Pinkeln unter der Dusche: Es mag verlockend erscheinen, Zeit und Wasser zu sparen, indem man unter der Dusche uriniert, doch diese Gewohnheit ist nicht ohne Risiken. Insbesondere für Frauen kann das Wasserlassen im Stehen unter der Dusche langfristig zu Problemen mit der Beckenbodenmuskulatur führen. Auch hygienische Aspekte und mögliche Ablagerungen in den Abflussrohren sollten bedacht werden. Pinkeln Unter Dusche steht dabei im Mittelpunkt.

Zusammenfassung
- Pinkeln unter der Dusche kann für Frauen gesundheitliche Risiken bergen.
- Urinsteinbildung in Abflussrohren ist ein hygienisches Problem.
- Es gibt umweltfreundlichere Alternativen, um Wasser zu sparen.
- Bestimmte gesundheitliche Voraussetzungen können die Risiken erhöhen.
Die gesundheitlichen Aspekte des Urinierens unter der Dusche
Die Frage, ob man unter der Dusche pinkeln sollte, spaltet die Gemüter. Während die einen die Praktik als pragmatisch und wassersparend ansehen, empfinden andere sie als unhygienisch. Abgesehen von persönlichen Präferenzen gibt es jedoch auch gesundheitliche Aspekte, die berücksichtigt werden sollten. Wie Stern berichtet, birgt das Urinieren unter der Dusche, insbesondere für Frauen, gewisse Risiken.
Warum ist Pinkeln unter der Dusche für Frauen problematischer?
Die weibliche Anatomie spielt eine entscheidende Rolle bei der Frage, ob das Pinkeln unter der Dusche gesundheitsschädlich sein kann. Frauen, die regelmäßig im Stehen urinieren, können langfristig Probleme mit ihrer Beckenbodenmuskulatur entwickeln. Der Beckenboden ist ein komplexes Muskelgeflecht, das Blase, Gebärmutter und Darm stützt. Eine Schwächung dieser Muskulatur kann zu Inkontinenz oder anderen Beschwerden führen.
Im Gegensatz zur Toilette, wo man in einer hockenden oder sitzenden Position die Beckenbodenmuskulatur entspannt, ist diese beim Stehen unter Anspannung. Wer regelmäßig unter der Dusche pinkelt, trainiert die Blase darauf, sich bei stehender Position zu entleeren. Dies kann dazu führen, dass die Blase das Signal zum Entleeren auch dann sendet, wenn sie nicht vollständig gefüllt ist. Eine gesunde Blasenfunktion hingegen basiert darauf, dass sich die Blase erst bei einem bestimmten Füllstand meldet und man die Entleerung kontrolliert einleiten kann.
Frauen, die bereits unter einer Blasenschwäche leiden, sollten das Urinieren unter der Dusche unbedingt vermeiden. Die ohnehin schon geschwächte Beckenbodenmuskulatur wird dadurch zusätzlich belastet, was die Symptome verschlimmern kann.
Bei bestehender Blasenschwäche oder Beckenbodenschwäche sollte auf das Urinieren unter der Dusche verzichtet werden, um die Symptome nicht zu verschlimmern. (Lesen Sie auch: ARD Mediathek Sturm der Liebe: Was Fans…)
Die hygienischen Bedenken: Urinstein und Geruchsbildung
Neben den gesundheitlichen Aspekten gibt es auch hygienische Bedenken im Zusammenhang mit dem Urinieren unter der Dusche. Urin enthält verschiedene Bestandteile, darunter Harnstoff, Salze und organische Verbindungen. Diese können sich mit der Zeit in der Duschwanne und in den Abflussrohren ablagern und zur Bildung von Urinstein führen. Urinstein ist nicht nur unansehnlich, sondern kann auch unangenehme Gerüche verursachen und die Rohre verengen.
