Die indische Schriftstellerin Arundhati Roy Berlinale hat ihre Teilnahme an der Berlinale 2026 abgesagt. Dies geschah aus Protest gegen die Haltung der Festivaljury unter dem Vorsitz von Wim Wenders zum Gazakrieg. Roy begründete ihre Entscheidung mit „unerhörten Aussagen“ von Jurymitgliedern bezüglich des Konflikts.

Hintergrund: Arundhati Roy und ihr politisches Engagement
Arundhati Roy ist nicht nur eine gefeierte Schriftstellerin, sondern auch eine engagierte politische Aktivistin. Ihre Werke und ihr öffentliches Auftreten sind oft von Kritik an Ungerechtigkeit, Krieg und Menschenrechtsverletzungen geprägt. Roy scheut sich nicht, kontroverse Themen anzusprechen und bezieht klar Stellung zu politischen Konflikten weltweit. Ihr Engagement macht sie zu einer Stimme für marginalisierte Gruppen und zu einer Kritikerin von Machtstrukturen.
Roy wurde 1959 in Shillong, Indien, geboren und erlangte internationale Anerkennung mit ihrem Roman „Der Gott der kleinen Dinge“, für den sie 1997 mit dem Booker Prize ausgezeichnet wurde. Neben ihrer literarischen Arbeit hat sie sich immer wieder zu politischen Themen geäußert, darunter der Konflikt in Kaschmir, die Globalisierung und die Umweltzerstörung. (Lesen Sie auch: Ilia Malinin Eiskunstlauf: patzt bei Olympia: Gold)
Arundhati Roys Absage der Berlinale-Teilnahme im Detail
Die Absage von Arundhati Roy erfolgte, nachdem Jurypräsident Wim Wenders auf der Eröffnungspressekonferenz der Berlinale auf die deutsche Haltung zum Gazakrieg angesprochen wurde. Wenders antwortete darauf, dass sich Filmschaffende aus der Politik heraushalten müssten. Diese Aussage stieß bei Roy auf Kritik. Wie der Tagesspiegel berichtet, erklärte sie in einer Stellungnahme ihres Verlags, dass sie „schockiert und angewidert“ sei von den Aussagen der Jury-Mitglieder.
Ein Journalist hatte die Jury am Eröffnungstag mit dem Vorwurf konfrontiert, die Berlinale habe sich mit Menschen im Iran und der Ukraine solidarisiert, nicht aber mit palästinensischen Menschen. Er fragte, ob die Jury die „selektive Behandlung der Menschenrechte“ unterstütze, angesichts der Tatsache, dass die deutsche Regierung den Völkermord in Gaza unterstütze und Hauptgeldgeber der Berlinale sei. Israel weist die Völkermord-Vorwürfe zurück, ebenso die Bundesregierung. Vor dem Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag läuft eine von Südafrika angestrengte Völkermord-Klage gegen Israel.
Roy ließ Wim Wenders und seinen Jurykollegen ausrichten: „Wenn die größten Filmemacher und Künstler unserer Zeit sich nicht klar positionieren, dann sollten sie wissen, dass die Geschichte über sie richten wird“, zitiert die Süddeutsche Zeitung die Schriftstellerin. (Lesen Sie auch: Gürtelrose Impfung: -: Kassen übernehmen Kosten)
Reaktionen und Einordnung der Absage
Die Absage von Arundhati Roy hat in der Kulturszene und in den sozialen Medien für Aufsehen gesorgt. Einige unterstützen ihre Entscheidung und sehen sie als wichtigen Akt des Protests gegen die deutsche Politik im Nahostkonflikt. Andere kritisieren Roy und werfen ihr vor, die Berlinale für ihre politischen Zwecke zu instrumentalisieren.
Die Berlinale selbst hat sich bislang nicht offiziell zu der Absage geäußert.
