Der Wolfram Film (2025) von Warwick Thornton ist ein kraftvoller Outback-Western, der sich kritisch mit der australischen Gründungsgeschichte auseinandersetzt. Der Film beleuchtet die rassistische Gewalt und die Ausbeutung von Arbeitskräften in den 1930er-Jahren und knüpft thematisch an Thorntons früheren Film „Sweet Country“ an.

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Kultur-Kompakt
- Regisseur Warwick Thornton setzt sich erneut mit der australischen Gründungsgeschichte auseinander.
- Der Film thematisiert Rassismus und Ausbeutung im australischen Outback der 1930er-Jahre.
- Epische Bilder fangen die Weite und Härte der australischen Landschaft ein.
- Deborah Mailman spielt eine zentrale Rolle in diesem Western ohne Helden.
| Titel | Wolfram (2025) |
|---|---|
| Originaltitel | Wolfram (2025) |
| Regie | Warwick Thornton |
| Besetzung | Deborah Mailman |
| Genre | Outback-Western, Drama |
| Produktion | Bunya Productions |
Unser Eindruck: Ein visuell beeindruckender und thematisch wichtiger Film, der zum Nachdenken über die dunklen Kapitel der australischen Geschichte anregt.
Welche Themen behandelt der Wolfram Film?
Der Wolfram Film thematisiert vor allem Rassismus und die Ausbeutung von Arbeitskräften im Australien der 1930er-Jahre. Regisseur Warwick Thornton zeigt die brutalen Realitäten des Lebens in einer von kolonialer Gewalt geprägten Gesellschaft. Der Film stellt die Frage nach Gerechtigkeit und Würde in einer Zeit, in der indigene Bevölkerung systematisch unterdrückt wurde. Der Film knüpft thematisch an Thorntons früheren Film „Sweet Country“ an.

Der Film beginnt mit einer Szene, die die Härte des Lebens im Outback verdeutlicht. Kinder müssen in einem Steinbruch mit Sprengstoff arbeiten, um für ihre weißen Arbeitgeber Felslöcher zu präparieren. Diese Szene etabliert das zentrale Motiv des Films: Arbeit als Mittel zur Festigung von Hierarchien und zur Ausbeutung von Menschen. Die visuelle Umsetzung ist dabei von beeindruckender Epik, die die Weite und Unbarmherzigkeit der australischen Landschaft einfängt.
Warwick Thornton ist bekannt für seine Auseinandersetzung mit der australischen Geschichte und den Auswirkungen des Kolonialismus auf die indigene Bevölkerung. Seine Filme zeichnen sich durch eine eindringliche Bildsprache und eine kritische Perspektive aus.
Wie unterscheidet sich „Wolfram“ von anderen Western?
„Wolfram“ unterscheidet sich von klassischen Western vor allem durch seinen Fokus auf die Perspektive der indigenen Bevölkerung. Während viele Western die Geschichte des Wilden Westens aus der Sicht der weißen Siedler erzählen, rückt Thornton die Erfahrungen und das Leid der Aborigines in den Mittelpunkt. Der Film verzichtet bewusst auf Heldenfiguren und zeigt stattdessen die komplexen moralischen Grauzonen einer von Rassismus und Gewalt geprägten Gesellschaft. Die Kameraarbeit fängt die Schönheit und zugleich die Härte des Outbacks ein, während der Schnitt eine beklemmende Atmosphäre erzeugt. Wie Die Zeit berichtet, ist Thornton ein Spezialist für Outback-Western. (Lesen Sie auch: Mandalorian Trailer: Din Djarin zeigt Gesicht im…)
Statt einer heroischen Erzählung bietet „Wolfram“ eine schonungslose Darstellung der Realität. Der Film zeigt, wie die indigene Bevölkerung systematisch entrechtet und ausgebeutet wurde. Die brutale Gewalt, die in den Minen herrscht, ist ein Spiegelbild der gesellschaftlichen Verhältnisse. Die Kinder, die zur Flucht gezwungen sind, symbolisieren die Hoffnung auf eine bessere Zukunft, die jedoch von den Schatten der Vergangenheit bedroht wird.
Die schauspielerische Leistung von Deborah Mailman ist besonders hervorzuheben. Sie verkörpert die Figur der Pansy mit einer Mischung aus Stärke und Verletzlichkeit. Ihre Darstellung verleiht dem Film eine zusätzliche emotionale Tiefe. Die Musik unterstützt die Atmosphäre des Films und verstärkt die emotionale Wirkung der Bilder. Laut einer Analyse von Rotten Tomatoes ist Mailmans Performance ein Highlight des Films.
Welche filmischen Mittel setzt Thornton ein?
Warwick Thornton setzt in „Wolfram“ eine Vielzahl filmischer Mittel ein, um die Geschichte eindrücklich zu erzählen. Die epischen Landschaftsaufnahmen des australischen Outbacks stehen im Kontrast zu den beengten und bedrückenden Szenen in den Minen und Siedlungen. Diese Gegenüberstellung verdeutlicht die Zerrissenheit der Figuren und die Diskrepanz zwischen der Schönheit der Natur und der Brutalität der menschlichen Gesellschaft. Die Farbpalette des Films ist von warmen, erdigen Tönen geprägt, die die Hitze und Trockenheit des Outbacks widerspiegeln.
Der Schnitt des Films ist bewusst langsam und bedächtig, um dem Zuschauer Zeit zu geben, die Bilder und Emotionen auf sich wirken zu lassen. Die Musik, die von traditionellen indigenen Klängen inspiriert ist, verstärkt die emotionale Wirkung der Geschichte. Thornton verwendet auch symbolische Elemente, wie die Fliegen, die die Figuren umschwirren, um die Vergänglichkeit des Lebens und die allgegenwärtige Gefahr zu verdeutlichen.
Die Dialoge sind sparsam eingesetzt und konzentrieren sich auf das Wesentliche. Die Körpersprache und Mimik der Schauspieler spielen eine wichtige Rolle bei der Vermittlung der Emotionen und Beziehungen zwischen den Figuren. Thornton verzichtet auf eine übermäßige Erklärung der Handlung und lässt stattdessen die Bilder und die Atmosphäre für sich sprechen. Dies trägt dazu bei, dass der Film eine nachhaltige Wirkung auf den Zuschauer hat. Informationen zu Warwick Thornton finden Sie auch auf der offiziellen Website der Berlinale, wo „Wolfram“ vorgestellt wurde. (Lesen Sie auch: Kurtulus Film: Emin Alpers Drama über Hass…)
Australien in der Zeit der kolonialen Frontier, geprägt von Rassismus und Ausbeutung.
Etabliert das Motiv der Ausbeutung und die Festigung von Hierarchien.
Drei Kinder ergreifen die Chance zur Flucht vor den weißen Aufsehern.

