Die Simson-Mopeds, einst Kult in der DDR, sind ins Visier der Politik geraten. Die Nachfahren der jüdischen Gründerfamilie Simson wehren sich nun gegen die Vereinnahmung der Marke durch die AfD. Sie empfinden die Nutzung des Namens durch die Partei als „abstoßend“ und als eine „Beleidigung ihres Namens“, wie der Sprecher der Familie, Dennis Baum, gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erklärte.

Die Geschichte von Simson: Von jüdischen Wurzeln zur DDR-Kultmarke
Die Geschichte von Simson reicht weit zurück. Ursprünglich von einer jüdischen Familie gegründet, wurde das Unternehmen 1936 von den Nationalsozialisten enteignet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Betrieb in der DDR verstaatlicht und firmierte als VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ in Suhl. Hier entstanden die bekannten Simson-Mopeds, die in der DDR Kultstatus erlangten. Modelle wie die Schwalbe oder die S51 prägten das Straßenbild und stehen bis heute für ein Lebensgefühl aus der DDR-Zeit. Bis zu 200.000 Mopeds verließen jährlich die Produktionshallen. Mehr Informationen zur Geschichte der Marke finden sich auf Wikipedia. (Lesen Sie auch: Ischgl: Musik-Camp und Zeugenaufruf nach Angriff)
AfD instrumentalisiert Simson für Wahlkampf
Die AfD hat die Marke Simson als Symbol für ihren Wahlkampf entdeckt, insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern. Politiker wie der thüringische Landeschef Björn Höcke nutzen die Mopeds öffentlichkeitswirksam. Die Partei versucht, die Marke positiv zu besetzen und für ihre politischen Ziele zu instrumentalisieren. So gab es beispielsweise Anträge von der AfD in mehreren ostdeutschen Landtagen, die Simson als immaterielles Kulturerbe schützen zu lassen. Die Partei argumentiert, die Marke stehe „für Freiheit, Unabhängigkeit und Individualität“.
Die Reaktion der Familie Simson: „Verhöhnung unserer Geschichte“
Die Nachfahren der Familie Simson, die heute in den USA leben, sehen in der Vereinnahmung durch die AfD eine „Verhöhnung ihrer Geschichte“. Dennis Baum betonte, dass seine Familie extremistische Ideologien entschieden ablehne und die Inbesitznahme ihres Namens durch die AfD nicht hinnehmen werde. Die Familie war 1936 von den Nationalsozialisten aus Deutschland vertrieben worden und in die USA geflohen. Diese traumatische Erfahrung prägt die Haltung der Familie bis heute. „Deshalb betrachten wir die Benutzung unseres Namens durch die AfD als eine Verhöhnung unserer Geschichte“, so Baum. (Lesen Sie auch: Ramadan Beginn 2026: Datum, Bedeutung und Hintergründe)
Weitere Reaktionen und Einordnungen
Die Kritik der Familie Simson hat in Deutschland eine breite Debatte ausgelöst. Viele Menschen zeigen Verständnis für die Position der Familie und verurteilen die Instrumentalisierung der Marke durch die AfD. Andere sehen darin lediglich einen geschickten Schachzug der Partei, um Wähler in den ostdeutschen Bundesländern anzusprechen. Es gibt auch Stimmen, die darauf hinweisen, dass die Marke Simson ein Teil der deutschen Geschichte ist und nicht von einer einzelnen Partei vereinnahmt werden sollte. Wie n-tv.de berichtet, betrachtet die Familie jegliche Verbindung mit der AfD als „Beleidigung“.
Simson als Politikum: Was bedeutet das für die Zukunft?
Der Fall Simson zeigt, wie politische Parteien versuchen, historische Symbole und Marken für ihre Zwecke zu nutzen. Es stellt sich die Frage, wie Unternehmen und Familien mit einer solchen Vereinnahmung umgehen sollen. Die Reaktion der Familie Simson zeigt, dass es wichtig ist, klare Kante gegen jede Form von Extremismus und Ausgrenzung zu zeigen.Die Bundesregierung hat sich bisher nicht offiziell zu dem Fall geäußert. (Lesen Sie auch: Yuvraj Samra schreibt Geschichte: Kanadas)
Häufig gestellte Fragen zu Simson
Häufig gestellte Fragen zu Simson
Warum wehrt sich die Familie Simson gegen die AfD?
Die Familie Simson empfindet die Vereinnahmung der Marke durch die AfD als „Verhöhnung ihrer Geschichte“, da die Familie während der NS-Zeit enteignet und vertrieben wurde. Sie lehnt jegliche Verbindung mit extremistischen Ideologien ab und will nicht, dass ihr Name für politische Zwecke missbraucht wird.

Welche Bedeutung hat die Marke Simson in Deutschland?
Simson hat besonders in Ostdeutschland eine große Bedeutung als Kultmarke aus DDR-Zeiten. Die Mopeds der Marke stehen für Freiheit, Unabhängigkeit und Individualität. Modelle wie die Schwalbe oder die S51 prägten das Straßenbild und sind bis heute bei vielen Menschen beliebt. (Lesen Sie auch: Pikachu Illustrator Karte erzielt Rekordpreis von 16,5)
Was hat die AfD mit der Marke Simson zu tun?
Die AfD hat die Marke Simson als Symbol für ihren Wahlkampf entdeckt, insbesondere in den ostdeutschen Bundesländern. Politiker der Partei nutzen die Mopeds öffentlichkeitswirksam und versuchen, die Marke positiv zu besetzen. Es gab auch Anträge, Simson als immaterielles Kulturerbe schützen zu lassen.
Wo wurde Simson produziert?
Die Simson-Mopeds wurden im VEB Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk „Ernst Thälmann“ in Suhl (Thüringen) produziert. Bis zu 200.000 Mopeds verließen jährlich die Produktionshallen. Das Unternehmen hatte eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht.
Was fordern die Nachfahren der Familie Simson?
Die Nachfahren der Familie Simson fordern, dass die AfD die Marke nicht für ihre politischen Zwecke instrumentalisiert. Sie sehen darin eine „Verhöhnung ihrer Geschichte“ und betonen, dass ihre Familie extremistische Ideologien entschieden ablehnt. Der Name Simson dürfe unter keinen Umständen zum Symbol der AfD werden.
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