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Home Finanzen

Agrardiesel-Rückvergütung 2026: Volle Erstattung ist zurück

MM von MM
6. Januar 2026
in Finanzen
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Agrardiesel-Rückvergütung 2026: Volle Erstattung ist zurück
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Agrardiesel-Rückvergütung 2026 – Land- und Forstwirte können aufatmen: Ab dem 1. Januar 2026 erhalten sie wieder die volle Steuerentlastung von 21,48 Cent pro Liter Diesel zurück. Am 6. Januar 2026 zeigen wir, was die Wiedereinführung für Betriebe bedeutet, wie der Antrag funktioniert und warum die Bauernproteste Wirkung gezeigt haben.

📖 Lesezeit: 6 Minuten | Zuletzt aktualisiert: 6. Januar 2026

🚜 Agrardiesel-Rückvergütung 2026 – Die wichtigsten Fakten:

  • Rückvergütung: 21,48 Cent pro Liter ab 1. Januar 2026
  • Entlastung bundesweit: Rund 430 Millionen Euro jährlich
  • Bayern: 80–90 Millionen Euro Entlastung pro Jahr
  • Mindestbetrag: 50 Euro pro Kalenderjahr
  • Neu: Auch für HVO (klimaschonender Kraftstoff) gültig
  • Antragstellung: Nachträglich über das Zoll-Portal
Inhaltsverzeichnis
  1. Was ist die Agrardiesel-Rückvergütung?
  2. Agrardiesel-Rückvergütung 2026: Bundestag beschließt Wiedereinführung
  3. Bauernproteste zeigen Wirkung
  4. So hoch ist die Entlastung für Landwirte
  5. Neu: HVO-Kraftstoff ist ebenfalls begünstigt
  6. So beantragen Sie die Agrardiesel-Rückvergütung 2026
  7. Kritik an der Wiedereinführung
  8. Weitere Entlastungen für die Landwirtschaft 2026
  9. Häufig gestellte Fragen (FAQ)
  10. Fazit: Agrardiesel-Rückvergütung kehrt vollständig zurück

Was ist die Agrardiesel-Rückvergütung?

Die Agrardiesel-Rückvergütung ist eine Steuerentlastung für land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Landwirte zahlen beim Tanken zunächst die volle Energiesteuer auf Diesel. Anschließend können sie einen Teil dieser Steuer vom Staat zurückfordern – sofern der Diesel für landwirtschaftliche Maschinen wie Traktoren, Mähdrescher oder Forstgeräte verwendet wurde.

Diese Regelung soll die besondere Kostenlage der Landwirtschaft berücksichtigen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Betriebe sichern. Die Bundesregierung hat die volle Rückvergütung ab 2026 wieder eingeführt, nachdem sie 2024 und 2025 schrittweise gekürzt worden war.

Was ist die Agrardiesel-Rückvergütung?

Agrardiesel-Rückvergütung 2026: Bundestag beschließt Wiedereinführung

Am 7. November 2025 hat der Deutsche Bundestag mit Mehrheit der schwarz-roten Regierung beschlossen, die Agrardiesel-Rückvergütung in voller Höhe wieder einzuführen. Ab dem Verbrauchsjahr 2026 erhalten Landwirte wieder 21,48 Cent pro Liter Diesel zurück – statt der zuletzt nur noch 6,44 Cent.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) bezeichnete die Entscheidung als wichtigen Schritt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. Laut agrarheute verzichtet Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) damit auf rund 430 Millionen Euro Steuereinnahmen jährlich.

Zeitraum Rückvergütung pro Liter Status
Bis 29. Februar 2024 21,48 Cent Voller Satz
1. März – 31. Dez. 2024 12,89 Cent Gekürzt (–40%)
1. Januar – 31. Dez. 2025 6,44 Cent Stark gekürzt (–70%)
Ab 1. Januar 2026 21,48 Cent Voller Satz wiederhergestellt

Bauernproteste zeigen Wirkung

Die Wiedereinführung der vollen Agrardiesel-Rückvergütung ist ein direktes Ergebnis der Bauernproteste im Winter 2023/24. Als die damalige Ampel-Regierung im November 2023 die Streichung der Rückvergütung ankündigte, gingen deutschlandweit Landwirte auf die Straße.

