«Grosser Schritt» – so titelte Blick kürzlich. Damit gemeint ist, dass die Wasserforschungsanstalt Eawag nun das nationale Referenzzentrum für das Abwassermonitoring in der Schweiz ist. Die Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist auf zehn Jahre ausgelegt und soll die Überwachung von Krankheitserregern verbessern. Abwassermonitoring Schweiz steht dabei im Mittelpunkt.

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Was ist Abwassermonitoring und wie funktioniert es?
Das Abwassermonitoring ist ein wichtiges Instrument zur Früherkennung von Krankheitserregern in der Bevölkerung. Durch die Analyse von Abwasserproben können Rückschlüsse auf die Verbreitung von Viren, Bakterien oder anderen Substanzen gezogen werden. Die Eawag, das Wasserforschungsinstitut des ETH-Bereichs, spielt dabei eine zentrale Rolle.
Das Prinzip ist einfach: Menschen scheiden über den Urin und Stuhl auch Krankheitserreger aus, wenn sie infiziert sind – oft sogar, bevor sie Symptome entwickeln. Diese Erreger gelangen ins Abwasser. Durch regelmässige Probenentnahmen und Analysen können Wissenschaftler die Konzentration bestimmter Erreger im Abwasser bestimmen und so ein Bild der epidemiologischen Lage erhalten. Dies ermöglicht es, frühzeitig auf Ausbrüche zu reagieren und gezielte Massnahmen zu ergreifen.
Das Abwassermonitoring ist dabei nicht nur auf die Überwachung von Viren beschränkt. Es kann auch zur Detektion von Antibiotikaresistenzen, Drogenkonsum oder anderen Umweltbelastungen eingesetzt werden. Die Technologie entwickelt sich stetig weiter, und die Möglichkeiten des Abwassermonitorings werden in Zukunft noch vielfältiger sein. (Lesen Sie auch: KI Gipfel Schweiz: Genf wird Gastgeber –…)
Die wichtigsten Fakten
- Eawag ist nationales Referenzzentrum für Abwassermonitoring.
- Zusammenarbeit mit dem BAG ist auf zehn Jahre ausgelegt.
- Abwassermonitoring dient der Früherkennung von Krankheitserregern.
- Es können auch Antibiotikaresistenzen und Drogenkonsum detektiert werden.
Die Rolle der Eawag als nationales Referenzzentrum
Die Eawag hat in den letzten Jahren eine Vorreiterrolle im Bereich des Abwassermonitorings eingenommen. Während der Corona-Pandemie hat das Institut massgeblich dazu beigetragen, die Ausbreitung des Virus zu überwachen und Frühwarnsysteme zu entwickeln. Diese Expertise wird nun genutzt, um ein nationales Referenzzentrum aufzubauen, das die Qualität und Vergleichbarkeit der Daten sicherstellt.
Als nationales Referenzzentrum ist die Eawag für die Standardisierung der Methoden, die Qualitätssicherung und die Koordination der verschiedenen Akteure zuständig. Dies umfasst die Entwicklung von Richtlinien für die Probenentnahme, die Analyse und die Interpretation der Daten. Zudem bietet die Eawag Schulungen und Weiterbildungen für Fachleute an, um sicherzustellen, dass das Abwassermonitoring in der ganzen Schweiz auf einem hohen Niveau durchgeführt wird.
Die Zusammenarbeit mit dem BAG ist dabei von zentraler Bedeutung. Das BAG ist für die Überwachung der öffentlichen Gesundheit zuständig und nutzt die Daten aus dem Abwassermonitoring, um Massnahmen zur Bekämpfung von Krankheitserregern zu planen und umzusetzen. Die enge Zusammenarbeit zwischen Forschung und Behörden ermöglicht es, schnell und effektiv auf neue Herausforderungen zu reagieren.
