Abstandszahlung Wohnung: Was Wohnungssuchende wissen müssen
Die Abstandszahlung für eine Wohnung bezeichnet die Summe, die ein Nachmieter an den Vormieter für die Übernahme von Einbauten, Möbeln oder einer Küche zahlt. Diese Praxis ist in Deutschland verbreitet, kann aber zu einem finanziellen Ärgernis werden, wenn überhöhte Preise gefordert werden. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass viele Wohnungssuchende mit unrealistischen Ablöseforderungen konfrontiert sind.

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Zahlen & Fakten
- Jeder dritte Wohnungssuchende sieht sich mit überhöhten Ablöseforderungen konfrontiert.
- 55 Prozent der Forderungen liegen zwischen 1.000 und 3.000 Euro.
- 29 Prozent der Vormieter verlangen 3.000 bis 5.000 Euro.
- 8 Prozent fordern sogar mehr als 5.000 Euro für ihr Mobiliar.
Wie Stern berichtet, zeigt eine Umfrage von Immoscout, dass viele Wohnungssuchende mit hohen Abstandszahlungen konfrontiert werden. Diese Zahlungen sollen oft für Einbauten oder Möbel geleistet werden, die der Vormieter in der Wohnung zurücklässt.
Wie hoch dürfen Abstandszahlungen für eine Wohnung sein?
Die Höhe der Abstandszahlung muss sich am Zeitwert der Gegenstände orientieren. Laut dem Deutschen Mieterbund darf die geforderte Summe nicht mehr als 50 Prozent über dem aktuellen Wert der Einrichtung liegen. Maßgeblich ist nicht der ursprüngliche Kaufpreis, sondern der Wert, den die Gegenstände zum Zeitpunkt der Übernahme noch haben. (Lesen Sie auch: Hohe Abstandszahlungen: So viel Geld verlangen Vormieter…)
Überhöhte Forderungen sind unzulässig
Laut Wohnungsvermittlungsgesetz sind Vereinbarungen unwirksam, wenn die geforderte Abstandszahlung in einem auffälligen Missverhältnis zum Wert der Einrichtung steht. In solchen Fällen kann das Geld sogar nachträglich zurückgefordert werden. Es ist wichtig zu beachten, dass Nachmieter grundsätzlich nicht verpflichtet sind, Gegenstände vom Vormieter abzukaufen. Eine pauschale Abstandszahlung für das bloße Räumen der Wohnung ist unzulässig.
Achten Sie darauf, den Zeitwert der Möbel oder Einbauten zu prüfen, bevor Sie eine Abstandszahlung leisten. Vergleichen Sie die Preise ähnlicher Gegenstände auf dem Gebrauchtmarkt, um eine realistische Einschätzung zu erhalten.
Was bedeutet das für Wohnungssuchende?
Hohe Abstandszahlungen können den Zugang zu Wohnraum erheblich erschweren, insbesondere für Haushalte mit geringem Budget. Daniel Hendel, Geschäftsführer von Immoscout, betont, dass finanzielle Ausgleiche für Einbauten zwar sinnvoll sein können, die Forderungen jedoch nachvollziehbar und fair bewertet sein müssen. Dies ist jedoch nicht immer der Fall, wie die Umfrage zeigt. (Lesen Sie auch: Export Erwartungen: Deutsche Firmen Trotzen der Krise)
Die Problematik der überhöhten Abstandszahlungen ist nicht neu. Bereits in den 1990er Jahren gab es ähnliche Diskussionen, als der Wohnungsmarkt in vielen Städten angespannt war. Auch damals wurden oft unrealistische Preise für alte Möbel oder Küchen gefordert. Im Vergleich zu heute sind die Forderungen jedoch tendenziell gestiegen, was auf die anhaltende Wohnungsknappheit und die steigenden Umzugskosten zurückzuführen ist.
Rechtliche Schritte bei unfairen Forderungen
Sollten Sie als Wohnungssuchender mit einer überhöhten Abstandszahlung konfrontiert werden, empfiehlt es sich, das Gespräch mit dem Vormieter zu suchen und den geforderten Preis zu verhandeln. Wenn keine Einigung erzielt werden kann, sollten Sie sich rechtlich beraten lassen. Der Deutsche Mieterbund bietet hierzu umfassende Informationen und Unterstützung an.
Ein kritischer Punkt ist die Beweislast. Oft ist es schwierig, den tatsächlichen Wert der Gegenstände zu ermitteln und ein „auffälliges Missverhältnis“ nachzuweisen. Daher ist es ratsam, vor der Zahlung Fotos von den Möbeln oder Einbauten zu machen und gegebenenfalls ein Gutachten einzuholen. Eine weitere Option ist, die geforderte Summe unter Vorbehalt zu zahlen und nachträglich rechtliche Schritte einzuleiten, um das Geld zurückzufordern. Allerdings ist dies mit zusätzlichen Kosten und Aufwand verbunden. (Lesen Sie auch: Umfrage bei Exporteuren: Exporteure rechnen trotz Nahostkonflikt…)
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Abstandszahlung für eine Wohnung?
Eine Abstandszahlung ist eine finanzielle Entschädigung, die ein Nachmieter an den Vormieter zahlt, um dessen Einbauten, Möbel oder Küche in der Wohnung zu übernehmen. Sie soll den Vormieter für die getätigten Investitionen entschädigen. (Lesen Sie auch: Bestbezahlte Ausbildungsberufe: Top-Gehälter ohne Studium?)
Wie bestimme ich den angemessenen Wert einer Abstandszahlung?
Der angemessene Wert einer Abstandszahlung orientiert sich am Zeitwert der Gegenstände. Vergleichen Sie die Preise ähnlicher gebrauchter Möbel und Einbauten, um eine realistische Einschätzung zu erhalten. Der ursprüngliche Kaufpreis ist nicht maßgeblich.
Was kann ich tun, wenn die Abstandszahlung zu hoch ist?
Suchen Sie das Gespräch mit dem Vormieter und versuchen Sie, den Preis zu verhandeln. Wenn keine Einigung erzielt wird, lassen Sie sich rechtlich beraten. Dokumentieren Sie den Zustand der Gegenstände mit Fotos als Beweismittel.
Kann ich eine zu hohe Abstandszahlung zurückfordern?
Ja, wenn die Abstandszahlung in einem auffälligen Missverhältnis zum Wert der Einrichtung steht, ist die Vereinbarung unwirksam. Sie können das Geld nachträglich zurückfordern, müssen dies jedoch gegebenenfalls gerichtlich durchsetzen.


