📖 Lesezeit: 6 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 02.01.2026
Inhaltsverzeichnis
- Massenhafte ADAC-Kündigungen nach Spritpreis-Forderung
- Was hat der ADAC gesagt?
- ADAC rudert zurück: „Wir wurden missverstanden"
- ADAC Kündigungswelle: Die Zahlen
- ADAC kündigen: So geht's richtig
- ADAC Alternativen 2026 im Vergleich
- Worauf beim Wechsel achten?
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Fazit: ADAC in der Vertrauenskrise
- Über den Autor
Massenhafte ADAC-Kündigungen nach Spritpreis-Forderung
Eine beispiellose Kündigungswelle überrollt den ADAC zum Jahreswechsel 2026. Tausende Mitglieder kündigen ihre Mitgliedschaft, nachdem Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand in einem Interview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung höhere Spritpreise gefordert hat. Der größte Automobilclub Europas mit 22 Millionen Mitgliedern steht vor einem massiven Vertrauensverlust.
In den sozialen Medien teilen empörte Mitglieder ihre Kündigungsschreiben. Die Bild-Zeitung berichtet von rund 15.000 Kündigungen. Der ADAC selbst bestätigt eine „mittlere vierstellige Zahl“ an eingegangenen Kündigungen – und versucht nun, den Schaden zu begrenzen.
Was hat der ADAC gesagt?
Der Auslöser der Kündigungswelle war ein Interview von ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand kurz vor Weihnachten 2025. Seine Kernaussagen:
- „Der ADAC hält die CO₂-Bepreisung für ein richtiges Instrument, um die Klimaschutzziele zu erreichen.“
- „Die Leute brauchen den Anreiz, um auf klimaschonende Alternativen zum Diesel und Benziner umzusteigen.“
- „Europa muss an ehrgeizigen CO₂-Minderungszielen festhalten.“
Für viele Mitglieder klingt das nach einer Forderung für höhere Spritpreise – ausgerechnet vom Club, der ihre Interessen als Autofahrer vertreten soll. 90 Prozent der ADAC-Mitglieder fahren Verbrenner-Fahrzeuge.
💡 Die Reaktion der Mitglieder: „Ich brauche mein Auto. Was ich nicht brauche, ist ein Verein, der Autofahrer vor den Bus stößt. Tschüss.“ – So oder ähnlich lauten viele Kommentare in den sozialen Netzwerken.
ADAC rudert zurück: „Wir wurden missverstanden“
Nach dem Shitstorm bemüht sich der ADAC um Schadensbegrenzung. In einer Stellungnahme gegenüber den Funke-Medien erklärte Hillebrand laut Apollo News:
„Der ADAC ist nicht pauschal und losgelöst von anderen Maßnahmen für höhere Spritpreise.“
In einem Schreiben an die Mitglieder heißt es: „Wir verstehen, dass die Berichterstattung zum Thema CO₂-Preis bei vielen Menschen Fragen und Sorgen ausgelöst hat.“ Medien hätten die Position des Clubs verkürzt dargestellt. „Dies entspricht nicht der Position des Clubs.“
Kritiker halten dagegen: Hillebrand habe genau das gefordert – wenn auch über den Umweg der CO₂-Bepreisung.
ADAC Kündigungswelle: Die Zahlen
| Kennzahl | Details |
|---|---|
| ADAC-Mitglieder gesamt | 22 Millionen |
| Gemeldete Kündigungen (Bild) | ca. 15.000 |
| Bestätigt vom ADAC | Mittlere vierstellige Zahl |
| Verbrenner-Anteil bei Mitgliedern | ca. 90 % |
| Lohnfortzahlungskosten 2024 | 82 Mrd. Euro (Arbeitgeber) |
ADAC kündigen: So geht’s richtig
Wer den ADAC verlassen möchte, sollte einige Punkte beachten:
Kündigungsfrist
- Frist: 1 Monat vor Ende der Laufzeit
- Laufzeit: 12 Monate, verlängert sich automatisch
- Form: Schriftlich per E-Mail, Fax, Post oder online über das ADAC-Formular
Was muss ins Kündigungsschreiben?
- Name und Anschrift
- Mitgliedsnummer
- Kündigungsdatum (ordentlich zum Ende der Laufzeit)
- Bitte um Bestätigung
Typische Fehler vermeiden
- Falsche Mitgliedsnummer angeben
- Unklare Formulierung („ich überlege zu kündigen“)
- Frist verpassen
- Kündigung an falsche Adresse schicken
⚠️ Wichtig: Ein Sonderkündigungsrecht wegen politischer Äußerungen des ADAC besteht in der Regel nicht. Außerordentliche Kündigungen sind nur bei Beitragserhöhungen, Leistungsverschlechterungen oder Vertragsänderungen möglich.
