Die aktuelle Lawinengefahr in Teilen der Schweizer Alpen, insbesondere im Wallis, ist sehr hoch. Die Gefahrenstufe 5, die höchste Stufe, wurde ausgerufen, was bedeutet, dass spontane Lawinenabgänge Siedlungen und Infrastruktur gefährden können. Die erheblichen Neuschneemengen erhöhen das Risiko, dass ganze Schneedecken ins Rutschen geraten.

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- Aktuelle Lawinengefahr in der Schweiz: Eine Ausnahmesituation
- Was bedeutet Lawinengefahrenstufe 5?
- Welche Regionen sind besonders betroffen?
- Welche Massnahmen werden ergriffen, um die Bevölkerung zu schützen?
- Wie kann man sich vor Lawinen schützen?
- Die Rolle des SLF bei der Beurteilung der Lawinengefahr
- Häufig gestellte Fragen
Die wichtigsten Fakten
- Für Teile des Wallis gilt Lawinengefahrenstufe 5.
- Spontane Lawinenabgänge bedrohen Siedlungen und Infrastruktur.
- Erhebliche Neuschneemengen erhöhen die Gefahr.
- Experten warnen vor ungesicherten Hängen.
Aktuelle Lawinengefahr in der Schweiz: Eine Ausnahmesituation
Die Schweizer Alpen erleben derzeit eine Ausnahmesituation in Bezug auf die Lawinengefahr. Besonders betroffen ist das Wallis, wo seit Dienstagmorgen die höchste Lawinengefahrenstufe 5 gilt. Diese Situation erfordert besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit, da spontane Lawinenabgänge eine erhebliche Bedrohung für Siedlungen und Infrastruktur darstellen können.
Die Kombination aus starken Schneefällen und den spezifischen topografischen Bedingungen der Alpen führt zu einer instabilen Schneedecke. Experten warnen davor, dass bereits geringe Zusatzbelastungen, wie sie beispielsweise durch Skifahrer oder Wanderer entstehen können, ausreichen, um Lawinen auszulösen. Die aktuelle Situation erfordert daher ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein und die strikte Einhaltung der Empfehlungen der Behörden.
Die Gefahrenstufe 5 bedeutet, dass mit sehr großen, spontanen Lawinen zu rechnen ist, die auch bebaute Gebiete erreichen können. Vermeiden Sie ungesicherte Hänge und beachten Sie die lokalen Warnungen.
Was bedeutet Lawinengefahrenstufe 5?
Lawinengefahrenstufe 5 bedeutet, dass die Lawinengefahr sehr gross ist. Es herrschen extrem ungünstige Stabilitätsverhältnisse der Schneedecke. Sehr grosse und oft auch extrem grosse Lawinen können auch von selbst abgehen und sind in der Lage, Infrastruktur und Siedlungen zu gefährden. Skitouren und Variantenabfahrten sind unter diesen Bedingungen lebensgefährlich. (Lesen Sie auch: Lawinengefahr Schweiz: Skigebiete Gesperrt – Was Nun?)
Die Beurteilung der Lawinengefahr erfolgt in fünf Stufen, wobei 1 die geringste und 5 die höchste Gefährdung darstellt. Die Einstufung basiert auf verschiedenen Faktoren, darunter die Schneemenge, die Schneequalität, die Temperatur und die Windverhältnisse. Informationen zur aktuellen Lawinengefahr werden vom Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF bereitgestellt.
Welche Regionen sind besonders betroffen?
Besonders betroffen von der hohen Lawinengefahr ist derzeit das Wallis. Aber auch in anderen Teilen der Schweizer Alpen, wie beispielsweise in Graubünden und im Berner Oberland, herrscht eine erhöhte Lawinengefahr. Die genaue Gefährdungslage kann jedoch lokal variieren, weshalb es wichtig ist, sich vor jeder Tour über die aktuelle Situation zu informieren. Das SLF veröffentlicht täglich ein Lawinenbulletin, das detaillierte Informationen zur Lawinengefahr in den verschiedenen Regionen der Schweiz enthält.
Die Situation wird durch die grossen Neuschneemengen der letzten Tage zusätzlich verschärft. Diese Neuschneemengen lagern sich auf einer bereits vorhandenen, oft instabilen Schneedecke ab, was die Gefahr von spontanen Lawinenabgängen erhöht. Wie Blick berichtet, können diese Neuschneemengen ganze Schneedecken mitreissen.
Welche Massnahmen werden ergriffen, um die Bevölkerung zu schützen?
Um die Bevölkerung vor den Gefahren durch Lawinen zu schützen, werden verschiedene Massnahmen ergriffen. Dazu gehören beispielsweise die Sperrung von Strassen und Wanderwegen, die Evakuierung von gefährdeten Gebieten und die Auslösung von künstlichen Lawinen, um die Schneedecke zu stabilisieren. Die lokalen Behörden arbeiten eng mit dem SLF zusammen, um die Gefährdungslage laufend zu beurteilen und die notwendigen Massnahmen zu koordinieren.
