Die tägliche Dusche gehört für viele zum Morgenritual. Doch was kostet duschen wirklich? Je nach Duschdauer, Wasserdurchlauf des Duschkopfes und Art der Warmwasserbereitung können sich die Kosten für das tägliche Duschen oder Baden schnell summieren und die Haushaltskasse belasten.

+
Kernpunkte
- Die Kosten für eine Dusche hängen von Wassermenge, Warmwasserbereitung und Duschdauer ab.
- Wassersparende Duschköpfe und kürzere Duschzeiten können die Kosten deutlich senken.
- Die Art der Warmwasserbereitung (Gas, Öl, Strom) hat einen großen Einfluss auf die Energiekosten.
- Ein bewusster Umgang mit Wasser und Energie schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Umwelt.
Die versteckten Kosten im Badezimmer
Die steigenden Energiepreise und Nebenkosten belasten viele Haushalte. Ein genauer Blick ins Badezimmer offenbart oft ungeahnte Einsparpotenziale. Neben Strom für Beleuchtung und den Betrieb von Geräten wie Fön oder Rasierer sind es vor allem die Wasser- und Abwasserkosten sowie die Energiekosten für die Warmwasserbereitung, die ins Gewicht fallen. Laut einer Meldung von Stern unterschätzen viele Verbraucher die tatsächlichen Kosten, die durch tägliches Duschen oder Baden entstehen.
Der durchschnittliche Trinkwasserverbrauch in Deutschland liegt laut Umweltbundesamt bei rund 125 Litern pro Person und Tag. Ein erheblicher Teil davon entfällt auf die Körperpflege, wobei Duschen und Baden eine zentrale Rolle spielen. Da diese Gewohnheiten meist täglich stattfinden, summieren sich Verbrauch und Kosten schnell, besonders in Mehrpersonenhaushalten.
Warum duschen so teuer sein kann
Warmes Wasser verursacht doppelte Kosten: Zum einen fallen die Kosten für das verbrauchte Wasser selbst an, zum anderen die Energiekosten für dessen Erhitzung. Die Art der Warmwasserbereitung spielt dabei eine entscheidende Rolle. Wird das Wasser mit Gas, Öl, Fernwärme oder Strom erwärmt? Die Kostenunterschiede können erheblich sein.
Zudem ist das individuelle Duschverhalten entscheidend. Wer lange und ausgiebig duscht, verbraucht deutlich mehr Wasser und Energie als jemand, der sich auf das Wesentliche beschränkt. Auch der verwendete Duschkopf hat einen Einfluss: Herkömmliche Duschköpfe verbrauchen oft deutlich mehr Wasser als wassersparende Modelle.
Installieren Sie einen wassersparenden Duschkopf. Diese Modelle reduzieren den Wasserverbrauch oft um die Hälfte, ohne das Duscherlebnis zu beeinträchtigen. (Lesen Sie auch: Telefonzelle Umnutzung: Kreative Ideen für ein Zweites…)
Nicht zu vergessen sind die Abwasserkosten. Für jeden Liter Frischwasser, der in den Abfluss fließt, fallen auch Abwassergebühren an. Diese Gebühren können je nach Kommune variieren, tragen aber maßgeblich zu den Gesamtkosten bei.
Wie viel kostet eine Dusche wirklich?
Ein durchschnittlicher Duschvorgang in Deutschland dauert etwa acht bis zehn Minuten. Herkömmliche Duschköpfe verbrauchen rund 12 bis 15 Liter Wasser pro Minute. Das bedeutet: Pro Dusche fließen etwa 100 bis 150 Liter Wasser. Bei einem durchschnittlichen Wasserpreis (inklusive Abwasser) von etwa vier bis sechs Euro pro Kubikmeter (1000 Liter) entstehen allein für das Wasser Kosten von 0,40 bis 0,90 Euro pro Dusche. Dazu kommen die Energiekosten für das Erwärmen des Wassers. Je nach Energiequelle können pro Dusche zusätzliche Kosten von gut einem Euro entstehen. Insgesamt kostet eine warme Dusche also unter ungünstigen Umständen bis zu 1,70 Euro.
Wer täglich duscht, muss also mit monatlichen Kosten von rund 51 Euro rechnen (bei 30 Tagen). In einem Mehrpersonenhaushalt können sich diese Kosten schnell vervielfachen. Es lohnt sich also, das eigene Duschverhalten zu hinterfragen und Einsparpotenziale zu nutzen.
Was kann man tun, um die Duschkosten zu senken?
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die Kosten für das Duschen zu senken, ohne auf die tägliche Hygiene verzichten zu müssen.
- Duschzeit verkürzen: Versuchen Sie, die Duschzeit zu reduzieren. Oft reichen fünf Minuten aus, um sich gründlich zu reinigen.
- Wassersparenden Duschkopf installieren: Diese Duschköpfe reduzieren den Wasserverbrauch, ohne den Duschkomfort zu beeinträchtigen.
- Temperatur senken: Eine niedrigere Wassertemperatur spart Energie.
- Durchflussbegrenzer einbauen: Diese kleinen Helfer reduzieren den Wasserdurchfluss zusätzlich.
- Auf Baden verzichten: Ein Vollbad verbraucht deutlich mehr Wasser als eine Dusche.
- Dusche statt Badewanne nutzen: Wenn möglich, wählen Sie die Dusche anstelle der Badewanne, um den Wasserverbrauch zu reduzieren.
