Die Möbelindustrie krise in Deutschland spitzt sich zu, da die Umsätze der Hersteller auf ein 15-Jahres-Tief gesunken sind. Die Kombination aus Konsumzurückhaltung, Nachwirkungen der Corona-Pandemie und steigenden Kosten setzt die Branche unter Druck. Besonders betroffen sind Hersteller von Polster- und Wohnraummöbeln, während sich das Küchengeschäft zuletzt etwas stabiler zeigte. Die Abhängigkeit vom deutschen Markt, auf den zwei Drittel der Erlöse entfallen, verschärft die Situation zusätzlich.

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- Warum steckt die Möbelindustrie in der Krise?
- Die Rolle der Konsumstimmung
- Corona-Pandemie: Vorzieheffekte und ihre Folgen
- Wie steht die deutsche Möbelindustrie im internationalen Vergleich da?
- Was bedeutet das für Verbraucher, Arbeitnehmer und die Branche?
- Welche Lösungsansätze gibt es für die Möbelindustrie krise?
- Historischer Vergleich: Krisen der Möbelindustrie
- Häufig gestellte Fragen
Die wichtigsten Fakten
- Umsatz der deutschen Möbelindustrie 2025: Knapp 15,8 Milliarden Euro (nominaler Rückgang um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr).
- Der deutsche Markt ist für zwei Drittel der Erlöse der Möbelindustrie verantwortlich.
- Der Einzelhandel verzeichnete 2025 einen Umsatzrückgang von geschätzt 0,5 Prozent im Möbelbereich.
- Während der Corona-Pandemie erlebte die Möbelindustrie einen Nachfrageboom, der nun abflacht.
| Unternehmen: | Möbelindustrie |
|---|---|
| Umsatz: | 15,8 Mrd. Euro (2025) |
| Veränderung zum Vorjahr: | -3,4% (nominal) |
| Branche: | Möbelherstellung |
Warum steckt die Möbelindustrie in der Krise?
Die deutsche Möbelindustrie erlebt eine schwierige Phase, die durch mehrere Faktoren bedingt ist. Wie Stern berichtet, ist die Kaufzurückhaltung der Verbraucher ein wesentlicher Grund. Viele Haushalte halten ihr Geld zusammen und scheuen größere Anschaffungen. Hinzu kommen die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, während derer viele Haushalte ihren Bedarf an Möbeln bereits gedeckt haben. Steigende Kosten für Rohstoffe und Energie belasten die Unternehmen zusätzlich und schmälern die Gewinnmargen.
Ein weiterer Aspekt ist die Konkurrenz durch andere Konsumbereiche. Anstatt in neue Möbel zu investieren, geben viele Menschen ihr Geld lieber für kurzfristige Bedürfnisse wie Reisen oder Freizeitaktivitäten aus. Möbelkäufe lassen sich zudem leichter aufschieben als beispielsweise der Kauf von Lebensmitteln oder Kleidung. „Auch wenn das Sofa nicht mehr schön ist, hält es vielleicht bei manchen Menschen doch noch ein Jahr länger als ursprünglich geplant“, sagt Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbands der deutschen Möbelindustrie (VDM).
Die Konsumstimmung in Deutschland ist gedrückt, was sich negativ auf viele Branchen auswirkt. Die hohe Inflation und die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung tragen zur Kaufzurückhaltung bei.
Die Rolle der Konsumstimmung
Die Konsumstimmung spielt eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Möbelindustrie. Wenn die Verbraucher optimistisch in die Zukunft blicken und über ausreichend verfügbares Einkommen verfügen, sind sie eher bereit, größere Anschaffungen zu tätigen. Umgekehrt führt eine pessimistische Einschätzung der wirtschaftlichen Lage und eine hohe Inflation zu einer Kaufzurückhaltung, von der insbesondere Branchen wie die Möbelindustrie betroffen sind. Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts IFH Köln reagieren Kundinnen und Kunden zunehmend preissensibel, was größere Investitionen erschwert.
