Chikungunya Europa könnte stärker betreffen als bisher angenommen: Bereits ab 14 Grad Celsius ist eine Übertragung des Virus durch die Asiatische Tigermücke möglich. Das bedeutet, dass sich die Krankheit auch in gemäßigteren Klimazonen Europas ausbreiten kann, was die Risiken für die öffentliche Gesundheit erhöht.

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Analyse-Ergebnis
- Das Chikungunya-Virus kann sich bei niedrigeren Temperaturen ausbreiten als bisher angenommen.
- Die Asiatische Tigermücke ist der Hauptüberträger des Virus in Europa.
- Klimaveränderungen begünstigen die Ausbreitung des Virus.
- Die Krankheit verursacht Fieber und starke Gelenkschmerzen.
Chikungunya in Europa: Ein wachsendes Problem
Die Tropenkrankheit Chikungunya, die durch das Chikungunya-Virus verursacht wird, stellt in Europa ein zunehmendes Problem dar. Wie Stern berichtet, warnen Forscher, dass sich das Virus auch in kühleren Regionen Europas ausbreiten kann als bisher angenommen. Traditionell war Chikungunya auf tropische und subtropische Gebiete beschränkt. Die globale Erwärmung und die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus), dem Hauptüberträger des Virus, haben jedoch dazu geführt, dass die Krankheit nun auch in Europa Fuß fasst.
In den letzten Jahren gab es bereits Ausbrüche in Italien, Frankreich und Spanien. Diese Ausbrüche haben gezeigt, dass das Virus in der Lage ist, sich auch in europäischen Ländern zu etablieren. Ein Forschungsteam um Sandeep Tegar vom Centre for Ecology & Hydrology im britischen Wallingford analysierte vorhandene Daten und kam zu dem Schluss, dass die Übertragung des Virus durch die Asiatische Tigermücke bereits ab einer Temperatur von etwa 14 Grad Celsius möglich ist. Bisher ging man von einer Mindesttemperatur von 16 bis 16,5 Grad aus. Die optimale Temperatur für die Übertragung liegt bei etwa 26 Grad Celsius.
Diese Erkenntnisse haben erhebliche Auswirkungen auf die Risikobewertung für Europa. Sie bedeuten, dass weite Teile Europas im Sommer und Frühherbst für die Übertragung des Chikungunya-Virus geeignet sind. Dies betrifft nicht nur die südlichen Länder, sondern auch Regionen in Mittel- und Osteuropa.
Die Analyse des Forschungsteams ergab, dass die Übertragung des Chikungunya-Virus durch die Asiatische Tigermücke in einem Temperaturbereich von 14 bis 32 Grad Celsius möglich ist. Die optimale Temperatur für die Übertragung liegt bei 26 Grad Celsius.
Wie funktioniert die Übertragung von Chikungunya in Europa?
Die Übertragung des Chikungunya-Virus erfolgt hauptsächlich durch den Stich infizierter Mücken der Art Aedes. In Europa ist die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) der Hauptüberträger. Diese Mücke ist ursprünglich in Südostasien beheimatet, hat sich aber in den letzten Jahrzehnten weltweit ausgebreitet, auch nach Europa. Die Tigermücke ist anpassungsfähig und kann in verschiedenen Umgebungen überleben, was ihre Ausbreitung begünstigt. (Lesen Sie auch: Hannah Montana Jubiläum: Miley Cyrus Erinnert sich!)
Die Mücke infiziert sich, indem sie das Blut einer Person saugt, die mit dem Chikungunya-Virus infiziert ist. Nach einer Inkubationszeit von einigen Tagen kann die Mücke das Virus dann auf andere Menschen übertragen, indem sie sie sticht. Die Übertragung erfolgt also von Mensch zu Mücke zu Mensch. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Die Aktivität der Mücken hängt stark von der Temperatur ab. Bei höheren Temperaturen sind die Mücken aktiver und stechen häufiger. Auch die Inkubationszeit des Virus in der Mücke verkürzt sich bei höheren Temperaturen, was die Übertragungswahrscheinlichkeit erhöht. Daher ist die Übertragung von Chikungunya in den Sommermonaten am höchsten.
Welche Rolle spielt die Asiatische Tigermücke bei der Ausbreitung?
Die Asiatische Tigermücke ist ein sehr effektiver Vektor für das Chikungunya-Virus. Sie ist tagaktiv und sticht aggressiv, was das Risiko einer Übertragung erhöht. Zudem kann sie sich an verschiedene Klimazonen anpassen und ist resistent gegen viele Insektizide, was ihre Bekämpfung erschwert.
Die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke in Europa ist eng mit dem internationalen Reise- und Handelsverkehr verbunden. Die Mücken können beispielsweise in gebrauchten Reifen oder Pflanzen transportiert werden. Einmal in einem neuen Gebiet angekommen, können sie sich schnell vermehren und ausbreiten.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) überwacht die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke in Europa und gibt Empfehlungen für Maßnahmen zur Bekämpfung der Mücke. Es ist wichtig, die Ausbreitung der Mücke zu verhindern, um das Risiko von Chikungunya-Ausbrüchen zu minimieren. Informationen zur Verbreitung und Bekämpfung der Tigermücke bietet auch das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC).
