämpfen können. Hauptaufgabe der künftigen Rakete wird jedoch die Bekämpfung von Luftzielen sein. (Lesen Sie auch: Deutschland von Oben Quiz: Kennen Sie deutsche…)
Iris-T als Vorbild für die eu luftabwehrrakete
Diehl in Deutschland koordiniert das Projekt. Das Unternehmen ist führend in Europa bei der Entwicklung von Kurzstrecken-Luftabwehrraketen. Die Iris-T-Rakete zählt zu den weltweit besten Lenkflugkörpern gegen Luftziele im Nahbereich bis 20 Kilometer. Sie ist die Standardwaffe des Eurofighter Typhoon und wird als Boden-Luft-Variante von der Ukraine erfolgreich gegen Marschflugkörper eingesetzt. Die Iris-T ist ein Gemeinschaftsprojekt von Deutschland, Schweden, Spanien, Italien, Griechenland und Norwegen. Das Gegenstück aus den USA ist die AIM-9 Sidewinder.
Das „Beast“-Projekt ist ein deutliches Signal für den wachsenden Wunsch Europas nach mehr Autonomie im Verteidigungsbereich. Die Abhängigkeit von US-amerikanischer Technologie soll reduziert und die eigene Rüstungsindustrie gestärkt werden.
Europäische Zusammenarbeit im Rüstungsbereich
Das Projekt „Beast“ verdeutlicht, dass Europa im Rüstungsbereich enger zusammenrückt. An dem Projekt sind insgesamt 21 Partner aus elf europäischen Ländern beteiligt: Deutschland, Griechenland, Portugal, Italien, Norwegen, Schweden, Spanien, Polen, die Niederlande, Litauen, Ungarn und Zypern. Die Liste der beteiligten Firmen liest sich wie das Mitgliederverzeichnis der EU. Von großen Rüstungskonzernen bis hin zu kleinen Forschungseinrichtungen sind alle vertreten. Wie Stern berichtet, soll die Rakete ab 2030 einsatzbereit sein. (Lesen Sie auch: iPhone 18 Pro Max: Design, Preis und…)
Die Bedeutung für Österreich
Obwohl Österreich nicht direkt an der Entwicklung der EU Luftabwehrrakete beteiligt ist, hat das Projekt dennoch Bedeutung für das Land. Eine stärkere europäische Verteidigungsindustrie könnte auch für Österreich Vorteile bringen, beispielsweise bei der Beschaffung und Wartung von militärischer Ausrüstung. Allerdings ist die Neutralität Österreichs bei solchen Projekten stets zu berücksichtigen. Österreich kann von der Expertise und den technologischen Fortschritten profitieren, die im Rahmen solcher Projekte entstehen, ohne direkt in die Entwicklung involviert zu sein. Das Bundesministerium für Landesverteidigung beobachtet die Entwicklungen im europäischen Rüstungsbereich genau, um die bestmögliche Ausrüstung für das Bundesheer sicherzustellen. Laut dem Bundesministerium für Landesverteidigung ist die Modernisierung der Luftabwehr ein wichtiger Punkt.
Die Entwicklung von „Beast“ ist auch eine Reaktion auf die veränderte Sicherheitslage in Europa. Die Bedrohung durch Drohnen und Marschflugkörper hat in den letzten Jahren zugenommen, weshalb moderne Luftabwehrsysteme immer wichtiger werden.

Das Projekt „Beast“ ist ein wichtiger Schritt für die europäische Verteidigungsindustrie. Es zeigt, dass Europa in der Lage ist, eigene Rüstungsprojekte zu entwickeln und umzusetzen. Für Österreich bedeutet dies, dass es in Zukunft möglicherweise eine größere Auswahl an europäischen Produkten im Bereich der Luftverteidigung geben wird. Die Entwicklung der EU Luftabwehrrakete „Beast“ könnte somit auch indirekt zur Stärkung der österreichischen Sicherheit beitragen. Die österreichische Beteiligung an der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) ermöglicht es dem Land, die Entwicklungen im europäischen Rüstungsbereich zu verfolgen und sich gegebenenfalls an zukünftigen Projekten zu beteiligen. Wie die Europäische Verteidigungsagentur berichtet, ist Österreich ein aktives Mitglied. (Lesen Sie auch: Dawson Creek Darsteller Tot: James Van der…)