Dirk Tesch, Präsident des Handelsverbands Möbel und Küchen, betont die Bedeutung der Konsumstimmung: „Möbel sind nach wie vor kostenintensive Anschaffungen, während Kundinnen und Kunden zunehmend preissensibel reagieren. Aus Verunsicherung werden größere Investitionen häufig verschoben.“ Dieser Trend verstärkt die Möbelindustrie krise weiter. (Lesen Sie auch: Verbraucherpreise Aktuell: Inflation steigt – Was Bedeutet…)
Corona-Pandemie: Vorzieheffekte und ihre Folgen
Die Corona-Pandemie hatte zunächst positive Auswirkungen auf die Möbelindustrie. Viele Menschen verbrachten mehr Zeit zu Hause und investierten in die Neugestaltung ihrer Wohnräume. Dieser Nachfrageboom führte zu einem Anstieg der Umsätze. Allerdings handelte es sich dabei um einen Vorzieheffekt, der nun ausbleibt. Da viele Haushalte ihren Bedarf an Möbeln bereits während der Pandemie gedeckt haben, ist die Nachfrage nun deutlich geringer.
Zudem hat die Pandemie zu Veränderungen im Konsumverhalten geführt. Viele Menschen haben Online-Shopping für sich entdeckt und kaufen Möbel nun vermehrt im Internet. Dies stellt die traditionellen Möbelhändler vor neue Herausforderungen, da sie mit der Konkurrenz durch Online-Anbieter Schritt halten müssen.
Wie steht die deutsche Möbelindustrie im internationalen Vergleich da?
Im internationalen Vergleich steht die deutsche Möbelindustrie vor ähnlichen Herausforderungen wie ihre Wettbewerber in anderen Ländern. Auch in Europa und den USA ist die Nachfrage nach Möbeln rückläufig. Allerdings gibt es auch regionale Unterschiede. Während beispielsweise in China und anderen asiatischen Ländern die Möbelindustrie weiterhin wächst, kämpfen die Hersteller in Europa und Nordamerika mit sinkenden Umsätzen.
Die deutsche Möbelindustrie zeichnet sich jedoch durch eine hohe Qualität und Innovationskraft aus. Viele deutsche Hersteller sind international bekannt für ihre hochwertigen Produkte und ihr modernes Design. Dies könnte der Branche helfen, sich von der Möbelindustrie krise zu erholen und langfristig wieder erfolgreich zu sein.
Was bedeutet das für Verbraucher, Arbeitnehmer und die Branche?
Die Möbelindustrie krise hat Auswirkungen auf verschiedene Akteure. Für Verbraucher bedeutet sie, dass es möglicherweise attraktive Angebote und Rabatte gibt, da die Händler versuchen, ihre Lagerbestände abzubauen. Allerdings sollten Verbraucher auch bedenken, dass die Krise zu einer Verunsicherung der Arbeitsplätze in der Branche führen kann.
Für Arbeitnehmer in der Möbelindustrie bedeutet die Krise eine erhöhte Unsicherheit. Es besteht die Gefahr von Stellenabbau und Kurzarbeit. Die Unternehmen sind gezwungen, ihre Kosten zu senken und ihre Produktion anzupassen. Dies kann zu schwierigen Entscheidungen und Belastungen für die Beschäftigten führen. Der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) setzt sich für die Interessen der Branche ein und versucht, die negativen Auswirkungen der Krise zu minimieren. (Lesen Sie auch: Post Mobilfunk: Yelllow startet am 1. April…)
Die Branche selbst steht vor großen Herausforderungen. Die Unternehmen müssen ihre Geschäftsmodelle anpassen, ihre Kosten senken und ihre Produkte innovativer gestalten. Es gilt, neue Absatzmärkte zu erschließen und die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Nur so kann die Möbelindustrie langfristig überleben und wieder erfolgreich sein.
Welche Lösungsansätze gibt es für die Möbelindustrie krise?
Es gibt verschiedene Lösungsansätze, um die Möbelindustrie krise zu bewältigen. Ein wichtiger Punkt ist die Stärkung der Konsumstimmung. Die Politik könnte Maßnahmen ergreifen, um das Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaft zu stärken und ihre Kaufkraft zu erhöhen. Dies könnte beispielsweise durch Steuersenkungen oder gezielte Förderprogramme geschehen.
