Die aktuellsten Verbraucherpreise zeigen für Januar einen Anstieg der Inflation auf 2,1 Prozent. Dies bedeutet, dass sich das Leben in Deutschland zu Beginn des Jahres 2026 spürbar verteuert hat. Besonders betroffen sind die Ausgaben für Lebensmittel, die deutlich stärker gestiegen sind als im Vormonat.

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- Warum steigen die Verbraucherpreise aktuell?
- Anstieg der Lebensmittelpreise im Detail
- Dienstleistungen als Preistreiber
- Energiepreise: Licht und Schatten
- Was bedeutet das für Verbraucher?
- Expertenmeinungen zur aktuellen Inflation
- Historischer Vergleich: Inflation in Deutschland
- Ausblick: Wie geht es mit den Verbraucherpreisen weiter?
- Häufig gestellte Fragen
Kernpunkte
- Inflation steigt im Januar auf 2,1 Prozent.
- Lebensmittelpreise verzeichnen einen deutlichen Anstieg von 2,1 Prozent.
- Dienstleistungen bleiben ein Preistreiber, trotz Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie.
- Energiepreise sinken leicht, aber Tanken wird teurer.
| Unternehmen: | Details |
|---|---|
| Branche: | Verbraucherpreise |
| Veränderung zum Vorjahr: | +2,1% |
Warum steigen die Verbraucherpreise aktuell?
Die aktuellen Verbraucherpreise steigen hauptsächlich aufgrund der Verteuerung von Lebensmitteln und Dienstleistungen. Insbesondere Nahrungsmittel verteuerten sich im Januar um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Dienstleistungen schlägt sich unter anderem die bundesweite Preiserhöhung des Deutschlandtickets nieder. Auch die teilweise ausbleibende Weitergabe der Mehrwertsteuersenkung in der Gastronomie trägt zur Inflation bei.
Anstieg der Lebensmittelpreise im Detail
Die Teuerung bei Lebensmitteln ist ein wesentlicher Faktor für den Anstieg der Verbraucherpreise. Laut Stern, der über die aktuellen Zahlen berichtet, mussten Verbraucher im Januar 2026 deutlich mehr für bestimmte Produkte bezahlen. Schokolade verteuerte sich um 21 Prozent, Obst um 6,1 Prozent und Fleisch um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese Preissteigerungen spüren die Konsumenten direkt im Geldbeutel.
Einige Entlastungen gab es jedoch auch: Speisefette und Speiseöle wurden um 20,1 Prozent günstiger, und die Butterpreise sanken sogar um ein Drittel (33 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr. Diese Entwicklungen zeigen, dass es innerhalb des Warenkorbs unterschiedliche Trends gibt, die sich auf die Gesamtinflation auswirken.
Die Inflation im Euroraum lag im Januar bei 2,8 Prozent, wie die Europäische Zentralbank (EZB) mitteilte. Deutschland liegt mit 2,1 Prozent unter diesem Wert.
Dienstleistungen als Preistreiber
Neben den Lebensmitteln sind Dienstleistungen ein weiterer wichtiger Faktor, der die Verbraucherpreise in die Höhe treibt. Obwohl der Anstieg im Januar mit 3,2 Prozent etwas geringer ausfiel als in den Vormonaten (jeweils 3,5 Prozent), bleiben Dienstleistungen überdurchschnittlich teuer. Ein Grund dafür ist die Verteuerung des Deutschlandtickets, das bundesweite Fahrten im Regional- und Nahverkehr ermöglicht. Die Preiserhöhung für das Ticket schlägt sich direkt in den Verbraucherpreisen nieder. (Lesen Sie auch: Verbraucherpreise: Tanken wird teurer – Rohöl und…)
Zudem zeigt sich, dass die Mehrwertsteuersenkung auf Speisen in Restaurants und Cafés von 19 auf 7 Prozent zum Jahreswechsel nicht vollständig an die Kunden weitergegeben wurde. Trotz der Steuersenkung verteuerte sich der Besuch in der Gaststätte binnen Jahresfrist um 3,6 Prozent. Dies deutet darauf hin, dass andere Faktoren wie gestiegene Personal- oder Energiekosten die Preise beeinflussen.
