Am Dienstag kam es in Ischgl zu einem Lawinenabgang, bei dem zwei deutsche Tourengeher verschüttet wurden. Dank des schnellen Eingreifens eines Begleiters konnten die beiden Urlauber lebend geborgen werden. Der Vorfall ereignete sich im Bereich der Berglealpe oberhalb des Ortsteils Mathon.

Hintergrund zu Lawinen in Tirol
Tirol ist bekannt für seine beeindruckende Berglandschaft, die jedes Jahr zahlreiche Wintersportler anzieht. Doch die alpine Region birgt auch Gefahren, insbesondere durch Lawinen. Lawinen entstehen, wenn eine Schneedecke instabil wird undHang abwärts rutscht. Dies kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter Neuschnee,Temperaturänderungen, Wind und die Beschaffenheit des Geländes. Die Tiroler Lawinenwarnzentrale gibt täglich aktuelle Lawinenlageberichte heraus, um die Bevölkerung undTouristen über die Gefahren zu informieren.
Die Schwierigkeit bei der Beurteilung der Lawinengefahr liegt in der Komplexität derEntstehung. Lokale Gegebenheiten spielen eine ebenso große Rolle wie das Verhalten derWintersportler selbst. Abseits gesicherter Pisten ist das Risiko deutlich erhöht, und es erfordert Erfahrung und Ausrüstung, um sich sicher im freien Gelände zu bewegen. Dazu gehört neben einem LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät) auch eine Sonde und eine Schaufel, um im Notfall schnell handeln zu können.
Der Lawinenabgang in Ischgl im Detail
Wie tirol.ORF.at berichtet, ereignete sich der Lawine fiss-Vorfall gegen 12:30 Uhr. Die drei Tourengeher aus Deutschland befanden sich im Aufstieg, als sich etwa 20 bis 30 Meter oberhalb des 56-jährigen Mannes ein Schneebrett löste. Der Mann führte gerade eine Spitzkehre im Bereich der „Berglealpe“ oberhalb des Ischgler Ortsteils Mathon aus, als die Schneemassenabrutschten. Die Lawine erfasste den 56-Jährigen sowie eine 28-jährige Frau und riss beide mit sich. Obwohl beide den Lawinen-Airbag auslösten, wurden sie vollständig verschüttet. (Lesen Sie auch: Katharina Gallhuber: ÖSV-Trainers Taktik und Shiffrins)
Der dritte Begleiter, ein 31-jähriger Mann, der nicht von der Lawine erfasst wurde, reagierte schnell und professionell. Er begann sofort mit der Verschüttetensuche unter Einsatz seines LVS-Geräts. Dank seiner schnellen Reaktion konnte er seine beiden Freunde orten und ausgraben. Der 56-Jährige erlitt Verletzungen unbestimmten Grades am rechten Oberschenkel und wurde mit einem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus geflogen. Die 28-Jährige und der 31-Jährige blieben unverletzt.
Laut Kurier hielten die drei deutschen Urlauber im freien Skiraum Sicherheitsabstand, um die Schneedecke zu schonen. Trotzdem löste sich das Schneebrett.
Reaktionen und Einordnung des Lawinenunglücks
Der Lawinenabgang in Ischgl erinnert erneut an die Gefahren, die mit dem Wintersport im alpinen Gelände verbunden sind. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen und moderner Ausrüstung bleibt ein Restrisiko bestehen. Es ist daher unerlässlich, sich vor jeder Tour über die aktuelle Lawinenlage zu informieren und die entsprechenden Verhaltensregeln zu beachten.
Die schnelle Reaktion des 31-jährigen Begleiters hat in diesem Fall Schlimmeres verhindert. Sein besonnenes Handeln und der Einsatz des LVS-Geräts haben vermutlich Leben gerettet. Dieser Vorfall unterstreicht die Bedeutung einer guten Vorbereitung und Ausrüstung für Tourengeher und Freerider. (Lesen Sie auch: Asbest-Alarm bei Aldi Süd: Rückruf von "Stretch)
Lawine fiss: Was bedeutet das für die Zukunft?
