Zum Tod von Robert Duvall: Wie er und seine engen Kumpels Dustin Hoffman und Gene Hackman seit Jahrzehnten zusammenhielten.
Ein Jahr nach Gene Hackman (1930-2025) ist nun auch Robert Duvall gestorben, er wurde 95 Jahre alt. Nun lebt nur noch Dustin Hoffman, 88, aus einer eingeschworenen Clique von Schauspielern. Eines Trios, das sich in den 1950er-Jahren erfolglos herumschlug – und dann doch noch gegen alle Erwartungen zu Filmstars wurden.
Gene Hackman und Dustin Hoffman lernten sich Mitte der 1950er-Jahre kennen. Die beiden Kalifornier studierten gemeinsam in der Schauspielschule des Theaters Pasadena Playhouse. Hackman brach das Studium ab und zog nach New York City. Mit seiner ersten Frau Faye Maltese lebte er in einer kleinen Wohnung.
Dustin Hoffman schlief in der Küche von Gene Hackman
Dort wurde es bald kuschelig. Denn Dustin Hoffman folgte seinem Kumpel aus Los Angeles. Mit angeblich nur 50 Dollar in der Tasche zog er nach New York und schlief bei den Hackmans auf dem Küchenboden. Irgendwann wurde es dem Ehepaar zu eng. Sie quartierten Hoffman bei einem befreundeten Schauspieler ein, der ebenfalls aus Kalifornien in den Big Apple gezogen war: Robert Duvall.
Bald waren die drei Schauspieler unzertrennlich. Sie hingen den ganzen Tag miteinander ab, erzählten sie später. Hackmans Frau Faye kochte für alle Spaghetti. Sie machten Party und alberten herum. Der Schauspieler Elliot Gould erzählte einmal, dass Duvall und Hoffman bei ihm klingelten und ihm zur Begrüßung ihre nackten Hintern entgegenstreckten.
Nebenher versuchten die drei, als Schauspieler Fuß zu fassen. Doch die Rollen blieben aus. Also schlugen sie sich mit diversen Jobs durch, arbeiteten als Schuhverkäufer oder Möbelpacker. Dustin Hoffman verriet einmal, dass er bis zu seinem 30. Lebensjahr unter dem offiziellen Existenzminimum der USA lebte. Wer aus dem Trio gerade das meiste Geld in der Tasche hatte, unterstützte die anderen. Auch bei den Frauen halfen sie sich. Als Hoffman eine Mitarbeiterin in dem Laden in dem er gerade jobbte, beeindrucken wollte, mimte Hackman einen Irren, der sie belästigt.
Unwahrscheinliche Hollywoodstars
Phänotypisch unterschieden sich alle drei von den strahlenden Filmstars des klassischen Hollywoods. Gene Hackman fühlte sich am Pasadena Playhouse allein unter etlichen braungebrannten „wandelnden Surfboards“ und Dustin Hoffmans Gesicht bestand nur aus Nase, wie er es nannte.
„Wenn wir auf einer Party mit einem Haufen arbeitsloser Schauspieler gewesen wären, und einer hätte gesagt, ‚diese drei dort, die werden Hollywood Stars‘, hätte der ganze Saal getobt und wir wären die Lacher gewesen“, sagte Dustin Hoffman einmal.
Doch ab der Mitte der 1960er-Jahre änderte sich der Zeitgeist. Das alte Filmbusiness hatte abgewirtschaftet, künstlerisch und kommerziell. Es schlug die Stunde des mutigen, unkonventionellen New Hollywood. Das echte Typen und keine Posterboys wollte. Als Initialzündung dieser neuen Epoche gelten zwei Filme aus dem Jahr 1967 , die noch im alten Studiosystem entstanden: „Die Reifeprüfung“ mit Dustin Hoffman und „Bonnie und Clyde“ mit Gene Hackman. Robert Duvall zog spätestens mit „Der Pate“ (1972) mit den Kumpels nach.
Duvall, Hackman und Hoffman wurden zu den gefragtesten Charakterdarstellern Hollywoods, die aber ab und zu auch Hauptrollen landeten. Zusammen fuhren sie 19 Oscar-Nominierungen als Darsteller ein. Hoffman und Hackman gewannen je zweimal, Duvall einmal. Sie hielten sich über Jahrzehnte im Geschäft – und stohlen jüngeren und angeblich attraktiveren Darstellern immer wieder die Show.
Quelle: Gala