Ein wichtiger Bestandteil der Schutzmassnahmen ist auch die Information der Bevölkerung. Die Behörden informieren über die aktuelle Lawinengefahr und geben Verhaltenshinweise für den Aufenthalt im Gebirge. Es ist wichtig, diese Informationen ernst zu nehmen und sich entsprechend zu verhalten, um das Risiko von Lawinenunfällen zu minimieren. (Lesen Sie auch: Lawinengefahr Alpen: Entgleisung und Evakuierung)
Informieren Sie sich vor jeder Tour im Gebirge über die aktuelle Lawinengefahr und beachten Sie die Verhaltenshinweise der Behörden. Vermeiden Sie ungesicherte Hänge und planen Sie Ihre Tour sorgfältig.
Wie kann man sich vor Lawinen schützen?
Der beste Schutz vor Lawinen ist die Vermeidung gefährdeter Gebiete. Wer sich dennoch im Gebirge aufhält, sollte sich vorab gründlich über die aktuelle Lawinengefahr informieren und die Verhaltenshinweise der Behörden beachten. Dazu gehört beispielsweise die Mitnahme von Lawinenausrüstung (Lawinenschaufel, Sonde, LVS-Gerät) und die Kenntnis der richtigen Anwendung.
Es ist auch wichtig, die Schneedecke richtig einschätzen zu können und Anzeichen von Lawinengefahr zu erkennen. Dazu gehören beispielsweise Triebschnee, Risse in der Schneedecke und Lawinenabgänge in der Umgebung. Bei Anzeichen von Lawinengefahr sollte man sofort umkehren und das Gebiet verlassen. Die SRF Meteo bietet aktuelle Wetterinformationen, die bei der Einschätzung der Lawinengefahr helfen können.
Die Rolle des SLF bei der Beurteilung der Lawinengefahr
Das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF spielt eine zentrale Rolle bei der Beurteilung der Lawinengefahr in der Schweiz. Das SLF betreibt ein landesweites Messnetz, das kontinuierlich Daten über die Schneemenge, die Schneequalität, die Temperatur und die Windverhältnisse liefert. Diese Daten werden von Experten des SLF analysiert und in das Lawinenbulletin eingearbeitet.

Das Lawinenbulletin wird täglich veröffentlicht und enthält detaillierte Informationen zur Lawinengefahr in den verschiedenen Regionen der Schweiz. Es dient als wichtige Grundlage für die Entscheidungen der Behörden und für die Planung von Touren im Gebirge. Das SLF forscht auch intensiv im Bereich der Lawinenkunde und entwickelt neue Methoden zur Vorhersage von Lawinenabgängen und zur Beurteilung der Lawinengefahr. Die Arbeit des SLF ist essentiell für die Sicherheit im Schweizer Alpenraum. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse des SLF fliessen auch in die Ausbildung von Bergführern und Lawinenexperten ein. (Lesen Sie auch: Saastal von der Außenwelt abgeschnitten: Lawinengefahr)
Häufig gestellte Fragen
Was ist die aktuelle Lawinengefahr in der Schweiz?
Die aktuelle Lawinengefahr ist regional unterschiedlich, aber in Teilen des Wallis herrscht die höchste Gefahrenstufe 5. Dies bedeutet, dass spontane Lawinen eine Bedrohung für Siedlungen und Infrastruktur darstellen. Informieren Sie sich vor jeder Tour.
Wie kann ich mich über die aktuelle Lawinengefahr informieren?
Die aktuellste Information zur Lawinengefahr erhalten Sie über das Lawinenbulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung SLF. Dieses wird täglich aktualisiert und enthält detaillierte Angaben zur Gefährdungslage in den verschiedenen Regionen.
Welche Ausrüstung benötige ich, wenn ich im lawinengefährdeten Gebiet unterwegs bin?
Zur Standardausrüstung gehören ein Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS-Gerät), eine Lawinenschaufel und eine Lawinensonde. Es ist wichtig, dass Sie mit der Bedienung der Geräte vertraut sind und regelmässig üben. (Lesen Sie auch: La Fouly Evakuierung: Walliser Dorf Wegen Lawinengefahr…)
Was soll ich tun, wenn ich in eine Lawine gerate?
Versuchen Sie, seitliche Bewegungen zu machen, um nicht vollständig verschüttet zu werden. Wenn Sie mitgerissen werden, versuchen Sie, eine Schwimmbewegung auszuführen, um an der Oberfläche zu bleiben. Nach dem Stillstand versuchen Sie, eine Atemhöhle zu schaffen.
Wie lange kann man unter einer Lawine überleben?
Die Überlebenschancen sinken rapide mit der Zeit. Nach 15 Minuten sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit drastisch, nach 35 Minuten sind die Überlebenschancen sehr gering. Daher ist schnelles Handeln und die rasche Ortung verschütteter Personen entscheidend.
Die aktuelle Lawinengefahr in der Schweiz erfordert erhöhte Aufmerksamkeit und Vorsicht. Die Behörden und das SLF arbeiten eng zusammen, um die Bevölkerung bestmöglich zu schützen und über die aktuelle Lage zu informieren. Es liegt jedoch auch in der Verantwortung jedes Einzelnen, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und die notwendigen Vorsichtsmassnahmen zu treffen, um das Risiko von Lawinenunfällen zu minimieren. Die Situation bleibt angespannt, und die Entwicklung der aktuellen Lawinengefahr wird weiterhin genau beobachtet.