Die Reaktion von Wim Wenders, sich aus der Politik heraushalten zu müssen, steht im Widerspruch zu der traditionell politischen Ausrichtung der Berlinale. Lars Klingbeil hatte kurz vor der Eröffnung der Berlinale beim Produzententag die Bedeutung der Kultur hervorgehoben, „dass Kreative aufstehen und ihre Meinung sagen“, wie der Spiegel berichtet. (Lesen Sie auch: Gürtelrose Impfung: -: Kassen übernehmen Kosten)
Arundhati Roy Berlinale: Was bedeutet das für das Festival?
Die Absage von Arundhati Roy ist ein Rückschlag für die Berlinale, die sich gerne als politisches Festival präsentiert. Der Vorfall lenkt den Fokus auf die Frage, wie sich die Berlinale zu politischen Konflikten positioniert und ob sie ihrer Rolle als Plattform für kritische Stimmen gerecht wird.

Die Berlinale steht nun vor der Herausforderung, mit der Kritik umzugehen und das Vertrauen derjenigen zurückzugewinnen, die sich von der Haltung der Festivalleitung enttäuscht zeigen. Dies könnte beispielsweise durch eine offene Auseinandersetzung mit dem Thema oder durch die Einladung von Künstlern und Filmemachern geschehen, die sich kritisch zum Gazakrieg äußern.
Die Berlinale, die sich selbst als politisches Filmfestival inszeniert, steht nun vor einer Zerreißprobe. Einerseits möchte man die Kunstfreiheit wahren und sich nicht in politische Auseinandersetzungen hineinziehen lassen. Andererseits wird von einem Festival mit diesem Anspruch erwartet, dass es sich zu wichtigen gesellschaftlichen Fragen positioniert und Raum für unterschiedliche Perspektiven bietet. (Lesen Sie auch: Gürtelrose Impfung: -: Kassen zahlen jetzt)
Es bleibt zu hoffen, dass die Berlinale die aktuelle Situation als Chance begreift, ihre Rolle als politisches Festival zu reflektieren und sich zukünftig noch stärker für eine offene und kontroverse Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Fragen einzusetzen. Informationen zur Geschichte und Hintergründe des Festivals finden sich auf der offiziellen Webseite der Berlinale.
FAQ zu arundhati roy berlinale
Häufig gestellte Fragen zu arundhati roy berlinale
Warum hat Arundhati Roy ihre Teilnahme an der Berlinale abgesagt?
Arundhati Roy hat ihre Teilnahme an der Berlinale 2026 abgesagt, weil sie mit der Haltung der Jury zum Gazakrieg nicht einverstanden ist. Sie kritisierte die Aussage von Jurypräsident Wim Wenders, dass sich Filmschaffende aus der Politik heraushalten sollten, und bezeichnete die Aussagen der Jury-Mitglieder als „unerhört“.
Wer ist Arundhati Roy?
Arundhati Roy ist eine indische Schriftstellerin und politische Aktivistin. Sie wurde 1997 mit dem Booker Prize für ihren Roman „Der Gott der kleinen Dinge“ ausgezeichnet. Roy ist bekannt für ihr Engagement gegen Ungerechtigkeit, Krieg und Menschenrechtsverletzungen.
Was ist die Berlinale?
Die Berlinale, auch bekannt als Internationale Filmfestspiele Berlin, ist eines der bedeutendsten Filmfestivals der Welt. Sie findet jährlich in Berlin statt und gilt als ein wichtiges Forum für den internationalen Filmaustausch. Die Berlinale hat traditionell eine politische Ausrichtung.
Wie hat die Berlinale auf die Absage von Arundhati Roy reagiert?
Die Berlinale hat sich bislang nicht offiziell zu der Absage von Arundhati Roy geäußert.
Welche Kritikpunkte werden an der Haltung der Berlinale zum Gazakrieg geäußert?
Kritiker werfen der Berlinale vor, eine selektive Behandlung von Menschenrechten vorzunehmen, indem sie sich mit Menschen im Iran und der Ukraine solidarisiert, nicht aber mit palästinensischen Menschen. Zudem wird die deutsche Regierung kritisiert, die Hauptgeldgeber der Berlinale ist und gleichzeitig die israelische Politik unterstützt.
