Mehr Geld Pflegeheime: Caritas, Hilfswerk und Malteser Care sehen dringenden Handlungsbedarf bei der Finanzierung der Pflege in Österreich. Sie kritisieren eine massive Unterfinanzierung und fordern eine gerechtere Verteilung der Fördergelder, um die Qualität der 24-Stunden-Betreuung sicherzustellen und die steigenden Kosten für Pflegebedürftige zu senken.

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Warum fordern Organisationen mehr Geld für Pflegeheime?
Die Caritas, das Hilfswerk und Malteser Care bemängeln, dass die derzeitige Förderpolitik eine „völlige Schieflage“ aufweist. Sie argumentieren, dass die Kosten für die 24-Stunden-Betreuung in den letzten Jahren massiv gestiegen sind, während die staatliche Unterstützung nicht im gleichen Maße angepasst wurde. Dies führt zu einer immer größeren finanziellen Belastung für die Betroffenen und ihre Familien, die oft gezwungen sind, auf ihre Ersparnisse zurückzugreifen oder sogar Kredite aufzunehmen, um die Pflege zu finanzieren.
Die wichtigsten Fakten
- Caritas, Hilfswerk und Malteser Care kritisieren Unterfinanzierung der Pflege.
- Forderung nach gerechterer Verteilung der Fördergelder.
- Steigende Kosten für 24-Stunden-Betreuung belasten Betroffene.
- „Scheinheiligkeit“ im Umgang mit der 24-Stunden-Betreuung wird angeprangert.
Die aktuelle Situation der Pflegefinanzierung in Österreich
Die Pflegefinanzierung in Österreich ist ein komplexes System, das sich aus verschiedenen Quellen zusammensetzt. Neben den Eigenleistungen der Pflegebedürftigen und ihrer Familien tragen auch die Bundesländer, Gemeinden und der Bund zur Finanzierung bei. Ein wesentlicher Bestandteil ist das Pflegegeld, das als finanzielle Unterstützung für pflegebedürftige Personen gedacht ist. Die Höhe des Pflegegeldes richtet sich nach dem Pflegebedarf und wird in sieben Stufen eingeteilt. Allerdings deckt das Pflegegeld oft nicht die tatsächlichen Kosten der Pflege ab, insbesondere bei aufwendiger 24-Stunden-Betreuung. Laut Der Standard, sehen die Organisationen eine „Scheinheiligkeit“ im Umgang mit der 24-Stunden-Betreuung. (Lesen Sie auch: Wehrpflicht Verlängerung: Was plant die Regierung 2026)
Was sind die konkreten Forderungen der Organisationen?
Die Hilfsorganisationen fordern eine umfassende Reform der Pflegefinanzierung, die den tatsächlichen Kosten der Pflege Rechnung trägt. Konkret fordern sie eine Erhöhung der staatlichen Zuschüsse für die 24-Stunden-Betreuung, um die finanzielle Belastung der Betroffenen zu reduzieren. Außerdem setzen sie sich für eine transparentere und gerechtere Verteilung der Fördergelder ein, um sicherzustellen, dass die Mittel dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Qualitätssicherung in der 24-Stunden-Betreuung. Die Organisationen fordern strengere Kontrollen und eine bessere Ausbildung der Betreuungskräfte, um eine hochwertige und würdevolle Pflege zu gewährleisten.
Die Caritas argumentiert, dass die Politik die Augen vor der Realität verschließt und die wahren Kosten der Pflege ignoriert. Viele Familien würden sich in einer verzweifelten Lage befinden und nicht wissen, wie sie die Pflege ihrer Angehörigen finanzieren sollen. Es brauche dringend eine Kurskorrektur, um die Pflege in Österreich zukunftsfähig zu gestalten. Die steigende Lebenserwartung und der demografische Wandel würden die Herausforderungen in der Pflege in den kommenden Jahren noch verstärken, weshalb es jetzt notwendig sei, die richtigen Weichen zu stellen.
In Österreich sind rund 450.000 Menschen pflegebedürftig. Ein Großteil von ihnen wird zu Hause von Angehörigen betreut, während ein Teil in Pflegeheimen oder durch mobile Pflegedienste versorgt wird. Die Kosten für die Pflege variieren je nach Pflegebedarf und Art der Betreuung erheblich. (Lesen Sie auch: Wiener Stadtregierung: Wechsel Offiziell am 25. März…)
Auswirkungen der Unterfinanzierung auf Pflegebedürftige und Angehörige
Die Unterfinanzierung der Pflege hat gravierende Auswirkungen auf die Lebensqualität von Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen. Viele Familien sind gezwungen, ihre Arbeitszeit zu reduzieren oder ganz aufzugeben, um die Pflege ihrer Angehörigen zu übernehmen. Dies führt zu finanziellen Einbußen und einer zusätzlichen Belastung der Familien. Zudem leiden viele pflegende Angehörige unter psychischem Stress und gesundheitlichen Problemen. Laut einer Studie des Sozialministeriums sind pflegende Angehörige häufiger von Depressionen und Burnout betroffen. Eine angemessene finanzielle Unterstützung und Entlastung der pflegenden Angehörigen sei daher unerlässlich, um deren Gesundheit und Wohlbefinden zu erhalten.
Die Malteser Care betont, dass die 24-Stunden-Betreuung eine wichtige Säule der Pflegeversorgung in Österreich sei. Sie ermögliche es vielen Menschen, in ihrem gewohnten Umfeld zu bleiben und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Allerdings sei die Qualität der 24-Stunden-Betreuung oft mangelhaft, da viele Betreuungskräfte schlecht ausgebildet und unterbezahlt seien. Es brauche daher dringend Maßnahmen zur Qualitätssicherung und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Betreuungskräfte. Die Regierung müsse endlich ihre Verantwortung wahrnehmen und die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen, um eine hochwertige und würdevolle Pflege für alle Pflegebedürftigen in Österreich zu gewährleisten. Das Sozialministerium ist hierbei eine wichtige Anlaufstelle.

Wie geht es weiter mit der Pflegefinanzierung?
Die Diskussion um mehr Geld Pflegeheime wird in den kommenden Monaten sicherlich weitergehen. Es ist ein Thema, das viele Menschen in Österreich betrifft und das eine breite gesellschaftliche Debatte verdient. Nur durch eine offene und konstruktive Auseinandersetzung mit den Herausforderungen in der Pflege kann eine nachhaltige und gerechte Lösung gefunden werden, die den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht wird. (Lesen Sie auch: Faschingsumzug Graz 2026: Sperren und Narren)
