Der Airfryer hat sich in deutschen Küchen rasant verbreitet. Im Jahr 2023 wurden 5,8 Millionen Geräte verkauft, was einen deutlichen Anstieg gegenüber den 1,3 Millionen im Jahr 2019 darstellt. Dieser Boom spiegelt das wachsende Bedürfnis der Verbraucher nach schnellen, einfachen und energieeffizienten Kochlösungen wider.

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Kernpunkte
- Airfryer-Verkäufe haben sich von 2019 bis 2023 vervierfacht.
- Verbraucher schätzen die Zeitersparnis und Energieeffizienz.
- Der Markt wird durch spezielle Airfryer-Produkte im Supermarkt weiter angeheizt.
- Expertenmeinungen zum tatsächlichen Mehrwert gehen auseinander.
Der Aufstieg der Heißluftfritteuse: Mehr als nur ein Trend?
Die Heißluftfritteuse, oft auch Airfryer genannt, hat sich in den letzten Jahren von einem Nischenprodukt zu einem festen Bestandteil vieler deutscher Küchen entwickelt. Wie Stern berichtet, zeigen die Verkaufszahlen einen deutlichen Aufwärtstrend. Doch was steckt hinter diesem Boom? Ist es lediglich ein kurzlebiger Trend oder bietet das Gerät tatsächlich einen Mehrwert für den modernen Haushalt?
Der Airfryer ist im Grunde ein kleiner Umluftherd, der mit heißer Luft Speisen gart. Im Vergleich zu traditionellen Fritteusen wird deutlich weniger oder gar kein Öl benötigt, was ihn zu einer vermeintlich gesünderen Alternative macht. Die Geräte sind in verschiedenen Größen und Preisklassen erhältlich, wobei kleinere Modelle bereits für unter 100 Euro zu haben sind. Die einfache Bedienung und die schnelle Zubereitungszeit sind weitere Pluspunkte, die zur Beliebtheit beitragen.
Der Markt für Heißluftfritteusen verzeichnete zwischen 2019 und 2023 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von über 45 Prozent. (Lesen Sie auch: Villacher Fasching 2026: Vorfreude trotz gemischter Bilanz)
Was macht den Airfryer so attraktiv für Verbraucher?
Die Attraktivität des Airfryers lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Einer der Hauptgründe ist sicherlich der gesundheitliche Aspekt. Da die Zubereitung mit wenig oder gar keinem Öl erfolgt, können Kalorien und Fett eingespart werden. Dies ist besonders für gesundheitsbewusste Verbraucher ein wichtiger Aspekt. Zudem ist die Reinigung der Geräte in der Regel unkomplizierter als bei herkömmlichen Fritteusen.
Ein weiterer Faktor ist die Zeitersparnis. Airfryer heizen schnell auf und garen Speisen oft in kürzerer Zeit als ein herkömmlicher Backofen. Dies ist besonders im hektischen Alltag von Vorteil. Die einfache Bedienung trägt ebenfalls zur Beliebtheit bei. Die meisten Geräte verfügen über voreingestellte Programme für verschiedene Speisen, was die Zubereitung zusätzlich vereinfacht. Alexander Dehmel, Experte für Technikprodukte bei NIQ, betont, dass Airfryer den Zeitgeist treffen: Sie sind schnell, einfach, gesund und energieeffizient.
Wie beeinflusst der Airfryer die Energieeffizienz in der Küche?
Ein wesentlicher Vorteil ist die Energieeffizienz. Da der Airfryer kleiner ist als ein herkömmlicher Backofen, benötigt er weniger Energie, um die gleiche Garleistung zu erzielen. Studien zeigen, dass die Verwendung eines Airfryers im Vergleich zum Backofen bis zu 50 Prozent Energie einsparen kann. Dies schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel der Verbraucher.
Verbraucherorganisationen wie Stiftung Warentest haben die Energieeffizienz von Heißluftfritteusen untersucht und bestätigen die Einsparungen im Vergleich zu herkömmlichen Backöfen. Allerdings hängt der tatsächliche Energieverbrauch stark vom jeweiligen Modell und der Art der Zubereitung ab.
