Der Fasten-Trend erfreut sich wachsender Beliebtheit, wobei Menschen aus unterschiedlichen Gründen auf Nahrung oder bestimmte Genussmittel verzichten. Ob es sich um religiöse Motive, gesundheitliche Aspekte, den Wunsch nach Selbstoptimierung oder eine Abkehr vom Überkonsum handelt – das Fasten dient vielen als Selbsttest und Reset-Schritt, um die eigenen Grenzen kennenzulernen und neue Gewohnheiten zu etablieren. Wann und wo der Trend seinen Ursprung hat, ist schwer zu sagen, aber die Motive sind vielfältig. Fasten Trend steht dabei im Mittelpunkt.

Das ist passiert
- Fasten dient als Selbsttest und Reset-Schritt.
- Verzicht auf Süßes, Fleisch oder Internet zur Selbstoptimierung.
- Max König fastet seit über zehn Jahren ab Aschermittwoch.
- Soziologin Eva Barlösius betont die persönliche Wahl der Fastenzeit.
- Der Verzicht kann von Wurstbrot bis zum Fernseh-Gucken reichen.
Der Fasten-Trend: Mehr als nur religiöser Brauch
Fasten war lange Zeit primär mit religiösen Praktiken verbunden. Doch der moderne Fasten-Trend hat sich davon emanzipiert und umfasst nun ein breites Spektrum an Motiven. Während traditionell religiöse Gründe wie die Vorbereitung auf Ostern oder Ramadan eine Rolle spielen, suchen viele Menschen heute im Verzicht eine Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung und Selbstfindung. Der Fokus liegt dabei oft auf Gesundheit, Achtsamkeit und der Reduktion von Überkonsum. Wie Stern berichtet, dient das Fasten vielen als eine Art „Reset-Schritt“.
Ein Beispiel hierfür ist Max König (33) aus Gummersbach bei Köln. Seit über zehn Jahren fastet er ab Aschermittwoch. Zuerst fünf Tage Wasserfasten, gefolgt von sechs Wochen Verzicht auf Alkohol, Fleisch und Zuckerzusätze. „Beim Wasserfasten komme ich in einen extremen Zustand, ein bisschen hardcore. Aber ich bin fit und klar im Kopf, und als gesunder Mensch kann man mal was aushalten“, erklärt der Wirtschaftsingenieur. Seine Motivation ist dabei nicht primär religiös, sondern vielmehr ein persönlicher Test der eigenen Willenskraft und Disziplin.
Der bewusste Verzicht auf liebgewonnene Gewohnheiten, wie Soziologin Eva Barlösius von der Leibniz Universität Hannover betont, ist ein zentrales Element des modernen Fasten-Trends. Es geht darum, sich von Dingen zu distanzieren, die im Alltag eine zu große Rolle spielen oder gar Suchtpotenzial bergen. Dies kann sich in vielfältiger Form äußern, vom Verzicht auf Süßigkeiten und Alkohol bis hin zur Reduzierung der Nutzung von Smartphones oder sozialen Medien.
Der Begriff „Fasten“ leitet sich vom althochdeutschen Wort „fasten“ ab, was so viel wie „festhalten“ oder „sich enthalten“ bedeutet. Ursprünglich war das Fasten vor allem in religiösen Kontexten verbreitet, hat sich aber im Laufe der Zeit zu einem säkularen Phänomen entwickelt. (Lesen Sie auch: Fasten Umfrage: Junge Menschen Finden Verzicht Sinnvoll)
Was sind die Motive hinter dem modernen Fasten-Trend?
Die Motive sind vielfältig. Viele Menschen sehen im Fasten eine Möglichkeit, ihren Körper zu entgiften und Gewicht zu verlieren. Andere suchen im Verzicht eine Möglichkeit, Stress abzubauen und zur Ruhe zu kommen. Wieder andere möchten ihre Willenskraft stärken oder ihren Konsum kritisch hinterfragen. Der Fasten-Trend ist somit Ausdruck eines wachsenden Bedürfnisses nach Selbstoptimierung, Achtsamkeit und einem bewussteren Lebensstil.
Die Bandbreite der Fastenmethoden ist groß. Neben dem traditionellen Wasserfasten gibt es zahlreiche Varianten wie das Intervallfasten, bei dem nur in bestimmten Zeitfenstern gegessen wird, oder das Saftfasten, bei dem ausschließlich Obst- und Gemüsesäfte konsumiert werden. Auch der Verzicht auf bestimmte Lebensmittelgruppen wie Zucker, Gluten oder Milchprodukte ist eine beliebte Form des Fastens. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte man sich vor einer Fastenkur ärztlich beraten lassen.
Die Popularität des Fasten-Trends spiegelt sich auch in der wachsenden Anzahl von Ratgebern, Apps und Online-Kursen wider, die sich mit dem Thema beschäftigen. Viele Influencer und Prominente teilen ihre Erfahrungen mit dem Fasten in den sozialen Medien und tragen so zur weiteren Verbreitung des Trends bei. Es ist jedoch wichtig, sich kritisch mit den verschiedenen Angeboten auseinanderzusetzen und sich nicht von unrealistischen Versprechungen blenden zu lassen.
Max König begann mit Anfang 20 mit dem Fasten, zunächst mit einem Alkoholverzicht. „Ich habe gelernt, Nein zu sagen und mir danach immer neue Challenges gesucht“, erzählt er. Der Zuckerverzicht habe ihm zunächst zugesetzt, mit starken Kopfschmerzen. In manchen Jahren sind für ihn zudem Produkte mit Zusatzstoffen tabu. Das Fasten findet er „manchmal hart“, aber es habe nachhaltig einen positiven Einfluss auf seine Ernährungsweise.
