Der Glasfaser Ausbau in Deutschland nimmt weiter Fahrt auf, doch nicht überall herrscht eitel Sonnenschein. Während die Telekom und andere Anbieter Millionen Haushalte ans schnelle Netz anschließen, gibt es Kritik an aufdringlichen Werbemethoden und dem zögerlichen Interesse vieler Verbraucher an der neuen Technologie. Was sind die Hintergründe und wie geht es weiter?

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- Glasfaser-Ausbau: Telekom gibt Gas, Verbraucher zögern
- Was sind die Vorteile von Glasfaser gegenüber anderen Technologien?
- Aufdringliche Werbung und zögerliche Kunden: Die Schattenseiten des Glasfaser-Booms
- So funktioniert es in der Praxis: Der Wechsel zu Glasfaser
- Vorteile und Nachteile des Glasfaser-Ausbaus
- Glasfaser vs. 5G: Eine Alternative für schnelles Internet?
- Die Zukunft des Glasfaser-Ausbaus: Was erwartet uns?
- Häufig gestellte Fragen
Das Wichtigste in Kürze
- Telekom verlegte 2023 Glasfaser an 2,5 Millionen Haushalten, 0,3 Millionen mehr als 2022.
- Bis 2030 sollen 25 Millionen Haushalte Glasfaser haben – doppelt so viele wie aktuell.
- Wettbewerber kamen Mitte 2025 auf 14,3 Millionen Glasfaser-Haushalte.
- Viele Verbraucher nutzen weiterhin ihre alten Internetverträge, obwohl Glasfaser verfügbar wäre.
| PRODUKT: | Glasfaser-Internet, Deutsche Telekom, ab 39,99€/Monat (im ersten Jahr), Verfügbarkeit: stetig wachsend, Plattform: Festnetz, Besonderheiten: Hohe Bandbreiten, geringe Latenzzeiten |
|---|---|
| SICHERHEIT: | Betroffene Systeme: Router, Schweregrad: Variabel, Patch verfügbar?: Ja (regelmäßige Firmware-Updates), Handlungsempfehlung: Router-Firmware aktuell halten, sichere Passwörter verwenden |
| APP: | Magenta Service App, Android/iOS, kostenlos, Deutsche Telekom, Sicherheit: Datensparsamkeit, Zwei-Faktor-Authentifizierung empfohlen |
Glasfaser-Ausbau: Telekom gibt Gas, Verbraucher zögern
Die Deutsche Telekom hat im vergangenen Jahr den Glasfaser-Ausbau deutlich vorangetrieben. Wie Stern berichtet, wurden 2023 rund 2,5 Millionen Haushalte mit Glasfaser versorgt, das sind 0,3 Millionen mehr als im Vorjahr. Bis 2030 soll die Technologie für 25 Millionen Haushalte verfügbar sein, was einer Verdopplung der aktuellen Zahl von 12,6 Millionen entspricht.
„Wir bleiben gut auf Kurs“, erklärte Telekom-Deutschlandchef Rodrigo Diehl in Bonn und kündigte weitere Investitionen in den Glasfaser-Ausbau an. Diese sind auch notwendig, da der Ausbau, insbesondere in ländlichen Gebieten, mit höheren Kosten verbunden ist. Dort sind die zu überbrückenden Strecken länger als in den Städten.
Ein Teil der Glasfaserkabel wird bis in die Häuser oder Wohnungen verlegt (FTTH/FTTB – Fiber to the Home/Building), der andere Teil endet im Verteilerkasten am Straßenrand („Homes Passed“). Glasfaser bietet die stabilsten und schnellsten Internetverbindungen, während ältere Technologien wie DSL (Digital Subscriber Line) über Telefonleitungen und Kabel-Internet perspektivisch als Auslaufmodelle gelten.
FTTH (Fiber to the Home) bedeutet, dass die Glasfaser direkt bis in die Wohnung oder das Haus verlegt wird. FTTB (Fiber to the Building) bedeutet, dass die Glasfaser bis zum Gebäude verlegt wird und die restliche Strecke innerhalb des Gebäudes über andere Kabel (z.B. Kupfer) realisiert wird. FTTH bietet in der Regel höhere Bandbreiten und geringere Latenzzeiten als FTTB.
Auch die Wettbewerber der Telekom sind aktiv. Laut dem Branchenverband Breko erreichten sie Mitte 2025 rund 14,3 Millionen Haushalte, 2,2 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. Zu den größten Konkurrenten zählen die Deutsche Glasfaser, Vodafone und NetCologne. Die Deutsche Glasfaser steigerte ihren Wert im vergangenen Jahr um 0,3 Millionen auf 2,5 Millionen Haushalte. (Lesen Sie auch: Gründe gegen Glasfaser: Warum jeder Fünfte Verzichtet)
Was sind die Vorteile von Glasfaser gegenüber anderen Technologien?
