Das nächste VW Sparprogramm des Volkswagen-Konzerns könnte ein Volumen von 60 Milliarden Euro erreichen. Angesichts schleppender Verkäufe in China und anhaltender Unsicherheiten durch US-Zölle plant der Konzern, die Kosten bis 2028 um 20 Prozent zu senken. Dies geht aus einem Bericht des „Manager Magazins“ hervor. Die Maßnahme soll die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens stärken und zukünftige Investitionen sichern.

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Kernpunkte
- Volkswagen plant ein Sparprogramm von 60 Milliarden Euro bis 2028.
- Die Kosten sollen um 20 Prozent gesenkt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
- Schleppende Verkäufe in China und US-Zölle sind Hauptgründe für das Sparprogramm.
- Der Betriebsrat lehnt Werksschließungen strikt ab.
| Unternehmen: | Volkswagen AG |
|---|---|
| Umsatz: | 279 Mrd. Euro (2022) |
| Gewinn/Verlust: | 15,8 Mrd. Euro Gewinn (2022) |
| Mitarbeiterzahl: | 660.000 (weltweit) |
| Branche: | Automobilindustrie |
| Veränderung zum Vorjahr: | Umsatz +12%, Gewinn +2,3% |
Hintergrund des geplanten Sparprogramms
Die Automobilindustrie befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Die steigende Bedeutung der Elektromobilität, verschärfte Umweltauflagen und zunehmende Konkurrenz aus China und den USA zwingen etablierte Hersteller wie Volkswagen, ihre Geschäftsmodelle zu überdenken. Laut einer Meldung von Stern sind die genannten Faktoren ausschlaggebend für das geplante VW Sparprogramm. Die Transformation erfordert massive Investitionen in neue Technologien und Produktionsstätten, was wiederum den Kostendruck erhöht. Hinzu kommen geopolitische Unsicherheiten, die sich negativ auf die Absatzmärkte auswirken.
Volkswagen hat bereits in der Vergangenheit Sparmaßnahmen ergriffen, um die Effizienz zu steigern und die Profitabilität zu sichern. Diese Maßnahmen umfassten unter anderem den Abbau von Arbeitsplätzen, die Optimierung von Produktionsprozessen und die Reduzierung von Materialkosten. Allerdings reichen diese bisherigen Anstrengungen offenbar nicht aus, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.
Volkswagen investiert bis 2027 rund 180 Milliarden Euro in Elektromobilität, Digitalisierung und autonomes Fahren. Ein Großteil dieser Investitionen fließt in den Ausbau der Batteriefertigung und die Entwicklung neuer Softwareplattformen. (Lesen Sie auch: Rente mit 4100 Euro Gehalt: So Hoch…)
Wie soll das Sparprogramm umgesetzt werden?
Details zum geplanten VW Sparprogramm sind bislang noch nicht öffentlich bekannt. Laut „Manager Magazin“ sollen die Einsparungen in allen Bereichen des Konzerns erfolgen, von der Entwicklung über die Produktion bis hin zum Vertrieb. Denkbar sind unter anderem die Straffung des Modellportfolios, die Standardisierung von Bauteilen und die Auslagerung von bestimmten Aufgaben an externe Dienstleister. Auch Werksschließungen und ein weiterer Stellenabbau über die bereits angekündigten 35.000 Stellen hinaus könnten nicht ausgeschlossen werden. Der Konzern hat sich bisher nicht detailliert zu den Inhalten des Programms geäußert.
Ein zentraler Punkt dürfte die Optimierung der Produktionsprozesse sein. Volkswagen hat in den letzten Jahren bereits viel in die Automatisierung und Digitalisierung seiner Werke investiert. Durch den Einsatz von Robotern und künstlicher Intelligenz sollen die Produktionskosten gesenkt und die Qualität verbessert werden. Auch die Einführung neuer Produktionsmethoden, wie beispielsweise die Modulare Produktionsplattform (MEB) für Elektrofahrzeuge, soll zu Effizienzsteigerungen beitragen.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung bei den Sparbemühungen?
Die Digitalisierung spielt eine entscheidende Rolle bei den Sparbemühungen von Volkswagen. Durch die Einführung neuer Softwareplattformen und digitaler Services sollen die Prozesse im gesamten Unternehmen optimiert werden. So plant Volkswagen beispielsweise, die Entwicklung neuer Fahrzeuge durch den Einsatz von virtuellen Prototypen und Simulationen zu beschleunigen. Auch die Vernetzung von Fahrzeugen und die Erhebung von Daten sollen dazu beitragen, die Effizienz zu steigern und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet regelmäßig über die Fortschritte von VW im Bereich der Digitalisierung.
Die Rolle des Betriebsrats
Der Betriebsrat von Volkswagen hat sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch zu Sparmaßnahmen geäußert, die mit einem Stellenabbau oder Werksschließungen verbunden sind. Betriebsratschefin Daniela Cavallo betonte im VW-Intranet, dass es mit dem Betriebsrat keine Werksschließungen geben werde. Sie verwies auf den „Dezember-Kompromiss“ von Ende 2024, der Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ausdrücklich ausschließt. Der Betriebsrat ist sich jedoch bewusst, dass sich der Konzern in einer schwierigen Lage befindet und dass Maßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit erforderlich sind. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Verhandlungen zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat gestalten werden. (Lesen Sie auch: Lehrer Rente Ungerecht: Ist Meine Pension zu…)
Der „Dezember-Kompromiss“ von Ende 2024 beinhaltet unter anderem den Abbau von Stellen durch Altersteilzeit und Vorruhestand sowie die Verlagerung von bestimmten Aufgaben in kostengünstigere Regionen. Im Gegenzug hat sich das Unternehmen verpflichtet, auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten.
