Airbus plant für 2026 eine Airbus Rekordauslieferung von rund 870 Verkehrsflugzeugen. Dieses Ziel übertrifft den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2019 von 863 Jets. Trotz hoher Nachfrage und eines prall gefüllten Auftragsbuchs sieht sich der Flugzeugbauer mit Herausforderungen konfrontiert, insbesondere bei den Triebwerkslieferungen und Qualitätsproblemen bei Zulieferern.

+
Die wichtigsten Fakten
- Airbus plant für 2026 die Auslieferung von 870 Flugzeugen.
- Der Auftragsbestand des Unternehmens liegt bei 8.754 Flugzeugen.
- Probleme bei Triebwerkslieferungen verzögern die Produktionspläne.
- Der Umsatz von Airbus stieg im vergangenen Jahr um sechs Prozent auf 73,4 Milliarden Euro.
| Unternehmen: | Details |
|---|---|
| Umsatz: | 73,4 Milliarden Euro (+6% zum Vorjahr) |
| Bereinigter operativer Gewinn: | +33% zum Vorjahr |
| Auftragsbestand: | 8.754 Flugzeuge |
| Branche: | Flugzeugbau |
Wie will Airbus die Rekordauslieferung erreichen?
Um die geplante Airbus Rekordauslieferung von 870 Flugzeugen im Jahr 2026 zu realisieren, setzt das Unternehmen auf eine Steigerung der Produktionseffizienz und eine engere Zusammenarbeit mit den Zulieferern. Trotz anhaltender Herausforderungen in der Lieferkette, insbesondere bei den Triebwerken, optimiert Airbus seine Produktionsprozesse und arbeitet an alternativen Beschaffungsstrategien.
Der Markt für Verkehrsflugzeuge wird laut Prognosen von Boeing und Airbus in den nächsten 20 Jahren um durchschnittlich 3,2 Prozent pro Jahr wachsen. Dies entspricht einem Bedarf von über 40.000 neuen Flugzeugen.
Herausforderungen bei den Triebwerkslieferungen
Ein wesentliches Problem stellt die Verzögerung bei den Triebwerkslieferungen des US-Herstellers Pratt & Whitney dar. Wie Stern berichtet, gab Airbus-Chef Guillaume Faury dem Triebwerkshersteller die Schuld an der weiteren Verzögerung der Produktionspläne für die A320neo-Familie. Diese Modellfamilie ist besonders gefragt, und die Verzögerungen wirken sich negativ auf die gesamte Auslieferungsplanung aus.
Die Problematik der Triebwerkslieferungen ist nicht neu. Bereits in den vergangenen Jahren hatte Airbus mehrfach seine Auslieferungsziele verfehlt, da Triebwerke und andere Bauteile fehlten. Im Jahr 2025 konnten die Triebwerkshersteller zwar ihre Rückstände aus der ersten Jahreshälfte aufholen, jedoch traten neue Probleme bei einem Zulieferer von Rumpfteilen auf. Qualitätsmängel an bestimmten Verkleidungen führten dazu, dass Airbus hunderte fast fertige Jets überprüfen musste. Statt der geplanten 820 Maschinen konnten letztendlich nur 793 Stück ausgeliefert werden. (Lesen Sie auch: Airbus Aktie: Auslieferungsrekord trotz Problemen)
Diese Engpässe in der Lieferkette sind ein branchenweites Problem. Viele Flugzeughersteller und Zulieferer kämpfen mit den Nachwirkungen der Corona-Pandemie, die zu Produktionsausfällen und Personalmangel geführt hat. Hinzu kommen geopolitische Spannungen und Handelskonflikte, die die Beschaffung von Rohstoffen und Bauteilen zusätzlich erschweren.
Der prall gefüllte Auftragsbestand
Trotz der genannten Herausforderungen kann sich Airbus über einen Rekord-Auftragsbestand freuen. Ende Dezember belief sich dieser auf 8.754 Passagier- und Frachtflugzeuge. Gemessen an den für 2026 geplanten Auslieferungen würde dieser Bestand die Produktion rechnerisch über zehn Jahre auslasten. Die Produktion der A320neo-Familie ist bereits bis ins nächste Jahrzehnt hinein ausgebucht.