Wer mit dem Fasten beginnen möchte, sollte sich zunächst gründlich informieren und sich realistische Ziele setzen. Es ist ratsam, mit einer milden Form des Fastens zu beginnen und sich langsam zu steigern. Auch die Unterstützung durch einen Arzt oder Ernährungsberater kann hilfreich sein. (Lesen Sie auch: Fasten Umfrage: Junge Menschen Finden Sinnvoll)
Wie beeinflusst der Fasten-Trend die Gesellschaft?
Der Fasten-Trend hat nicht nur Auswirkungen auf die individuelle Gesundheit und das Wohlbefinden, sondern auch auf die Gesellschaft als Ganzes. Er trägt dazu bei, das Bewusstsein für gesunde Ernährung und einen nachhaltigen Lebensstil zu schärfen. Viele Menschen, die fasten, hinterfragen ihren Konsum kritisch und suchen nach Alternativen zu herkömmlichen Produkten und Verhaltensweisen. Dies kann sich beispielsweise in einem vermehrten Konsum von regionalen und saisonalen Lebensmitteln, einer Reduzierung des Fleischkonsums oder einer bewussteren Nutzung von Ressourcen äußern.
Allerdings birgt der Fasten-Trend auch gewisse Risiken. So kann es bei unsachgemäßer Durchführung zu Mangelerscheinungen und gesundheitlichen Problemen kommen. Auch die Gefahr von Essstörungen ist nicht zu unterschätzen, insbesondere bei Menschen, die ohnehin schon ein problematisches Verhältnis zum Essen haben. Es ist daher wichtig, das Fasten nicht als Allheilmittel zu betrachten und sich professionell beraten zu lassen, wenn man unsicher ist.
Die Soziologin Eva Barlösius weist darauf hin, dass Fasten zeitlich begrenzt sein sollte. „Sonst ist es nicht mehr Fasten, sondern ein Lebensstil.“ Wochenlang keine Wurst und Fleisch, ist Fasten. Immer ohne Wurst und Fleisch, ist vegetarischer Lebensstil. Der Übergang zwischen Fasten und einer dauerhaften Ernährungsumstellung kann fließend sein, und viele Menschen nutzen das Fasten als Anstoß, um ihre Ernährungsgewohnheiten langfristig zu verbessern. Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) ist eine ausgewogene Ernährung wichtig für die Gesundheit.
Der Fasten-Trend ist somit ein vielschichtiges Phänomen, das sowohl positive als auch negative Aspekte hat. Er kann eine wertvolle Möglichkeit sein, die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern, sollte aber nicht als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden Lebensstil betrachtet werden. Es ist wichtig, sich kritisch mit den verschiedenen Angeboten auseinanderzusetzen und sich professionell beraten zu lassen, um die individuellen Bedürfnisse und Risiken zu berücksichtigen.

Die wachsende Beliebtheit des Fastens zeigt, dass sich immer mehr Menschen mit ihrer Gesundheit und ihrem Lebensstil auseinandersetzen. Es ist ein Zeichen für ein wachsendes Bewusstsein für die Bedeutung von Achtsamkeit, Selbstoptimierung und einem nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. Ob der Fasten-Trend langfristig Bestand hat, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass er bereits jetzt einen bedeutenden Einfluss auf die Gesellschaft hat und zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Konsum, Ernährung und Lebensstil anregt. (Lesen Sie auch: Intervallfasten Studie: Ist der Hype Wirklich Gerechtfertigt)
Häufig gestellte Fragen
Was genau versteht man unter dem Begriff Fasten?
Fasten bedeutet den freiwilligen Verzicht auf feste Nahrung oder bestimmte Genussmittel für einen begrenzten Zeitraum. Die Motive können religiöser, gesundheitlicher oder persönlicher Natur sein. Es gibt verschiedene Fastenmethoden, wie Wasserfasten, Intervallfasten oder Saftfasten.
Welche gesundheitlichen Vorteile kann das Fasten haben?
Das Fasten kann potenziell den Stoffwechsel ankurbeln, die Entgiftung des Körpers unterstützen und das Immunsystem stärken. Zudem kann es helfen, Gewicht zu verlieren und das Bewusstsein für eine gesunde Ernährung zu schärfen. Es ist jedoch wichtig, sich vorab ärztlich beraten zu lassen.
Welche Risiken birgt das Fasten?
Bei unsachgemäßer Durchführung kann es zu Mangelerscheinungen, Kreislaufproblemen und anderen gesundheitlichen Problemen kommen. Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollten vor dem Fasten unbedingt einen Arzt konsultieren. Auch die Gefahr von Essstörungen ist nicht zu unterschätzen. (Lesen Sie auch: DLRG Mitgliederzahlen: Riesiger Erfolg bei Kindern!)
Wie lange sollte man fasten?
Die Dauer des Fastens hängt von der gewählten Methode und den individuellen Bedürfnissen ab. Ein Kurzzeitfasten kann wenige Tage dauern, während längere Fastenkuren mehrere Wochen dauern können. Wichtig ist, dass das Fasten zeitlich begrenzt ist und nicht zu einem dauerhaften Lebensstil wird.
Ist der Fasten-Trend für jeden geeignet?
Nein, der Fasten-Trend ist nicht für jeden geeignet. Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen sollten auf das Fasten verzichten. Auch Menschen mit Essstörungen sollten nicht fasten. Eine ärztliche Beratung ist vorab immer empfehlenswert.
