Die Aluminiumindustrie sieht sich mit einer anhaltenden Krise konfrontiert, die durch eine schwache Nachfrage und ungünstige Standortbedingungen verschärft wird. Trotz stabiler Umsätze kämpfen die Unternehmen mit Unterauslastung und sinkenden Produktionszahlen in wichtigen Bereichen.

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- Aluminium Industrie Krise: Ein Abwärtstrend setzt sich fort
- Produktionsrückgänge und -zuwächse im Detail
- Was sind die Ursachen für die Aluminium Industrie Krise?
- Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da?
- Was bedeutet das für Verbraucher, Arbeitnehmer und die Branche?
- Die Rolle der Energiepreise
- Historischer Vergleich: Die Aluminiumindustrie im Wandel
- Häufig gestellte Fragen
Kernpunkte
- Die deutsche Aluminiumindustrie befindet sich seit 2021 in einer Krise mit Unterauslastung der Kapazitäten.
- Die Produktion von Recycling-Aluminium und Strangpressprodukten ist im vergangenen Jahr gesunken.
- Hauptgrund für die Krise ist die schwache Nachfrage aus der Automobil-, Bau- und Anlagenbauindustrie.
- Der Branchenverband kritisiert die hohen Energiepreise und die mangelnde internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.
| Details | |
|---|---|
| Umsatz der Branche | 22,8 Milliarden Euro (2025) |
| Beschäftigte in der Branche | 55.800 (2025) |
| Produktionsauslastung Walzprodukte | 89 % des Vorkrisenniveaus |
Aluminium Industrie Krise: Ein Abwärtstrend setzt sich fort
Die deutsche Aluminiumindustrie befindet sich weiterhin in einer schwierigen Lage. Seit 2021 erlebt die Branche eine Stagnation, die durch eine geringe Auslastung der Produktionskapazitäten gekennzeichnet ist. Laut Stern liegen die Produktionsniveaus in verschiedenen Bereichen zwischen 76 und 89 Prozent des Niveaus vor der Krise.
Die Aluminiumindustrie in Deutschland umfasst 237 Betriebe und beschäftigt 55.800 Mitarbeiter.
Produktionsrückgänge und -zuwächse im Detail
Die Entwicklung im Jahr 2025 zeigt ein gemischtes Bild. Während die Produktion von Aluminium-Walzprodukten um zwei Prozent auf 1,8 Millionen Tonnen gestiegen ist, verzeichneten andere Bereiche Rückgänge. Die Produktion von Recycling-Aluminium sank um ein Prozent auf 2,7 Millionen Tonnen. Auch bei Strangpressprodukten, wie Stangen, Profilen und Rohren, gab es einen Rückgang von einem Prozent auf 463.000 Tonnen. Die Auslastung in diesem Bereich sank auf 76 Prozent im Vergleich zu 2021.
Aluminium-Walzprodukte finden Verwendung in verschiedenen Anwendungen, darunter Karosserieteile, Fassadenverkleidungen und Getränkedosen. Der Anstieg in diesem Segment deutet auf eine relative Stabilität in diesen Bereichen hin. (Lesen Sie auch: Luftverkehr Deutschland: Branche fordert Mehr Entlastungen?)
Was sind die Ursachen für die Aluminium Industrie Krise?
Die Hauptursache für die anhaltende Unterauslastung sehen Branchenexperten in der schwachen Nachfrage, insbesondere aus der Automobilindustrie, der Bauindustrie und dem Anlagenbau. Diese Sektoren sind wichtige Abnehmer von Aluminiumprodukten, und ihre wirtschaftliche Leistung beeinflusst direkt die Nachfrage nach Aluminium.
Zusätzlich zu den Nachfrageproblemen werden die Standortbedingungen in Deutschland als international nicht wettbewerbsfähig kritisiert. Ein wesentlicher Faktor sind die hohen Energiepreise, die die Produktionskosten erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Aluminiumindustrie beeinträchtigen.
Ökologische Nachrichten rund um die Aluminiumindustrie sind besonders wichtig, da die energieintensive Produktion immer mehr in den Fokus rückt.
Wie steht Deutschland im internationalen Vergleich da?
Im Vergleich zu anderen Ländern steht die deutsche Aluminiumindustrie vor besonderen Herausforderungen. Länder mit niedrigeren Energiekosten und weniger strengen Umweltauflagen haben einen Wettbewerbsvorteil. Dies führt dazu, dass deutsche Unternehmen Schwierigkeiten haben, auf dem globalen Markt zu bestehen.
Die Europäische Union hat sich zum Ziel gesetzt, die Energiepreise zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu stärken. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob diese Maßnahmen ausreichen, um die deutsche Aluminiumindustrie nachhaltig zu unterstützen.
Was bedeutet das für Verbraucher, Arbeitnehmer und die Branche?