Das Abwassermonitoring ist ein globales Thema. Viele Länder setzen auf diese Technologie, um die öffentliche Gesundheit zu schützen. Die Schweiz nimmt hier eine Vorreiterrolle ein und kann mit ihrem Know-how auch international einen wichtigen Beitrag leisten. (Lesen Sie auch: Wetterprognose Schweiz: Winter-Comeback – Was Bedeutet das…)
Welche Vorteile bietet das Abwassermonitoring für die Schweiz?
Das Abwassermonitoring bietet der Schweiz eine Reihe von Vorteilen. Erstens ermöglicht es eine frühzeitige Erkennung von Krankheitserregern, was es den Behörden erlaubt, schnell zu reagieren und die Ausbreitung von Krankheiten einzudämmen. Dies kann dazu beitragen, die Belastung des Gesundheitssystems zu reduzieren und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Die Kosten für das flächendeckende Abwassermonitoring während der Corona-Pandemie beliefen sich auf rund 4 Millionen CHF.
Zweitens liefert das Abwassermonitoring wertvolle Informationen über die Verbreitung von Antibiotikaresistenzen. Antibiotikaresistenzen sind ein wachsendes Problem, das die Wirksamkeit von Antibiotika bedroht. Durch die Überwachung des Abwassers können Hotspots identifiziert und Massnahmen zur Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes ergriffen werden.
Drittens kann das Abwassermonitoring zur Überwachung des Drogenkonsums eingesetzt werden. Durch die Analyse des Abwassers können Rückschlüsse auf die Art und Menge der konsumierten Drogen gezogen werden. Dies kann den Behörden helfen, gezielte Präventionsmassnahmen zu entwickeln und den Drogenhandel zu bekämpfen.
Wie geht es weiter mit dem Abwassermonitoring in der Schweiz?
Die Eawag und das BAG arbeiten kontinuierlich daran, das Abwassermonitoring in der Schweiz weiter zu verbessern. Dies umfasst die Entwicklung neuer Analysemethoden, die Erweiterung des Überwachungsnetzes und die Integration der Daten in bestehende Überwachungssysteme. Ziel ist es, ein umfassendes Frühwarnsystem zu schaffen, das die Gesundheit der Bevölkerung bestmöglich schützt. (Lesen Sie auch: Generalstaatsanwältin Pilloud reagiert auf Kritik und rechtfertigt…)
Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Digitalisierung. Durch die Nutzung von künstlicher Intelligenz und Big-Data-Analysen können die Daten aus dem Abwassermonitoring schneller und effizienter ausgewertet werden. Dies ermöglicht es, Trends frühzeitig zu erkennen und Prognosen über die zukünftige Entwicklung der epidemiologischen Lage zu erstellen.

Die langfristige Perspektive ist, das Abwassermonitoring als festen Bestandteil des öffentlichen Gesundheitssystems zu etablieren. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Behörden und der Bevölkerung. Nur so kann das volle Potenzial dieser Technologie ausgeschöpft werden.
Auch für Deutschland ist das Thema relevant, weil die Schweiz eine Vorreiterrolle einnimmt. Erkenntnisse und Methoden, die hier entwickelt werden, können auch in anderen Ländern eingesetzt werden, um die öffentliche Gesundheit zu schützen. Ein Blick über die Grenze lohnt sich also.
Die Schweiz investiert mit der Ernennung der Eawag zum nationalen Referenzzentrum in die Zukunft der Gesundheitsüberwachung. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) setzt damit auf eine innovative und effektive Methode, um die Bevölkerung vor Krankheitserregern zu schützen. Das Abwassermonitoring wird in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle bei der Bewältigung von Gesundheitskrisen spielen. (Lesen Sie auch: Altenbergsteg Sanierung in Bern: Reparaturen Starten im…)
Wie Blick berichtet, ist die langfristige Perspektive, das Abwassermonitoring als festen Bestandteil des öffentlichen Gesundheitssystems zu etablieren. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Forschung, Behörden und der Bevölkerung.
Das Abwassermonitoring ist somit ein wichtiger Baustein für eine zukunftsorientierte Gesundheitspolitik in der Schweiz. Es zeigt, wie innovative Technologien genutzt werden können, um die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern und die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu bewältigen.