Energiepreise: Licht und Schatten
Bei den Energiepreisen gab es im Januar eine gemischte Entwicklung. Insgesamt war Energie nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1,7 Prozent günstiger als im Vorjahr. Strom (minus 3,2 Prozent) und Gas (minus 2,5 Prozent) wurden erschwinglicher. Allerdings mussten Autofahrer an der Tankstelle tiefer in die Tasche greifen. Die sinkenden Strom- und Gaspreise sind unter anderem auf staatliche Entlastungsmaßnahmen und gesunkene Beschaffungskosten zurückzuführen.
Die steigenden Kraftstoffpreise sind hingegen auf verschiedene Faktoren zurückzuführen, darunter die Entwicklung der Rohölpreise auf dem Weltmarkt, die CO2-Steuer und die Nachfrage nach Kraftstoffen. Diese gegenläufigen Entwicklungen bei den Energiepreisen tragen dazu bei, dass die Inflation nicht noch höher ausfällt.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Der Anstieg der Verbraucherpreise bedeutet für Verbraucher, dass ihre Kaufkraft sinkt. Für den gleichen Betrag können sie sich weniger Waren und Dienstleistungen leisten. Besonders betroffen sind Haushalte mit geringem Einkommen, da sie einen größeren Teil ihres Budgets für Lebensmittel und Energie ausgeben müssen. Diese Haushalte spüren die Preissteigerungen besonders stark.
Verbraucher können versuchen, den Auswirkungen der Inflation entgegenzuwirken, indem sie beispielsweise auf günstigere Produkte umsteigen, Sonderangebote nutzen oder ihren Konsum reduzieren. Auch der Wechsel zu einem günstigeren Strom- oder Gasanbieter kann helfen, die Energiekosten zu senken. Es ist ratsam, die eigenen Ausgaben zu überprüfen und Einsparpotenziale zu identifizieren.
Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt mittelfristig eine Inflationsrate von 2 Prozent an. Die aktuelle Inflationsrate von 2,1 Prozent in Deutschland liegt leicht über diesem Zielwert. (Lesen Sie auch: Fernleitungen: Bund steigt bei Stromnetzbetreiber Tennet Deutschland…)
Expertenmeinungen zur aktuellen Inflation
Ökonomen sehen den Anstieg der Verbraucherpreise mit Sorge. „Die Inflation ist hartnäckiger als erwartet“, sagt Dr. Stefan Kooths, Konjunkturchef des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW). „Die Europäische Zentralbank wird ihren Kurs der restriktiven Geldpolitik fortsetzen müssen, um die Inflation nachhaltig zu senken.“ Er verweist darauf, dass die steigenden Lohnkosten in vielen Branchen die Preise zusätzlich belasten.
Kritiker der EZB-Politik bemängeln hingegen, dass die hohen Zinsen die Wirtschaft abwürgen und die Gefahr einer Rezession erhöhen. „Die EZB übertreibt es mit ihren Zinserhöhungen“, sagt Prof. Dr. Isabel Schnabel von der Universität Bonn. „Wir brauchen eine wachstumsfreundlichere Politik, um die Wirtschaft anzukurbeln.“ Sie plädiert für gezielte staatliche Investitionen, um die Wirtschaft zu stützen.
Das Statistische Bundesamt bestätigte seine vorläufigen Berechnungen. Von Dezember auf Januar erhöhten sich die Verbraucherpreise demnach um 0,1 Prozent.
Historischer Vergleich: Inflation in Deutschland
Um die aktuelle Inflation besser einordnen zu können, ist ein Blick auf die historische Entwicklung hilfreich. In den 1970er und frühen 1980er Jahren erlebte Deutschland Phasen mit deutlich höheren Inflationsraten, die teilweise zweistellig waren. Auslöser waren damals vor allem die Ölpreisschocks. In den 1990er und 2000er Jahren war die Inflation in Deutschland hingegen relativ niedrig und stabil.
Die Finanzkrise 2008/2009 und die Eurokrise 2010 führten zu vorübergehenden Deflationsrisiken, die jedoch durch expansive Geldpolitik der EZB abgewendet werden konnten. In den letzten Jahren, insbesondere seit der Corona-Pandemie und dem Ukraine-Krieg, ist die Inflation wieder deutlich gestiegen. Die aktuelle Inflationsrate von 2,1 Prozent liegt zwar über dem Zielwert der EZB, ist aber noch weit von den Höchstständen der 1970er Jahre entfernt.