BBV-Präsident Günther Felßner kommentierte laut Bayerischem Bauernverband: „Unsere Proteste haben Wirkung gezeigt. Ab 2026 erhalten die Landwirte den vollen Satz zurück. Das ist ein klares Signal, dass sich unser Einsatz lohnt.“

💡 Hintergrund: Die CDU/CSU hatte im Wahlkampf versprochen, die Agrardiesel-Rückvergütung wieder einzuführen. Mit dem Regierungswechsel zur schwarz-roten Koalition im Februar 2025 wurde dieses Versprechen umgesetzt.

So hoch ist die Entlastung für Landwirte

Die Wiedereinführung der vollen Agrardiesel-Rückvergütung bedeutet eine spürbare finanzielle Entlastung für landwirtschaftliche Betriebe. Bundesweit summiert sich die Steuerersparnis auf rund 430 Millionen Euro jährlich.

Dieselverbrauch pro Jahr Rückvergütung 2025 Rückvergütung 2026 Vorteil
5.000 Liter 322 € 1.074 € +752 €
10.000 Liter 644 € 2.148 € +1.504 €
20.000 Liter 1.289 € 4.296 € +3.007 €
50.000 Liter 3.222 € 10.740 € +7.518 €

Regionale Entlastung nach Bundesländern

Bundesland Geschätzte Entlastung pro Jahr
Bayern 80–90 Millionen Euro
Niedersachsen ca. 70 Millionen Euro
Nordrhein-Westfalen ca. 50 Millionen Euro
Baden-Württemberg ca. 45 Millionen Euro
Deutschland gesamt 430 Millionen Euro

Neu: HVO-Kraftstoff ist ebenfalls begünstigt

Eine wichtige Neuerung ab 2026: Die Agrardiesel-Rückvergütung gilt auch für HVO (Hydrotreated Vegetable Oil). Dieser klimaschonende Kraftstoff aus pflanzlichen Ölen und Fetten reduziert den CO2-Ausstoß um bis zu 90 Prozent gegenüber herkömmlichem Diesel.

Der Bayerische Bauernverband begrüßte diese Erweiterung: „Bei den Bauernprotesten hatten wir bereits eine steuerliche Besserstellung von alternativen Kraftstoffen gefordert. Dass HVO nun ebenfalls begünstigt ist, ist ein weiterer Erfolg.“

🌱 Was ist HVO? HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) ist ein synthetischer Dieselkraftstoff aus nachwachsenden Rohstoffen. Er kann ohne Motorumrüstung in allen Dieselfahrzeugen verwendet werden und gilt als klimafreundliche Alternative.

Neu: HVO-Kraftstoff ist ebenfalls begünstigt

So beantragen Sie die Agrardiesel-Rückvergütung 2026

Die Rückvergütung wird nachträglich für den im Kalenderjahr verbrauchten Diesel beantragt. Für das Verbrauchsjahr 2026 können Landwirte den Antrag ab 2027 stellen.

Voraussetzungen für die Antragstellung:

  • Betrieb der Land- oder Forstwirtschaft
  • Diesel für begünstigte Verwendungen (landwirtschaftliche Maschinen)
  • Mindestbetrag von 50 Euro Rückvergütung pro Jahr
  • Nachweis des Dieselverbrauchs (Tankbelege, Lieferscheine)

Antragsprozess:

  • Antragstellung: Elektronisch über das Zoll-Portal mit ELSTER-Zertifikat
  • Frist: Bis zum 31. Dezember des Folgejahres (für 2026 also bis 31.12.2027)
  • Auszahlung: Nach Prüfung durch das zuständige Hauptzollamt

Tipp: Viele Bauernverbände bieten Unterstützung bei der Antragstellung an. Landwirte können sich an ihre regionale Geschäftsstelle wenden.

Kritik an der Wiedereinführung

Nicht alle begrüßen die Rückkehr zur vollen Agrardiesel-Rückvergütung. Die Grünen kritisierten, Subventionen auf Diesel in dieser Höhe seien keine Antwort auf die Probleme der Gegenwart. Sie fordern stattdessen mehr Förderung für alternative Antriebe in der Landwirtschaft.

Kritiker argumentieren, die Rückvergütung reduziere den Druck, auf klimafreundlichere Technologien umzusteigen. Befürworter verweisen hingegen auf die besondere Kostenlage landwirtschaftlicher Betriebe und den internationalen Wettbewerb.