Für wen lohnt sich „Wolfram“?
„Wolfram“ lohnt sich für Zuschauer, die sich für anspruchsvolle Filme mit historischem Hintergrund interessieren. Wer Filme wie „Sweet Country“ von Warwick Thornton, „The Proposition“ von John Hillcoat oder „Tracks“ von John Curran mochte, wird hier ebenfalls fündig. Der Film ist kein leicht verdauliches Unterhaltungskino, sondern ein Werk, das zum Nachdenken anregt und die dunklen Kapitel der australischen Geschichte beleuchtet. Zuschauer, die sich für die Perspektive der indigenen Bevölkerung und die Auseinandersetzung mit Rassismus und Ausbeutung interessieren, werden von „Wolfram“ besonders angesprochen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Rolle spielt Deborah Mailman in dem Wolfram Film?
Deborah Mailman spielt die Rolle der Pansy, einer indigenen Frau, die im australischen Outback der 1930er-Jahre ums Überleben kämpft. Ihre Figur verkörpert Stärke und Verletzlichkeit und verleiht dem Film eine zusätzliche emotionale Tiefe.
In welcher Zeit spielt der Wolfram Film?
Der Wolfram Film spielt im Australien der 1930er-Jahre, einer Zeit, die von Rassismus, Ausbeutung und kolonialer Gewalt geprägt ist. Der Film beleuchtet die Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung in dieser Zeit.
Was ist das Besondere an der Regie von Warwick Thornton im Wolfram Film?
Warwick Thornton ist bekannt für seine eindringliche Bildsprache und seine kritische Auseinandersetzung mit der australischen Geschichte. Im Wolfram Film setzt er eine Vielzahl filmischer Mittel ein, um die Geschichte eindrücklich zu erzählen.
Welche Themen werden im Wolfram Film behandelt?
Der Wolfram Film thematisiert vor allem Rassismus und die Ausbeutung von Arbeitskräften im Australien der 1930er-Jahre. Der Film stellt die Frage nach Gerechtigkeit und Würde in einer von kolonialer Gewalt geprägten Gesellschaft. (Lesen Sie auch: Robert Duvall Tot: Al Pacino und De…)
An welchen anderen Film von Warwick Thornton knüpft der Wolfram Film an?
Der Wolfram Film knüpft thematisch an Thorntons früheren Film „Sweet Country“ an. Beide Filme setzen sich mit der australischen Gründungsgeschichte und den Auswirkungen des Kolonialismus auf die indigene Bevölkerung auseinander.
