Rebecca Reusch vermisst – seit fast sechs Jahren fehlt von der Berliner Schülerin jede Spur. Am 18. Februar 2019 verschwand die damals 15-Jährige spurlos aus dem Haus ihrer Schwester. Der Fall Rebecca Reusch gilt als einer der rätselhaftesten Kriminalfälle Deutschlands. Im Oktober 2025 kam wieder Bewegung in die Ermittlungen.
⏱️ Lesezeit: 8 Minuten | Stand: 17. Januar 2026
Kurz erklärt: Rebecca Reusch vermisst seit dem 18. Februar 2019 aus Berlin-Britz. Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus und halten den Schwager Florian R. (33) für den Hauptverdächtigen. Im Oktober 2025 durchsuchte die Polizei mit einem Großaufgebot Grundstücke in Brandenburg – Spuren wurden gesichert, die Auswertung läuft. Der Schwager bestreitet jede Beteiligung, für ihn gilt die Unschuldsvermutung.
📋 Das Wichtigste in Kürze
- Rebecca Reusch vermisst: Seit 18. Februar 2019 aus Berlin-Britz
- Alter damals: 15 Jahre (heute wäre Rebecca 22)
- Letzter Ort: Haus ihrer Schwester Jessica und Schwager Florian R.
- Verdächtiger: Schwager Florian R. (33) – bestreitet Beteiligung
- Ermittlung: 3. Mordkommission Berlin, über 3.200 Hinweise
- Aktuell: Oktober 2025 Großeinsatz in Brandenburg, Spuren gesichert
- Status: Rebecca Reusch bleibt vermisst, Ermittlungen dauern an
Rebecca Reusch vermisst: Was geschah am 18. Februar 2019?

Der Tag, an dem Rebecca Reusch verschwand, begann wie viele andere. Die 15-jährige Schülerin hatte die Nacht von Sonntag auf Montag bei ihrer älteren Schwester Jessica im Berliner Stadtteil Britz verbracht. Von dort wollte sie am Morgen direkt zur Schule gehen.
Die Schwester verließ das Haus gegen 7:00 Uhr mit ihrer kleinen Tochter, um zur Arbeit zu fahren. Rebecca schlief zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Sofa im Wohnzimmer. Ihr Schwager Florian R., der in der Nacht zuvor spät von einer geschäftlichen Feier nach Hause gekommen war, befand sich ebenfalls noch im Haus.
Als Rebeccas Mutter später anrief, um ihre Tochter zu wecken, ging niemand ans Telefon. Der Schwager drückte den Anruf weg, rief aber kurz darauf zurück und erklärte, Rebecca sei bereits auf dem Weg zur Schule. Doch dort kam die Jugendliche nie an – und auch nicht zurück nach Hause. Am Nachmittag meldeten die Eltern ihre Tochter als vermisst. Seitdem ist Rebecca Reusch vermisst und wurde weder lebend noch tot gefunden.
Fall Rebecca Reusch: Die Chronologie im Überblick
Seit Rebecca Reusch vermisst wird, haben die Ermittler zahlreiche Spuren verfolgt. Die folgende Chronologie zeigt die wichtigsten Ereignisse im Vermisstenfall Rebecca Reusch:
| Datum | Ereignis im Fall Rebecca Reusch |
|---|---|
| 18.02.2019 | Rebecca Reusch vermisst – verschwindet aus Berlin-Britz |
| 18.02.2019 | Twingo des Schwagers um 10:47 Uhr auf A12 Richtung Polen erfasst |
| 19.02.2019 | Twingo erneut um 22:39 Uhr auf A12 registriert |
| 28.02.2019 | Erste Festnahme des Schwagers, Freilassung nach Vorführung |
| 04.03.2019 | Zweite Festnahme, Haftbefehl wegen Totschlagsverdacht |
| 06.03.2019 | Fall bei „Aktenzeichen XY … ungelöst“, über 300 Hinweise |
| 22.03.2019 | Freilassung aus U-Haft mangels Beweisen |
| 2020-2021 | Podcast „Im Dunkeln – Der Fall Rebecca Reusch“ erscheint |
| 20.10.2025 | Großeinsatz: Über 100 Polizisten durchsuchen Grundstücke in Brandenburg |
| 21.10.2025 | Durchsuchung weiterer Grundstücke, Spuren gesichert |
Der Hauptverdächtige: Schwager Florian R.