Ausblick: Wie geht es mit den Verbraucherpreisen weiter?
Die weitere Entwicklung der Verbraucherpreise hängt von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören die Entwicklung der Energiepreise, die Lohnentwicklung, die Geldpolitik der EZB und die globale Konjunktur. Viele Experten erwarten, dass die Inflation im Laufe des Jahres 2026 allmählich sinken wird, da die Basiseffekte der Energiepreise nachlassen und die EZB ihre Geldpolitik strafft.
Allerdings gibt es auch Risiken, die zu einer höheren Inflation führen könnten. Dazu gehören beispielsweise ein erneuter Anstieg der Energiepreise, eine Eskalation des Ukraine-Kriegs oder eine Überhitzung der Konjunktur. Es bleibt daher abzuwarten, wie sich die Verbraucherpreise in den kommenden Monaten entwickeln werden. (Lesen Sie auch: Urlaub Sparen: So planen deutsche trotz hoher…)
Häufig gestellte Fragen
Was sind aktuell die größten Preistreiber bei den Verbraucherpreisen?
Die größten Preistreiber bei den aktuellen Verbraucherpreisen sind Lebensmittel und Dienstleistungen. Insbesondere bestimmte Nahrungsmittel wie Schokolade, Obst und Fleisch haben sich deutlich verteuert, während auch die Kosten für Dienstleistungen, beispielsweise im Gastronomiebereich, gestiegen sind.
Wie wirkt sich die Inflation auf meine Kaufkraft aus?
Die Inflation führt dazu, dass Ihre Kaufkraft sinkt. Das bedeutet, dass Sie für den gleichen Geldbetrag weniger Waren und Dienstleistungen erwerben können, da die Preise allgemein steigen. Dies betrifft besonders Haushalte mit geringerem Einkommen.
Welche Maßnahmen können Verbraucher gegen die steigenden Verbraucherpreise ergreifen?
Verbraucher können versuchen, auf günstigere Produkte umzusteigen, Sonderangebote zu nutzen und ihren Konsum zu reduzieren. Auch der Wechsel zu einem günstigeren Energieanbieter oder die Überprüfung der eigenen Ausgaben auf Einsparpotenziale kann helfen, die Auswirkungen der Inflation zu mildern.
Welches Ziel verfolgt die Europäische Zentralbank (EZB) in Bezug auf die Inflation?
Die Europäische Zentralbank (EZB) verfolgt das Ziel, mittelfristig eine Inflationsrate von 2 Prozent im Euroraum zu erreichen. Dieses Ziel soll Preisstabilität gewährleisten und die wirtschaftliche Entwicklung fördern. Die EZB setzt verschiedene geldpolitische Instrumente ein, um dieses Ziel zu erreichen. (Lesen Sie auch: Sparen Deutschland: Wo die Menschen Jetzt am…)
Wie hoch ist die aktuelle Inflationsrate im Euroraum?
Die Inflationsrate im Euroraum lag im Januar 2026 bei 2,8 Prozent. Deutschland liegt mit einer Inflationsrate von 2,1 Prozent unter dem Durchschnitt des Euroraums. Diese Zahlen werden von der Europäischen Zentralbank (EZB) regelmäßig veröffentlicht.
Die aktuellen Verbraucherpreise zeigen, dass die Inflation zu Jahresbeginn wieder angezogen hat. Während einige Faktoren wie sinkende Energiepreise dämpfend wirken, belasten steigende Lebensmittel- und Dienstleistungspreise die Verbraucher. Es bleibt abzuwarten, ob die EZB ihre Geldpolitik weiter straffen wird, um die Inflation nachhaltig zu senken. Für Verbraucher bedeutet dies, dass sie ihre Ausgaben im Blick behalten und Einsparpotenziale nutzen sollten, um die Auswirkungen der Inflation zu minimieren. Ein bewusster Konsum und der Vergleich von Preisen können helfen, den steigenden Kosten entgegenzuwirken. Es ist zu erwarten, dass die Debatte um die richtige Geldpolitik und die Maßnahmen zur Inflationsbekämpfung in den kommenden Monaten weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die Erhöhung des Bußgeldes für Falschparken auf bis zu 65 Euro ist ein Beispiel für Maßnahmen, die indirekt die Verbraucherpreise beeinflussen können.
