📖 Lesezeit: 5 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 19.12.2024
Wer ist Annegret Kramp-Karrenbauer?
Annegret Kramp-Karrenbauer, auch bekannt als AKK, sorgte im Februar 2025 für Aufsehen: Die ehemalige CDU-Vorsitzende trat aus dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) aus. Am 19. Dezember 2024 blickt Deutschland auf eine Politikerin zurück, die als Merkel-Nachfolgerin gehandelt wurde und heute neue Wege geht.
Die 62-Jährige war von 2018 bis 2021 Bundesvorsitzende der CDU und anschließend Verteidigungsministerin. Nach ihrem Rückzug aus der aktiven Politik engagiert sie sich in Stiftungen und als Gastprofessorin. Doch der Bruch mit dem katholischen Laiengremium zeigt: Kramp-Karrenbauer mischt sich weiterhin ein.
Warum hat Kramp-Karrenbauer das ZdK verlassen?
Der Austritt erfolgte Ende Januar 2025 – mitten im Bundestagswahlkampf. Der Auslöser: Das ZdK hatte die Migrationspolitik der Union scharf kritisiert. Das sogenannte Zustrombegrenzungsgesetz bezeichnete ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp als „Anti-Integrationskampagne“.
Annegret Kramp-Karrenbauer begründete ihren Schritt gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA): „Mich hat an diesem Kirchenpapier weniger die Kritik als die Tonalität gestört, die war sehr apodiktisch.“ Sie sehe für eine weitere Mitarbeit keine Grundlage mehr.
„Wir haben einen Mangel an Räumen, in denen unterschiedliche Positionen respektvoll voreinander ausgetragen werden können. Das ZdK war für mich immer ein solcher Raum. Das sehe ich im Moment nicht mehr.“
– Annegret Kramp-Karrenbauer im KNA-Interview
Was macht Annegret Kramp-Karrenbauer heute?
Nach dem Ende ihrer politischen Karriere hat sich die Saarländerin mehrere neue Aufgaben gesucht. Seit Juli 2024 ist sie Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung. Dort folgte sie auf den ehemaligen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch.
| Amt/Funktion | Seit |
|---|---|
| Vorsitzende Deutsche Kinder- und Jugendstiftung | Juli 2024 |
| Präsidentin Deutscher Volkshochschulverband | 2022 |
| Co-Vorsitzende CEPA Leadership Council | 2023 |
| Gastprofessorin NRW School of Governance | 2023 |
| Beraterin Bremer Lotto und Toto GmbH | Januar 2025 |
Im November 2024 sagte AKK als Zeugin vor dem Afghanistan-Untersuchungsausschuss des Bundestags aus. Sie berichtete über die chaotische Evakuierung aus Kabul 2021 und ihr Engagement für die Ortskräfte der Bundeswehr.
Die politische Karriere von AKK
Annegret Kramp-Karrenbauer wurde am 9. August 1962 in Völklingen geboren und wuchs in Püttlingen im Saarland auf. Nach einem Studium der Politikwissenschaften und Rechtswissenschaften begann sie ihre politische Laufbahn in der CDU Saar.
Ihre Karriere-Stationen im Überblick:
- 2000–2011: Landesministerin im Saarland (Inneres, Soziales, Bildung)
- 2011–2018: Ministerpräsidentin des Saarlandes
- 2018: CDU-Generalsekretärin (98,87% Zustimmung – Rekord)
- 2018–2021: CDU-Bundesvorsitzende (Nachfolgerin von Angela Merkel)
- 2019–2021: Bundesministerin der Verteidigung
Bei der Wahl zur CDU-Vorsitzenden 2018 setzte sie sich knapp mit 51,8 Prozent gegen Friedrich Merz durch. Sie galt als Wunschkandidatin von Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Warum trat Kramp-Karrenbauer zurück?