Früh rückte der Schwager in den Fokus der Ermittlungen zum Fall Rebecca Reusch. Der heute 33-Jährige war nachweislich der Letzte, der am Morgen des 18. Februar 2019 mit Rebecca allein im Haus war. Zudem ergaben die Ermittlungen mehrere Widersprüche zwischen seinen Aussagen und den Beweisen.
🔍 Indizien gegen den Schwager
- Letzter Kontakt: War nachweislich allein mit Rebecca im Haus
- Autofahrten: Sein Twingo wurde am 18. und 19. Februar auf der A12 Richtung Polen erfasst
- Internetaktivität: Soll am Morgen des Verschwindens pornografische Videos aufgerufen haben
- Widersprüche: Seine Aussagen deckten sich nicht mit Ermittlungsergebnissen
- Keine Erklärung: Konnte die Autofahrten nicht plausibel begründen
Der Schwager wurde zweimal festgenommen und saß in Untersuchungshaft – einmal wegen des Verdachts auf Totschlag. Doch beide Male musste er mangels ausreichender Beweise wieder freigelassen werden. Florian R. bestreitet jede Beteiligung am Verschwinden seiner Schwägerin. Für ihn gilt bis zu einer möglichen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
Die Familie von Rebecca – einschließlich ihrer Schwester Jessica – steht bis heute hinter dem Schwager und beteuert seine Unschuld. Dieser Umstand macht den Vermisstenfall Rebecca Reusch noch rätselhafter und belastet die Ermittlungen zusätzlich.
Was fehlt seit Rebecca Reusch vermisst wird?
Neben Rebecca selbst verschwanden auch mehrere persönliche Gegenstände, die bis heute nicht gefunden wurden. Die Polizei Berlin veröffentlichte eine Liste der vermissten Gegenstände:
- Die Kleidung, die Rebecca auf einem Snapchat-Foto am Morgen trug
- Ihr Schulrucksack
- Eine Tasche
- Ihr Geldbeutel
- Ihr Handy
- Eine rosafarbene Polaroid-Kamera
- Eine lilafarbene Fleecedecke aus dem Haushalt der Schwester
Das Fehlen der Decke ist besonders auffällig. Eine Nachbarin will Rebecca am Vormittag des 18. Februar mit einer Decke gesehen haben – allerdings widersprechen die Wetteraufzeichnungen ihrer Aussage. Keiner dieser Gegenstände wurde gefunden, seit Rebecca Reusch vermisst wird.
Oktober 2025: Großeinsatz im Fall Rebecca Reusch
Mehr als sechs Jahre nachdem Rebecca Reusch vermisst gemeldet wurde, kam im Oktober 2025 wieder Bewegung in den Fall. Am 20. und 21. Oktober rückten über 100 Einsatzkräfte zu einem Großeinsatz in Brandenburg aus – unterstützt vom Bundeskriminalamt (BKA).
Die Ermittler durchsuchten mehrere Grundstücke in den Gemeinden Tauche und Rietz-Neuendorf im Landkreis Oder-Spree, südöstlich von Berlin. Diese Grundstücke sollen den Großeltern des Schwagers gehören. Laut Staatsanwaltschaft gibt es Anhaltspunkte dafür, dass der Schwager Rebeccas Leiche – zumindest vorübergehend – dorthin gebracht haben könnte.
🚨 Großeinsatz im Fall Rebecca Reusch vermisst
Einsatzkräfte: Über 100 Polizisten, BKA-Unterstützung
Technik: Bagger, Bodenradar, Drohnen, Leichenspürhunde
Orte: Grundstücke in Tauche und Herzberg (Oder-Spree)
Ergebnis: Spuren gesichert, Auswertung läuft seit Wochen
Hinweise: 50 neue Meldungen nach Zeugenaufruf
Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin bestätigte, dass es sich um den Auftakt mehrerer Maßnahmen handelt und dass keine lebende Person gesucht wird. Im Vermisstenfall Rebecca Reusch gehen die Ermittler weiterhin fest von einem Tötungsdelikt aus – auch wenn der entscheidende Beweis, Rebeccas sterbliche Überreste, bis heute fehlt.

Experten zum Vermisstenfall Rebecca Reusch: Aufklärung möglich?
Trotz der langen Zeit ohne Durchbruch sehen Experten weiterhin Chancen auf eine Aufklärung im Fall Rebecca Reusch. Der renommierte Profiler Axel Petermann, ehemaliger Leiter der Bremer Mordkommission, sagte gegenüber t-online: „Ich halte die Chancen für eine späte Aufklärung immer für gegeben.“
Petermann schlägt vor, externe Fallanalytiker einzubinden, die noch nie mit dem Fall zu tun hatten. Diese könnten die bisherigen Annahmen und Theorien mit frischem Blick überprüfen. In seinem neuen Buch „Die Psyche des Bösen“, das am 12. Februar 2026 erscheint, widmet er sich unter anderem dem Vermisstenfall Rebecca Reusch.