Was bedeutet das für Arbeitnehmer?
Das geplante VW Sparprogramm birgt Unsicherheiten für die Beschäftigten von Volkswagen. Auch wenn der Betriebsrat Werksschließungen und betriebsbedingte Kündigungen ablehnt, ist nicht auszuschließen, dass es zu einem weiteren Stellenabbau durch Altersteilzeit, Vorruhestand oder natürliche Fluktuation kommt. Zudem könnten bestimmte Aufgaben in kostengünstigere Regionen verlagert werden, was zu Arbeitsplatzverlusten in Deutschland führen könnte. Die Arbeitnehmervertreter werden sich dafür einsetzen, die Auswirkungen des Sparprogramms auf die Belegschaft so gering wie möglich zu halten und sozialverträgliche Lösungen zu finden.
Die IG Metall, die größte Gewerkschaft in der deutschen Metall- und Elektroindustrie, hat bereits angekündigt, die Pläne von Volkswagen kritisch zu begleiten. Die Gewerkschaft fordert, dass die Beschäftigungssicherung Vorrang vor kurzfristigen Gewinnmaximierungsinteressen hat. Die IG Metall setzt sich für eine Transformation der Automobilindustrie ein, die mitbestimmt und sozialverträglich gestaltet wird.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Auch für die Verbraucher könnte das VW Sparprogramm Auswirkungen haben. Denkbar ist, dass Volkswagen in Zukunft weniger Modelle anbietet oder bestimmte Ausstattungsmerkmale streicht, um Kosten zu sparen. Auch Preiserhöhungen könnten nicht ausgeschlossen werden, um die Profitabilität zu sichern. Allerdings ist Volkswagen auch bestrebt, weiterhin attraktive und wettbewerbsfähige Fahrzeuge anzubieten, um seine Marktposition zu behaupten. Die Konkurrenz in der Automobilindustrie ist groß, und die Verbraucher haben eine große Auswahl an verschiedenen Marken und Modellen. (Lesen Sie auch: Smart Meter Pflicht: EON fordert Zügige Umsetzung…)

Es ist auch möglich, dass das Sparprogramm zu Innovationen und Effizienzsteigerungen führt, die letztendlich den Verbrauchern zugutekommen. Durch die Standardisierung von Bauteilen und die Optimierung von Produktionsprozessen könnten die Kosten für die Herstellung von Fahrzeugen gesenkt werden, was sich positiv auf die Preise auswirken könnte. Auch die Entwicklung neuer Technologien, wie beispielsweise Elektroantriebe und autonomes Fahren, könnte durch das Sparprogramm beschleunigt werden.
Wie schneidet das Sparprogramm im internationalen Vergleich ab?
Auch andere Automobilhersteller haben in den letzten Jahren Sparprogramme angekündigt, um den Herausforderungen der Transformation zu begegnen. So hat beispielsweise der französische PSA-Konzern (heute Stellantis) unter der Leitung von Carlos Tavares ein rigoroses Sparprogramm umgesetzt, das zu deutlichen Effizienzsteigerungen und einer verbesserten Profitabilität geführt hat. Auch der US-amerikanische Ford-Konzern hat ein Sparprogramm angekündigt, um seine Kosten zu senken und seine Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Im internationalen Vergleich steht Volkswagen also nicht alleine da. Die gesamte Automobilindustrie befindet sich in einem Umbruch, der massive Investitionen und Sparmaßnahmen erfordert.
Laut einer Analyse des ifo Instituts in München ist der Kostendruck in der deutschen Automobilindustrie besonders hoch. Die hohen Lohnkosten, die strengen Umweltauflagen und die zunehmende Konkurrenz aus dem Ausland machen es den deutschen Herstellern schwer, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Umso wichtiger ist es, dass Volkswagen seine Kosten senkt und seine Effizienz steigert, um auch in Zukunft erfolgreich zu sein.
Fazit
Das geplante VW Sparprogramm in Höhe von 60 Milliarden Euro ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich Volkswagen in einer schwierigen Lage befindet. Die schleppenden Verkäufe in China, die US-Zölle und die hohen Investitionen in Elektromobilität und Digitalisierung zwingen den Konzern, seine Kosten zu senken und seine Effizienz zu steigern. Auch wenn das Sparprogramm mit Unsicherheiten für die Beschäftigten und die Verbraucher verbunden ist, ist es notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit von Volkswagen zu sichern und das Unternehmen für die Zukunft zu rüsten. Es bleibt zu hoffen, dass die Unternehmensleitung und der Betriebsrat gemeinsam sozialverträgliche Lösungen finden, um die Auswirkungen des Sparprogramms auf die Belegschaft so gering wie möglich zu halten. (Lesen Sie auch: Rente mit 63: Wann in und wie…)
