Die Sorge um den Schutz geistigen Eigentums in Zeiten rasant fortschreitender künstlicher Intelligenz (KI) erreicht neue Dimensionen. Ein KI-generiertes Video, das fiktive Kämpfe zwischen Hollywood-Größen wie Tom Cruise und Brad Pitt zeigt, hat die Filmindustrie alarmiert. Nun geht Disney gegen Bytedance vor, dem Eigentümer von TikTok, wegen dessen KI-Videomodell Seedance 2.0, das potenziell urheberrechtlich geschützte Figuren unerlaubt nutzen könnte. Disney Bytedance steht dabei im Mittelpunkt.

Kernpunkte
- Disney hat ein Unterlassungsschreiben an Bytedance wegen des KI-Modells Seedance 2.0 geschickt.
- Grund für die Beschwerde ist die unerlaubte Verwendung von Disney-Figuren in KI-generierten Videos.
- Die Motion Picture Association (MPA) fordert Bytedance auf, Urheberrechte zu wahren.
- KI-Videogeneratoren wie Seedance 2.0 und Sora 2 werfen Fragen nach dem Schutz geistigen Eigentums auf.
| PRODUKT: | Seedance 2.0 (KI-Videomodell), Bytedance, Preis unbekannt, Verfügbarkeit: begrenzt, Plattform: Cloud-basiert, Besonderheiten: Erzeugt realistische Videoclips aus Textvorgaben |
|---|---|
| SICHERHEIT: | Betroffene Systeme: Urheberrechte, Schweregrad: Hoch, Patch verfügbar?: Nein, Handlungsempfehlung: Nutzung von KI-Videogeneratoren kritisch prüfen und Urheberrechte beachten |
| APP: | TikTok, iOS & Android, Free (In-App-Käufe), Bytedance |
Disney geht gegen Bytedance wegen KI-Video-Modell vor
Der Disney-Konzern hat Bytedance, dem chinesischen Unternehmen hinter der beliebten Social-Media-Plattform TikTok, ein Unterlassungsschreiben zukommen lassen. Wie Stern berichtet, ist der Grund dafür das KI-Videomodell Seedance 2.0, das in der Lage ist, aus Textvorgaben realistische Videoclips zu generieren. Disney befürchtet, dass Seedance 2.0 verwendet werden könnte, um Videos zu erstellen, die urheberrechtlich geschützte Charaktere und Inhalte des Konzerns ohne Genehmigung nutzen.
Konkret geht es um die unautorisierte Verwendung von Figuren aus bekannten Disney-Franchises wie „Star Wars“ und dem Marvel Cinematic Universe. Die Sorge ist, dass die KI-generierten Videos die Markenrechte von Disney verletzen und potenziell zu finanziellen Schäden führen könnten.
Der Fall verdeutlicht die zunehmenden Herausforderungen, denen sich Unternehmen im Bereich des geistigen Eigentums angesichts der rasanten Entwicklung von KI-Technologien stellen müssen. KI-Modelle, die in der Lage sind, realistische Inhalte zu erstellen, bergen das Risiko, dass Urheberrechte verletzt werden, wenn sie nicht verantwortungsvoll eingesetzt werden.
Ein Unterlassungsschreiben ist eine formelle Aufforderung, ein bestimmtes Verhalten zu unterlassen, das als rechtswidrig angesehen wird. Im Falle von Urheberrechtsverletzungen fordert der Rechteinhaber den Verletzer auf, die unautorisierte Nutzung des geschützten Materials zu beenden.
Was ist Seedance 2.0 und wie funktioniert es?
Seedance 2.0 ist ein KI-Modell, das von Bytedance entwickelt wurde und in der Lage ist, Videos aus Textbeschreibungen zu generieren. Nutzer können dem Modell eine Textvorgabe geben, die beschreibt, was in dem Video zu sehen sein soll, und die KI erzeugt dann ein entsprechendes Video. Die Technologie basiert auf sogenannten generativen neuronalen Netzen, die darauf trainiert wurden, realistische Bilder und Videos zu erzeugen.
