Ein Super Recognizer ist eine Person mit einer außergewöhnlichen Fähigkeit, Gesichter wiederzuerkennen. Die Kantonspolizei Bern setzt nun verstärkt auf diese menschliche Fähigkeit und bildet Mitarbeitende zu solchen Spezialisten aus. Damit geht die Polizei einen anderen Weg als viele andere Behörden, die vermehrt auf Gesichtserkennungssoftware setzen. Diese Personen können Gesichter zuverlässiger identifizieren als jede Software.

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- Was sind Super-Recognizer und wie unterscheiden sie sich von anderen Menschen?
- Warum setzt die Kantonspolizei Bern auf Super-Recognizer statt auf Software?
- Wie funktioniert die Ausbildung zum Super-Recognizer bei der Berner Polizei?
- Welche Rolle spielen Super-Recognizer bei der Aufklärung von Straftaten?
- Welche Herausforderungen gibt es beim Einsatz von Super-Recognizern?
- Welche Zukunft hat der Einsatz von Super-Recognizern in der Polizeiarbeit?
- Häufig gestellte Fragen
International
- Kantonspolizei Bern setzt auf menschliche Gesichtserkennung.
- Super-Recognizer sollen bei der Aufklärung von Straftaten helfen.
- Ausbildung der Mitarbeitenden zu Super-Recognizern.
- Alternative zur Gesichtserkennungssoftware.
Was sind Super-Recognizer und wie unterscheiden sie sich von anderen Menschen?
Super-Recognizer besitzen eine überdurchschnittliche Fähigkeit, sich Gesichter zu merken und diese auch nach Jahren oder in veränderter Form wiederzuerkennen. Sie können kleinste Details im Gesicht erfassen und speichern, was ihnen einen Vorteil bei der Identifizierung von Personen verschafft. Im Gegensatz zu den meisten Menschen, die Gesichter eher ganzheitlich wahrnehmen, analysieren Super-Recognizer diese detaillierter und erinnern sich besser an spezifische Merkmale.
Die Kantonspolizei Bern setzt auf diese besondere Fähigkeit, um Straftaten aufzuklären und die Sicherheit im Kanton zu erhöhen. Wie Blick berichtet, werden Mitarbeitende gezielt geschult, um ihre Fähigkeiten im Bereich der Gesichtserkennung zu verbessern und als Super-Recognizer eingesetzt zu werden. Diese Ausbildung umfasst spezielle Trainingsmethoden und den Einsatz von Bildmaterial, um das Gedächtnis für Gesichter zu schärfen.
Die Fähigkeit, Gesichter wiederzuerkennen, ist individuell unterschiedlich ausgeprägt. Während einige Menschen Schwierigkeiten haben, sich Gesichter zu merken, gibt es andere, die eine außergewöhnliche Begabung in diesem Bereich besitzen. Diese Personen werden als Super-Recognizer bezeichnet.
Warum setzt die Kantonspolizei Bern auf Super-Recognizer statt auf Software?
Die Entscheidung, auf menschliche Expertise statt auf Software zu setzen, basiert auf mehreren Faktoren. Zum einen ist die Gesichtserkennungssoftware, die aktuell verfügbar ist, nicht immer fehlerfrei und kann zu falschen Identifizierungen führen. Zum anderen können Super-Recognizer auch in Situationen eingesetzt werden, in denen Software an ihre Grenzen stößt, beispielsweise bei schlechten Lichtverhältnissen oder verdeckten Gesichtern. Darüber hinaus spielen ethische Aspekte eine Rolle, da der Einsatz von Gesichtserkennungssoftware in der Öffentlichkeit datenschutzrechtliche Bedenken aufwirft.
Die menschliche Intuition und Erfahrung der Super-Recognizer können in komplexen Situationen von großem Vorteil sein. Sie können beispielsweise subtile Hinweise erkennen, die einer Software entgehen würden. Zudem sind sie in der Lage, Gesichter auch dann wiederzuerkennen, wenn sich das Aussehen einer Person verändert hat, beispielsweise durch eine neue Frisur oder Bart. Die Kantonspolizei Bern erhofft sich durch den Einsatz von Super-Recognizern eine höhere Aufklärungsquote und eine effektivere Verbrechensbekämpfung. (Lesen Sie auch: Manon Katseye legt Gesundheitspause ein: Was bedeutet)
Die Schweizerische Bundesverwaltung legt großen Wert auf den Schutz der Privatsphäre und den verantwortungsvollen Umgang mit Daten. Der Einsatz von Super-Recognizern stellt in diesem Zusammenhang eine datenschutzfreundlichere Alternative zur automatisierten Gesichtserkennung dar.
Auch für Deutsche ist das Thema relevant, da die Diskussion um den Einsatz von Gesichtserkennungssoftware in Deutschland ebenfalls kontrovers geführt wird. Die Erfahrungen der Kantonspolizei Bern könnten wertvolle Erkenntnisse für die deutsche Polizei liefern.
Wie funktioniert die Ausbildung zum Super-Recognizer bei der Berner Polizei?