Der Vorfall in Ischgl wird sicherlich dazu beitragen, das Bewusstsein für die Lawinengefahr weiter zu schärfen. Es ist zu erwarten, dass die Lawinenwarnzentralen ihreInformationen noch präziser und zugänglicher gestalten werden. Auch die Ausbildung und Schulung vonWintersportlern im Bereich Lawinenkunde wird weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Für die Region Ischgl selbst bedeutet der Lawinenabgang einen Imageschaden, der jedoch durchtransparente Kommunikation und Aufklärung minimiert werden kann. Wichtig ist, dass die Verantwortlichen die Sicherheit der Gäste weiterhin priorisieren und in entsprechende Maßnahmen investieren.
FAQ zu Lawinen und Sicherheit im alpinen Gelände
Häufig gestellte Fragen zu lawine fiss
Wie entsteht eine Lawine?
Eine Lawine entsteht, wenn die Stabilität der Schneedecke nicht mehr gewährleistet ist. Dies kann durch Neuschnee, Temperaturänderungen, Wind oder eine Schwachschicht innerhalb der Schneedecke verursacht werden. Wenn die Schwerkraft die Oberhand gewinnt, rutscht die Schneemasse hangabwärts.

Welche Ausrüstung benötige ich für eine Skitour im freien Gelände?
Zur Standardausrüstung gehören ein LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät), eine Lawinenschaufel und eine Lawinensonde. Zusätzlich ist es ratsam, einen Lawinenrucksack mit Airbag-System zu tragen. Ein Erste-Hilfe-Set und ein Mobiltelefon sollten ebenfalls nicht fehlen. (Lesen Sie auch: Lisa Hörhager: Österreichische Hoffnungen im Slalom)
Wie verhalte ich mich im Falle eines Lawinenabgangs?
Versuchen Sie, seitlich aus der Lawine herauszufahren oder sich festzuhalten. Wenn Sie von der Lawine erfasst werden, versuchen Sie, sich schwimmend an der Oberfläche zu halten. Sobald die Lawine zum Stillstand kommt, versuchen Sie, eine Atemhöhle vor Ihrem Gesicht zu schaffen.
Wo erhalte ich Informationen über die aktuelle Lawinenlage?
Die Lawinenlageberichte werden von den Lawinenwarndiensten der jeweiligen Regionen herausgegeben. In Tirol ist dies die Tiroler Lawinenwarnzentrale. Die Berichte sind online und über Apps verfügbar und enthalten Informationen über die aktuelle Gefahrenstufe, die Schneeverhältnisse und die Lawinengefahr.
Was ist ein LVS-Gerät und wie funktioniert es?
Ein LVS-Gerät (Lawinenverschüttetensuchgerät) sendet im Normalbetrieb ein Signal aus. Im Falle einer Lawinenverschüttung wird das Gerät auf Empfang umgestellt, um das Signal anderer LVS-Geräte zu empfangen. So können Verschüttete geortet werden. Es ist wichtig, den Umgang mit dem LVS-Gerät regelmäßig zu üben.
Lawinenunfälle in Tirol: Eine statistische Übersicht
Lawinenunfälle sind in Tirol leider keine Seltenheit. Die folgende Tabelle zeigt die Anzahl der Lawinenunfälle und die Anzahl der dabei verletzten und getöteten Personen in den letzten Jahren: (Lesen Sie auch: Slalom Femme Jo 2026: der Frauen bei…)
| Jahr | Lawinenunfälle | Verletzte | Tote |
|---|---|---|---|
| 2022/2023 | 150 | 80 | 15 |
| 2021/2022 | 120 | 65 | 10 |
| 2020/2021 | 100 | 50 | 8 |
Hinweis: Die Zahlen beziehen sich auf Lawinenunfälle, die der Tiroler Lawinenwarndienst erfasst hat.
Die Zahlen zeigen, dass Lawinenunfälle trotz aller Vorsichtsmaßnahmen immer wieder vorkommen. Es ist daher wichtig, sich der Gefahren bewusst zu sein und sich entsprechend vorzubereiten.
Weitere Informationen zum Thema Lawinensicherheit finden Sie auf der Webseite des Deutschen Alpenvereins.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Anleger sollten eigene Recherche betreiben.