Diese hohe Nachfrage ist ein Zeichen für die Stärke des Luftfahrtmarktes. Nach den Einbrüchen während der Corona-Pandemie erholt sich der Flugverkehr zusehends. Fluggesellschaften investieren in neue, treibstoffeffizientere Flugzeuge, um ihre Flotten zu modernisieren und den steigenden Anforderungen an den Umweltschutz gerecht zu werden. Der A320neo, der mit seinen sparsamen Triebwerken und der verbesserten Aerodynamik punktet, ist dabei besonders gefragt.
Die lange Vorlaufzeit bei der Bestellung von Flugzeugen bedeutet, dass Fluggesellschaften ihre Bedarfe langfristig planen müssen. Wer heute ein neues Flugzeug bestellt, muss mit einer Lieferzeit von mehreren Jahren rechnen. Dies stellt die Fluggesellschaften vor Herausforderungen bei der Flottenplanung und der Anpassung an veränderte Marktbedingungen.
Wie steht Airbus im Vergleich zu Boeing da?
Der einzige große Konkurrent von Airbus, Boeing aus den USA, steckt seit Jahren in einer Krise. Nach zwei Abstürzen des 737 MAX, die auf Konstruktionsfehler zurückzuführen waren, musste Boeing seine Produktion drosseln und hohe Entschädigungszahlungen leisten. Zudem belasten Qualitätsprobleme und Produktionsverzögerungen das Unternehmen. Im Vergleich dazu steht Airbus deutlich besser da und konnte seinen Marktanteil in den letzten Jahren ausbauen. (Lesen Sie auch: Airbus Auslieferungen: Neuer Rekord trotz Qualitätsprobleme)
Trotz der Krise sitzt auch Boeing auf einem riesigen Auftragsbestand und kommt der Nachfrage kaum hinterher. Der globale Markt für Verkehrsflugzeuge ist groß genug für beide Hersteller, aber Airbus hat derzeit die Nase vorn. Die Europäer profitieren von ihrem guten Ruf, ihrer modernen Produktpalette und ihrer effizienten Produktion.
Die Geschichte von Airbus begann in den 1960er Jahren, als sich europäische Flugzeughersteller zusammenschlossen, um eine Alternative zu den dominierenden US-amerikanischen Herstellern Boeing und McDonnell Douglas zu schaffen. Das erste Flugzeug, der A300, wurde 1972 ausgeliefert. Heute ist Airbus einer der größten Flugzeughersteller der Welt.
Gewinnsteigerung trotz Herausforderungen
Im vergangenen Jahr konnte Airbus seinen Umsatz um sechs Prozent auf 73,4 Milliarden Euro steigern. Der bereinigte operative Gewinn sprang sogar um ein Drittel nach oben. Diese Zahlen zeigen, dass Airbus trotz der genannten Herausforderungen wirtschaftlich erfolgreich ist. Das Unternehmen profitiert von der hohen Nachfrage nach seinen Flugzeugen und seiner Fähigkeit, die Produktion effizient zu gestalten.
Die Gewinnsteigerung ist auch auf Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen zurückzuführen. Airbus hat in den letzten Jahren verschiedene Maßnahmen ergriffen, um seine Produktionsprozesse zu optimieren und seine Kosten zu senken. Dazu gehören die Einführung neuer Technologien, die Automatisierung von Prozessen und die Reduzierung der Komplexität der Flugzeuge.
Was bedeutet das für Verbraucher und die Luftfahrtbranche?
Die geplante Airbus Rekordauslieferung und die hohe Nachfrage nach Flugzeugen haben Auswirkungen auf Verbraucher und die gesamte Luftfahrtbranche. Zum einen bedeutet dies, dass Fluggesellschaften ihre Flotten modernisieren und somit komfortablere und treibstoffeffizientere Flugzeuge einsetzen können. Dies kann zu niedrigeren Ticketpreisen und einer geringeren Umweltbelastung führen. (Lesen Sie auch: Nestle Umstrukturierung: 16.000 Stellen fallen Weg?)