Glasfaser bietet im Vergleich zu DSL und Kabel-Internet eine Reihe von Vorteilen. Die wichtigsten sind:
- Höhere Bandbreiten: Glasfaser ermöglicht Download-Geschwindigkeiten von bis zu 1 Gbit/s (Gigabit pro Sekunde) oder sogar mehr. DSL und Kabel-Internet erreichen diese Werte in der Regel nicht.
- Geringere Latenzzeiten: Die Latenzzeit (Ping) ist die Zeit, die ein Datenpaket benötigt, um von einem Computer zum Server und zurück zu gelangen. Glasfaser hat deutlich geringere Latenzzeiten als DSL und Kabel, was besonders wichtig für Online-Spiele und andere Echtzeit-Anwendungen ist.
- Stabilere Verbindung: Glasfaser ist weniger anfällig für Störungen als DSL und Kabel, da es nicht durch elektromagnetische Felder beeinflusst wird.
- Zukunftssicherheit: Glasfaser ist eine zukunftssichere Technologie, die auch in den kommenden Jahren noch hohe Bandbreiten ermöglichen wird.
Allerdings gibt es auch Nachteile. Der Glasfaser Ausbau ist teuer und zeitaufwendig, weshalb er in vielen Regionen noch nicht abgeschlossen ist. Außerdem ist Glasfaser in der Regel teurer als DSL und Kabel-Internet.
Aufdringliche Werbung und zögerliche Kunden: Die Schattenseiten des Glasfaser-Booms
Trotz der Vorteile der Glasfaser-Technologie ist die Resonanz der Verbraucher oft noch verhalten. Viele nutzen weiterhin ihre alten Internetverträge, obwohl Glasfaser in ihrer Region verfügbar wäre. Ein Grund dafür ist, dass der Wechsel zu Glasfaser mit Aufwand verbunden ist. Man muss einen neuen Vertrag abschließen, den alten Vertrag kündigen und möglicherweise neue Hardware installieren. Außerdem sind viele Verbraucher mit ihrer aktuellen Internetverbindung zufrieden und sehen keinen Grund für einen Wechsel.
Zudem gibt es Beschwerden über aufdringliche Werbemethoden einiger Anbieter. Haustürvertreter, die unaufgefordert Verträge anbieten, sorgen mancherorts für Frust. Es ist wichtig, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und Angebote genau zu prüfen, bevor man einen Vertrag abschließt.
Seien Sie vorsichtig bei Haustürgeschäften! Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und prüfen Sie Angebote genau. Vergleichen Sie die Preise und Leistungen verschiedener Anbieter, bevor Sie einen Vertrag abschließen. Achten Sie auf das Widerrufsrecht und die Kündigungsfristen.
So funktioniert es in der Praxis: Der Wechsel zu Glasfaser
Der Wechsel zu Glasfaser ist in der Regel unkompliziert. Zunächst muss man prüfen, ob Glasfaser in der eigenen Region verfügbar ist. Dies kann man auf den Webseiten der verschiedenen Anbieter oder über Vergleichsportale tun. Wenn Glasfaser verfügbar ist, kann man einen Vertrag abschließen. Der Anbieter kümmert sich dann um die Installation des Glasfaseranschlusses. In der Regel wird ein Techniker ins Haus kommen und die notwendigen Arbeiten durchführen. Nach der Installation kann man den neuen Internetanschluss nutzen. (Lesen Sie auch: Festnetz Internet Regulierung: Telekom Bald ohne Auflagen?)
Praxis-Beispiel: Familie Müller aus dem beschaulichen Musterhausen nutzte jahrelang einen DSL-Anschluss mit einer Bandbreite von 16 Mbit/s. Für die vierköpfige Familie, die regelmäßig Streaming-Dienste nutzte und im Homeoffice arbeitete, war das längst nicht mehr ausreichend. Nach der Verfügbarkeit von Glasfaser in ihrem Wohngebiet entschieden sie sich für einen Wechsel zur Deutschen Glasfaser. Der Installationsprozess verlief reibungslos, und nun surft die Familie mit einer Geschwindigkeit von 300 Mbit/s. Besonders erfreulich: Die Latenzzeiten sind deutlich geringer, was sich positiv auf die Online-Spiele der Kinder auswirkt.
