Der Luftverkehr in Deutschland hinkt der europäischen Entwicklung hinterher, was sich durch gezielte Maßnahmen ändern ließe. Obwohl die geplante Absenkung der Ticketsteuer ein Schritt in die richtige Richtung ist, fordert die Branche weitere Entlastungen. Die staatlich verursachten Standortkosten belasten die Fluggesellschaften.

+
Zusammenfassung
- Luftverkehr in Deutschland liegt hinter europäischer Entwicklung zurück.
- Branchenverband BDL fordert weitere Entlastungen trotz geplanter Ticketsteuersenkung.
- Staatlich verursachte Standortkosten belasten Fluggesellschaften.
- Inlandsflüge und Punkt-zu-Punkt-Verbindungen sind rückläufig.
- Schweden als Vorbild: Abschaffung der Luftverkehrssteuer führte dort zu Angebotswachstum.
Welche Faktoren belasten den Luftverkehr in Deutschland besonders?
Der Luftverkehr in Deutschland wird hauptsächlich durch hohe staatlich verursachte Standortkosten belastet. Dazu gehören die Ticketsteuer, Gebühren für die Flugsicherung und Luftsicherheitskontrollen. Diese Kosten sind im vergangenen Jahr um 1,1 Milliarden Euro auf insgesamt 4,3 Milliarden Euro gestiegen, was die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Flughäfen beeinträchtigt.
Kapazitätsauslastung und Passagierzahlen
Im Jahr 2025 boten deutsche Flughäfen lediglich rund 89 Prozent der Sitzplatzkapazität aus dem Jahr 2019 an. Dies steht im Kontrast zu vielen anderen europäischen Ländern, die bereits wieder ein höheres Flugaufkommen als vor der Corona-Pandemie verzeichnen. Die Passagierzahl an deutschen Flughäfen ist im Vergleich zum Vorjahr zwar um 3,6 Prozent auf 219,6 Millionen gestiegen, liegt aber immer noch knapp 30 Millionen unter dem Niveau vor der Krise.
Rückläufige Inlandsflüge und Punkt-zu-Punkt-Verbindungen
Besonders betroffen von den aktuellen Entwicklungen sind Inlandsflüge und Punkt-zu-Punkt-Verbindungen, wie sie typischerweise von Billigfluggesellschaften angeboten werden. Diese Verbindungen sind in Deutschland rückläufig, was die Mobilität innerhalb des Landes einschränkt. Touristische Flüge haben hingegen dazu beigetragen, den Rückgang der Passagierzahlen etwas abzumildern, wie Stern berichtet. (Lesen Sie auch: Baugenehmigungen Deutschland: Trendwende am Wohnungsmarkt?)
Im Jahr 2025 betrug die angebotene Sitzplatzkapazität an deutschen Flughäfen 89 % des Niveaus von 2019. Die Passagierzahl stieg im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 % auf 219,6 Millionen, liegt aber immer noch unter dem Vor-Corona-Niveau.
Die Forderungen des BDL
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) fordert weitere Maßnahmen zur Entlastung der Branche. Laut BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang müsse Deutschland wieder am Wachstum des boomenden europäischen Luftverkehrs teilhaben können. Dafür seien weitere Schritte notwendig, insbesondere die Senkung der staatlich verursachten Standortkosten. Der BDL sieht in den hohen Gebühren für Flugsicherung und Luftsicherheitskontrollen eine erhebliche Belastung für die Fluggesellschaften.
Der BDL verweist auf das Beispiel Schwedens, wo die Abschaffung der Luftverkehrssteuer zu einem deutlichen Wachstum des Flugangebots geführt hat. Dies zeigt, dass gezielte Entlastungen positive Auswirkungen auf die Entwicklung des Luftverkehrs haben können. Die deutschen Fluggesellschaften stehen im internationalen Wettbewerb und sind auf faire Rahmenbedingungen angewiesen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und auszubauen.
