Eier knapp – in vielen Supermärkten stehen Verbraucher aktuell vor leeren Regalen. Die Vogelgrippe hat 2025 einen dramatischen Höhepunkt erreicht und die Eierproduktion massiv eingeschränkt. Doch droht zu Ostern 2026 ein echter Engpass? Alle Fakten zur aktuellen Lage.
⏱️ Lesezeit: 6 Minuten | Stand: 17. Januar 2026
Kurz erklärt: In Deutschland sind Eier knapp, weil die Vogelgrippe 2025 über 400.000 Legehennen das Leben kostete. Die Großhandelspreise haben ein Allzeithoch erreicht, Aldi erhöhte die Preise um 25 Prozent. Für Ostern 2026 (5. April) gibt der Bundesverband Ei jedoch vorsichtige Entwarnung – auch wenn bestimmte Sorten knapp bleiben könnten.
📋 Das Wichtigste in Kürze
- Ursache: Vogelgrippe (H5N1) mit 172 Ausbrüchen in Deutschland – Rekord in Europa
- Folgen: Über 400.000 Legehennen gekeult, größter Fall: 310.000 Hennen in Sachsen
- Preise: Aldi erhöht um 25% auf 2,49 € für 10 Eier, Großhandel auf Allzeithoch
- Besonders betroffen: Bio-Eier und Freilandeier sind vielerorts vergriffen
- Selbstversorgung: Deutschland deckt nur 72% des Bedarfs selbst
- Ostern 2026: Genug Eier zum Färben und Verstecken – aber mögliche Engpässe bei Sorten
- Tipp: Frühzeitig kaufen, keine Hamsterkäufe tätigen
Warum sind Eier knapp im Supermarkt?

Die Hauptursache für die Eierknappheit ist die hochpathogene Vogelgrippe (H5N1), die Deutschland 2025 mit beispielloser Intensität getroffen hat. Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut wurden allein im November 2025 insgesamt 105 Ausbrüche in neun Bundesländern registriert. Die Behörden mussten Hunderttausende Tiere töten lassen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Der größte Einzelfall ereignete sich in Ebersbach im Landkreis Meißen (Sachsen): Dort musste ein Betrieb seinen kompletten Bestand von 310.000 Legehennen keulen lassen. Die sächsische Tierbeseitigungsanlage sprach vom größten Seuchenfall seit über 20 Jahren. Solche massiven Verluste lassen sich nicht kurzfristig ausgleichen – bis neue Junghennen legefähig sind, vergehen sieben bis acht Monate.
Vogelgrippe 2025: Die Zahlen im Überblick
Deutschland verzeichnete 2025 die höchste Anzahl an Vogelgrippe-Ausbrüchen seit Jahren und führt die europäische Statistik an. Die Situation ist nicht nur regional, sondern europaweit angespannt.
| Land | Ausbrüche 2025 | Betroffene Tiere |
|---|---|---|
| Deutschland | 172 Ausbrüche | über 400.000 |
| Polen | 117 Ausbrüche | über 9,25 Mio. |
| Ungarn | 107 Ausbrüche | k.A. |
| Frankreich | 103 Ausbrüche | k.A. |
| Europa gesamt | 699 Ausbrüche | Millionen |
Besonders betroffen sind die Bundesländer Niedersachsen – mit 17,3 Millionen Legehennen der größte Standort Deutschlands – sowie Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen. Das Friedrich-Loeffler-Institut stuft das Risiko für weitere Infektionen weiterhin als „hoch“ ein.
Eierpreise steigen: Aldi erhöht um 25 Prozent
Die Knappheit schlägt sich deutlich in den Preisen nieder. Aldi Nord hat zum Jahresstart 2026 die Preise für Eier aus Bodenhaltung um 25 Prozent erhöht – von 1,99 Euro auf 2,49 Euro für eine 10er-Packung. Auch andere Supermärkte und Discounter passen ihre Preise an.
💰 Aktuelle Eierpreise im Vergleich
- Bodenhaltung (10 Stück): ca. 2,49 € (vorher 1,99 €)
- Freilandhaltung (10 Stück): ca. 2,99-3,49 €
- Bio-Eier (10 Stück): ca. 3,99-4,89 € – oft ausverkauft
- Großhandel (100 Eier, Klasse M): 17,63 € – Allzeithoch
Die DEU-Eiervertriebsgesellschaft beschreibt die Marktsituation als „beispiellos“ – selbst für langjährige Branchenteilnehmer. Auf Großhandelsstufe haben die Preise ein Allzeithoch erreicht: 17,63 Euro für 100 weiße Eier der Gewichtsklasse M in Bodenhaltung. Das bedeutet: Im Großhandel sind Eier teilweise teurer als im Supermarkt – eine paradoxe Situation, die auf Dauer nicht tragbar ist.
Warum sind Bio-Eier und Freilandeier besonders knapp?

Wer im Supermarkt gezielt nach Bio-Eiern oder Freilandeiern sucht, steht oft vor komplett leeren Regalen. Der Grund: Diese Haltungsformen sind von der Vogelgrippe besonders stark betroffen. Bei Freilandhaltung und Bio-Betrieben haben die Hennen Zugang zum Außenbereich – und damit auch Kontakt zu Wildvögeln, die das Virus übertragen.