Um der Bildung von Urinstein vorzubeugen, ist es wichtig, die Dusche nach jedem Urinieren gründlich mit heißem Wasser auszuspülen. Eine regelmäßige Reinigung der Duschwanne und der Abflüsse mit geeigneten Reinigungsmitteln ist ebenfalls ratsam. Es gibt spezielle Reiniger, die Urinstein effektiv entfernen und die Bildung neuer Ablagerungen verhindern können. Alternativ können Hausmittel wie Essig oder Zitronensäure verwendet werden, um die Dusche sauber und geruchsfrei zu halten.
Bei hartnäckigen Ablagerungen kann es erforderlich sein, einen professionellen Klempner zu rufen, der die Rohre reinigt oder gegebenenfalls austauscht. Eine regelmäßige Wartung der Sanitäranlagen ist ohnehin empfehlenswert, um größere Schäden und teure Reparaturen zu vermeiden.
Stiftung Warentest hat verschiedene Abflussreiniger getestet, um herauszufinden, welche am effektivsten gegen Verstopfungen wirken.
Umweltaspekt: Ist Pinkeln unter der Dusche wirklich wassersparend?
Ein häufig genanntes Argument für das Urinieren unter der Dusche ist die vermeintliche Wassereinsparung. Tatsächlich verbraucht eine Toilettenspülung je nach Modell zwischen sechs und neun Liter Wasser. Wer täglich unter der Dusche uriniert, könnte theoretisch mehrere tausend Liter Wasser pro Jahr sparen. Allerdings ist diese Rechnung nicht ganz korrekt.
Moderne Spülkästen sind oft mit einer Spartaste ausgestattet, die den Wasserverbrauch deutlich reduziert. Zudem gibt es wassersparende Duschköpfe, die den Durchfluss begrenzen, ohne den Duschkomfort zu beeinträchtigen. Wer wirklich Wasser sparen möchte, sollte in solche Technologien investieren und auf unnötig lange Duschbäder verzichten. Auch das Sammeln von Regenwasser zur Gartenbewässerung oder Toilettenspülung ist eine umweltfreundliche Alternative.
Es ist wichtig zu bedenken, dass die Wassermenge, die beim Duschen verbraucht wird, oft deutlich höher ist als die, die durch eine Toilettenspülung anfällt. Wer also primär aus Gründen der Wassereinsparung unter der Dusche uriniert, sollte zunächst seinen Duschkonsum überdenken. Ein bewusster Umgang mit Wasser im gesamten Haushalt ist effektiver als die vermeintliche Einsparung durch das Urinieren unter der Dusche. (Lesen Sie auch: Flughafen Köln Bonn Wieder Geöffnet: Flugbetrieb Läuft…)
Investieren Sie in einen wassersparenden Duschkopf und eine Toilettenspülung mit Spartaste, um den Wasserverbrauch im Haushalt zu reduzieren.
Alternativen und Präventionsmaßnahmen
Wer aus gesundheitlichen oder hygienischen Gründen auf das Urinieren unter der Dusche verzichten möchte, kann auf verschiedene Alternativen zurückgreifen. Eine Möglichkeit ist, vor dem Duschen die Toilette aufzusuchen, um die Blase vollständig zu entleeren. Auch nach dem Duschen sollte man bei Harndrang nicht zögern, die Toilette zu benutzen.
Frauen, die bereits unter einer Beckenbodenschwäche leiden, können gezielte Übungen zur Stärkung der Muskulatur durchführen. Diese Übungen können helfen, die Blasenfunktion zu verbessern und Inkontinenz vorzubeugen. Es gibt verschiedene Kurse und Anleitungen, die speziell auf die Stärkung des Beckenbodens ausgerichtet sind. Auch eine Beratung durch einen Physiotherapeuten kann sinnvoll sein.
Darüber hinaus ist es wichtig, auf eine gesunde Lebensweise zu achten, um die Blasenfunktion zu unterstützen. Eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Bewegung können dazu beitragen, Blasenproblemen vorzubeugen. Auch der Verzicht auf harntreibende Substanzen wie Kaffee oder Alkohol kann sich positiv auswirken.

gesundheit.de bietet Informationen zur Behandlung von Blasenschwäche und gibt Tipps zur Vorbeugung.
Was sagt die Wissenschaft?