Die Funktionsweise von Seedance 2.0 lässt sich grob in drei Schritte unterteilen: Zunächst analysiert das Modell die Textvorgabe und extrahiert die wichtigsten Informationen über die gewünschte Szene, Charaktere und Handlungen. Anschließend verwendet es diese Informationen, um ein Rohvideo zu erstellen, das die grundlegenden Elemente der Szene enthält. Schließlich verfeinert das Modell das Rohvideo, um es realistischer und detaillierter zu gestalten, indem es Texturen, Lichteffekte und andere visuelle Details hinzufügt. (Lesen Sie auch: Seedance 2.0: Bytedance pausiert KI-Feature nach Kontroverse)
Die Qualität der generierten Videos hängt von der Komplexität der Textvorgabe und der Trainingsdaten ab, mit denen das Modell gefüttert wurde. Je detaillierter und präziser die Textvorgabe ist, desto besser kann die KI die gewünschte Szene erfassen und ein entsprechendes Video erzeugen.
Der Fall Tom Cruise und Brad Pitt: Ein Weckruf für Hollywood
Bevor Disney gegen Bytedance vorging, sorgte ein KI-generiertes Video, das die Hollywood-Stars Tom Cruise und Brad Pitt in einem fiktiven Kampf auf einem Hausdach zeigte, für Aufsehen in der Filmindustrie. Das Video, das von Seedance 2.0 erstellt wurde, demonstrierte auf beeindruckende Weise die Fähigkeiten der KI-Technologie, realistische und überzeugende Videos zu erzeugen. Es war jedoch auch ein Weckruf für Hollywood, da es die potenziellen Risiken und Herausforderungen aufzeigte, die mit der unkontrollierten Nutzung von KI-Videogeneratoren verbunden sind.
Das Video verdeutlichte, dass KI-Modelle in der Lage sind, täuschend echte Darstellungen von Prominenten und anderen Personen des öffentlichen Lebens zu erzeugen, ohne deren Zustimmung oder Wissen. Dies wirft ethische und rechtliche Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf den Schutz der Privatsphäre und des Persönlichkeitsrechts.
Charles Rivkin, der Chef des Branchenverbandes Motion Picture Association (MPA), forderte Bytedance angesichts des Vorfalls auf, Urheberrechte zu wahren und sicherzustellen, dass die KI-Technologie nicht für illegale oder unethische Zwecke eingesetzt wird.
Die Motion Picture Association setzt sich für den Schutz der Rechte von Filmemachern und anderen Kreativen ein und kämpft gegen Piraterie und andere Formen der Urheberrechtsverletzung.
So funktioniert es in der Praxis: KI-Videogenerierung mit Seedance 2.0
Um ein Video mit Seedance 2.0 zu erstellen, benötigt man zunächst Zugang zu der Plattform. Da es sich um eine Technologie von Bytedance handelt, ist der Zugang derzeit (Stand: Oktober 2024) beschränkt. In der Praxis sieht der Prozess wie folgt aus:
- Textvorgabe erstellen: Der Nutzer formuliert eine detaillierte Beschreibung der gewünschten Szene. Je genauer die Beschreibung, desto besser das Ergebnis. Beispiel: „Tom Cruise und Brad Pitt kämpfen auf einem Hausdach in Los Angeles bei Nacht. Es regnet und Blitze erhellen die Szene.“
- KI-Generierung starten: Die Textvorgabe wird in die Seedance 2.0 Plattform eingegeben. Die KI analysiert den Text und beginnt mit der Generierung des Videos.
- Feinabstimmung (optional): In einigen Fällen ermöglicht die Plattform eine Feinabstimmung der generierten Videos. Nutzer können beispielsweise die Kameraperspektive, die Beleuchtung oder die Gesichtsausdrücke der Charaktere anpassen.