Der Vergleich mit Schweden
Schweden hat mit der Abschaffung der Luftverkehrssteuer einen klaren Anreiz für Fluggesellschaften geschaffen, das Flugangebot auszubauen. Dies hat zu einem deutlichen Wachstum des Luftverkehrs geführt und zeigt, dass staatliche Maßnahmen einen direkten Einfluss auf die Branche haben können. In Deutschland hingegen belasten hohe Steuern und Gebühren die Fluggesellschaften und hemmen das Wachstum. Ein ähnlicher Schritt wie in Schweden könnte auch hierzulande positive Effekte erzielen. (Lesen Sie auch: Baugenehmigungen Deutschland: Hoffnungsschimmer für Wohnungsmarkt)
Das Statistische Bundesamt (Destatis) veröffentlicht regelmäßig Daten zum Luftverkehr in Deutschland, die als Grundlage für politische Entscheidungen dienen können.
Ausblick auf die Zukunft des Luftverkehrs in Deutschland
Die Zukunft des Luftverkehrs in Deutschland hängt maßgeblich von den politischen Rahmenbedingungen ab. Werden die staatlichen Belastungen gesenkt, können die Fluggesellschaften ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern und das Flugangebot ausbauen. Dies würde nicht nur die Mobilität der Bürger fördern, sondern auch positive Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben. Es bleibt abzuwarten, ob die Politik die Notwendigkeit weiterer Entlastungen erkennt und entsprechende Maßnahmen ergreift. Die Branche hofft auf eine baldige Verbesserung der Rahmenbedingungen, um wieder am Wachstum des europäischen Luftverkehrs teilhaben zu können.
Die hohen Kosten für Flugsicherung in Deutschland sind seit Jahren ein Kritikpunkt der Branche. Im europäischen Vergleich liegen die Gebühren hierzulande über dem Durchschnitt. Eine effizientere Organisation und eine Anpassung der Gebührenstruktur könnten dazu beitragen, die Kosten für die Fluggesellschaften zu senken und den Luftverkehr in Deutschland attraktiver zu machen. Die Bundesregierung hat das Thema auf der Agenda, konkrete Ergebnisse stehen aber noch aus. Laut einem Bericht des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr, werden derzeit verschiedene Optionen geprüft.
Häufig gestellte Fragen
Warum hinkt der Luftverkehr Deutschland der europäischen Entwicklung hinterher?
Der Luftverkehr in Deutschland leidet unter hohen staatlich verursachten Standortkosten wie Ticketsteuer, Flugsicherungsgebühren und Luftsicherheitskontrollen. Diese Kosten belasten die Fluggesellschaften und machen den Standort Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern weniger attraktiv.
Welche Maßnahmen fordert der BDL zur Entlastung des Luftverkehrs in Deutschland?
Der BDL fordert neben der geplanten Absenkung der Ticketsteuer weitere Entlastungen, insbesondere die Senkung der Gebühren für Flugsicherung und Luftsicherheitskontrollen. Er verweist auf das Beispiel Schwedens, wo die Abschaffung der Luftverkehrssteuer zu einem deutlichen Wachstum des Flugangebots geführt hat.
Wie haben sich die Passagierzahlen an deutschen Flughäfen entwickelt?
Die Passagierzahl an deutschen Flughäfen ist im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent auf 219,6 Millionen gestiegen. Allerdings liegt diese Zahl immer noch knapp 30 Millionen unter dem Niveau vor der Corona-Krise, was die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen zur Förderung des Luftverkehrs unterstreicht.
Welche Flugverbindungen sind in Deutschland besonders rückläufig?
Welche Rolle spielen die staatlichen Standortkosten im deutschen Luftverkehr?
Die staatlichen Standortkosten, bestehend aus Ticketsteuer, Flugsicherungsgebühren und Luftsicherheitskontrollen, belasten den Luftverkehr in Deutschland erheblich. Im vergangenen Jahr sind diese Kosten um 1,1 Milliarden Euro auf insgesamt 4,3 Milliarden Euro gestiegen, was die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Flughäfen beeinträchtigt. (Lesen Sie auch: Bahn Fahrplanauskunft Störung: Was Reisende Jetzt Wissen…)
Die Entwicklung des Luftverkehrs in Deutschland zeigt, dass gezielte Maßnahmen zur Entlastung der Branche notwendig sind. Die hohen staatlichen Standortkosten und die rückläufigen Inlandsflüge stellen eine Herausforderung dar. Es bleibt zu hoffen, dass die Politik die Bedeutung des Luftverkehrs für die deutsche Wirtschaft erkennt und entsprechende Schritte unternimmt, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Fluggesellschaften zu stärken. Nur so kann der Luftverkehr Deutschland wieder an das Wachstum des europäischen Luftverkehrs anknüpfen.

