Western Ohne Wilden Westen? Ja, das geht! Das Genre ist nicht auf den nordamerikanischen Kontinent beschränkt. Filme mit Western-Motiven können auch in anderen Regionen der Welt spielen und neue Perspektiven eröffnen. Sie transportieren die Kernelemente des Western – Rache, Gerechtigkeit, Kampf gegen Unterdrückung – in ungewohnte Settings.

Kultur-Kompakt
- Western-Motive sind universell und funktionieren auch außerhalb Nordamerikas.
- Filme wie „Once Upon A Time in Gaza“ zeigen den Gazastreifen als Schauplatz für Western-Elemente.
- Das Genre kann genutzt werden, um soziale und politische Konflikte in verschiedenen Regionen zu thematisieren.
- Die Auseinandersetzung mit Rache und Gerechtigkeit bleibt ein zentrales Thema.
Western Ohne Wilden Westen: Eine neue Perspektive auf das Genre
Der klassische Western ist untrennbar mit dem Wilden Westen Nordamerikas verbunden: staubige Prärien, Revolverhelden und der Kampf um Land. Doch die Essenz des Western – die Auseinandersetzung mit Recht und Unrecht, die Suche nach Gerechtigkeit und die Konfrontation mit Gewalt – ist universell. So überrascht es nicht, dass Filmemacher auf der ganzen Welt die Motive des Western aufgreifen und in ihren eigenen kulturellen Kontext übertragen.
Was macht einen Western zum Western, auch ohne Cowboyhüte?
Die Antwort liegt in den archetypischen Figuren und den wiederkehrenden Motiven. Es geht um den Einzelnen, der sich gegen eine übermächtige Ordnung auflehnt, um die Verteidigung des Schwachen gegen den Starken, um Rache und Erlösung. Diese Themen sind nicht an einen bestimmten Ort gebunden, wie Britannica erklärt. Sie können in den Gazastreifen, nach Australien oder in die russische Steppe verlegt werden, ohne ihre Wirkung zu verlieren. Entscheidend ist die Inszenierung der Konflikte und die Darstellung der Charaktere.
Der Begriff „Western“ hat sich im Laufe der Filmgeschichte gewandelt. Ursprünglich auf Filme über den amerikanischen Westen beschränkt, wird er heute weiter gefasst und umfasst Filme, die ähnliche Themen und Motive in anderen Kontexten behandeln. (Lesen Sie auch: Billy The Kid Staffel 3: Tom BLYTH…)
„Once Upon A Time in Gaza“: Sergio Leone im Gazastreifen?
„Once Upon A Time in Gaza“, der kürzlich in die deutschen Kinos kam, ist ein Paradebeispiel für einen Western ohne Wilden Westen. Der Film von Tarzan und Arab Nasser lässt Assoziationen an Sergio Leone und Charles Bronson aufkommen, verlegt die Handlung jedoch in den Gazastreifen. Die karge Landschaft, die staubigen Straßen und die angespannte Atmosphäre erinnern an klassische Western-Schauplätze. Doch statt Cowboys und Indianer sehen wir hier palästinensische Kämpfer und israelische Soldaten. Der Film greift die Motive von Rache und Gerechtigkeit auf und erzählt eine Geschichte von Gewalt und Verlust in einem von Konflikten geprägten Gebiet. Wie Die Zeit berichtet, sprengt der Film damit die Grenzen des Genres.
„Sweet Country“: Australischer Outback als Western-Bühne
Ein weiteres Beispiel für einen gelungenen Western ohne Wilden Westen ist „Sweet Country“ (2017) des australischen Regisseurs Warwick Thornton. Der Film spielt in den 1920er Jahren im australischen Outback und erzählt die Geschichte eines Aborigine-Mannes, der einen weißen Farmer tötet und auf der Flucht vor der Justiz ist. „Sweet Country“ bedient sich klassischer Western-Motive wie der Verfolgungsjagd, der Selbstjustiz und der Konfrontation zwischen Zivilisation und Wildnis. Gleichzeitig thematisiert der Film die brutale Kolonialgeschichte Australiens und die Unterdrückung der Aborigines. Die weite, unbarmherzige Landschaft des Outbacks wird zur Projektionsfläche für die inneren Konflikte der Charaktere und verstärkt die Spannung der Handlung. Die Kameraarbeit fängt die Schönheit und Härte der australischen Natur ein und verleiht dem Film eine epische Dimension.