Vorteile und Nachteile des Glasfaser-Ausbaus
Der Glasfaser Ausbau bringt viele Vorteile mit sich, aber auch einige Nachteile:
Vorteile:
- Deutlich höhere Bandbreiten im Vergleich zu DSL und Kabel
- Geringere Latenzzeiten, ideal für Online-Spiele und Echtzeit-Anwendungen
- Stabilere und zuverlässigere Verbindung
- Zukunftssichere Technologie
Nachteile:
- Hohe Ausbaukosten, daher nicht überall verfügbar
- In der Regel teurer als DSL und Kabel
- Wechsel kann mit Aufwand verbunden sein
- Mancherorts aufdringliche Werbemethoden
Glasfaser vs. 5G: Eine Alternative für schnelles Internet?
Neben Glasfaser gibt es auch andere Technologien, die schnelles Internet ermöglichen. Eine davon ist 5G. 5G ist die fünfte Generation des Mobilfunkstandards und bietet ebenfalls hohe Bandbreiten und geringe Latenzzeiten. Im Vergleich zu Glasfaser hat 5G den Vorteil, dass es kabellos ist. Man benötigt keinen Festnetzanschluss, sondern kann das Internet über das Mobilfunknetz nutzen. Allerdings ist die Verfügbarkeit von 5G noch nicht flächendeckend gegeben und die Stabilität der Verbindung kann je nach Standort variieren.
Die Bundesnetzagentur stellt auf ihrer Webseite Informationen zur Breitbandversorgung bereit. Dort kann man sich über den aktuellen Stand des Glasfaser Ausbaus und die Verfügbarkeit von 5G informieren.
Das sind 0,3 Millionen mehr als im Vorjahr.

Das sind 2,2 Millionen mehr als ein Jahr zuvor. (Lesen Sie auch: Internet und Fernsehanschlüsse: Vodafone bekommt dank Konkurrent…)
Das wäre eine Verdopplung der aktuellen Zahl.
Vodafone bietet ebenfalls Glasfaseranschlüsse an. Auf der Webseite des Unternehmens finden sich Informationen zu den Tarifen und der Verfügbarkeit.
Die Zukunft des Glasfaser-Ausbaus: Was erwartet uns?
Der Glasfaser Ausbau wird in den kommenden Jahren weiter vorangetrieben. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 flächendeckend Gigabit-Netze in Deutschland zu realisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, sind hohe Investitionen und eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Anbietern notwendig. Es bleibt abzuwarten, ob das Ziel erreicht werden kann.
Ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Glasfaser-Ausbaus ist die Akzeptanz der Verbraucher. Wenn viele weiterhin ihre alten Internetverträge nutzen, wird es schwierig, die hohen Investitionen zu rechtfertigen. Daher ist es wichtig, die Vorteile der Glasfaser-Technologie zu kommunizieren und die Verbraucher von einem Wechsel zu überzeugen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen FTTH und FTTB?
Wie lange dauert die Installation eines Glasfaseranschlusses?
Die Installation eines Glasfaseranschlusses dauert in der Regel einige Stunden. Ein Techniker kommt ins Haus und führt die notwendigen Arbeiten durch. In manchen Fällen kann es auch erforderlich sein, einen Graben zu ziehen, um das Glasfaserkabel zu verlegen.
Was kostet ein Glasfaseranschluss?
Die Kosten für einen Glasfaseranschluss variieren je nach Anbieter und Tarif. In der Regel sind Glasfaseranschlüsse teurer als DSL- und Kabelanschlüsse. Allerdings bieten sie auch deutlich höhere Bandbreiten und geringere Latenzzeiten.
Ist Glasfaser auch in ländlichen Gebieten verfügbar?
Der Glasfaser Ausbau in ländlichen Gebieten ist oft schwieriger und teurer als in Städten. Daher ist die Verfügbarkeit von Glasfaser in ländlichen Gebieten noch nicht flächendeckend gegeben. Allerdings gibt es viele Initiativen, um den Glasfaser Ausbau auch in ländlichen Regionen voranzutreiben.
Wie sicher ist Glasfaser-Internet im Hinblick auf Datenschutz und Datensicherheit?
Glasfaser selbst ist lediglich ein Übertragungsmedium und bietet keine inhärenten Sicherheitsvorteile oder -nachteile. Die Sicherheit hängt von den eingesetzten Protokollen und Sicherheitsmaßnahmen ab. Achten Sie auf eine sichere Konfiguration Ihres Routers und verwenden Sie aktuelle Firmware-Versionen. Die Datenschutzbestimmungen der DSGVO gelten auch für Glasfaseranbieter.
Der Glasfaser Ausbau ist ein wichtiger Schritt für die digitale Zukunft Deutschlands. Auch wenn es noch Herausforderungen gibt, bietet die Technologie das Potenzial für schnelles und stabiles Internet für alle.