Die anhaltende Krise in der Aluminiumindustrie hat Auswirkungen auf verschiedene Akteure. Für Verbraucher könnten sich die höheren Produktionskosten in höheren Preisen für Aluminiumprodukte niederschlagen. Arbeitnehmer in der Branche sind von möglichen Arbeitsplatzverlusten und Kurzarbeit betroffen. (Lesen Sie auch: Baugenehmigungen Deutschland: Trendwende am Wohnungsmarkt?)
Die Aluminiumindustrie selbst muss sich an die veränderten Marktbedingungen anpassen. Dies könnte Investitionen in energieeffiziente Technologien, die Entwicklung neuer Produkte und die Erschließung neuer Märkte umfassen. Eine enge Zusammenarbeit mit der Politik ist entscheidend, um die Rahmenbedingungen für die Branche zu verbessern.
Die Aluminiumindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig in Deutschland. Sie liefert Werkstoffe für zahlreiche Branchen, darunter die Automobil-, Bau-, Verpackungs- und Elektroindustrie.
Die Rolle der Energiepreise
Die hohen Energiepreise in Deutschland sind ein zentrales Problem für die Aluminiumindustrie. Die energieintensive Produktion von Aluminium macht die Unternehmen besonders anfällig für steigende Energiekosten. Im Vergleich zu anderen Ländern, in denen die Energiepreise niedriger sind, haben deutsche Unternehmen einen klaren Wettbewerbsnachteil.
Der Branchenverband Aluminium Deutschland fordert daher Maßnahmen zur Senkung der Energiepreise und zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Dazu gehören unter anderem eine Entlastung bei den Stromkosten und eine Vereinfachung der Genehmigungsverfahren für neue Energieprojekte.
Das Handelsblatt berichtet regelmäßig über die Auswirkungen der Energiepreise auf die deutsche Wirtschaft.
Historischer Vergleich: Die Aluminiumindustrie im Wandel
Die Aluminiumindustrie hat in den letzten Jahrzehnten einen tiefgreifenden Wandel erlebt. In der Vergangenheit war die Branche stark auf die Primäraluminiumproduktion ausgerichtet, bei der Aluminium aus Bauxit gewonnen wird. Heute spielt das Recycling von Aluminium eine immer größere Rolle. (Lesen Sie auch: Medienbericht: Spekulationen um vorzeitigen Rückzug von EZB-Chefin…)

Das Recycling von Aluminium ist deutlich energieeffizienter als die Primäraluminiumproduktion und trägt zur Schonung von Ressourcen bei. Die deutsche Aluminiumindustrie hat in den letzten Jahren ihre Recyclingkapazitäten ausgebaut und ist heute einer der führenden Recyclingstandorte in Europa.
Häufig gestellte Fragen
Welche Auswirkungen hat die Aluminium Industrie Krise auf die deutsche Wirtschaft?
Die Krise in der Aluminiumindustrie kann negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft haben, da die Branche ein wichtiger Zulieferer für zahlreiche andere Industrien ist. Produktionsrückgänge und Arbeitsplatzverluste können die wirtschaftliche Entwicklung beeinträchtigen.
Welche Maßnahmen können ergriffen werden, um die Aluminiumindustrie zu unterstützen?
Um die Aluminiumindustrie zu unterstützen, sind Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten, zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit und zur Förderung von Innovationen erforderlich. Auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft ist entscheidend. (Lesen Sie auch: Baugenehmigungen Deutschland: Hoffnungsschimmer für Wohnungsmarkt)
Wie wirkt sich die Krise auf die Preise für Aluminiumprodukte aus?
Die höheren Produktionskosten aufgrund der Krise können sich in höheren Preisen für Aluminiumprodukte niederschlagen. Dies betrifft verschiedene Branchen, die Aluminium als Werkstoff verwenden, darunter die Automobil-, Bau- und Verpackungsindustrie.
Welche Rolle spielt das Recycling von Aluminium in der Krise?
Das Recycling von Aluminium kann dazu beitragen, die Abhängigkeit von der energieintensiven Primäraluminiumproduktion zu verringern und die Kosten zu senken. Der Ausbau der Recyclingkapazitäten ist daher ein wichtiger Schritt zur Stärkung der Aluminiumindustrie.
Wie viele Menschen sind in der deutschen Aluminiumindustrie beschäftigt?
In der deutschen Aluminiumindustrie sind rund 55.800 Menschen beschäftigt. Die Branche ist ein wichtiger Arbeitgeber und trägt zur Wertschöpfung in Deutschland bei.
Trotz der Herausforderungen bleibt die Aluminiumindustrie ein wichtiger Bestandteil der deutschen Wirtschaft. Die Branche muss sich jedoch an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen und innovative Lösungen entwickeln, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und die anhaltende Aluminium Industrie Krise zu überwinden.