Weitere Entlastungen für die Landwirtschaft 2026

Neben der Agrardiesel-Rückvergütung hat die Bundesregierung weitere Maßnahmen für die Landwirtschaft beschlossen:

Maßnahme Details
Landwirtschaftliche Unfallversicherung Bundeszuschuss um 20 Mio. € auf 120 Mio. € erhöht
GAK-Waldförderung Erhöhung um 10 Mio. € auf 110 Mio. €
Stallumbau Tierwohl 150 Mio. € jährlich (1 Mrd. € in 4 Jahren)
Digitalisierung & Forschung 20 Mio. € jährlich aus dem Sondervermögen

Weitere Entlastungen für die Landwirtschaft 2026

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie hoch ist die Agrardiesel-Rückvergütung 2026?
Ab dem 1. Januar 2026 beträgt die Agrardiesel-Rückvergütung wieder 21,48 Cent pro Liter. Das ist der volle Entlastungssatz, der vor den Kürzungen 2024 galt. Für das Verbrauchsjahr 2025 lag die Rückvergütung nur bei 6,44 Cent pro Liter – also rund 70 Prozent weniger.
Wer kann die Agrardiesel-Rückvergütung beantragen?
Antragsberechtigt sind alle land- und forstwirtschaftlichen Betriebe, die Diesel für begünstigte Verwendungen einsetzen. Dazu zählen Traktoren, Mähdrescher, Forstmaschinen und andere landwirtschaftliche Geräte. Der Mindestbetrag für eine Erstattung liegt bei 50 Euro pro Kalenderjahr.
Wann kann ich den Antrag für 2026 stellen?
Die Rückvergütung wird nachträglich beantragt. Für das Verbrauchsjahr 2026 können Sie den Antrag ab dem 1. Januar 2027 stellen. Die Frist läuft bis zum 31. Dezember 2027. Der Antrag erfolgt elektronisch über das Zoll-Portal mit ELSTER-Zertifikat.
Gilt die Rückvergütung auch für HVO-Kraftstoff?
Ja, ab 2026 gilt die Agrardiesel-Rückvergütung auch für HVO (Hydrotreated Vegetable Oil). Dieser klimaschonende Kraftstoff aus pflanzlichen Ölen ist damit steuerlich gleichgestellt mit herkömmlichem Diesel. Das ist eine Neuerung gegenüber der früheren Regelung.
Wie viel Geld bekomme ich zurück?
Die Höhe der Rückvergütung hängt vom Dieselverbrauch ab. Bei 21,48 Cent pro Liter erhalten Sie beispielsweise: 1.074 Euro bei 5.000 Litern, 2.148 Euro bei 10.000 Litern oder 10.740 Euro bei 50.000 Litern Jahresverbrauch. Bundesweit summiert sich die Entlastung auf rund 430 Millionen Euro.
Warum wurde die Agrardiesel-Rückvergütung wieder eingeführt?
Die Wiedereinführung ist ein Ergebnis der Bauernproteste im Winter 2023/24 und ein Wahlversprechen der CDU/CSU. Nach dem Regierungswechsel zur schwarz-roten Koalition im Februar 2025 hat der Bundestag am 7. November 2025 die volle Rückvergütung ab 2026 beschlossen. Ziel ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Landwirte.

Fazit: Agrardiesel-Rückvergütung kehrt vollständig zurück

Die Wiedereinführung der vollen Agrardiesel-Rückvergütung ab 2026 markiert einen politischen Erfolg für die deutsche Landwirtschaft. Nach den Kürzungen 2024 und 2025 erhalten Land- und Forstwirte wieder 21,48 Cent pro Liter zurück – eine jährliche Entlastung von bundesweit 430 Millionen Euro. Für viele Betriebe bedeutet das eine spürbare finanzielle Erleichterung und mehr Planungssicherheit. Alle weiteren Änderungen 2026 bei Steuern und Finanzen finden Sie in unserem Überblick.


Autor: MinDelMedia Redaktion | Landwirtschaft & Finanzen

Unsere Redaktion berichtet über aktuelle Themen rund um Landwirtschaft und Agrarpolitik.

📧 [email protected]

Stand: 6. Januar 2026 | Quellen: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und ländliche Räume (BMLEH), Bayerischer Bauernverband, agrarheute

Tags: Agrardiesel ErstattungAgrardiesel-Rückvergütung 2026Agrarhaushalt 2026Agrarpolitik DeutschlandBauernprotesteBayerischer BauernverbandDieselrückerstattungHVO KraftstoffLandwirtschaft 2026Steuerentlastung Landwirte
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Geschrieben von Maik Möhring

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