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Die Lage in den Alpen spitzt sich am 17.02.2026 dramatisch zu. Anhaltender starker Schneefall und Sturm haben die Lawinengefahr in den Alpen, besonders in Teilen der Schweiz und Italiens, auf eine hohe Stufe getrieben. Behörden reagierten mit Evakuierungen und Straßensperrungen, um Einheimische und Touristen zu schützen. Die Situation bleibt angespannt, da weitere Schneefälle erwartet werden.
Das Wichtigste in Kürze
- Hohe Gefahrenstufe: In weiten Teilen des Alpenraums gilt eine hohe Lawinengefahr, im Schweizer Kanton Wallis wurde sogar die höchste Warnstufe 5 ausgerufen.
- Evakuierungen: Im italienischen Piemont musste der Ort Rochemolles komplett geräumt werden; rund 40 Personen waren betroffen.
- Neuschnee: Regional fielen bis zu 40 Zentimeter Neuschnee, in manchen Gebieten wird bis zu einem Meter erwartet, was die Lage weiter verschärft.
- Verkehrschaos: Zahlreiche Straßen und Bahnlinien sind gesperrt, darunter wichtige Verbindungen im Goms und Saastal (Schweiz).
- Wetterprognose: Meteorologen erwarten auch für die kommenden Stunden teils kräftige und anhaltende Schneefälle, die die Lawinengefahr in den Alpen hoch halten.
- Wind als Faktor: Starker bis stürmischer Wind sorgt zusätzlich für gefährliche Schneeverwehungen und Triebschnee.
- Behördliche Warnungen: Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) rät dringend davon ab, gesicherte Pisten zu verlassen.
Inhaltsverzeichnis
Aktuelle Lage in Italien und der Schweiz
Seit Montag sorgt eine intensive Wetterlage für massive Probleme im Alpenraum. Besonders betroffen sind die italienische Region Piemont und weite Teile der Schweizer Alpen. Innerhalb weniger Stunden fielen erhebliche Neuschneemengen, die in Kombination mit starkem Wind die Lawinengefahr in den Alpen rapide ansteigen ließen. Folglich sahen sich die Behörden gezwungen, schnell zu handeln.
Im Piemont wurde die Gemeinde Rochemolles, ein beliebter Touristenort, vollständig evakuiert. Die Regionalverwaltung erließ eine Verordnung, die den sofortigen Weggang von etwa 40 Anwohnern und Urlaubern anordnete und gleichzeitig ein Zugangsverbot verhängte. Alle Zufahrtsstraßen wurden für Fahrzeuge und Fußgänger gesperrt, um die Sicherheit zu gewährleisten. Die Betroffenen kamen teilweise bei Bekannten oder in Hotels in der Umgebung unter.
Höchste Warnstufe im Wallis: Was bedeutet die Lawinengefahr in den Alpen?
In der Schweiz ist die Situation ebenfalls kritisch. Das renommierte WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF hat für Teile des Kantons Wallis die höchste Gefahrenstufe 5 (sehr groß) ausgerufen – eine Maßnahme, die nur sehr selten ergriffen wird. Stufe 5 bedeutet, dass mit vielen, auch extrem großen spontanen Lawinen gerechnet werden muss, die bis in Tallagen vordringen und Infrastruktur wie Straßen und Siedlungen gefährden können. Für große Teile der übrigen Alpenregion gilt die zweithöchste Stufe 4 (groß). Die aktuelle Wetterlage, geprägt von Neuschnee und stürmischem Wind, schafft ideale Bedingungen für gefährlichen Triebschnee, der bereits durch eine geringe Zusatzbelastung, etwa durch einen einzelnen Skifahrer, ausgelöst werden kann. Über die Risiken von Falschabrechnungen bei medizinischen Notfällen im Urlaub informiert unser Artikel zur Kostenfalle Arztbesuch.
Die Europäische Lawinengefahrenskala
Die europäische Lawinengefahrenskala ist ein wichtiges Instrument zur Risikobewertung. Sie reicht von Stufe 1 (gering) bis Stufe 5 (sehr groß) und beschreibt die Wahrscheinlichkeit von Lawinenabgängen und die Stabilität der Schneedecke. Jede Stufe ist mit klaren Verhaltensempfehlungen verbunden, die für Wintersportler und Anwohner überlebenswichtig sein können.
Welche Gebiete sind besonders betroffen?
Die Schneefälle konzentrieren sich auf den westlichen und nördlichen Alpenkamm. Neben dem Piemont in Italien und dem Wallis in der Schweiz sind auch das Berner Oberland, die Glarner Alpen und Teile Graubündens stark betroffen. Meteorologen prognostizieren hier Neuschneemengen von bis zu einem Meter. Die Schneefallgrenze ist dabei auf 500 bis 800 Meter gesunken, wodurch auch tiefer gelegene Regionen mit erheblichen Schneemengen rechnen müssen.