Obwohl es keine umfassenden wissenschaftlichen Studien zum Thema Urinieren unter der Dusche gibt, deuten die Erkenntnisse aus der Urologie und Gynäkologie darauf hin, dass die Praktik insbesondere für Frauen mit Risiken verbunden sein kann. Die Belastung der Beckenbodenmuskulatur beim Urinieren im Stehen ist ein Faktor, der nicht unterschätzt werden sollte. Auch die potenziellen hygienischen Probleme durch Urinsteinbildung sind wissenschaftlich belegt.
Es ist wichtig, die individuellen gesundheitlichen Voraussetzungen zu berücksichtigen und im Zweifelsfall einen Arzt oder Physiotherapeuten zu konsultieren. Eine pauschale Empfehlung für oder gegen das Urinieren unter der Dusche kann nicht gegeben werden. Jeder sollte selbst abwägen, welche Vor- und Nachteile die Praktik für ihn persönlich hat und gegebenenfalls auf Alternativen zurückgreifen. (Lesen Sie auch: Flugbetrieb Eingestellt in Köln/Bonn: Sicherheitsvorfall!)
Ursprünglich berichtet von: Stern
Ist es hygienisch, unter der Dusche zu pinkeln?
Es kommt darauf an. Urin kann Ablagerungen in den Rohren verursachen, die zu Gerüchen führen. Regelmäßiges Reinigen der Dusche und der Abflüsse ist daher wichtig, wenn man unter der Dusche uriniert. Ansonsten ist es aus hygienischer Sicht unbedenklich, da Urin im Normalfall steril ist.
Welche Risiken birgt das Pinkeln unter der Dusche für Frauen?
Frauen, die regelmäßig im Stehen urinieren, können langfristig Probleme mit der Beckenbodenmuskulatur entwickeln. Dies kann zu Inkontinenz oder anderen Beschwerden führen. Es ist daher ratsam, diese Gewohnheit zu vermeiden, insbesondere bei bestehender Blasenschwäche.
Wie kann man Urinsteinbildung in der Dusche verhindern?
Um Urinsteinbildung vorzubeugen, sollte die Dusche nach jedem Urinieren gründlich mit heißem Wasser ausgespült werden. Eine regelmäßige Reinigung der Duschwanne und der Abflüsse mit geeigneten Reinigungsmitteln ist ebenfalls empfehlenswert. (Lesen Sie auch: Flughafen Sicherheitsvorfall: Was Steckt Hinter der Sperrung?)
Ist das Urinieren unter der Dusche tatsächlich wassersparend?
Theoretisch ja, da eine Toilettenspülung Wasser verbraucht. Moderne Spülkästen und wassersparende Duschköpfe können den Wasserverbrauch jedoch deutlich reduzieren. Ein bewusster Umgang mit Wasser im gesamten Haushalt ist effektiver als die vermeintliche Einsparung durch das Urinieren unter der Dusche.
Welche Alternativen gibt es zum Pinkeln unter der Dusche?
Eine Möglichkeit ist, vor dem Duschen die Toilette aufzusuchen, um die Blase vollständig zu entleeren. Auch nach dem Duschen sollte man bei Harndrang nicht zögern, die Toilette zu benutzen. Gezielte Übungen zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur können ebenfalls helfen.
Fazit
Das Urinieren unter der Dusche ist ein Thema, das sowohl pragmatische als auch gesundheitliche Aspekte berührt. Während die vermeintliche Wassereinsparung ein Argument für diese Praxis sein mag, sollten die potenziellen Risiken, insbesondere für Frauen, nicht außer Acht gelassen werden. Eine bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Gewohnheiten und eine Abwägung der Vor- und Nachteile sind entscheidend, um eine informierte Entscheidung zu treffen. Umweltschutz beginnt im Kleinen, aber sollte nicht auf Kosten der Gesundheit gehen. Es gibt nachhaltigere Wege, Wasser zu sparen, die keine gesundheitlichen Risiken bergen.
Das Umweltbundesamt gibt Tipps zum Wassersparen im Alltag.