- Video herunterladen: Sobald das Video fertiggestellt ist, kann es heruntergeladen und für verschiedene Zwecke verwendet werden.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Qualität der generierten Videos stark von der Leistungsfähigkeit des KI-Modells und der Qualität der Trainingsdaten abhängt. Auch die Einhaltung von Urheberrechten und ethischen Richtlinien ist bei der Nutzung solcher Technologien von entscheidender Bedeutung.
Um die bestmöglichen Ergebnisse mit KI-Videogeneratoren zu erzielen, ist es ratsam, detaillierte und präzise Textvorgaben zu verwenden. Je mehr Informationen die KI erhält, desto besser kann sie die gewünschte Szene erfassen und ein entsprechendes Video erzeugen. (Lesen Sie auch: Gençlerbirliği – Rizespor: gegen: Kann Ankara die…)
Vorteile und Nachteile von KI-Videogeneratoren
KI-Videogeneratoren wie Seedance 2.0 bieten eine Reihe von Vorteilen, bergen aber auch potenzielle Nachteile:
Vorteile:
- Kosteneffizienz: Die Erstellung von Videos mit KI kann deutlich günstiger sein als herkömmliche Produktionsmethoden.
- Zeitersparnis: KI-Modelle können Videos in kurzer Zeit generieren, was den Produktionsprozess beschleunigt.
- Kreativität: KI-Videogeneratoren können neue kreative Möglichkeiten eröffnen und es ermöglichen, Ideen umzusetzen, die zuvor nicht realisierbar waren.
Nachteile:
- Urheberrechtsverletzungen: Die unautorisierte Verwendung von urheberrechtlich geschützten Inhalten ist ein großes Problem.
- Ethische Bedenken: Die Erzeugung von Deepfakes und anderen manipulierten Videos kann zu Desinformation und Rufschädigung führen.
- Qualität: Die Qualität der generierten Videos ist noch nicht immer mit der von professionellen Produktionen vergleichbar.
Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile von KI-Videogeneratoren abzuwägen und sie verantwortungsvoll einzusetzen. Unternehmen und Einzelpersonen sollten sich bewusst sein, dass die Nutzung dieser Technologien rechtliche und ethische Konsequenzen haben kann.
Seedance 2.0 im Vergleich: OpenAI’s Sora 2 als Alternative?
Seedance 2.0 ist nicht der einzige KI-Videogenerator auf dem Markt. Ein weiteres vielversprechendes Modell ist Sora 2, das von OpenAI entwickelt wurde, dem Unternehmen hinter ChatGPT. Sora 2 zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, realistische und detaillierte Videos aus Textvorgaben zu erzeugen, und bietet ähnliche Funktionen wie Seedance 2.0.

Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Modellen besteht darin, dass OpenAI eine Lizenzvereinbarung mit Disney getroffen hat, die es dem Unternehmen erlaubt, Disney-Figuren in Sora-Videos zu verwenden. Disney hat außerdem eine Milliarde Dollar in OpenAI investiert. Diese Partnerschaft könnte OpenAI einen Vorteil gegenüber Bytedance verschaffen, da Disney möglicherweise eher bereit ist, mit OpenAI zusammenzuarbeiten als mit einem Unternehmen, gegen das es rechtliche Schritte eingeleitet hat.
Ein weiterer Unterschied ist die Verfügbarkeit. Während Seedance 2.0 derzeit nur begrenzt zugänglich ist, plant OpenAI, Sora 2 in Zukunft für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dies könnte dazu führen, dass Sora 2 zu einem beliebteren und weit verbreiteten KI-Videogenerator wird. (Lesen Sie auch: Herzkrankes Kind Italien: Wettlauf gegen die Zeit…)
Die Nutzung von KI-Videogeneratoren zur Erstellung von Deepfakes und anderen manipulierten Videos kann rechtliche Konsequenzen haben. Es ist wichtig, sich über die geltenden Gesetze und Bestimmungen zu informieren und sicherzustellen, dass die erstellten Videos nicht gegen diese verstoßen.