ADAC Alternativen 2026 im Vergleich
Wer den ADAC verlässt, hat mehrere Alternativen. Die wichtigsten Automobilclubs im Überblick:
| Club | Preis (Europa-Tarif) | Besonderheiten |
|---|---|---|
| ADAC Plus | 94 €/Jahr | Größte Flotte, umfangreichste Zusatzleistungen |
| AvD Help Plus | 89 €/Jahr | Weltweiter Schutz, eigene Flotte, 1,4 Mio. Mitglieder |
| ACE Classic | 82 €/Jahr | Familie inklusive, europaweiter Schutz |
| Mobil in Deutschland Premium | 68 €/Jahr | Günstigster Anbieter, aktuell 50%-Rabattaktion |
| ACV Comfort | 75 €/Jahr | Familie inkl., Wohnmobile bis 4t versichert |
Finanztip-Empfehlung: Der ACE Classic und Mobil in Deutschland Premium bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für vergleichbare Leistungen wie ADAC Plus.
Worauf beim Wechsel achten?
Bevor du wechselst, prüfe folgende Punkte:
- Leistungsumfang: Pannenhilfe, Abschleppen, Mietwagen, Krankenrücktransport – was ist enthalten?
- Geltungsbereich: Deutschland, Europa oder weltweit?
- Mitversicherte: Gilt der Schutz nur für dich oder auch für Partner/Familie?
- Fahrzeugtypen: Sind Wohnmobile, Motorräder oder E-Bikes abgedeckt?
- Wartezeiten: Manche Clubs haben Wartezeiten vor Leistungsbeginn
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum kündigen so viele ihre ADAC-Mitgliedschaft?
Der ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand hat kurz vor Weihnachten 2025 höhere Spritpreise durch CO₂-Bepreisung befürwortet. Viele Mitglieder sehen das als Verrat an den Interessen der Autofahrer und kündigen aus Protest.
Wie viele Mitglieder haben den ADAC gekündigt?
Laut Bild-Zeitung sind es rund 15.000 Kündigungen. Der ADAC selbst bestätigt eine „mittlere vierstellige Zahl“. Die tatsächliche Zahl könnte höher liegen, da viele Kündigungen erst in den ersten Arbeitstagen des Jahres bearbeitet werden.
Kann ich wegen der Aussagen fristlos kündigen?
In der Regel nein. Ein Sonderkündigungsrecht entsteht nicht durch politische Meinungsäußerungen, sondern nur durch konkrete Vertragsänderungen wie Beitragserhöhungen oder Leistungsverschlechterungen. Die reguläre Kündigungsfrist beträgt 1 Monat vor Ende der Laufzeit.
Welche ADAC-Alternative ist die beste?
Das hängt von deinen Bedürfnissen ab. Der AvD bietet weltweiten Schutz mit eigener Flotte. Der ACE punktet mit Familienschutz zum günstigen Preis. Mobil in Deutschland ist der günstigste Anbieter und bietet aktuell 50 % Rabatt für Neukunden.
Was kostet die ADAC-Mitgliedschaft 2026?
Die ADAC-Basis-Mitgliedschaft kostet 59 €/Jahr, ADAC Plus (europaweiter Schutz) 94 €/Jahr und ADAC Premium 139 €/Jahr. Für Familien mit Partner und Kind kostet ADAC Plus 134 €/Jahr. Unter 24-Jährige erhalten das erste Jahr kostenlos.
Fazit: ADAC in der Vertrauenskrise
Die ADAC Kündigungswelle 2026 zeigt, wie schnell ein Mitgliederverein Vertrauen verlieren kann. Die Aussagen zur CO₂-Bepreisung haben viele Autofahrer verärgert – besonders jene, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind und steigende Kosten fürchten. Ob der ADAC die Krise überwinden kann, hängt davon ab, wie er seine Kommunikation anpasst und ob er die Interessen seiner Mitglieder wieder in den Vordergrund stellt. Wer wechseln möchte, sollte nicht aus Emotion handeln, sondern Leistungen und Preise der Alternativen genau vergleichen.
Über den Autor
MinDelMedia Redaktion | Wirtschaft & Verbraucher
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