Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst dürfen sich freuen: Im Frühjahr 2026 steht eine Gehaltserhöhung an. Allerdings gibt es Unterschiede, wer wann genau profitiert. Besonders im Fokus steht die Frage, ob die Tarifbeschäftigten der Länder ihre Auszahlung rechtzeitig erhalten. Die bevorstehende Erhöhung betrifft Angestellte der Bundesländer und Beamte im Saarland.

Hintergrund der Gehaltserhöhung im öffentlichen Dienst
Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) sind ein komplexes Feld, in dem die Interessen der Arbeitnehmer und die finanziellen Möglichkeiten der Länder aufeinandertreffen. Seit 2006 verhandeln die Länder (außer Hessen) gemeinsam mit den Gewerkschaften über die Tarifverträge. Dabei argumentieren die Gewerkschaften oft mit der Inflation, während die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) die Belastung der Länderhaushalte betont, wie RP Online berichtet.
Die nun vereinbarte Gehaltserhöhung ist das Ergebnis dieser Verhandlungen und soll die gestiegenen Lebenshaltungskosten ausgleichen. Es ist ein wichtiger Schritt, um die Attraktivität des öffentlichen Dienstes als Arbeitgeber zu erhalten und qualifizierte Fachkräfte zu gewinnen. (Lesen Sie auch: Tvöd: Mehr Flexibilität und Gehaltserhöhungen)
Aktuelle Entwicklung: Gehaltserhöhung im Detail
Die erste Welle der Gehaltserhöhung erreicht die Beschäftigten der Bundesländer voraussichtlich zum 1. April 2026. Nach der Tarifeinigung vom 14. Februar 2026 sollen die Entgelte im TV-L um 2,8 Prozent steigen, mindestens jedoch um 100 Euro. Betroffen sind rund 925.000 Tarifbeschäftigte aller Bundesländer außer Hessen – darunter Lehrkräfte, Hochschulpersonal und Verwaltungsbeschäftigte. Dies geht aus einem Bericht von Öffentlicher Dienst News hervor.
Die Tarifeinigung sieht eine Erhöhung von insgesamt 5,8 Prozent über eine Laufzeit von 27 Monaten vor. Nach der ersten Stufe im April 2026 folgen weitere Erhöhungen von 2,0 Prozent ab März 2027 und 1,0 Prozent ab Januar 2028. Auch Auszubildende profitieren von der Einigung und erhalten über die Laufzeit insgesamt 150 Euro mehr.
Allerdings gibt es eine Unsicherheit: Die Tarifeinigung vom 14. Februar 2026 wird erst rechtskräftig, wenn die Vertragsparteien final zugestimmt haben. Es bleibt also abzuwarten, ob die Gehaltserhöhung tatsächlich pünktlich auf den Konten der Landesbeschäftigten landet. (Lesen Sie auch: Katrin Ofner verpasst Finale im Skicross bei…)
Auch die Beamten im Saarland können sich freuen. Wie SR.de berichtet, bekommen sie ab dem 1. April ebenfalls mehr Lohn.
Einordnung der Tarifabschlüsse im Zeitverlauf
Ein Blick auf die vergangenen Tarifabschlüsse zeigt, dass die Gehaltssteigerungen im öffentlichen Dienst nicht immer mit der Inflation Schritt gehalten haben. Wie RP Online analysiert, lagen die Steigerungen bis etwa 2013 relativ nah am Verbraucherpreisindex. Danach öffnete sich die Schere zwischen Tarifabschlüssen und Inflation. Es bleibt die Frage, ob die aktuelle Tarifeinigung dazu beiträgt, diese Lücke wieder zu schließen.
Was bedeutet die Gehaltserhöhung? / Ausblick
Die bevorstehende Gehaltserhöhung ist ein positives Signal für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Sie stellt eine Anerkennung ihrer wichtigen Arbeit dar und soll dazu beitragen, die gestiegenen Lebenshaltungskosten auszugleichen. Gleichzeitig ist sie ein wichtiger Faktor, um den öffentlichen Dienst als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. (Lesen Sie auch: Der Bergdoktor Staffel 19: 19: Isolation und…)

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Tarifparteien der Einigung final zustimmen und die Auszahlung tatsächlich pünktlich erfolgen kann. Auch die zukünftige Entwicklung der Inflation wird eine Rolle spielen, um die langfristigen Auswirkungen der Gehaltserhöhung auf die Kaufkraft der Beschäftigten zu beurteilen.
Die aktuellen Entwicklungen im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes können auf der Seite des Bundesministeriums des Innern und für Heimat nachgelesen werden.
Gehaltserhöhung im öffentlichen Dienst: Tabelle der Tarifabschlüsse (2006-2013)
| Jahr | Tarifabschluss TV-L | Verbraucherpreisindex |
|---|---|---|
| 2006 | +1,0 % | +1,6 % |
| 2007 | +2,0 % | +2,2 % |
| 2008 | +2,9 % | +2,6 % |
| 2009 | +3,0 % | +0,4 % |
| 2010 | +1,0 % | +1,1 % |
| 2011 | +1,5 % | +2,1 % |
| 2012 | +3,5 % | +2,0 % |
| 2013 | +2,65 % | +1,5 % |
Häufig gestellte Fragen zu gehaltserhöhung
Wann erhalten die Beschäftigten im öffentlichen Dienst die Gehaltserhöhung?
Die erste Welle der Gehaltserhöhungen erreicht die Beschäftigten der Bundesländer voraussichtlich zum 1. April 2026. Ob die Auszahlung pünktlich erfolgt, ist noch unsicher, da die Tarifparteien der Einigung noch zustimmen müssen. (Lesen Sie auch: Jole Galli Achte im Ski Cross bei…)
Wie hoch fällt die Gehaltserhöhung für Tarifbeschäftigte der Länder aus?
Die Entgelte im TV-L sollen um 2,8 Prozent steigen, mindestens jedoch um 100 Euro. Dies gilt für rund 925.000 Tarifbeschäftigte aller Bundesländer außer Hessen. Die Tarifeinigung sieht insgesamt 5,8 Prozent über 27 Monate vor.
Profitieren auch Auszubildende von der Tarifeinigung im öffentlichen Dienst?
Ja, auch Auszubildende profitieren von der Tarifeinigung. Sie erhalten über die Laufzeit insgesamt 150 Euro mehr. Dies soll die Attraktivität des öffentlichen Dienstes als Ausbildungsbetrieb steigern.
Warum ist die pünktliche Auszahlung der Gehaltserhöhung noch unsicher?
Die Tarifeinigung vom 14. Februar 2026 wird erst rechtskräftig, wenn die Vertragsparteien final zugestimmt haben. Solange diese Zustimmung nicht vorliegt, besteht eine gewisse Unsicherheit bezüglich der pünktlichen Auszahlung.
Wie haben sich die Tarifabschlüsse im öffentlichen Dienst im Vergleich zur Inflation entwickelt?
Bis etwa 2013 lagen die Steigerungen relativ nah am Verbraucherpreisindex. Danach öffnete sich die Schere zwischen Tarifabschlüssen und Inflation. Die aktuelle Tarifeinigung soll dazu beitragen, diese Lücke wieder zu schließen.