Die Verwendung von Western-Motiven in Filmen aus anderen Ländern ist kein neues Phänomen. Bereits in den 1960er Jahren entstanden in Italien die sogenannten „Italo-Western“ oder „Spaghetti-Western“, die das Genre auf ihre eigene Weise interpretierten und prägten.
„Blue Ruin“: Rache-Thriller mit Western-Anleihen
Auch wenn er sich nicht explizit als Western inszeniert, weist Jeremy Saulniers „Blue Ruin“ (2013) deutliche Anleihen an das Genre auf. Der Film erzählt die Geschichte eines Obdachlosen, der sich an den Mördern seiner Eltern rächen will. Die Handlung ist geradlinig und brutal, die Charaktere sind von Rache getrieben. „Blue Ruin“ verzichtet auf die epische Breite klassischer Western, konzentriert sich stattdessen auf die psychologische Tiefe der Figuren. Die Kameraarbeit ist minimalistisch und betont die Isolation des Protagonisten. Der Film ist ein düsterer und spannender Rache-Thriller, der die Motive des Western auf moderne Weise interpretiert. Laut IMDb wurde der Film von Kritikern hoch gelobt. (Lesen Sie auch: Scarpetta Serie Amazon: Nicole Kidman Jagt Serienmörder)
Für wen lohnt sich „Western ohne Wilden Westen“?
Filme, die das Genre des Westerns neu interpretieren und in andere geografische Kontexte verlegen, sind etwas für Cineasten, die offen für ungewöhnliche Filmerlebnisse sind. Wer klassische Western wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Der mit dem Wolf tanzt“ mag, aber auch Filme wie „No Country for Old Men“ oder „Hell or High Water“ schätzt, wird an diesen Filmen Gefallen finden. Sie bieten eine neue Perspektive auf vertraute Motive und zeigen, dass das Genre des Westerns auch im 21. Jahrhundert noch relevant und vielfältig ist.
Häufig gestellte Fragen
Welche Kernelemente definieren einen Western, unabhängig vom Schauplatz?
Die Auseinandersetzung mit Recht und Unrecht, die Suche nach Gerechtigkeit, der Kampf gegen Unterdrückung und die Konfrontation mit Gewalt sind zentrale Elemente. Archetypische Figuren wie der einsame Held, der Revolverheld oder der Outlaw prägen das Genre. (Lesen Sie auch: The Rookie Staffel 8: Endlich wird ein…)
Warum sind Western-Motive auch außerhalb des Wilden Westens relevant?
Die universellen Themen von Rache, Gerechtigkeit und dem Kampf gegen Unterdrückung sind nicht an einen bestimmten Ort gebunden. Sie können in verschiedenen kulturellen Kontexten interpretiert und auf aktuelle soziale und politische Konflikte angewendet werden.
Welche filmischen Mittel werden eingesetzt, um Western-Atmosphäre zu erzeugen?
Die Kameraarbeit, der Schnitt und die Musik spielen eine wichtige Rolle. Weite Landschaftsaufnahmen, staubige Straßen, karge Umgebungen und eine passende musikalische Untermalung tragen dazu bei, die typische Western-Atmosphäre zu erzeugen.
Welche Vorteile bietet es, Western-Motive in anderen Regionen zu verorten?
Es ermöglicht eine neue Perspektive auf vertraute Themen und eröffnet die Möglichkeit, soziale und politische Konflikte in verschiedenen Regionen der Welt zu thematisieren. Es kann auch dazu beitragen, das Genre des Westerns zu revitalisieren und einem neuen Publikum zugänglich zu machen.
Sind Western ohne Wilden Westen ein Trend im Film?
Die Auseinandersetzung mit dem Genre und die Übertragung von Western-Motiven in andere Kontexte ist kein neuer Trend, aber erfreut sich wachsender Beliebtheit. Filme wie „Once Upon A Time in Gaza“ oder „Sweet Country“ zeigen, dass das Genre auch im 21. Jahrhundert noch lebendig und relevant ist. (Lesen Sie auch: Arnold Schwarzenegger Kuriositäten: 1 Dollar für MR.…)

