Lesezeit: ca. 4 Minuten
Ein für seine Kinder gebauter Bolzplatz im Garten sorgt im nordrhein-westfälischen Telgte seit Wochen für Aufsehen. Stand 15.02.2026, hat der Konflikt zwischen dem Bauherrn Robert Salomon, einigen Nachbarn und den Behörden eine neue Eskalationsstufe erreicht. Dem Traum vom privaten Fußballfeld droht nun das endgültige Aus durch einen behördlich angeordneten Abriss, da die Anlage ohne Baugenehmigung errichtet wurde und nach Ansicht des Kreises Warendorf dem Charakter eines reinen Wohngebiets widerspricht.
Das Wichtigste in Kürze
- Konflikt: Ein Vater, Robert Salomon, hat in Telgte (NRW) einen 16×8 Meter großen Bolzplatz in seinem Garten gebaut.
- Problem: Die Anlage wurde ohne Baugenehmigung errichtet, was zu Beschwerden von Nachbarn und zum Eingreifen der Behörden führte.
- Behördenentscheidung: Die Stadt Telgte und der Kreis Warendorf halten den privaten Bolzplatz in einem Wohngebiet für baurechtlich unzulässig.
- Begründung: Private Kleinspielfelder widersprechen dem Nutzungszweck eines Wohngebiets, der primär dem Wohnen und der Ruhe dient.
- Aktueller Stand: Ein nachträglich eingereichter Bauantrag wurde von der Stadt abgelehnt; dem Platz droht der Abriss.
- Argument des Vaters: Er wollte seinen Kindern einen Traum erfüllen und investierte dafür sein Urlaubsbudget.
- Gegenstimmen: Einige Nachbarn fühlen sich durch den Lärm gestört und forderten eine frühzeitigere Einbindung.
Der Traum vom eigenen Fußballfeld
Im beschaulichen Telgte bei Münster hat der 41-jährige Robert Salomon seinen Kindern einen besonderen Wunsch erfüllt: ein eigenes kleines Fußballstadion. Auf einer Fläche von 16 mal 8 Metern entstand ein professionell anmutender Kunstrasenplatz, komplett mit Banden, Fangnetzen, Toren und sogar einer Flutlichtanlage. „Es ist schon cool, wenn man auf seinem eigenen Grundstück einfach einen Fußballplatz hat“, zitiert ein RTL West Beitrag den Sohn der Familie. Der Vater investierte dafür nach eigenen Angaben das Urlaubsbudget der Familie, um den Kindern eine Freude zu machen und ihnen eine Trainingsmöglichkeit direkt am Haus zu bieten.
Streitpunkt Baugenehmigung für den Bolzplatz im Garten
Die Freude währte jedoch nicht lange. Einige Nachbarn im Neubaugebiet fühlten sich durch den Lärm gestört und schalteten die Stadtverwaltung ein. Daraufhin stellte sich heraus, dass für die Errichtung des Bolzplatzes eine Baugenehmigung erforderlich gewesen wäre. Robert Salomon hatte diese vor dem Bau nicht beantragt. Folglich reichte er einen Bauantrag nach, doch die Stadt Telgte lehnte diesen ab und gab den Fall an die übergeordnete Behörde, den Kreis Warendorf, weiter.
Die rechtliche Einschätzung des Kreises ist eindeutig. In einer schriftlichen Stellungnahme heißt es: „Aus guten Gründen werden öffentliche Kleinspielfelder und Sportanlagen am Rand von Wohngebieten auf Grünflächen oder in Parks errichtet. Deshalb schließt das Baurecht die Errichtung privater Kleinspielfelder in den Gärten innerhalb von Wohngebieten aus, da diese grundsätzlich dem Nutzungszweck eines Wohngebietes widersprechen.“ Dem Bolzplatz im Garten droht somit der Rückbau.
Wie ist die Rechtslage für private Sportanlagen?
Die rechtliche Situation für solche Bauten ist komplex. Grundsätzlich gelten Sport- und Spielflächen laut Bauordnung für das Land Nordrhein-Westfalen (BauO NRW) als bauliche Anlagen. Ihre Zulässigkeit in einem reinen Wohngebiet ist stark eingeschränkt. Während Kinderlärm gesetzlich privilegiert ist und hingenommen werden muss, gilt dies nicht automatisch für die bauliche Anlage, die den Lärm ermöglicht. Die Behörden argumentieren, dass eine solche Anlage eine Nutzungsintensität fördert, die über das übliche Maß der Gartennutzung hinausgeht und somit den Gebietscharakter stört. Ähnliche Konflikte können auch bei anderen Themen entstehen, wie unser Beitrag über häusliche Gewalt zeigt, wo ebenfalls rechtliche und nachbarschaftliche Grenzen eine Rolle spielen.