Der Einfluss des Airfryer-Booms auf den Einzelhandel
Der Airfryer-Boom hat auch Auswirkungen auf den Einzelhandel. Elektronikfachmärkte wie MediaMarktSaturn berichten von stark gestiegenen Verkaufszahlen. Eine Sprecherin des Unternehmens gab an, dass 2023 über 50 Prozent mehr Geräte verkauft wurden als im Vorjahr. Auch in Buchhandlungen sind Airfryer-Kochbücher prominent platziert, und Onlinehändler wie Amazon verzeichnen hohe Verkaufszahlen in dieser Kategorie. (Lesen Sie auch: Yannick Schwaller führt Schweizer Curling-Team zu perfektem)
Supermärkte wie Rewe reagieren ebenfalls auf den Trend und bieten zunehmend spezielle Airfryer-Produkte an. Dazu gehören Tiefkühlgerichte wie Pommes, Kartoffeln, Backmischungen sowie Zubehör wie Öl-Sprays und Backpapier-Schalen. Auch auf Verpackungen anderer Lebensmittel finden sich vermehrt Zubereitungshinweise für den Airfryer. Der Pasta-Hersteller Barilla wirbt beispielsweise in Anzeigen für seine Produkte in Kombination mit der Heißluftfritteuse.
Der Airfryer wurde bereits in den 2000er-Jahren entwickelt, erlebte seinen Durchbruch aber erst in den letzten Jahren.
Kritische Stimmen: Ist der Airfryer wirklich so gesund?
Trotz der vielen positiven Aspekte gibt es auch kritische Stimmen zum Airfryer-Boom. Einige Ernährungsexperten weisen darauf hin, dass die Zubereitung im Airfryer zwar weniger Fett benötigt, dies aber nicht automatisch zu einer gesünderen Ernährung führt. Es komme vielmehr auf die Auswahl der Lebensmittel und die Art der Zubereitung an. Frittierte Pommes, auch wenn sie im Airfryer zubereitet werden, bleiben kalorienreich und sollten nicht in großen Mengen konsumiert werden.
Welche gesundheitlichen Aspekte sind bei der Nutzung von Airfryern zu beachten?
Es ist wichtig zu beachten, dass die hohen Temperaturen im Airfryer zur Bildung von Acrylamid führen können, insbesondere bei stärkehaltigen Lebensmitteln wie Kartoffeln. Acrylamid steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Um die Acrylamidbildung zu minimieren, sollten die Lebensmittel nicht zu stark gebräunt und die Garzeiten eingehalten werden. Die Bundesanstalt für Lebensmittelsicherheit (BVL) gibt hierzu entsprechende Empfehlungen. (Lesen Sie auch: Wilhelmshaven droht Haushaltskrise: Defizit von fast)

Zudem sollte man sich bewusst sein, dass der Airfryer keine Wunderwaffe für eine gesunde Ernährung ist. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten ist weiterhin entscheidend. Der Airfryer kann jedoch eine sinnvolle Ergänzung sein, um fettarme und schnell zubereitete Mahlzeiten zuzubereiten.
Die Zukunft des Airfryers: Mehr als nur ein Hype?
Ob der Airfryer langfristig in den deutschen Küchen etabliert bleibt oder lediglich ein kurzlebiger Hype ist, wird sich zeigen. Die aktuellen Verkaufszahlen und die zunehmende Vielfalt an Airfryer-Produkten im Einzelhandel deuten jedoch darauf hin, dass das Gerät weiterhin gefragt sein wird. Entscheidend wird sein, ob die Verbraucher die Vorteile des Airfryers – schnelle Zubereitung, Energieeffizienz und fettarme Zubereitung – weiterhin zu schätzen wissen und das Gerät sinnvoll in ihre Ernährung integrieren.
Die Hersteller werden weiterhin an der Optimierung der Geräte arbeiten, beispielsweise durch verbesserte Programme, größere Kapazitäten oder innovative Funktionen wie die Integration von Smart-Home-Technologien. Auch die Entwicklung spezieller Airfryer-Rezepte und -Produkte wird dazu beitragen, die Attraktivität des Geräts zu erhalten. Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt weiterentwickelt und welche Rolle der Airfryer in der Zukunft der deutschen Küche spielen wird.
Fazit
Der Airfryer hat sich in kurzer Zeit zu einem beliebten Küchengerät entwickelt, das vor allem durch seine Schnelligkeit, Energieeffizienz und die Möglichkeit zur fettarmen Zubereitung überzeugt. Ob er sich langfristig als fester Bestandteil der deutschen Küche etabliert, hängt davon ab, ob Verbraucher die Vorteile weiterhin schätzen und das Gerät sinnvoll in ihre Ernährung integrieren. Die Entwicklung spezieller Produkte und Rezepte sowie die Optimierung der Geräte selbst werden dabei eine entscheidende Rolle spielen. Es ist jedoch wichtig, sich bewusst zu machen, dass der Airfryer kein Allheilmittel für eine gesunde Ernährung ist, sondern lediglich eine Ergänzung zu einer ausgewogenen Lebensweise darstellen sollte. Die steigende Nachfrage nach energieeffizienten Küchengeräten könnte den Airfryer auch in Zukunft relevant halten. (Lesen Sie auch: Bayer Glyphosat Vergleich: Was Bedeutet der Milliarden-Deal?)