Auswirkungen auf Verkehr und Tourismus
Die extreme Wetterlage hat den Verkehr in den betroffenen Regionen teilweise zum Erliegen gebracht. Zahlreiche Alpenpässe, Kantonsstraßen und Bahnlinien mussten gesperrt werden. Im Oberwallis sind beispielsweise die Verbindungen ins Goms und ins Saastal unterbrochen. Auch der Autoverlad zwischen Realp und Oberwald wurde eingestellt. Diese Sperrungen schneiden ganze Ortschaften von der Außenwelt ab und zwingen Touristen zur verfrühten Abreise oder zum unfreiwilligen Verbleib. Viele Skigebiete mussten aus Sicherheitsgründen den Betrieb einstellen. Die angespannte Lage erinnert an die Herausforderungen bei der Weichenerneuerung der Bahn im Allgäu, die ebenfalls zu erheblichen Einschränkungen führte.
Übersicht der Maßnahmen und betroffenen Regionen
| Region | Maßnahme | Aktueller Status (17.02.2026) |
|---|---|---|
| Piemont, Italien (Rochemolles) | Evakuierung & Zugangsverbot | Aktiv, Ort gesperrt |
| Kanton Wallis, Schweiz | Höchste Lawinenwarnstufe 5 | Aktiv, sehr große Gefahr |
| Goms & Saastal, Schweiz | Straßen- & Bahnsperrungen | Aktiv, Verbindungen unterbrochen |
| Großteil der Alpen | Hohe Lawinenwarnstufe 4 | Aktiv, große Gefahr |
Verhaltenstipps und offizielle Warnungen
Behörden und Lawinenwarndienste wie das Naturgefahrenportal des Bundes in der Schweiz appellieren eindringlich an die Bevölkerung und an Touristen, die Warnungen ernst zu nehmen. Es wird dringend davon abgeraten, gesicherte Pisten und Wege zu verlassen. Wintersportler sollten Touren verschieben und sich laufend über die aktuelle Lage informieren. Zudem ist es wichtig, die Anweisungen der lokalen Behörden zu befolgen und Sperrgebiete strikt zu meiden. Die Situation bleibt unberechenbar, und spontane Lawinenabgänge sind jederzeit möglich.
Video-Empfehlung: Einbetten eines aktuellen YouTube-Videos von einer Nachrichtenagentur oder einem Wetterdienst, das die Schneemassen und die Lage in den Alpen zeigt. Suchbegriff: „Schneefall Alpen Februar 2026“ oder „Lawinengefahr Schweiz aktuell“.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum ist die Lawinengefahr in den Alpen aktuell so hoch?
Die hohe Lawinengefahr resultiert aus der Kombination von intensivem Neuschneefall, der auf eine instabile Altschneedecke fällt, und starkem bis stürmischem Wind. Dieser Wind verfrachtet den Schnee und bildet gefährliche Triebschneeansammlungen, die sehr störanfällig sind und leicht als Lawinen abgehen können.
Welche Warnstufen gibt es und was bedeuten sie?
Die Europäische Lawinengefahrenskala hat fünf Stufen: 1 (gering), 2 (mäßig), 3 (erheblich), 4 (groß) und 5 (sehr groß). Aktuell gilt in vielen Gebieten Stufe 4, was bedeutet, dass Lawinen bereits bei geringer Zusatzbelastung ausgelöst werden können. Stufe 5, wie im Wallis ausgerufen, warnt vor zahlreichen, sehr großen spontanen Lawinen, die auch Siedlungen bedrohen können.
Sind nur Skifahrer von der Lawinengefahr in den Alpen betroffen?
Nein, die Gefahr betrifft nicht nur Wintersportler abseits der Pisten. Bei den hohen Gefahrenstufen 4 und 5 können Lawinen auch Verkehrswege wie Straßen und Bahnlinien sowie in Tallagen gelegene Gebäude und Siedlungen erreichen. Deshalb kommt es zu Evakuierungen und Sperrungen.
Wie lange wird die gefährliche Situation andauern?
Laut Wetterprognosen halten die Schneefälle noch an. Obwohl die Niederschläge am Dienstagabend nachlassen sollen, wird die Lawinensituation angespannt bleiben. Es dauert oft mehrere Tage, bis sich die Schneedecke nach so intensivem Schneefall wieder stabilisiert hat.
Wo erhalte ich verlässliche Informationen zur aktuellen Lage?
Verlässliche Informationen bieten die offiziellen Lawinenwarndienste wie das SLF in der Schweiz (slf.ch) oder die Lawinenreporte der jeweiligen Alpenregionen. Zudem informieren nationale Wetterdienste und die Behörden vor Ort über die aktuelle Gefahrenlage und notwendige Maßnahmen.
Fazit: Angespannte Lage hält an
Die aktuelle Wetterlage mit intensivem Schneefall hat die Lawinengefahr in den Alpen auf ein kritisches Niveau gehoben. Die drastischen Maßnahmen wie Evakuierungen in Italien und die Ausrufung der höchsten Warnstufe in der Schweiz verdeutlichen den Ernst der Lage. Sowohl Einheimische als auch Touristen sind aufgefordert, höchste Vorsicht walten zu lassen und die Anweisungen der Behörden strikt zu befolgen. Ein Ende der angespannten Situation ist vorerst nicht in Sicht, da weitere Schneefälle die Gefahr hoch halten und die Stabilisierung der Schneedecke Zeit benötigen wird.
Autor: Jonas Wagner, Experte für Alpinwetter und Sicherheit. Jonas Wagner berichtet seit über 10 Jahren über Naturereignisse im Alpenraum und arbeitet eng mit lokalen Behörden und Wetterdiensten zusammen, um präzise und aktuelle Informationen zu liefern.
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