Auch Kriminalbiologe Mark Benecke äußerte sich optimistisch: „Es gibt kein spurenfreies Verbrechen. Menschen verlieren laufend Haut und Haare, aber auch Kleidungsbestandteile und vieles mehr.“ Allerdings schränkte er ein: „Die Frage ist halt nur, ob wir die Spuren finden.“
Warum der Fall Rebecca Reusch Deutschland bewegt
Der Vermisstenfall Rebecca Reusch wurde als „einer der rätselhaftesten Kriminalfälle Deutschlands“ bezeichnet. Vermisstenfall-Experte Peter Jamin nannte ihn den „meistbeachteten Fall in Deutschland“ – nur der Fall Maddie McCann habe größeres Aufsehen erregt.
Die Gründe für das enorme öffentliche Interesse sind vielfältig: das junge Alter des Opfers, die mysteriösen Umstände, der Verdacht innerhalb der Familie – und die Tatsache, dass Rebecca Reusch vermisst bleibt, obwohl es einen klaren Verdächtigen gibt. Mehrere Medienproduktionen haben den Fall aufgegriffen:
- Podcast: „Im Dunkeln – Der Fall Rebecca Reusch“ (2020/2021)
- TV-Dokumentation: RTL, 2. Dezember 2021
- Podcast: MDR „Die Spur der Täter“ (2024)
- Aktenzeichen XY: Vorstellung am 6. März 2019
Allerdings sorgt das Medieninteresse auch für Probleme. Immer wieder durchsuchen sogenannte „Hobby-Ermittler“ und YouTuber auf eigene Faust Waldgebiete und filmen auf Privatgrundstücken. Die Polizei musste mehrfach einschreiten, weil Privatpersonen widerrechtlich Gebäude betraten.
Stand Januar 2026: Rebecca Reusch vermisst – Ermittlungen laufen
Gut drei Monate nach dem Großeinsatz in Brandenburg laufen die Ermittlungen weiter. Die bei der Durchsuchung gesicherten Spuren werden nach wie vor ausgewertet – ob sie tatsächlich im Zusammenhang mit dem vermuteten Tötungsdelikt stehen, ist noch Gegenstand der Untersuchungen.
Seit Rebecca Reusch vermisst wird, sind insgesamt über 3.200 Hinweise aus der Bevölkerung bei der 3. Mordkommission des Berliner Landeskriminalamts eingegangen. Auch nach dem Oktober-Einsatz meldeten sich weitere Zeugen – darunter eine pensionierte Studienrätin, die den himbeerroten Twingo am Tag des Verschwindens auf der A12 gesehen haben will.
Die Ermittlungen im Vermisstenfall Rebecca Reusch sind nicht verjährt – Mord verjährt in Deutschland nicht. Die Polizei prüft weiterhin jeden neuen Hinweis. Sachdienliche Informationen nimmt die 3. Mordkommission unter der Telefonnummer (030) 4664-911333 entgegen.
Häufige Fragen: Rebecca Reusch vermisst
Fazit: Rebecca Reusch vermisst – Deutschlands rätselhaftester Kriminalfall
Seit fast sechs Jahren wird Rebecca Reusch vermisst. Trotz über 3.200 Hinweisen, zahlreicher Durchsuchungen und eines klaren Hauptverdächtigen fehlt der entscheidende Beweis. Die Ermittler sind überzeugt, dass die Schülerin getötet wurde – doch ohne Leiche und ohne Geständnis bleibt der Fall ungelöst.
Der Großeinsatz im Oktober 2025 hat neue Hoffnung geweckt. Ob die gesicherten Spuren den lang ersehnten Durchbruch bringen, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Bis dahin bleibt der Vermisstenfall Rebecca Reusch das, was er seit sechs Jahren ist: einer der rätselhaftesten Kriminalfälle der deutschen Geschichte.
Wer Hinweise zum Fall Rebecca Reusch hat, kann sich an die 3. Mordkommission des LKA Berlin wenden: (030) 4664-911333 oder per E-Mail.
Autor: Redaktion mindelmedia-news.de | Quellen: Polizei Berlin, Staatsanwaltschaft Berlin, t-online, Tagesspiegel, Berliner Kurier | Stand: 17. Januar 2026 , das könnte auch interessant sein Eiskeller Prozess.