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Symptome und Verlauf von Chikungunya
Chikungunya verursacht Fieber und starke Gelenkschmerzen. Andere häufige Symptome sind Muskelschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Hautausschlag. Die Symptome treten meist drei bis sieben Tage nach dem Stich einer infizierten Mücke auf.
Die akute Phase der Krankheit dauert in der Regel einige Tage bis zu einer Woche. In den meisten Fällen klingen die Symptome innerhalb weniger Tage ab. Bei manchen Menschen können die Gelenkschmerzen jedoch Wochen, Monate oder sogar Jahre anhalten. Diese chronischen Gelenkschmerzen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
Tödlich ist Chikungunya nur selten. Gefährlich ist das Virus vor allem für chronisch Kranke, Schwangere und Säuglinge. Bei Schwangeren kann das Virus während der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden. Bei Säuglingen kann die Infektion zu schweren Komplikationen führen.
Es gibt keine spezifische Behandlung für Chikungunya. Die Behandlung konzentriert sich auf die Linderung der Symptome. Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente können helfen, die Gelenkschmerzen zu lindern. In schweren Fällen kann eine Physiotherapie erforderlich sein, um die Beweglichkeit der Gelenke zu verbessern.

Prävention und Bekämpfung von Chikungunya in Europa
Die Prävention von Chikungunya basiert auf dem Schutz vor Mückenstichen und der Bekämpfung der Mückenpopulation. Um sich vor Mückenstichen zu schützen, sollten manuelle Maßnahmen ergriffen werden. Dazu gehören:
- Tragen von langer, heller Kleidung: Dadurch wird die Haut bedeckt und Mückenstiche reduziert.
- Verwendung von Mückensprays: Mückensprays mit DEET oder Icaridin sind wirksam gegen Mücken.
- Anbringen von Moskitonetzen an Fenstern und Türen: Dadurch wird verhindert, dass Mücken in das Haus gelangen.
- Schlafen unter einem Moskitonetz: Dies ist besonders wichtig in Gebieten mit hoher Mückendichte.
Die Bekämpfung der Mückenpopulation umfasst verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel: (Lesen Sie auch: Lang Galatasaray: im Visier: Kommt Noa in…)
- Beseitigung von Brutstätten: Mücken legen ihre Eier in stehendem Wasser ab. Daher sollten alle potenziellen Brutstätten, wie zum Beispiel Regentonnen, Eimer und Blumentöpfe, geleert oder abgedeckt werden.
- Einsatz von Larviziden: Larvizide sind Substanzen, die Mückenlarven abtöten. Sie können in Brutstätten eingesetzt werden, um die Mückenpopulation zu reduzieren.
- Einsatz von Insektiziden: Insektizide können eingesetzt werden, um erwachsene Mücken abzutöten. Der Einsatz von Insektiziden sollte jedoch sorgfältig abgewogen werden, da sie auch schädliche Auswirkungen auf die Umwelt haben können.
Die Gesundheitsbehörden in Europa führen Überwachungsprogramme durch, um die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke zu überwachen und Ausbrüche von Chikungunya frühzeitig zu erkennen. Im Falle eines Ausbruchs werden gezielte Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.
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Die Rolle des Klimawandels bei der Ausbreitung von Chikungunya
Der Klimawandel spielt eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung von Chikungunya in Europa. Die globale Erwärmung führt dazu, dass sich die Lebensräume der Mücken, die das Virus übertragen, ausdehnen. Höhere Temperaturen ermöglichen es den Mücken, auch in Regionen zu überleben, in denen sie früher nicht überleben konnten. Auch die Niederschlagsmuster verändern sich durch den Klimawandel. Häufigere und stärkere Regenfälle können zu einer Zunahme von Brutstätten für Mücken führen.
Welche langfristigen Auswirkungen sind zu erwarten?
Experten befürchten, dass sich Chikungunya in Europa weiter ausbreiten wird, wenn der Klimawandel fortschreitet. Dies könnte zu einer Zunahme von Ausbrüchen und einer Belastung der Gesundheitssysteme führen. Es ist daher wichtig, Maßnahmen zu ergreifen, um den Klimawandel zu bekämpfen und die Ausbreitung der Mücken zu verhindern.
Die Europäische Union hat verschiedene Initiativen gestartet, um den Klimawandel zu bekämpfen und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu fördern. Dazu gehören beispielsweise die Reduktion von Treibhausgasemissionen, die Förderung erneuerbarer Energien und die Entwicklung von Anpassungsstrategien für den Gesundheitssektor.
Fazit: Vorbereitung ist entscheidend
Die Ausbreitung von Chikungunya in Europa ist ein wachsendes Problem, das durch den Klimawandel und die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke begünstigt wird. Die Erkenntnis, dass das Virus sich bereits bei niedrigeren Temperaturen ausbreiten kann, erhöht die Dringlichkeit, Präventionsmaßnahmen zu verstärken und die Bevölkerung über die Risiken zu informieren. Eine frühzeitige Erkennung von Ausbrüchen und gezielte Maßnahmen zur Bekämpfung der Mückenpopulation sind entscheidend, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Nur so kann verhindert werden, dass Chikungunya zu einer dauerhaften Bedrohung für die öffentliche Gesundheit in Europa wird. Die Notwendigkeit, sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen und proaktive Maßnahmen zu ergreifen, ist unbestreitbar, um die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. (Lesen Sie auch: Rhode Island Schießerei: Drei Tote bei Eishockey-Spiel)
