Der Fall Seckin Caglar, ein ungelöster Mord aus dem Jahr 1991 in Köln, wird erneut aufgerollt. Die damals 16-jährige Auszubildende wurde Opfer eines Sexualverbrechens und anschließend erdrosselt. Trotz intensiver Ermittlungen, einer DNA-Reihenuntersuchung und der Ausstrahlung in der Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ konnte der Täter bis heute nicht identifiziert werden. Die Kölner Polizei setzt weiterhin auf neue Hinweise, um den Cold Case doch noch aufzuklären.

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- Chronologie des Falls Seckin Caglar
- Was ist bisher bekannt?
- Die Ermittlungen der Cold-Case-Einheit im Fall Aktenzeichen XY Seckin Caglar
- „Aktenzeichen XY … ungelöst“ als Chance zur Aufklärung
- Anonyme Briefe und falsche Fährten
- Wie geht die Polizei Köln bei Cold Cases vor?
- Was geschah am 16. Oktober 1991?
- Häufig gestellte Fragen
| Datum/Uhrzeit | 16. Oktober 1991, ca. 18:40 Uhr |
|---|---|
| Ort (genau) | Köln-Poll, Haltestelle „Poll-Autobahn“ und Umgebung |
| Art des Einsatzes | Mord |
| Beteiligte Kräfte | Polizei Köln, Cold-Case-Einheit |
| Verletzte/Tote | Seckin Caglar (tot) |
| Sachschaden | Nicht bekannt |
| Ermittlungsstand | Cold Case, Ermittlungen laufen |
| Zeugenaufruf | Ja, Hinweise erbeten an die Polizei Köln |
Chronologie des Falls Seckin Caglar
Nachdem sie an der Haltestelle „Poll-Autobahn“ aus der Stadtbahn steigt, wird die 16-Jährige vermisst.
Angehörige, Freunde und die Polizei starten eine großangelegte Suche nach dem Mädchen.
Die Leiche von Seckin Caglar wird in der Nähe der Haltestelle „Poll-Autobahn“ gefunden. (Lesen Sie auch: Jugendliche Zukunft Sorgen: Düstere Weltsicht trotz Zuversicht?)
Die Familie erhält anonyme Briefe, die sich später als Falschmeldung herausstellen.
Die Cold-Case-Einheit der Kölner Polizei führt eine DNA-Reihenuntersuchung durch, die jedoch keinen Treffer ergibt.
Was ist bisher bekannt?
Seckin Caglar, eine 16-jährige Auszubildende, verschwand am 16. Oktober 1991 in Köln-Poll, nachdem sie von ihrer Ausbildungsstelle auf dem Heimweg war. Sie fuhr mit der Stadtbahnlinie 7 bis zur Haltestelle „Poll-Autobahn“, wo sie üblicherweise von ihrem Vater abgeholt wurde. An diesem Abend verpasste er sie jedoch. Ihre Leiche wurde am nächsten Morgen in der Nähe der Haltestelle gefunden. Sie war sexuell missbraucht und erdrosselt worden.
Das ist passiert
- Seckin Caglar verschwand am 16. Oktober 1991 in Köln-Poll.
- Ihre Leiche wurde am nächsten Tag in der Nähe einer Bushaltestelle gefunden.
- Sie wurde sexuell missbraucht und erdrosselt.
- Eine DNA-Reihenuntersuchung im Jahr 2023 brachte keinen Erfolg.
Die Ermittlungen der Cold-Case-Einheit im Fall Aktenzeichen XY Seckin Caglar
Im Jahr 2023 nahm die Cold-Case-Einheit der Kölner Polizei die Ermittlungen im Fall Aktenzeichen XY Seckin Caglar wieder auf. Ziel war es, mithilfe moderner kriminaltechnischer Methoden und einer erneuten Überprüfung der alten Akten neue Erkenntnisse zu gewinnen. Ein zentraler Bestandteil der neuen Ermittlungen war eine großangelegte DNA-Reihenuntersuchung. Hierfür wurden 355 Männer, die im Jahr 1991 einen Bezug zum Stadtteil Poll hatten, zu einer Speichelprobe gebeten. Wie Stern berichtet, erhoffte sich die Polizei dadurch, den Täter doch noch zu identifizieren. Die Auswertung der Proben ergab jedoch keinen Treffer. (Lesen Sie auch: El Mencho Gefasst: Ex-Geliebte Führte zur Tödlichen…)
„Aktenzeichen XY … ungelöst“ als Chance zur Aufklärung
Die Kölner Polizei erhoffte sich durch die Ausstrahlung des Falls Aktenzeichen XY Seckin Caglar in der Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ neue Hinweise aus der Bevölkerung. Der Fall wurde detailliert dargestellt, und es wurden Zeugen gesucht, die möglicherweise Beobachtungen gemacht haben, die bisher nicht bekannt waren. Die Sendung ist bekannt dafür, dass sie immer wieder zur Aufklärung von Cold Cases beiträgt, da sie ein breites Publikum erreicht und Menschen dazu anregt, sich an Details zu erinnern, die sie möglicherweise vergessen hatten. Ob die Ausstrahlung in diesem Fall zur Ergreifung des Täters führen wird, bleibt abzuwarten.