| Merkmal | Übliche Gartennutzung | Privater Bolzplatz |
|---|---|---|
| Nutzungsart | Erholung, Gärtnern, gelegentliches Spielen | Intensiver, regelmäßiger Sportbetrieb |
| Geräuschemission | Temporär, unregelmäßig (z.B. Kinderlachen) | Dauerhaft, intensiv (Ballgeräusche, Rufe) |
| Bauliche Anlage | Meist genehmigungsfrei (z.B. Sandkasten) | Oft genehmigungspflichtig |
| Rechtliche Einordnung | Sozialadäquat in Wohngebieten | Potenziell gebietsfremde Nutzung |
Emotionale Debatte im „Philosophenviertel“
Der Fall hat in Telgte eine Welle der Anteilnahme und Diskussion ausgelöst. Während sich einige Anwohner klar gegen die Anlage positionieren, zeigen andere Verständnis für die Familie. Eine Nachbarin äußerte gegenüber RTL West, dass sie den Platz „toll“ finde und er sie nicht störe. Für Familie Salomon ist die Situation eine enorme Belastung. „Dass da jemand dann so da reingrätscht, boah, das ist schon mal… da weiß man erstmal nicht so recht, wo einem der Boden noch richtig sitzt. Also das ist wirklich Wahnsinn gewesen“, so Robert Salomon. Laut einem Bericht von Radio WAF hofft die Familie noch auf einen Kompromiss, etwa durch einen Teilrückbau oder einen Aufschub. Ob die Behörden sich darauf einlassen, ist ungewiss. Der Fall zeigt exemplarisch, wie schnell der Traum vom Eigenheim zum Schauplatz eines Nachbarschaftsstreits werden kann, ähnlich wie es bei Unfällen zu unerwarteten Folgen kommt, wie im Artikel zum Autounfall in Zürich beschrieben.
Fazit
Der Streit um den Bolzplatz im Garten in Telgte ist mehr als nur eine lokale Posse. Er berührt grundsätzliche Fragen des Baurechts, des Lärmschutzes und des nachbarschaftlichen Zusammenlebens. Während die rechtliche Lage aus Sicht der Behörden klar scheint, bleibt die emotionale und menschliche Komponente. Die Entscheidung des Kreises Warendorf wird zeigen, wie viel Spielraum für individuelle Kinderträume in einem durchregulierten deutschen Wohngebiet bleibt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- 1. Braucht man für einen Bolzplatz im Garten eine Baugenehmigung?
- Ja, in den meisten Fällen wird für einen fest installierten Bolzplatz dieser Größe eine Baugenehmigung benötigt, da er als bauliche Anlage gilt. Die genauen Vorschriften können je nach Bundesland und kommunalem Bebauungsplan variieren.
- 2. Warum wurde der Bolzplatz in Telgte nicht genehmigt?
- Die zuständige Behörde, der Kreis Warendorf, argumentiert, dass ein privater Bolzplatz dem Nutzungszweck eines reinen Wohngebiets widerspricht. Solche Gebiete sind primär für Wohnzwecke und die damit verbundene Ruhe vorgesehen.
- 3. Ist Kinderlärm im Garten nicht grundsätzlich erlaubt?
- Ja, Geräusche von spielenden Kindern gelten in Deutschland in der Regel nicht als schädliche Umwelteinwirkung und müssen von Nachbarn toleriert werden. Dies bezieht sich jedoch auf das Verhalten der Kinder, nicht auf die Genehmigungsfähigkeit einer baulichen Anlage, die intensiven Sportbetrieb ermöglicht.
- 4. Was sind die Hauptargumente der Nachbarn gegen den Bolzplatz im Garten?
- Der Hauptkritikpunkt ist die Lärmbelästigung durch den intensiven Spielbetrieb, insbesondere die Geräusche des aufprallenden Balls und die Rufe der Spieler.
- 5. Was passiert nun mit dem Fußballplatz der Familie Salomon?
- Da der nachträgliche Bauantrag abgelehnt wurde, könnte der Kreis Warendorf nun den vollständigen Rückbau der Anlage anordnen. Die Familie hofft noch auf eine Kompromisslösung.
Autor-Box
Dieser Artikel wurde von unserem erfahrenen Online-Redakteur und SEO-Experten verfasst. Mit jahrelanger Erfahrung in der Berichterstattung über lokale Ereignisse und rechtliche Auseinandersetzungen, bietet er fundierte und gut recherchierte Inhalte. Seine Expertise stellt sicher, dass alle Fakten geprüft und aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet werden, um unseren Lesern ein umfassendes Bild der Lage zu vermitteln.
Social Media Snippets
Twitter: Streit um Kinder-Traum in #Telgte: Familie baut #Bolzplatz im Garten, doch den Nachbarn ist es zu laut. Jetzt droht der Abriss durch die Behörden. Alle Hintergründe zum Zoff in NRW. #Nachbarschaftsstreit
Facebook: Ein Vater erfüllt seinen Kindern in Telgte (NRW) den Traum vom eigenen Fußballplatz im Garten – doch das Glück währt nur kurz. Nach Beschwerden von Nachbarn wegen Lärm schalten sich die Behörden ein. Nun steht der Abriss des 16×8 Meter großen Platzes im Raum. Ist das gerechtfertigt oder übertriebene Bürokratie? Lest die ganze Geschichte hier. #Bolzplatz #Garten #Telgte #Nachbarschaftsstreit
LinkedIn: Ein Fall aus Telgte (NRW) beleuchtet die Grenzen zwischen privater Gartengestaltung und öffentlichem Baurecht. Die Errichtung eines privaten Bolzplatzes ohne Genehmigung führt zu einem Konflikt mit Nachbarn und Behörden. Der Fall wirft wichtige Fragen zur Definition von ‚Wohnqualität‘, Lärmschutz und der Zulässigkeit von Sportanlagen in reinen Wohngebieten auf. Eine Analyse der rechtlichen und sozialen Dimensionen. #Baurecht #Immobilien #Konfliktmanagement #NRW