„Die dringende Notwendigkeit, dass US-Landwirte Zugang zu wichtigen, im Inland hergestellten Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat haben“, so kommentierte ein Bayer-Sprecher eine neue Verordnung in den USA. Glyphosat, ein weit verbreitetes Unkrautvernichtungsmittel, ist in den USA nun als entscheidend für die nationale Sicherheit eingestuft worden, um eine ausreichende Versorgung der Landwirtschaft zu gewährleisten.

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- Glyphosat in den USA als Frage der nationalen Sicherheit?
- Warum erklärt die US-Regierung Glyphosat für „systemrelevant“?
- Was bedeutet die Verordnung für Landwirte und die Glyphosat usa-Produktion?
- Die Rolle von Bayer/Monsanto im Glyphosat-Streit
- Glyphosat-Debatte: Gesundheitliche Risiken und wissenschaftliche Erkenntnisse
- Glyphosat USA: Auswirkungen auf die österreichische Landwirtschaft?
- Fazit
Glyphosat in den USA als Frage der nationalen Sicherheit?
Die Entscheidung, glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel als wesentlich für die nationale Sicherheit zu betrachten, kommt inmitten einer Debatte über die Auswirkungen des Herbizids auf die Gesundheit und die Umwelt. Die US-Regierung argumentiert, dass eine stabile inländische Produktion von Glyphosat für die Ernährungssicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit der US-Landwirtschaft unerlässlich sei.
Die wichtigsten Fakten
- US-Präsident Donald Trump unterzeichnete eine Verordnung, die Phosphat und glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel als entscheidend für die nationale Sicherheit einstuft.
- Die Verordnung zielt darauf ab, eine ausreichende Produktion von Glyphosat in den USA sicherzustellen.
- Bayer, mit seiner US-Tochter Monsanto, ist einer der weltweit größten Hersteller von Glyphosatprodukten.
- Kläger in den USA führen Krebserkrankungen auf Glyphosat zurück, was zu milliardenschweren Sammelvergleichen führte.
Warum erklärt die US-Regierung Glyphosat für „systemrelevant“?
Die US-Regierung begründet ihren Schritt mit der Abhängigkeit der amerikanischen Landwirtschaft von Glyphosat. Da es bisher nur einen großen inländischen Produzenten gibt – die Bayer-Tochter Monsanto – sehen die Behörden die Versorgungssicherheit gefährdet. In Trumps Verordnung heißt es, dass die Verteidigungsindustrie der USA und die Ernährungssicherheit anfällig für „feindliche, ausländische Akteure“ seien.
Glyphosat ist ein breit wirksames Herbizid, das seit den 1970er Jahren eingesetzt wird. Es wird verwendet, um Unkraut in der Landwirtschaft, in Gärten und auf anderen Flächen zu bekämpfen. Das bekannteste glyphosathaltige Produkt ist Roundup von Monsanto. (Lesen Sie auch: Bayer Glyphosat Vergleich: Was Bedeutet der Milliarden-Deal?)
Was bedeutet die Verordnung für Landwirte und die Glyphosat usa-Produktion?
Die Verordnung soll sicherstellen, dass Unternehmen, die Glyphosat produzieren, keine negativen Konsequenzen fürchten müssen. Konkret heißt es, dass der Landwirtschaftsminister sicherstellen soll, dass keine Anordnung, Vorschrift oder Verordnung die Unternehmensfähigkeit eines inländischen Herstellers von elementarem Phosphat oder Herbiziden auf Glyphosatbasis gefährdet. Dies soll die inländische Produktion ankurbeln und die Abhängigkeit von ausländischen Quellen verringern.
Elementares Phosphat ist ein wichtiger Ausgangsstoff für die Herstellung von Herbiziden auf Glyphosatbasis. Diese spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufrechterhaltung des landwirtschaftlichen Vorsprungs der USA, indem sie es Landwirten ermöglichen, effizient und kostengünstig Lebensmittel und Viehfutter zu produzieren.
Stern berichtete zuerst über die Verordnung.