Marktexperte Thomassen von der UPP formuliert es drastisch: „Bio-Eier gibt es am freien Markt nicht mehr.“ Die wenigen verfügbaren Mengen sind bereits durch langfristige Verträge gebunden. Verbraucher, die auf Bio-Qualität bestehen, sollten daher auf regionale Direktvermarkter oder Wochenmärkte ausweichen – sofern diese nicht selbst von der Stallpflicht betroffen sind.
Droht zu Ostern 2026 ein Eier-Engpass?
Ostern fällt 2026 auf den 5. April – noch etwa elf Wochen entfernt. Die gute Nachricht: Der Präsident des Bundesverbands Ei, Hans-Peter Goldnick, gibt vorsichtige Entwarnung. Die Supermarktregale werden nicht komplett leer bleiben. Allerdings könnte es bei bestimmten Sorten zu Engpässen kommen.
🐣 Prognose für Ostern 2026
Entwarnung: Es wird genug Eier geben zum Frühstücken, Färben und Verstecken.
Aber: „Der eine möchte Bio, der andere weiß, der nächste groß – hier kann es regional zu Engpässen kommen“, so Goldnick.
Empfehlung: Frühzeitig kaufen, aber keine Hamsterkäufe. Eier halten bei richtiger Lagerung mehrere Wochen.
Ein wichtiger Unterschied zu den USA: Dort explodierten die Eierpreise auf bis zu 9 Dollar pro Dutzend, es gibt bereits Kaufbeschränkungen. In Deutschland dämpfen langfristige Verträge zwischen Händlern und Produzenten die Preisspirale. Viele dieser Kontrakte werden im August für ein Jahr geschlossen – die aktuellen Rekordpreise im Großhandel werden sich daher erst mit Verzögerung in den Ladenpreisen niederschlagen.
Selbstversorgung: Deutschland ist auf Importe angewiesen
Ein strukturelles Problem verschärft die Lage: Deutschland kann seinen Eierbedarf nicht aus eigener Produktion decken. Laut Aldi Nord liegt der Selbstversorgungsgrad bei nur rund 72 Prozent. Etwa ein Viertel aller Konsumeier wird importiert – hauptsächlich aus den Niederlanden.
Doch auch die Niederlande kämpfen mit Vogelgrippe-Ausbrüchen. Mehrere Betriebe mussten Zehntausende Tiere keulen lassen. Wenn wichtige Lieferländer ausfallen, verstärkt das die Engpässe im deutschen Handel zusätzlich. Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen: Im August 2025 gab es noch 44,6 Millionen Legehennen in 2.200 Betrieben – doch seitdem sind Hunderttausende Tiere der Seuche zum Opfer gefallen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Legehennen in Deutschland | 44,6 Millionen (August 2025) |
| Davon Bodenhaltung | 25,5 Millionen (57%) |
| Davon Freilandhaltung | 11,3 Millionen (25%) |
| Davon Bio-Haltung | 6,6 Millionen (15%) |
| Eierproduktion pro Monat | ca. 1,2 Milliarden Stück |
| Selbstversorgungsgrad | ca. 72% |
| Pro-Kopf-Verbrauch 2024 | 244 Eier pro Jahr |
Tipps: So kommen Sie trotz Knappheit an Eier
🛒 5 Tipps bei Eierknappheit
- Frühzeitig kaufen: Eier halten bei Kühlschranktemperatur 4-6 Wochen. Für Ostern ruhig schon Ende März bevorraten.
- Keine Hamsterkäufe: Wer vier Packungen auf einmal kauft, verschärft die Lage für alle. Nur den tatsächlichen Bedarf decken.
- Regional einkaufen: Hofläden, Wochenmärkte und Direktvermarkter haben oft noch Eier, wenn der Supermarkt leer ist.
- Flexibel bei der Sorte: Wenn Bio ausverkauft ist, sind Freiland- oder Bodenhaltungseier eine Alternative.
- Morgens einkaufen: Die Regale werden meist früh aufgefüllt – wer mittags kommt, greift oft ins Leere.
Der Landesbauernverband Baden-Württemberg appelliert an die Verbraucher: Hamsterkäufe verschärfen die Situation nur. Wer maßvoll einkauft, hilft dabei, dass alle Haushalte versorgt werden können.
Häufige Fragen: Eier knapp im Supermarkt
Fazit: Eier knapp, aber kein Grund zur Panik
Die Eierknappheit in deutschen Supermärkten ist real – verursacht durch die schwerste Vogelgrippe-Welle seit Jahren. Die Preise steigen, Bio-Eier sind vielerorts Mangelware, und bis sich die Lage normalisiert, werden Monate vergehen. Für Ostern 2026 gibt der Bundesverband Ei jedoch Entwarnung: Es wird genug Eier geben, auch wenn bei bestimmten Sorten Engpässe drohen.
Die wichtigste Empfehlung: Frühzeitig, aber maßvoll einkaufen. Hamsterkäufe verschärfen die Situation nur und treiben die Preise weiter in die Höhe. Wer flexibel bei der Haltungsform ist und auf regionale Anbieter ausweicht, hat gute Chancen, auch in den kommenden Wochen Eier zu bekommen.
Autor: Redaktion mindelmedia-news.de | Quellen: Friedrich-Loeffler-Institut, Statistisches Bundesamt, DEU-Eiervertriebsgesellschaft, Bundesverband Ei, top agrar | Stand: 17. Januar 2026