Die Ausbildung zum Super-Recognizer bei der Kantonspolizei Bern ist ein intensiver Prozess, der mehrere Monate dauert. Die Mitarbeitenden werden in verschiedenen Bereichen geschult, darunter die Analyse von Gesichtsmerkmalen, das Gedächtnistraining und die Anwendung von Gesichtserkennungstechniken. Ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung ist das Training mit realen Fallbeispielen und Bildmaterial aus Überwachungskameras. Die Teilnehmenden lernen, Gesichter unter verschiedenen Bedingungen zu erkennen und auch bei schlechter Bildqualität oder teilweiser Verdeckung der Gesichter zu identifizieren.
Die Ausbildung umfasst auch psychologische Aspekte, wie die Schulung der Wahrnehmung und die Vermeidung von kognitiven Verzerrungen. Die Mitarbeitenden lernen, ihre eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und sich nicht von falschen Erinnerungen oder Suggestionen beeinflussen zu lassen. Am Ende der Ausbildung steht eine Prüfung, in der die Teilnehmenden ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen müssen. Nur wer die Prüfung besteht, wird offiziell als Super-Recognizer eingesetzt.
Die Kantonspolizei Bern arbeitet bei der Ausbildung eng mit Experten aus dem Bereich der Gesichtserkennung zusammen. Diese Experten unterstützen die Polizei bei der Entwicklung von Trainingsmethoden und der Auswahl geeigneter Bildmaterialien. Zudem werden die Super-Recognizer regelmäßig weitergebildet, um ihre Fähigkeiten auf dem neuesten Stand zu halten.
Welche Rolle spielen Super-Recognizer bei der Aufklärung von Straftaten?
Super-Recognizer können bei der Aufklärung von Straftaten eine wichtige Rolle spielen. Sie können beispielsweise bei der Auswertung von Überwachungsvideos helfen, um Täter zu identifizieren. Auch bei der Fahndung nach vermissten Personen oder bei der Identifizierung von Opfern können sie wertvolle Unterstützung leisten. Ihre Fähigkeit, sich Gesichter zu merken, ermöglicht es ihnen, Personen auch dann wiederzuerkennen, wenn diese sich in der Zwischenzeit verändert haben oder sich an einem anderen Ort aufhalten. (Lesen Sie auch: Wolf Vierwaldstättersee: Unglaubliche Schwimm-Leistung!)
Die Kantonspolizei Bern setzt die Super-Recognizer in verschiedenen Bereichen ein, darunter die Bekämpfung von Einbruchskriminalität, die Aufklärung von Betrugsfällen und die Verfolgung von Terrorismus. Ihre Expertise wird auch bei Großveranstaltungen genutzt, um potenzielle Gefährder frühzeitig zu erkennen. Die Super-Recognizer arbeiten eng mit anderen Ermittlern zusammen und unterstützen diese bei der Analyse von Beweismaterialien. Ihre Erkenntnisse können entscheidend dazu beitragen, Straftaten aufzuklären und Täter zur Rechenschaft zu ziehen.
Ein Beispiel für den erfolgreichen Einsatz von Super-Recognizern ist die Aufklärung eines Einbruchs in ein Juweliergeschäft. Die Super-Recognizer konnten anhand von Überwachungsvideos die Täter identifizieren, obwohl diese Masken trugen. Ihre Fähigkeit, kleinste Details im Gesicht zu erkennen, ermöglichte es ihnen, die Täter trotz der Maskierung zu identifizieren. Die Täter konnten später gefasst und verurteilt werden. Die SRF berichtete über ähnliche Fälle, in denen Super-Recognizer maßgeblich zur Aufklärung beitragen konnten.
Welche Herausforderungen gibt es beim Einsatz von Super-Recognizern?
Obwohl Super-Recognizer über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen, gibt es auch Herausforderungen beim Einsatz. Eine Herausforderung ist die subjektive Natur der Gesichtserkennung. Obwohl Super-Recognizer in der Regel sehr zuverlässig sind, können auch sie Fehler machen. Es ist daher wichtig, ihre Erkenntnisse durch andere Beweismittel zu bestätigen. Eine weitere Herausforderung ist der Datenschutz. Beim Einsatz von Super-Recognizern müssen die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen gewahrt werden. Es ist wichtig sicherzustellen, dass ihre Fähigkeiten nicht missbraucht werden, um unbescholtene Bürger zu überwachen.
Die Kantonspolizei Bern hat Maßnahmen ergriffen, um diese Herausforderungen zu bewältigen. So werden die Super-Recognizer regelmäßig geschult, um ihre Fähigkeiten auf dem neuesten Stand zu halten und Fehler zu vermeiden. Zudem werden ihre Erkenntnisse immer von anderen Ermittlern überprüft, um sicherzustellen, dass sie korrekt sind. Um den Datenschutz zu gewährleisten, werden die Super-Recognizer nur in Fällen eingesetzt, in denen ein hinreichender Tatverdacht besteht. Ihre Arbeit wird zudem von Datenschutzbeauftragten überwacht.