Anonyme Briefe und falsche Fährten
In den Jahren nach dem Verbrechen erhielt die Familie Caglar anonyme Briefe. Eine Frau behauptete darin, selbst vergewaltigt worden zu sein und den Täter zu kennen. Die Polizei konnte die Verfasserin erst rund 20 Jahre später ermitteln. Der Inhalt der Schreiben stellte sich jedoch als frei erfunden heraus. Diese falschen Fährten erschwerten die Ermittlungen zusätzlich und banden wertvolle Ressourcen der Polizei.
Die Polizei Köln bittet weiterhin um Hinweise zum Fall Seckin Caglar. Zeugen, die sachdienliche Informationen haben, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer der Polizei Köln zu melden.
Wie geht die Polizei Köln bei Cold Cases vor?
Die Aufklärung von Cold Cases ist eine besondere Herausforderung für die Polizei. Oftmals sind die Spurenlage komplex und die Zeugen schwer zu finden. Die Cold-Case-Einheit der Polizei Köln geht systematisch vor, um auch nach vielen Jahren noch eine Chance auf Aufklärung zu haben. Zunächst werden die alten Akten gesichtet und neu bewertet. Anschließend werden moderne kriminaltechnische Methoden eingesetzt, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Dazu gehört beispielsweise die Analyse von DNA-Spuren mit verbesserten Analyseverfahren. Zudem werden Zeugen erneut befragt und neue Suchansätze verfolgt. Die Polizei setzt dabei auch auf die Mithilfe der Bevölkerung und die Ausstrahlung von Fällen in Sendungen wie „Aktenzeichen XY … ungelöst“. Laut ZDF, trug die Sendung schon oft zur Klärung von Verbrechen bei. (Lesen Sie auch: Long Covid Urteil: Signalwirkung für Berufserkrankungen)
Was geschah am 16. Oktober 1991?
Am 16. Oktober 1991 verließ Seckin Caglar ihre Ausbildungsstelle in einem „co op“-Markt an der Siegburger Straße in Köln-Poll. Gegen 18:40 Uhr stieg sie an der Haltestelle „Poll-Salmstraße“ in die Stadtbahnlinie 7 und fuhr nur zwei Minuten bis zur Haltestelle „Poll-Autobahn“. Dort sollte sie von ihrem Vater abgeholt werden. Dieser verpasste sie jedoch um wenige Minuten. Die genauen Umstände des Verbrechens sind bis heute unklar. Die Ermittler gehen von einer spontanen Tat aus, bei der Seckin Caglar zufällig zum Opfer wurde.

Häufig gestellte Fragen
Was ist der aktuelle Stand im Fall Aktenzeichen XY Seckin Caglar?
Der Fall Aktenzeichen XY Seckin Caglar gilt weiterhin als Cold Case. Die Ermittlungen der Kölner Polizei laufen jedoch weiter. Es werden weiterhin Hinweise entgegengenommen und geprüft, um den Täter zu identifizieren. (Lesen Sie auch: Long Covid Urteil: Versicherung muss Rente Zahlen!)
Welche Rolle spielte die Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ in diesem Fall?
Die Ausstrahlung des Falls in „Aktenzeichen XY … ungelöst“ sollte neue Hinweise aus der Bevölkerung generieren. Die Polizei erhoffte sich, dass Zeugen sich an Details erinnern, die bisher nicht bekannt waren und zur Aufklärung des Falls beitragen könnten.
Welche Spuren wurden am Tatort gesichert?
Am Tatort konnten DNA-Spuren des Täters gesichert werden. Diese Spuren wurden im Rahmen der DNA-Reihenuntersuchung im Jahr 2023 mit den Proben von hunderten Männern verglichen, führten aber nicht zur Identifizierung des Täters.
Warum gilt der Fall Seckin Caglar als Cold Case?
Der Fall gilt als Cold Case, weil die Ermittlungen trotz intensiver Bemühungen seit 1991 nicht zur Identifizierung des Täters geführt haben. Es gibt keine heiße Spur und die Beweislage ist komplex.
Wie können Zeugen Hinweise zum Fall Seckin Caglar geben?
Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Fall Seckin Caglar haben, werden gebeten, sich an die Polizei Köln zu wenden. Die Telefonnummer der Polizei ist öffentlich zugänglich und rund um die Uhr erreichbar.