Ein konkretes Beispiel: Eine Familie mit zwei Kindern duscht täglich. Durch den Einbau eines wassersparenden Duschkopfes und die Reduzierung der Duschzeit um zwei Minuten pro Person können sie ihren Wasserverbrauch um etwa 30 Prozent senken. Das entspricht einer jährlichen Ersparnis von mehreren hundert Euro.
Durchschnittliche Kosten pro Dusche: 1,70 Euro. Mögliche Ersparnis durch Wassersparmaßnahmen: bis zu 30 Prozent. (Lesen Sie auch: Strompreise Grundversorger Sinken – so Viel Sparen…)
Neben den direkten Kosteneinsparungen profitiert auch die Umwelt von einem bewussteren Umgang mit Wasser und Energie. Weniger Wasserverbrauch bedeutet weniger Belastung für die Ressourcen und weniger Energieverbrauch bedeutet weniger CO2-Emissionen.
Die Verbraucherzentrale bietet weiterführende Informationen und Tipps zum Thema Warmwassersparen.
Wie funktioniert die Warmwasserbereitung und was kostet sie?
Die Art der Warmwasserbereitung hat einen wesentlichen Einfluss auf die Energiekosten. Grob lassen sich folgende Systeme unterscheiden:
- Zentrale Warmwasserbereitung: Das Wasser wird zentral im Haus erwärmt, beispielsweise durch eine Gas- oder Ölheizung.
- Dezentrale Warmwasserbereitung: Das Wasser wird direkt am Ort des Verbrauchs erwärmt, beispielsweise durch einen Durchlauferhitzer oder Boiler.
Die zentrale Warmwasserbereitung ist in der Regel effizienter, da die Wärmeverluste geringer sind. Allerdings entstehen auch hier Kosten durch die Verteilung des warmen Wassers im Haus. Dezentrale Systeme sind zwar flexibler, aber oft weniger effizient, da sie das Wasser schnell und mit hohem Energieaufwand erwärmen müssen. Insbesondere elektrische Durchlauferhitzer können hohe Stromkosten verursachen.
Um die Kosten für die Warmwasserbereitung zu senken, sollte man auf eine effiziente Heizungsanlage achten und die Warmwassertemperatur nicht zu hoch einstellen. Auch die regelmäßige Entkalkung von Boilern und Durchlauferhitzern kann den Energieverbrauch senken, da Kalkablagerungen die Wärmeübertragung behindern. Energieexperten raten zudem dazu, alternative Energiequellen wie Solarthermie zur Warmwasserbereitung zu nutzen.

Ein weiterer Faktor ist die Isolierung der Warmwasserleitungen. Ungedämmte Leitungen geben Wärme an die Umgebung ab, was zu unnötigen Energieverlusten führt. Eine nachträgliche Dämmung kann hier Abhilfe schaffen.
Wie das Statistische Bundesamt zeigt, sind die Energiekosten in den letzten Jahren deutlich gestiegen, was die Bedeutung energieeffizienter Warmwasserbereitungssysteme noch verstärkt. (Lesen Sie auch: Inflationsrate Deutschland: Preise steigen – Was Bedeutet…)
Wie viel kostet eine 10-minütige Dusche mit einem herkömmlichen Duschkopf?
Eine 10-minütige Dusche mit einem Duschkopf, der 12 Liter Wasser pro Minute verbraucht, kostet bei einem Wasserpreis von 5 Euro pro Kubikmeter und Energiekosten von 1 Euro für die Erwärmung etwa 1,60 Euro.
Lohnt sich die Anschaffung eines wassersparenden Duschkopfes wirklich?
Ja, ein wassersparender Duschkopf kann den Wasserverbrauch um bis zu 50 Prozent reduzieren. Bei täglicher Nutzung amortisiert sich die Investition oft schon innerhalb weniger Monate.
Welche Art der Warmwasserbereitung ist am günstigsten?
In der Regel ist die zentrale Warmwasserbereitung mit einer effizienten Heizungsanlage günstiger als die dezentrale Warmwasserbereitung mit einem elektrischen Durchlauferhitzer.
Wie kann ich meine Warmwasserleitungen nachträglich dämmen?
Im Fachhandel sind spezielle Dämmmaterialien für Warmwasserleitungen erhältlich. Die Dämmung kann einfach selbst angebracht werden, indem die Rohre mit dem Material umwickelt werden. (Lesen Sie auch: Möbelindustrie Krise: Deutsche Hersteller in Notlage?)
Gibt es staatliche Förderprogramme für energieeffiziente Warmwasserbereitungssysteme?
Ja, es gibt verschiedene Förderprogramme des Bundes und der Länder für den Einbau energieeffizienter Heizungsanlagen und Solarthermieanlagen. Informieren Sie sich bei der KfW oder dem BAFA.
Fazit
Die Kosten für das tägliche Duschen oder Baden sind oft höher als erwartet. Durch bewussten Umgang mit Wasser und Energie, die Installation wassersparender Duschköpfe und die Optimierung der Warmwasserbereitung lassen sich die duschen kosten jedoch deutlich senken. Wer seine Gewohnheiten hinterfragt und die genannten Tipps beherzigt, kann nicht nur seinen Geldbeutel schonen, sondern auch einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Beginnen Sie noch heute damit, Ihr Duschverhalten zu überprüfen und Einsparpotenziale zu nutzen!