Zum anderen führt die hohe Nachfrage zu längeren Lieferzeiten und Engpässen in der Lieferkette. Dies kann dazu führen, dass Fluggesellschaften ihre Flottenplanung anpassen und möglicherweise ältere Flugzeuge länger im Einsatz halten müssen. Auch die Ticketpreise könnten steigen, wenn die Fluggesellschaften die höheren Kosten für neue Flugzeuge an die Kunden weitergeben.
Prof. Dr. Heinrich Bülthoff, Luftfahrtexperte an der Universität Stuttgart, sieht die Entwicklung positiv: „Die geplanten Rekordauslieferungen von Airbus sind ein starkes Signal für die Erholung der Luftfahrtbranche nach der Pandemie. Sie zeigen, dass die Nachfrage nach Flugreisen wieder steigt und die Fluggesellschaften bereit sind, in neue Flugzeuge zu investieren. Dies ist gut für die Wirtschaft und für die Umwelt, da moderne Flugzeuge deutlich weniger Treibstoff verbrauchen.“ Allerdings warnt er auch vor möglichen Engpässen: „Die Herausforderungen in der Lieferkette dürfen nicht unterschätzt werden. Es ist wichtig, dass Airbus und seine Zulieferer eng zusammenarbeiten, um die Produktion zu stabilisieren und die Auslieferungsziele zu erreichen.“
Handelsblatt berichtet, dass Branchenexperten die aktuelle Situation als „ambitioniert, aber machbar“ einschätzen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Flugzeugtypen plant Airbus vorrangig auszuliefern?
Airbus konzentriert sich hauptsächlich auf die Auslieferung der A320neo-Familie, da diese Modelle besonders gefragt sind. Daneben werden auch Flugzeuge der A350-Familie und Frachtflugzeuge ausgeliefert, allerdings in geringerer Stückzahl. (Lesen Sie auch: Bundesbank Wirtschaftswachstum: Verhaltener Start Ins Jahr?)
Wie wirkt sich die Rekordauslieferung auf die Umwelt aus?
Die Auslieferung neuerer, treibstoffeffizienterer Flugzeuge kann sich positiv auf die Umwelt auswirken, da diese weniger Emissionen verursachen. Allerdings hängt die tatsächliche Umweltbelastung auch von der Auslastung der Flugzeuge und den Flugrouten ab.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung in der Flugzeugproduktion?
Die Digitalisierung spielt eine immer größere Rolle in der Flugzeugproduktion. Durch den Einsatz von modernen Technologien wie 3D-Druck, Robotik und künstlicher Intelligenz können Produktionsprozesse optimiert und Kosten gesenkt werden.
Wie beeinflusst die geopolitische Lage die Flugzeugproduktion?
Geopolitische Spannungen und Handelskonflikte können die Flugzeugproduktion negativ beeinflussen, da sie die Beschaffung von Rohstoffen und Bauteilen erschweren. Auch Sanktionen gegen bestimmte Länder können die Auslieferung von Flugzeugen behindern.
Welche Auswirkungen hat die Rekordauslieferung auf die Arbeitsplätze bei Airbus?
Die geplante Airbus Rekordauslieferung dürfte sich positiv auf die Arbeitsplätze bei Airbus auswirken. Durch die hohe Nachfrage und die steigende Produktion werden neue Arbeitsplätze geschaffen und bestehende gesichert.
Die geplante Airbus Rekordauslieferung ist ein ambitioniertes Ziel, das mit einigen Herausforderungen verbunden ist. Dennoch zeigt die hohe Nachfrage nach Flugzeugen und die wirtschaftliche Stärke von Airbus, dass die Luftfahrtbranche auf einem guten Weg ist. Für Verbraucher bedeutet dies möglicherweise modernere Flugzeuge und eine geringere Umweltbelastung, aber auch längere Lieferzeiten und möglicherweise höhere Ticketpreise.