Die ethischen Aspekte des Einsatzes von Super-Recognizern sind ein wichtiger Diskussionspunkt. Es ist wichtig, einen ausgewogenen Ansatz zu finden, der die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet, ohne die Persönlichkeitsrechte der Einzelnen zu verletzen. Die Kantonspolizei Bern ist sich dieser Verantwortung bewusst und setzt die Super-Recognizer verantwortungsvoll ein.
Die NZZ hat in der Vergangenheit kritisch über den Einsatz von Gesichtserkennungstechnologien berichtet und die Notwendigkeit eines verantwortungsvollen Umgangs mit diesen Technologien betont. (Lesen Sie auch: Lawine Guttannen Rast auf Leser zu –…)

Welche Zukunft hat der Einsatz von Super-Recognizern in der Polizeiarbeit?
Der Einsatz von Super-Recognizern in der Polizeiarbeit hat eine vielversprechende Zukunft. Ihre Fähigkeiten können einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung von Straftaten und zur Erhöhung der Sicherheit leisten. Die Kantonspolizei Bern ist ein Vorreiter in diesem Bereich und hat gezeigt, dass der Einsatz von Super-Recognizern erfolgreich sein kann. Es ist zu erwarten, dass auch andere Polizeibehörden in der Schweiz und im Ausland auf diese Methode aufmerksam werden und sie in ihre Arbeit integrieren werden.
Die Technologie im Bereich der Gesichtserkennung entwickelt sich ständig weiter. Es ist daher wichtig, dass die Super-Recognizer regelmäßig weitergebildet werden, um ihre Fähigkeiten auf dem neuesten Stand zu halten. Zudem ist es wichtig, die Zusammenarbeit zwischen Super-Recognizern und Gesichtserkennungssoftware zu fördern. Eine Kombination aus menschlicher Expertise und Technologie kann zu noch besseren Ergebnissen führen. Die Kantonspolizei Bern plant, den Einsatz von Super-Recognizern in Zukunft weiter auszubauen und ihre Fähigkeiten in noch mehr Bereichen der Polizeiarbeit zu nutzen.
Der Einsatz von Super-Recognizern ist ein Beispiel dafür, wie menschliche Fähigkeiten und Technologie kombiniert werden können, um die Sicherheit der Bevölkerung zu erhöhen. Die Kantonspolizei Bern hat mit ihrem Engagement in diesem Bereich einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der Polizeiarbeit geleistet.
Ursprünglich berichtet von: Blick
Häufig gestellte Fragen
Was genau macht einen Menschen zu einem Super-Recognizer?
Super-Recognizer besitzen eine außergewöhnliche Fähigkeit, sich Gesichter zu merken und diese auch unter veränderten Bedingungen oder nach längerer Zeit wiederzuerkennen. Sie analysieren Gesichter detaillierter als andere Menschen und erinnern sich besser an spezifische Merkmale.
Wie unterscheidet sich die menschliche Gesichtserkennung von der durch Software?
Menschliche Gesichtserkennung durch Super-Recognizer kann subtile Hinweise und Nuancen erfassen, die einer Software möglicherweise entgehen. Zudem können sie Gesichter auch dann erkennen, wenn sich das Aussehen einer Person verändert hat. Software ist anfälliger für Fehler bei schlechten Lichtverhältnissen oder teilweiser Verdeckung.
Welche ethischen Bedenken gibt es beim Einsatz von Gesichtserkennungstechnologien?
Der Einsatz von Gesichtserkennungstechnologien wirft datenschutzrechtliche Bedenken auf, da er die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen verletzen kann. Es ist wichtig sicherzustellen, dass die Technologien nicht missbraucht werden, um unbescholtene Bürger zu überwachen oder zu diskriminieren.
Wie wird sichergestellt, dass Super-Recognizer keine Fehler machen?
Die Erkenntnisse von Super-Recognizern werden immer von anderen Ermittlern überprüft, um sicherzustellen, dass sie korrekt sind. Zudem werden die Super-Recognizer regelmäßig geschult, um ihre Fähigkeiten auf dem neuesten Stand zu halten und Fehler zu vermeiden.
In welchen Bereichen der Polizeiarbeit können Super-Recognizer eingesetzt werden?
Super-Recognizer können in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, darunter die Bekämpfung von Einbruchskriminalität, die Aufklärung von Betrugsfällen, die Verfolgung von Terrorismus und die Fahndung nach vermissten Personen. Ihre Expertise wird auch bei Großveranstaltungen genutzt.
Die Entscheidung der Kantonspolizei Bern, auf die Fähigkeiten von Super-Recognizern zu setzen, ist ein interessanter Ansatz im Bereich der Verbrechensbekämpfung. Es zeigt, dass menschliche Expertise in bestimmten Bereichen nach wie vor unersetzlich ist und eine sinnvolle Ergänzung zu technologischen Lösungen darstellen kann. Die Erfahrungen der Berner Polizei werden zeigen, ob dieser Ansatz auch in anderen Kantonen oder Ländern erfolgreich sein kann.