Die Rolle von Netflix und anderen Streaming-Diensten
Während Disney und andere Hollywood-Konzerne besorgt über die potenziellen Risiken von KI-Videogeneratoren sind, gibt sich Netflix gelassener. Bela Bajaria, die Inhaltechefin von Netflix, äußerte sich kürzlich zu dem Thema und betonte, dass sie keine Angst vor KI habe. Sie räumte zwar ein, dass das KI-generierte Video mit Tom Cruise und Brad Pitt eine „coole Actionszene“ gewesen sei, bezweifelte aber, dass dies das sei, was die Leute wirklich sehen wollen.
Netflix setzt stattdessen auf die Zusammenarbeit mit menschlichen Kreativen und die Entwicklung von hochwertigen Inhalten, die auf Originalität und Innovation basieren. Das Unternehmen sieht KI eher als Werkzeug, das zur Unterstützung der kreativen Prozesse eingesetzt werden kann, als als Bedrohung für die menschliche Kreativität.
Das Urheberrechtsgesetz schützt unter anderem Filmwerke und räumt den Urhebern das Recht ein, über die Nutzung ihrer Werke zu bestimmen.
Warum geht Disney gegen Bytedance vor?
Disney hat ein Unterlassungsschreiben an Bytedance geschickt, da der Konzern befürchtet, dass dessen KI-Videomodell Seedance 2.0 urheberrechtlich geschützte Figuren aus Disney-Franchises wie „Star Wars“ und Marvel ohne Genehmigung nutzen könnte.
Was ist Seedance 2.0 und wie funktioniert es?
Seedance 2.0 ist ein KI-Modell von Bytedance, das Videos aus Textbeschreibungen generieren kann. Nutzer geben eine Textvorgabe ein, und die KI erzeugt ein entsprechendes Video, indem sie die Informationen analysiert und ein realistisches Rohvideo erstellt, das anschließend verfeinert wird. (Lesen Sie auch: KI-Video von Tom Cruise sorgt für Aufruhr…)
Welche Risiken birgt die Nutzung von KI-Videogeneratoren?
KI-Videogeneratoren bergen Risiken wie Urheberrechtsverletzungen, ethische Bedenken durch Deepfakes und Desinformation sowie potenzielle Qualitätsprobleme der generierten Videos. Ein verantwortungsvoller Umgang ist daher essenziell.
Welche Alternativen gibt es zu Seedance 2.0?
Eine Alternative zu Seedance 2.0 ist Sora 2 von OpenAI. OpenAI hat eine Lizenzvereinbarung mit Disney, die die Nutzung von Disney-Figuren in Sora-Videos erlaubt, was dem Unternehmen einen Vorteil verschaffen könnte.
Wie reagiert Netflix auf die Entwicklung von KI-Videogeneratoren?
Netflix gibt sich gelassen und setzt weiterhin auf die Zusammenarbeit mit menschlichen Kreativen und die Entwicklung von Originalinhalten. Das Unternehmen sieht KI eher als Werkzeug zur Unterstützung der kreativen Prozesse.
Die Auseinandersetzung zwischen Disney und Bytedance rund um das KI-Videomodell Seedance 2.0 verdeutlicht die komplexen Herausforderungen, die mit der rasanten Entwicklung von KI-Technologien verbunden sind. Der Schutz geistigen Eigentums, ethische Fragen und die Auswirkungen auf die Kreativbranche sind Themen, die in Zukunft noch intensiver diskutiert werden müssen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die rechtliche Lage und die technologischen Möglichkeiten weiterentwickeln werden, und welche Rolle die DSGVO dabei spielen wird.