Die Rolle von Bayer/Monsanto im Glyphosat-Streit
Der Leverkusener Agrarchemie-Konzern Bayer, der Monsanto im Jahr 2018 übernommen hat, steht seit Jahren wegen Glyphosat in der Kritik. Tausende von Klagen in den USA werfen dem Unternehmen vor, dass das Herbizid krebserregend sei. Bayer hat milliardenschwere Sammelvergleiche geschlossen, um die Rechtsstreitigkeiten beizulegen, bestreitet aber weiterhin die Vorwürfe. Bayer schloss kürzlich einen milliardenschweren Sammelvergleich zur Beilegung aktueller und künftiger Klagen zum glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup. Die Zahlungen für den Sammelvergleich umfassen maximal eine hohe Summe.
Ein Bayer-Sprecher betonte, dass die Verordnung die Notwendigkeit unterstreiche, den US-Landwirten Zugang zu wichtigen, im Inland hergestellten Pflanzenschutzmitteln wie Glyphosat zu ermöglichen. Das Unternehmen werde der Verordnung Folge leisten. (Lesen Sie auch: Airfryer Boom: Darum Sind die Küchengeräte so…)
Glyphosat-Debatte: Gesundheitliche Risiken und wissenschaftliche Erkenntnisse
Die Diskussion um Glyphosat ist von widersprüchlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen geprägt. Während einige Studien einen Zusammenhang zwischen Glyphosat und bestimmten Krebsarten sehen, kommen andere zu dem Schluss, dass das Herbizid bei sachgemäßer Anwendung sicher ist. Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Glyphosat im Jahr 2015 als „wahrscheinlich krebserregend für den Menschen“ eingestuft. Andere Behörden, wie die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) und die US-Umweltschutzbehörde (EPA), kommen jedoch zu dem Schluss, dass Glyphosat kein Krebsrisiko darstellt.
Die unterschiedlichen Bewertungen haben zu einer Verunsicherung bei Landwirten und Verbrauchern geführt. Kritiker fordern strengere Regulierungen und den Ausstieg aus der Glyphosat-Anwendung, während Befürworter auf die Bedeutung des Herbizids für eine effiziente Landwirtschaft verweisen.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat im Jahr 2023 eine Neubewertung von Glyphosat veröffentlicht. Darin kommt die Behörde zu dem Schluss, dass einige Datenlücken bestehen, aber keine „kritischen Bereiche“ identifiziert wurden, die eine Zulassung verhindern würden. EFSA zur Neubewertung.

Glyphosat USA: Auswirkungen auf die österreichische Landwirtschaft?
Auch für die österreichische Landwirtschaft hat die Entscheidung der USA Auswirkungen. Zwar ist Glyphosat in Österreich seit einigen Jahren verboten, doch die globale Bedeutung des Herbizids beeinflusst die Preise und Verfügbarkeit von Agrarprodukten. Österreichische Landwirte, die auf nachhaltige und glyphosatfreie Anbaumethoden setzen, könnten von einer steigenden Nachfrage nach ihren Produkten profitieren. Gleichzeitig könnten sie mit höheren Produktionskosten konfrontiert sein, da sie auf alternative Unkrautbekämpfungsmethoden zurückgreifen müssen. (Lesen Sie auch: Bayer Aktie: Kursrallye erreicht Jahreshoch – Was…)
Die österreichische Regierung und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus (BMLRT) fördern den ökologischen Landbau und unterstützen Landwirte bei der Umstellung auf nachhaltige Anbaumethoden. Ziel ist es, die Abhängigkeit von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und die Biodiversität in der Landwirtschaft zu fördern. Das BMLRT setzt sich für eine nachhaltige Landwirtschaft ein, die sowohl ökonomisch als auch ökologisch tragfähig ist. BMLRT
Fazit
Die Entscheidung der US-Regierung, glyphosathaltige Unkrautvernichtungsmittel als entscheidend für die nationale Sicherheit einzustufen, verdeutlicht die komplexe und kontroverse Natur der Glyphosat-Debatte. Während die USA auf eine stabile inländische Produktion setzen, um die Ernährungssicherheit zu gewährleisten, verfolgen andere Länder, wie Österreich, einen anderen Ansatz und fördern den ökologischen Landbau. Die Zukunft wird zeigen, welcher Weg sich als der nachhaltigste und zukunftsfähigste erweisen wird. Die Diskussion um Glyphosat usa wird sicherlich weitergehen und die Landwirtschaftspolitik weltweit beeinflussen.
