Ein weiterer Ansatz ist die Förderung von Innovationen in der Möbelindustrie. Die Unternehmen sollten in neue Technologien und Materialien investieren, um ihre Produkte attraktiver und wettbewerbsfähiger zu machen. Auch die Digitalisierung spielt eine wichtige Rolle. Durch den Einsatz von Online-Marketing und E-Commerce können die Unternehmen neue Kunden gewinnen und ihre Umsätze steigern. Eine Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz könnte hier unterstützend wirken.
Die Möbelindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Deutschland. Sie beschäftigt zahlreiche Menschen und trägt maßgeblich zum Bruttoinlandsprodukt bei. Eine erfolgreiche Bewältigung der Krise ist daher von großer Bedeutung für die gesamte Volkswirtschaft.

Historischer Vergleich: Krisen der Möbelindustrie
Die Möbelindustrie hat in der Vergangenheit bereits mehrere Krisen erlebt. In den 1990er Jahren führte die Globalisierung zu einem verstärkten Wettbewerb durch ausländische Hersteller. In den 2000er Jahren belastete die Finanzkrise die Branche. Jede Krise hat die Unternehmen gezwungen, sich neu zu erfinden und ihre Geschäftsmodelle anzupassen. Auch die aktuelle Möbelindustrie krise bietet Chancen für Veränderungen und Verbesserungen.
Im Vergleich zu früheren Krisen ist die aktuelle Situation jedoch komplexer. Die Kombination aus Konsumzurückhaltung, Corona-Nachwirkungen und steigenden Kosten stellt die Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Es ist daher wichtiger denn je, dass die Branche zusammenarbeitet und gemeinsam nach Lösungen sucht. (Lesen Sie auch: Kik Filialen Schliessen: Schließen: Was bedeutet)
Häufig gestellte Fragen
Wie hoch ist der aktuelle Umsatzrückgang in der deutschen Möbelindustrie?
Der Umsatz der deutschen Möbelindustrie ist im Jahr 2025 nominal um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken und liegt bei knapp 15,8 Milliarden Euro. Dies ist der niedrigste Stand seit dem Jahr 2009.
Welche Faktoren tragen zur aktuellen Möbelindustrie krise bei?
Die Hauptfaktoren sind die Kaufzurückhaltung der Verbraucher, die Nachwirkungen der Corona-Pandemie, steigende Kosten für Rohstoffe und Energie sowie die Konkurrenz durch andere Konsumbereiche.
Welche Art von Möbeln ist besonders von der Krise betroffen?
Besonders betroffen sind Hersteller von Polster- und Wohnraummöbeln. Das Küchengeschäft zeigte sich zuletzt etwas stabiler, obwohl auch hier die Umsätze rückläufig sind.
Was können Verbraucher in der aktuellen Situation tun?
Verbraucher können von möglichen Angeboten und Rabatten profitieren. Es ist jedoch wichtig, die Auswirkungen der Krise auf die Arbeitsplätze in der Branche zu berücksichtigen und gegebenenfalls regionale Anbieter zu unterstützen. (Lesen Sie auch: Altersvorsorge: Wie viel Vermögen man in welchem…)
Welche Maßnahmen können zur Bewältigung der Krise beitragen?
Die Stärkung der Konsumstimmung, die Förderung von Innovationen, die Nutzung der Digitalisierung und die Erschließung neuer Absatzmärkte sind wichtige Maßnahmen, um die Möbelindustrie krise zu bewältigen.
Die Möbelindustrie befindet sich in einer schwierigen Lage, die durch verschiedene Faktoren bedingt ist. Die Branche muss sich an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen und innovative Lösungen entwickeln, um langfristig erfolgreich zu sein. Für Verbraucher bedeutet dies möglicherweise attraktive Angebote, aber auch die Notwendigkeit, die Auswirkungen der Krise auf die Arbeitsplätze in der Branche zu berücksichtigen.