Im Februar 2020 erschütterte die Thüringen-Krise die CDU. FDP-Politiker Thomas Kemmerich ließ sich mit Stimmen von CDU, FDP und AfD zum Ministerpräsidenten wählen. Kramp-Karrenbauer forderte Kemmerichs Rücktritt und bezog klar Position gegen die Zusammenarbeit mit der AfD.
Doch die Krise offenbarte auch ihre begrenzten Durchsetzungsmöglichkeiten als Parteichefin. Wenige Tage später kündigte sie an, nicht als Kanzlerkandidatin anzutreten und den Parteivorsitz abzugeben. Im Januar 2021 übergab sie das Amt an Armin Laschet.
Nach der Bundestagswahl 2021, bei der die CDU nur noch zweitstärkste Kraft wurde, verzichtete Kramp-Karrenbauer auf ihr Bundestagsmandat. Sie wollte jüngeren Politikern den Weg freimachen – ein Schritt, den die CDU als „große Geste“ würdigte.
AKK zur Migrationspolitik: „Politik ist Antworten schuldig geblieben“
Trotz ihres ZdK-Austritts räumte Kramp-Karrenbauer in Interviews Fehler in der Migrationspolitik ein. „Die Politik – und damit meine ich uns alle, die wir damals Verantwortung getragen haben – ist Antworten schuldig geblieben“, sagte sie der KNA.
Besonders die Fragen, wie Deutschland die Herausforderungen bewältigen könne und wie lange der Ausnahmezustand andauere, seien zu wenig adressiert worden. „Das war ein Fehler“, so die Ex-CDU-Chefin.
Gleichzeitig verteidigte sie den Migrationskurs von Friedrich Merz. Ein Großteil der Bevölkerung habe den Fünf-Punkte-Plan befürwortet. „Darunter werden auch viele Katholiken gewesen sein“, betonte Kramp-Karrenbauer. Kirchenvertreter müssten aufpassen, „dass sie nicht ein abgehobenes Eliteprojekt werden“.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was macht Annegret Kramp-Karrenbauer heute?
Annegret Kramp-Karrenbauer ist seit 2024 Vorsitzende der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und Präsidentin des Deutschen Volkshochschulverbandes. Zudem arbeitet sie als Gastprofessorin und politische Beraterin.
Warum ist AKK aus dem ZdK ausgetreten?
Sie kritisierte die „apodiktische Tonalität“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken in der Migrationsdebatte. Das ZdK hatte die CDU-Migrationspolitik als „Anti-Integrationskampagne“ bezeichnet.
Wie alt ist Annegret Kramp-Karrenbauer?
Annegret Kramp-Karrenbauer wurde am 9. August 1962 geboren und ist 62 Jahre alt (Stand 2024).
Warum ist Kramp-Karrenbauer als CDU-Chefin zurückgetreten?
Nach der Thüringen-Krise 2020, bei der Thomas Kemmerich mit AfD-Stimmen zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, kündigte sie ihren Rückzug an. Sie verzichtete auf die Kanzlerkandidatur und übergab den Parteivorsitz 2021 an Armin Laschet.
Ist Kramp-Karrenbauer verheiratet?
Ja, Annegret Kramp-Karrenbauer ist seit 1984 mit dem Bergbauingenieur Helmut Karrenbauer verheiratet. Das Paar hat drei Kinder.
Fazit: Annegret Kramp-Karrenbauer bleibt politisch aktiv
Annegret Kramp-Karrenbauer hat die große politische Bühne verlassen, doch ihre Stimme ist nicht verstummt. Der ZdK-Austritt zeigt: Die ehemalige CDU-Chefin bezieht weiterhin Position – auch gegen kirchliche Würdenträger, wenn sie diese für zu einseitig hält. In ihren neuen Rollen bei Stiftungen und als Gastprofessorin setzt sie andere Schwerpunkte. Ihr politisches Erbe bleibt jedoch eng mit der Frage verknüpft, wie die CDU mit der AfD umgeht.
Über den Autor
Redaktion mindelmedia-news.de | Politik & Gesellschaft
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