Trotz des Ukraine-Kriegs und der Bestrebungen, sich von russischer Energie unabhängiger zu machen, fliessen weiterhin beträchtliche Summen in Moskaus Kassen. Die EU importierte im vergangenen Jahr Flüssigerdgas aus Russland im Wert von rund 7,4 Milliarden Euro. Der Import von russischem LNG in die EU generiert also weiterhin erhebliche Einnahmen für Russland. Russisches LNG EU steht dabei im Mittelpunkt.

Inhaltsverzeichnis
- Warum importiert die EU weiterhin russisches LNG?
- Welche Rolle spielt die Schweiz bei der Energieversorgung Europas?
- Wie wirken sich die Importe von russischem LNG auf die EU-Energiepolitik aus?
- Welche Alternativen gibt es zu russischem LNG?
- Was bedeutet das für die Zukunft der Energieversorgung in der Schweiz?
Warum importiert die EU weiterhin russisches LNG?
Die Importe von russischem LNG in die EU sind komplex. Einerseits versucht die EU, ihre Abhängigkeit von russischen Energieträgern zu reduzieren. Andererseits spielen Faktoren wie langfristige Verträge, die bestehende Infrastruktur und die aktuelle Marktsituation eine Rolle. Einige EU-Länder sind stärker auf LNG angewiesen als andere und haben Schwierigkeiten, alternative Lieferquellen zu finden.
Die wichtigsten Fakten
- Die EU importierte 2025 russisches LNG im Wert von 7,4 Milliarden Euro.
- Das sind rund 3 Prozent weniger als 2024 (7,6 Milliarden Euro).
- Insgesamt importierte die EU 2025 LNG im Wert von 46 Milliarden Euro.
- Der grösste Teil des LNG kam aus den USA (24,2 Milliarden Euro).
Welche Rolle spielt die Schweiz bei der Energieversorgung Europas?
Die Schweiz selbst importiert kein russisches LNG, da sie keinen direkten Zugang zum Meer und somit keine LNG-Terminals besitzt. Allerdings spielt die Schweiz eine wichtige Rolle im Transit von Erdgas durch Pipelines, die auch Gas aus Russland transportieren. Die Gasversorgung der Schweiz ist eng mit dem europäischen Netz verbunden, und die Entwicklungen in der EU haben direkte Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit der Schweiz. So bezieht die Schweiz ihr Erdgas hauptsächlich aus der EU. Laut dem Bundesamt für Energie BFE, ist die Schweiz stark von ihren Nachbarländern abhängig. (Lesen Sie auch: Edelman Trust Barometer: Pessimismus Belastet Deutschland Stark)
Die Schweiz ist zwar nicht direkt vom Import russischen LNG betroffen, aber die europäische Energiepolitik beeinflusst die Schweizer Versorgungssicherheit und die Energiepreise.
Wie wirken sich die Importe von russischem LNG auf die EU-Energiepolitik aus?
Die anhaltenden Importe von russischem LNG stehen im Widerspruch zu den Zielen der EU-Energiepolitik, die darauf abzielt, die Abhängigkeit von russischen Energieträgern zu verringern und die Energieversorgung zu diversifizieren. Die EU-Kommission hat Massnahmen vorgeschlagen, um die LNG-Importe aus Russland zu reduzieren, aber die Umsetzung gestaltet sich schwierig, da einige Mitgliedstaaten stark auf diese Lieferungen angewiesen sind. Wie Stern berichtet Stern, sind die Zahlen zwar rückläufig, aber noch immer erheblich.
Welche Alternativen gibt es zu russischem LNG?
Die EU setzt verstärkt auf alternative LNG-Lieferanten, insbesondere die USA, Katar und Algerien. Der Ausbau der LNG-Infrastruktur, einschliesslich neuer Terminals und Pipelines, ist ein wichtiger Bestandteil der Diversifizierungsstrategie. Darüber hinaus fördert die EU den Ausbau erneuerbarer Energien, um den Bedarf an fossilen Brennstoffen insgesamt zu reduzieren. Auch die Steigerung der Energieeffizienz und die Reduktion des Energieverbrauchs spielen eine wichtige Rolle. Die NZZ NZZ berichtet regelmässig über die Bemühungen der EU, ihre Energiequellen zu diversifizieren. (Lesen Sie auch: Maschinenbau Stellenabbau: Tausende Jobs Weniger in Deutschland)
Die Diversifizierung der Energieversorgung ist ein langfristiger Prozess, der erhebliche Investitionen und politische Anstrengungen erfordert. Die Schweiz ist indirekt betroffen, da sie auf eine stabile und diversifizierte Energieversorgung in Europa angewiesen ist.
Was bedeutet das für die Zukunft der Energieversorgung in der Schweiz?
Für die Schweiz bedeutet die Situation, dass sie ihre eigene Energiepolitik weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit der EU ausrichten muss. Die Schweiz muss ihre Energieversorgung diversifizieren und den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben, um ihre Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Die aktuellen politischen Diskussionen über ein Rahmenabkommen mit der EU haben auch Auswirkungen auf die Energieversorgung der Schweiz. Das Eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation UVEK arbeitet an verschiedenen Strategien, um die Energieversorgung der Schweiz langfristig zu sichern.

Die anhaltenden Importe von russischem LNG in die EU zeigen, dass die Energiewende ein komplexer und langwieriger Prozess ist. Obwohl die EU bestrebt ist, ihre Abhängigkeit von russischer Energie zu verringern, spielen wirtschaftliche und infrastrukturelle Faktoren eine wichtige Rolle. Für die Schweiz bedeutet dies, dass sie ihre Energiepolitik weiterhin auf eine enge Zusammenarbeit mit der EU ausrichten und den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben muss, um ihre langfristige Energieversorgung zu sichern. Die Reduktion des Verbrauchs fossiler Energieträger ist ein erklärtes Ziel, welches durch verschiedene Massnahmen des Bundes gefördert wird. (Lesen Sie auch: Deutscher Weltmarktführer Mayer & Cie. nach Insolvenz)
